Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel
von A. B. Meyer
Mit 9 colorirten und 6 Lichtdruck-Tafeln
Figur 2. Junges Männchen von der Insel Buton, aus dem genannten Amsterdamer Museum, von Weber (p. 103) lebend heimgebracht. 3. Molar unentwickelt, Milchgebiss zum Theile noch vorhanden. Etwas grösser als das Exemplar Figur 1. Gesammtfärbung noch bräunlich, wenn auch grauer als bei Figur 1, die helle Zeichnung hinten gut ausgeprägt, Unterarm und Unterschenkel deutlich heller grau abgesetzt. — Vom Vertex zum Anus 410 mm, Hinterhand 140, Schädellänge 115, Jochbogenbreite 68,1.
Einen jüngeren weiblichen Schädel hat Murie (P. Z. S. 1872, 725) beschrieben und abgebildet, aber der adulte Schädel differirt bedeutend, so dass auch die Charakteristik, die Anderson (Anat. Zool. Res. 1878, 81) von dem jüngeren Schädel entwirft (und die Forbes: Primates II, 12 1894 verkürzt reproducirt), durchaus nicht für den alten zutrifft. Die Abbildungen dürften eine nähere Beschreibung des adulten Tonkean-Schädels überflüssig machen. Das Exemplar hat 9 Caudalwirbel; Schlegel (Cat. VII, 117, 118 1876) giebt 8 für maurus und ocreatus an, der 9., die Spitze, ist allerdings sehr klein; das Parepare Exemplar hat 7, ist aber möglicherweise defect.
Das Museum besitzt noch den Schädel eines Jungen von Süd Celebes (259), von mir mitgebracht, im Zahnwechsel, der 1. bleibende Molar bereits vorhanden. Schädellänge 100 mm, Jochbogenbreite 63.
Ferner das Skelet eines mas juv. von Süd Celebes (B 1984), von mir mitgebracht, noch nicht im Zahnwechsel, aber der 1. bleibende Molar im Durchbruche. Schädellänge 90 mm, Jochbogenbreite 56.
Endlich einen Foetus in Spiritus vom Pik von Bonthain, 1500´ hoch, an dem die Haarstellung vortrefflich zu sehen ist (Ribbe und Kühn 1883 coll.).
Ich zögere um so weniger M. maurus nur für den jungen ocreatus anzusehen, entgegen der Annahme Webers (p. 108), „that both are variations of one species“, als bereits Bartlett (bei Murie P. Z. S. 1872, 723) am Lebenden beobachtet hat, dass die helle Zeichnung sich aus einem einfarbigen Kleide mit dem Alter entwickelt. Auch Dr. Jentink glaubt, wie er die Güte hatte mir mitzutheilen, dass die 11 Exemplare des Leidener Museums dasselbe lehren. Es ist wohl möglich, wie Weber (p. 107) meint, dass Manche diese Entwicklung überhaupt nicht durchmachen und einfarbig bleiben, was ja auch das junge Tonkean Weibchen zu lehren schien. Das Zusammenvorkommen der verschiedenen Färbungen in einem Truppe, das Weber (p. 104 und 108) beobachtete, spricht vielleicht ebenfalls dafür. Prof. Weber hatte die Freundlichkeit mir dieses Zusammenvorkommen noch folgendermaassen auszuführen: „In der Umgegend von Maros waren in einem Walde die Exemplare zahlreich und nicht scheu; sie liessen sich daher gut beobachten. Doch sah ich in demselben Truppe sehr verschiedene Färbungen, namentlich bezüglich der Ausbreitung von Grau oder Weiss auf der Hinterextremität und bei manchen auch auf der Vorderextremität.“ Es sind jedoch weitere Beobachtungen und mehr Materialien nöthig, um hier Klarheit zu gewinnen, denn diese liegt noch keineswegs sicher vor.
Adolf Bernhard Meyer
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Inhaltsverzeichniss
Tafelerklärung
1. Macacus maurus F. Cuv.
2. und 3. Macacus cynomolgus L. und philippinensis Js. Geoffr.
4. und 5. Cynopithecus niger (Desm.) und nigrescens (Temm.)
6. Tarsius fuscus Fisch.-Waldh.
7. Tarsius sangirensis n. sp.
8. Tarsius philippensis A. B. Meyer
9. Tarsius spectrum (Pall.)
10. Paradoxurus musschenbroeki Schl.
11. Bubalus mindorensis Heude
12. Babirusa alfurus Less.
13. Sciurus tonkeanus n. sp.
14. Sciurus leucomus Müll. Schl.
15. Sciurus rosenbergi Jent.
16. Sciurus tingahi n. sp.
17. Sciurus steeri Gthr.
18. Sciurus mindanensis Steere
19. Sciurus samarensis Steere
20. Phlœomys cumingi Wtrh.
21. Crateromys schadenbergi (A. B. Meyer)
22. Phalanger celebensis (Gr.)
23. Phalanger sangirensis n. sp.
24. Phalanger ursinus (Temm.)
Index.
Inhaltsverzeichniss
Tafelerklärung
Alphabetischer Index
Addenda
1. Macacus maurus F. Cuv.
Tarsiidae
Nycteridae
Vespertilionidae
Muridae
Cervidae
Inhaltsverzeichnis
Kolophon