Die Inselbauern; oder, Die Leute auf Hemsö
Deutsche Originalausgabe gleichzeitig mit der schwedischen Ausgabe unter Mitwirkung von Emil Schering als Übersetzer vom Dichter selbst veranstaltet Geschützt durch die Gesetze und Verträge Alle Rechte vorbehalten Copyright by Georg Müller, München 1918
Gebunden in Rennersches Buntpapier
Als Strindberg 1887 das Manuskript dieses Romans dem stockholmer Verleger übersandte, strich dieser vor dem Druck nicht weniger als 22 Stellen, die ihm für schwedische Magen zu kräftig erschienen, trotzdem der Dichter gegen diese Vergewaltigung protestierte. Erst nach dem Tode Strindbergs sind diese 22 Stellen aus dem Nachlasse ans Licht gekommen, aber auch jetzt noch nicht dem Romane eingefügt worden. Diese deutsche Übersetzung ist also die erste vollständige Ausgabe des Werkes.
1917
Emil Schering
Das Inselmeer von Stockholm, die »Schären«, aus welcher Gegend ich Scenerien und Motive für dieses Buch geholt habe, hat immer eine besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Vielleicht weil meine engere Heimat, Stockholm und Umgebung, selbst einen Teil dieser Schären bildet. Der Mälar war ja ursprünglich ein Meeresarm, der durch die Wasserläufe bei Södra Telje und Stocksund bei Stockholm in Verbindung mit dem Meere stand; die Kettenschäre, der jetzige Ritterholm, erinnerte ja durch ihren Namen an ihre älteste Natur, die einer Schäre; wie man noch bei einer Fahrt durch den Mälar mit seinen Tausenden von Inseln und Holmen an die Landschaft erinnert wird, die, eine Mischung von Land und Wasser, östlich von der schwedischen Hauptstadt sich etwa sieben Meilen ins Meer hinaus erstreckt.
Dieser ganze zerrissene Küstenstrich ruht zum allergrößten Teil auf der Urformation: Gneis, Granit und Eisenerzen; von den letzten hat man nur die von Utö reich genug gefunden, um sie zu bearbeiten. Die Granitvarietät Pegmatit tritt zuweilen in so großen Mengen aus, daß sie des Feldspats wegen gewonnen wird, den die Porzellanfabriken benutzen.
Die Abwesenheit der jüngeren Formationen, mit ihren horizontalen Lagerungen in hellen, leichten Farbentönen, verleiht der Schärenlandschaft diesen Zug von Wildheit und Düsterkeit, der die Urformation begleitet. Die Landschaftskontur wird durch die losgerissenen, rohen, unregelmäßigen