Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Erster Band enthaltend Kapitel 1 und 2
Einige Druckfehler sind korrigiert und mit popups notiert. Rechtschreibungsformen wie »funfzig« : »fünfzig«, »Urtel« : »Urtheil« und »Partein« : »Parteien« sind ungeändert. Die Namen »Russell« und »Russel« sind ebenso ungeändert (auch wenn es um die selbe Person handelt).
Da das Buchs ursprüngliche Titelbild unbrauchbar war, ist ein Bild aus eine andere Quelle erstattet.
Nicht minder habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, große Unglücksfälle, aus denen Triumphe hervorgingen, zu berichten und große nationale Verbrechen und Thorheiten, die tiefer erniedrigen, als irgend ein Mißgeschick; ich werde darthun, daß die Güter, welche wir zu den höchsten Segnungen zählen, nicht rein wie Gold sind; daß das System, nach welchem man unsere Freiheiten gegen die Willkür der königlichen Macht schützte, eine neue Art Mißbräuche erschuf, die man in unbeschränkten Monarchien nicht kennt; man wird ersehen, daß theils durch unkluge Einmischung, theils durch thörichte Vernachlässigung, aus der Blüte des Wohlstandes und der Ausdehnung des Handels nicht nur unermeßlicher Segen, sondern auch Übel hervorgingen, welche armen und uncultivirten Gesellschaften fremd sind; wie in zwei bedeutenden Besitzthümern der Krone dem verübten Unrechte gerechte Vergeltung ward; wie Unklugheit und Eigensinn die Bande lös’ten, welche die nordamerikanischen Kolonien mit dem Mutterlande vereinten; wie das mit dem Fluche der Herrschaft eines Volksstammes über den andern und einer Konfession über die andere belastete Irland zwar ein Glied des Staatskörpers blieb, aber welk und ausgerenkt ihm keine Kraft verlieh, so daß Alle, welche die Größe Englands fürchten oder beneiden, vorwurfsvoll darauf hindeuten.
Wenn mich nicht alles täuscht, wird trotzdem meine bunte Erzählung in den religiösen Gemüthern Dankbarkeit und in der Brust der Vaterlandsfreunde neue Hoffnung erwecken, denn die Geschichte unsers Vaterlandes, welche die letzten einhundertundsechzig Jahre umschließt, ist unbedingt die Geschichte der physischen, moralischen und geistigen Fortbildung. Alle die, welche ihr Zeitalter mit dem idealen, goldenen vergleichen, mögen von Entartung und Verfall reden; aber keiner, der die Vergangenheit genau kennt, wird sich geneigt fühlen, unmuthig und verzweifelnd auf die Gegenwart zu blicken.