Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Zehnter Band: enthaltend Kapitel 19 und 20.
Thomas Babington Macaulay’s
seit der
Thronbesteigung Jakob’s des Zweiten.
Aus dem Englischen.
Vollständige und wohlfeilste
Stereotyp-Ausgabe.
Zehnter Band:
enthaltend Kapitel 19 und 20.
Leipzig, 1856.
G. H. Friedlein.
Die vor ihm liegende Aussicht war trübe. Die Coalition, deren Schöpfer und Oberhaupt er war, schwebte seit einigen Monaten in steter Gefahr, sich aufzulösen. Durch welche unermüdliche Anstrengungen, durch welche sinnreiche Mittel und Wege, durch welche Schmeicheleien, durch welche Lockungen es ihm gelang, seine Verbündeten abzuhalten, sich einer nach dem andren Frankreich zu Füßen zu werfen, läßt sich nur unvollkommen ermitteln. Die vollständigste und authentischeste Aufzählung der Mühen und Opfer, durch welche er acht Jahre lang eine Schaar kleinmüthiger und verrätherischer, das gemeinsame Interesse nichtachtender und auf einander eifersüchtiger Potentaten zusammenhielt, findet sich in seiner Correspondenz mit Heinsius. In dieser Correspondenz ist Wilhelm ganz er selbst. Er hatte im Laufe seines ereignißvollen Lebens einige wichtige Aufgaben zu lösen, für die er nicht besonders befähigt war, und diese Aufgaben löste er unvollkommen. Als Souverain von England zeigte er Talente und Tugenden, die ihm zu einer ehrenvollen Erwähnung in der Geschichte berechtigen; allein er hatte auch große Mängel. Er war bis zum letzten Augenblick ein Fremder unter uns, kalt, zurückhaltend, niemals heiter, niemals sich wohl fühlend. Sein Königreich war ein Verbannungsort, seine schönsten Paläste waren Gefängnisse. Er zählte stets die Tage, welche noch vergehen sollten, ehe er sein Geburtsland, die beschnittenen Bäume, die Flügel zahlloser Windmühlen, die Storchsnester auf den hohen Giebeln und die langen Reihen bunter Landhäuser, die sich in den ruhigen Kanälen spiegeln, wiedersehen sollte. Er bemühte sich gar nicht, die Vorliebe zu verbergen, die er für seinen heimathlichen Boden und für seine Jugendfreunde empfand, und daher herrschte er nicht in unseren Herzen, obwohl er unsrem Vaterlande große Dienste leistete. Auch als General im Felde bewies er einen seltenen Muth und eine seltene Tüchtigkeit; aber als Taktiker stand er manchen seiner Zeitgenossen nach, die ihm in allgemeiner geistiger Befähigung weit nachstanden. Das Geschäft, für das er sich ganz vorzüglich eignete, war die Diplomatie im höchsten Sinne des Worts. Es darf bezweifelt werden, ob er in der Kunst große Unterhandlungen zu leiten, von denen das Wohl der Völkerrepublik abhängt, je übertroffen worden ist. Seine Geschicklichkeit in diesem Zweige der Politik wurde niemals strenger erprobt und glänzender bewiesen als während des letzten Theils des Jahres 1691 und des ersten Theils des Jahres 1692.
Baron Thomas Babington Macaulay Macaulay
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Geschichte von England
Die nordischen Mächte.
Der Papst.
Benehmen der Verbündeten.
Der Kaiser.
Spanien.
Es gelingt Wilhelm, der Auflösung der Coalition vorzubeugen.
Neue Arrangements für die Verwaltung der spanischen Niederlande.
Belagerung von Namur.
Ludwig kehrt nach Versailles zurück.
Luxemburg.
Schlacht von Steenkerke.
Verschwörung Grandval’s.
Wilhelm’s Rückkehr nach England.
Schlechte Marineverwaltung.
Erdbeben in Port Royal.
Noth in England.
Zunahme der Verbrechen.
Zusammentritt des Parlaments.
Stand der Parteien.
Die Thronrede.
Privilegienfrage, von den Lords zur Sprache gebracht.
Debatten über die Lage der Nation.
Bill zur Regulirung des Prozeßverfahrens in Hochverrathsfällen.
Der Prozeß Lord Mohun’s.
Debatten über den indischen Handel.
Geldbewilligungen.
Mittel und Wege; Grundsteuer.
Ursprung der Nationalschuld.
Parlamentsreform.
Die Stellenbill.
Die Dreijährigkeitsbill.
Die ersten Parlamentsdebatten über die Freiheit der Presse.
Zustand Irland’s.
Der König verweigert die Genehmigung der Dreijährigkeitsbill.
Ministerielle Arrangements.
Der König begiebt sich nach Holland.
Eine Parlamentssession in Schottland.
Fußnoten.
Gesinnung der Jakobiten. Die Vergleicher.
Die Nichtvergleicher.
Ministerwechsel in Saint-Germains. Middleton.
Jakob erläßt eine neue Erklärung.
Eindruck der neuen Erklärung.
Gründung des St. Ludwigsordens.
Middleton’s Bericht über Versailles.
Wilhelm’s Rüstungen für den Feldzug.
Ludwig rückt ins Feld.
Ludwig kehrt nach Versailles zurück.
Manövers Luxemburg’s.
Schlacht bei Landen.
Vernichtung der Smyrna-Flotte.
Aufregung in London.
Jakobitische Libelle; Wilhelm Anderton.
Schriften und Kunstgriffe der Jakobiten.
Verhalten Caermarthen’s.
Der Ostindischen Compagnie eine neue Concession verliehen.
Wilhelm’s Rückkehr nach England; militärische Erfolge Frankreich’s.
Noth in Frankreich.
Ein Ministerium nothwendig für die parlamentarische Regierungsform.
Allmälige Bildung des ersten Ministeriums.
Sunderland.
Sunderland räth dem Könige den Whigs den Vorzug zu geben.
Gründe für die Bevorzugung der Whigs.
Häupter der Whigpartei; Russell.
Somers.
Montague.
Wharton.
Häupter der Torypartei.
Harley.
Foley.
Howe.
Zusammentritt des Parlaments.
Debatten über die Unfälle zur See.
Russell erster Lord der Admiralität.
Nottingham’s Rücktritt.
Shrewsbury will kein Amt annehmen.
Debatten über den Handel mit Indien.
Bill zur Regulirung des Prozeßverfahrens in Hochverrathsfällen.
Die Dreijährigkeitsbill.
Bill zur Naturalisirung ausländischer Protestanten.
Geldbewilligung.
Wege und Mittel; Lotterieanlehen.
Die Bank von England.
Prorogation des Parlaments; ministerielle Arrangements.
Shrewsbury Staatssekretär.
Verleihung neuer Titel.
Kriegsplan der Franzosen.
Kriegsplan England’s.
Operationen im Mittelländischen Meere.
Krieg zu Lande.
Klagen über Trenchard’s Verwaltung.
Die gerichtlichen Verfolgungen in Lancashire.
Zusammentritt des Parlaments.
Tillotson’s Tod.
Tenison, Erzbischof von Canterbury.
Debatten über die gerichtlichen Verfolgungen in Lancashire.
Die Stellenbill.
Die Bill zur Regulirung des Verfahrens in Hochverrathsfällen.
Die Dreijährigkeitsbill angenommen.
Tod Mariens.
Mariens Leichenbegängniß.
Gründung des Greenwich-Hospitals.
Fußnoten.
Anmerkungen zur Transkription