Beethoven: Eine Phantasie

Béla Révész
Eine Phantasie
Kurt Wolff Verlag München
Bücherei „Der jüngste Tag“ Band 80
Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig
Einzig berechtigte Übertragung aus dem Ungarischen von Stefan J. Klein
Copyright 1919 by Kurt Wolff Verlag München und Leipzig
Die Ärzte hatten mich im Februar nach Riva geschickt, damit ich warmen Sonnenschein, trockene Luft rieche.
Nun sitze ich hier auf der Terrasse eines weißgetünchten kleinen Hotels, die großen Glasflügel sind geöffnet, und die mittägliche Sonne überflutet uns.
Müßige, lustfrönende Leute sonnen sich in dem geöffneten Glaskäfig, ältere Leute dösen wach nach dem schmackhaften Essen, unter der Last der glutenden Strahlen röten sich urlaubfreie jüngere, im Scheine dunklen Weines hockend, an silbrig gleißenden weißen Tischen keuchen Neuvermählte, sie betrachten den Sonnenglast, und ihr angespannt offenes Auge lodert — wenn sich ihre Blicke treffen — wie über Schneebergen der Sonnenstrahl.
Um mich herum Wachen; regungslose Stille.
Kein Ton tönt, kein Wort schwatzt, unter sich aneinander erfreuenden Menschenpaaren leben wir abgeschieden, ich und der Sonnenglast.

Béla Révész
Содержание

О книге

Язык

Немецкий

Год издания

2016-06-17

Темы

Beethoven, Ludwig van, 1770-1827 -- Fiction

Reload 🗙