Christian Garve's Vertraute Briefe an eine Freundin

Anmerkungen zur Transkription
Der vorliegende Text wurde anhand der 1801 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche sowie inkonsistente Schreibweisen wurden beibehalten, insbesondere wenn diese in der damaligen Zeit üblich waren oder im Text mehrfach auftreten. Fremdsprachige Zitate werden dem Original entsprechend unverändert wiedergegeben. Das Inhaltsverzeichnis wurde vom Bearbeiter erstellt.
Christian Garve’s
Leipzig, bey P. Phil. Wolf und Compagnie. 1801.

Die Freundin Garve’s hat bey der Herausgabe dieser Briefe keine andere Absicht, als mit allen Freunden und Verehrern des guten Mannes ein kleines, ihr sehr theures Erbtheil von ihm zu theilen. Daß dieser Gedanke ihrem eignen Herzen und ihrer Gesinnung gegen ihren verstorbenen Freund wohlthun, ist sie gern geständig. — So wenig auch Garve’s gelehrter Nachlaß dadurch um ein Bedeutendes vermehrt werden mag, so kann doch auch der Gelehrte sich wohl dieser Briefe freuen; er sieht in ihnen den Geist blühen, von dem er die Früchte kennt und schätzt. Was man von Schriftstellern nicht heraus geben muß, sind taube Blüthen und unreife Früchte; von einem philosophischen Geiste ist die Blüthe so angenehm, als die Frucht stärkend; und wenn ein Mann etwas geworden ist — dann wird der Welt die Frage interessant: wie wurde er es? — Diese Briefe enthalten vielleicht manche interessante Data zur Beantwortung der Fragen: Wie war Garve, der Jüngling? — Wie früh war sein Geist gereift, gefaßt, in sich gegründet? — Wie wurde Garve, der Mann? — Wie entwickelte sich der Plan seines Lebens? — Wie wurde Garve, der Schriftsteller? — — Diese Briefe sind unmittelbar vor seiner Bearbeitung des Cicero geschrieben, und man kann sie in mehr als einer Hinsicht als einen Eingang in sein öffentliches schriftstellerisches Leben ansehen.
So viel für diejenigen, die in diesen Briefen Garven, den Gelehrten, suchen. Diese und alle gute Menschen, denen dieselben in die Hände kommen, mögen sich freuen — dieß ist der lebhafteste, ja ich kann wohl sagen, der einzige Wunsch der Herausgeberin, ihren Freund hier in den ersten, reinsten, natürlichsten Verhältnissen des Lebens zu sehen, Garven, den Sohn , — den Freund — und den Menschen . — Hier kann ihn der Gute lieben, der den Gelehrten nicht kennt; und gern wird vielleicht der Gelehrte sein philosophisches Werk einen Augenblick hinlegen, um mit dem menschlichen Verfasser desselben einige Zeit im Zirkel seiner Familie, sei nes Jugendlehrers, und seiner Freunde, zuzubringen.

Christian Garve
О книге

Язык

Немецкий

Год издания

2017-03-11

Темы

Garve, Christian, 1742-1798 -- Correspondence

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