Ein Kampf um Rom: Historischer Roman. Zweiter Band

von Felix Dahn.
Motto:
»Wenn etwas ist, gewalt’ger als das Schicksal
So ist’s der Mut, der’s unerschüttert trägt«
Geibel.
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten.
»Die Goten aber wählten zum König Witichis, einen Mann, zwar nicht von edlem Geschlecht, aber von hohem Ruhm der Tapferkeit.«
Prokopius, Gotenkrieg I. 11
Langsam sank die Sonne hinter die grünen Hügel von Fäsulä und vergoldete die Säulen vor dem schlichten Landhaus, in welchem Rauthgundis als Herrin schaltete.
Die gotischen Knechte und die römischen Sklaven waren beschäftigt, die Arbeit des Tages zu beschließen. Der Mariskalk brachte die jungen Rosse von der Weide ein. Zwei andere Knechte leiteten den Zug stattlicher Rinder von dem Anger auf dem Hügel nach den Ställen, indes der Ziegenbub mit römischen Scheltworten seine Schutzbefohlnen vorwärts trieb, die genäschig hier und da an dem salzigen Steinbrech nagten, der auf dem zerbröckelten Mauerwerk am Wege grünte. Andre germanische Knechte räumten das Ackergerät im Hofraum auf: und ein römischer Freigelassener, gar ein gelehrter und vornehmer Herr, der Obergärtner selbst, verließ mit einem zufriedenen Blick die Stätte seiner blühenden und duftenden Wissenschaft.
Und mit großem Ernst schritt das Büblein über den Hof.
»Und sie haben vor mir gar nicht den rechten Respekt,« sprach er und warf die kirschroten Lippen auf und krauste die weiße Stirn. »Woher soll er auch kommen? Mit nächster Sunnwend bin ich volle neun Jahr: und sie lassen mich noch immer herumgehn mit einem Ding wie ein Kochlöffel.« Und verächtlich riß er an dem kleinen Schwert von Holz in seinem Gurt. »Sie dürften mir keck ein Weidmesser geben, ein rechtes Gewaffen. So kann ich nichts ausrichten und sehe nichts gleich.«

Felix Dahn
О книге

Язык

Немецкий

Год издания

2010-07-05

Темы

Rome -- History -- Empire, 284-476 -- Fiction; Byzantine Empire -- Fiction

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