Der Fall Otto Weininger: Eine psychiatrische Studie
EINZEL-DARSTELLUNGEN FÜR GEBILDETE ALLER STÄNDE.
IM VEREINE MIT HERVORRAGENDEN FACHMÄNNERN DES IN- UND AUSLANDES HERAUSGEGEBEN VON
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EINE PSYCHIATRISCHE STUDIE VON Dr. FERDINAND PROBST, ASSISTENZARZT AN DER KREISIRRENANSTALT MÜNCHEN.
WIESBADEN. VERLAG VON J. F. BERGMANN. 1904.
Nunmehr ist vollständig erschienen:
Osmotischer Druck und Ionenlehre in den medizinischen Wissenschaften. Zugleich Lehrbuch physikalisch-chemischer Methoden .
Von Dr. chem. et med. H. J. Hamburger , Professor der Physiologie an der Reichsuniversität Groningen.
Die Bedeutung der physikalischen Chemie für die medizinischen Wissenschaften ist in den letzten Jahren gelegentlich von Rezensionen in diesem Blatte öfters hervorgehoben worden. Professor Hamburger steht in der vordersten Reihe von denjenigen Forschern, welche durch umfassende und kritische Anwendung der physikalisch-chemischen Methoden und Lehren der medizinischen Wissenschaft neue Wege gebahnt haben. Die Erwartung, dass ein solcher Forscher für ein zusammenfassendes Lehrbuch der geeignetste Mann sei, wird durch das vorliegende schöne Werk erfüllt. Die neueren physikalisch-chemischen Lehren sind darin mit grosser Klarheit und in sehr erschöpfender Weise dargestellt. Mit ganz besonderer Sorgfalt sind die mannigfaltigen, zum Teil schwierigen Methoden beschrieben, so dass jeder, der in die Lage kommt, praktisch mit denselben arbeiten zu müssen, alles was nötig ist, vorfindet. Trotz der Klarheit und Leichtfasslichkeit sind aber, was hervorgehoben zu werden verdient, überall eingehend und kritisch, erstens die nicht zu entbehrende strenge Exaktheit, zweitens die etwas tiefer eindringenden theoretischen Fragen berücksichtigt. Soweit die beiden wichtigen Lehren von dem osmotischen Druck und den Ionen in Frage kommen, ist Hamburgers Buch für den Mediziner, welcher sich gründliche Kenntnisse verschaffen will, wohl zur Zeit das beste Werk.
Der zweite Hauptteil des vorliegenden Bandes behandelt die Bedeutung des osmotischen Drucks und der elektrolytischen Dissoziation für die Physiologie und Pathologie des Blutes, ein Kapitel von Beziehungen, welches recht eigentlich durch Hamburger zu einem anschaulichen und selbständigen Lehrgebäude gestaltet worden ist. Eine schier erdrückende Fülle von Tatsachen sind hier niedergelegt und die zahlreichen Ausblicke auf wichtige praktische Fragen lehren, dass kein müssiger Ballast von Gelehrsamkeit aufgestapelt wurde. Theorie, Tatsachen und Methoden sind gleichmässig berücksichtigt. Die zahlreichen Tabellen, welche dem Buche beigegeben sind, machen dasselbe zu einem unschätzbaren Nachschlagewerk.