Der Spiegel: Anekdoten zeitgenössischer deutscher Erzähler
Anekdoten zeitgenössischer deutscher Erzähler
Herausgegeben von
Karl Lerbs
Sechstes bis fünfzehntes Tausend
Gustav Kiepenheuer Verlag Potsdam–Berlin 1919
Dem Andenken
Johann Peter Hebels
Ein Gruß an Hebel
Von Otto Flake
Im Schatzkästlein steht die Geschichte des deutschen Binnenländers, der in die große Stadt Amsterdam kommt und vor einem stolzen Schiff, einem prächtigen Haus und einem gewaltigen Begräbnis fragt: Wer ist es, dem dies gehört? »Kannitverstan«, ist die Antwort, und er beneidet den reichen Mann nicht mehr.
Eine gute Geschichte; Pointe und Moral darin, Treuherzigkeit und Humor. Als Knabe las ich sie im Lesebuch; sie hat mir so gefallen, daß ich sie nie vergaß. Und später, als ich auf Reisen ging, in fremde Städte kam, ging sie mir erst recht auf.
In ihrem Reiz war eine Aufforderung, wie jener junge Deutsche über vier, fünf Eindrücke aufs Geratewohl Eingeborene um Auskunft anzugehen und ein unbekanntes Wort zu erhalten, das ein Band schlang, wo keines war und einen Sinn, wo Sinn fehlte.