Die Schelme von Steinach: Erzählung für die Jugend

Anmerkungen zur Transkription
Erzählung für die Jugend
von
Josephine Siebe
Mit Buchschmuck von Ernst Kutzer
Fünfte Auflage
Verlag von Levy & Müller in Stuttgart
Nachdruck verboten Alle Rechte, insbesondere das Übersetzungsrecht, vorbehalten Druck: Chr. Verlagshaus, G. m. b. H., Stuttgart
Zwei Reisegefährten erzählen sich etwas von den Schelmen von Steinach, und Heinrich Fries plant mit seiner Mutter eine Sommerreise
In einem Bähnchen, das bedachtsam, ohne sonderliche Eile, aber mit viel Gepuff und Gestöhn durch das Land lief, saßen zwei Männer. Der eine war alt, der andere war jung. Der Alte kannte die Gegend, der Junge kannte sie nicht, und weil der Junge zu denen gehörte, die sich gern belehren lassen, fragte er dies und das. Der Alte gab ihm gern Auskunft, er gab sie wie einer, der Land und Leute liebhat.
Das Bähnchen fuhr auch an einem Dorf vorbei, über dem das Gebirge dunkel bergan stieg. Von drei Seiten liefen Straßen auf das Dorf zu; sie waren mit Obstbäumen eingesäumt, die just in Blüte standen. Wie weiße, schimmernde Bänder lagen die Straßen im Sonnenglanz, und ein weißer Blütenkranz umschmiegte auch das Dorf. Es sah hübsch aus, und der junge Mann im Zug beugte sich rasch hinaus und las, was an dem Bretterbudchen stand, das sich stolz Bahnhof nannte. »Steinach am Wald« hieß das Dorf.
Auch der alte Mann schaute hinaus und nickte dem Dörfchen zu wie einer, der einen guten Freund grüßt, zu dem er sagen will: Wir haben uns lieb.

Josephine Siebe
О книге

Язык

Немецкий

Год издания

2022-02-24

Темы

Children's stories, German

Reload 🗙