Ini: Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert
Berlin, 1810. Bei Karl Friedrich Amelang.
Jean Paul sagt: „Friede mit der Zeit! sollte man öfter in sich hineinrufen. Wie uns ein quälender Tag nicht in den Hoffnungen unsers Lebens irret, so sollte uns ein leidendes Jahrhundert nicht die entziehen, womit wir uns die weite Zukunft malen.“ Wenn nun aber die Zeit gar unfriedlich ist, sollte da nicht ein Blick in die Zukunft das bedrängte, oft zagende Herz trösten, beleben, erheitern? Und eine bessere Zukunft naht so gewiß, als die Vergangenheit von der Gegenwart übertroffen wird. Wenigstens gilt die Behauptung, insofern wir, von der immer mehr entwickelten Kultur, das Heil der Sterblichen erwarten. Was wir aber noch nicht sehen können, träumen, ist ja wohl poetisch und religiös. Und
Sind’s gleich nur Welten aus Ideen,
So baut man sie so herrlich als man will.
Der Verfasser.
Das Titelkupfer stellt eine von Wallfischen gezogene Reiseinsel dar, wovon Seite 294 die nähere Beschreibung.
Bei der Vignette, eine Luftpost abbildend, wäre ein Ball von größerem Umfang zu wünschen. Jedoch tragen die Adler, übrigens etwas zu groß, ein wenig mit.
Der Verfasser merkt an, daß, ob er schon die Adler wählte, ihm deshalb Zambeccaris Theorie nicht unbekannt war. — Auch noch, wie ihm diejenige philosophische Kompensazion, nach welcher die Möglichkeit höherer Wohlfahrt der Erdensöhne, billig in Zweifel gezogen wird, so wenig fremd ist, daß er sich vielmehr ihr zugethan erklärt.
Die Trennung.
Ich Unglücklicher soll dich meiden, rief Guido wehmüthig.
Wozu die Klage, entgegnete Ini. Mögen dich rüstige Adler zum Pol tragen, magst du dich in die Tiefen des Ozeans senken, mein Bild bleibt dir nahe. Frei durchfliegt der Gedanke des Liebenden die Ferne, und die Region der Phantasie ist eine wirkliche. Auch wäre daheim dein Ziel nicht zu umarmen. Das Anschaun der Welt, die Uebung der Kraft in Thaten, müssen jene Bildung der Schönheit vollenden, deren Lohn meine Gegenliebe sein wird. Darum scheide männlich!