Briefe an Ludwig Tieck (3/4) / Dritter Band
Ausgewählt und herausgegeben
von
Karl von Holtei.
Dritter Band.
Der Verleger behält sich das Recht der Uebersetzung vor.
Breslau, Verlag von Eduard Trewendt. 1864.
Geboren 1783 zu Soröe, einer der bedeutsamsten dänischen Philologen, Historiker und Kritiker. Er bereisete in den Jahren 1819 und 1830 sowohl Deutschland, als Frankreich und Italien; wurde schon 1823 Professor der Litteraturgeschichte an der Universität; war von 1831 bis 1842 Dramaturg des Kopenhagener Nationaltheaters.
Sein „Dansk Ordbog,“ 2 Bde., sowie seine „Geschichte der dänischen Sprache“ (1846), haben ihm eine hohe Stelle in der gelehrten Welt gesichert, weil sie ganz neue Bahnen brachen. Vielfache Monographieen aus der dän. Historie, zahlreiche kritische Aufsätze und Anthologieen vaterländischer Poesie geben Zeugniß unausgesetzter Thätigkeit. Daß er ein eben so liebenswerther Charakter ist, wie er für einen achtungswerthen Gelehrten gilt, das lesen wir aus diesen Briefen.
Kopenhagen , 17. October 1820.
Lieber, verehrter Freund!
Ihr freundliches, mir aus unserm Holberg mitgegebenes Geleite hat mich, wie Sie sehen, wirklich nach Seeland gebracht. Schon in 4 Wochen bin ich zurück im heimischen Kreise; und schon oft sind während dieser Zeit meine Gedanken bei Ihnen gewesen, mit dem Wunsche, daß weniger Land und gar kein Wasser uns trennte. Unvergeßlich ist mir Ihre liebreiche, freundliche Güte. Wie gern geselle ich jetzt Ihre persönliche Erinnerung Ihren Worten, Ihren Dichtungen bei, die mir so oft erfreut und ergötzt, so oft ans Herz geredet haben; und wie werden mir diese jetzt doppelt lebend und anschaulich! Ich hatte noch das Vergnügen mit Ihnen , nemlich mit Ihrem Octavianus, von Berlin nach Hamburg zu reisen; und der gute jugendliche Geselle hat mich oft auf der schleichenden Sandfarth und in den elenden Wirthshäusern aufgemuntert und getröstet. Auch den William Lowel habe ich mir aus Berlin mitgebracht. Dies Buch habe ich vor mehreren Jahren einmal auf dem Lande in der Weihnachtszeit gelesen, und es machte damals einen sonderbaren, schauerlichen Eindruck auf mich. Ich konnte es nicht recht lieb gewinnen, obgleich es mich häufig sehr interessirte. Ich werde es jetzt einmal wieder lesen, und Ihnen sagen, wie ich es damals und jetzt fand. — Uebrigens, wenn ich Ihren Octavianus, ein Paar Reisebeschreibungen und ein Paar Bände prosaischer Erzählungen von Ingemann (der, wie ich glaube, Ihnen geschrieben hat) ausnehme, habe ich fast nichts gelesen seit meiner Rückkunft; so viele Arbeiten, Zerstreuungen und Hindernisse haben sich meiner Ruhe und Ordnung entgegengestellt. Es muß doch einmal, hoffe ich, anders werden.
Ludwig Tieck
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Inhalt des dritten Bandes.
I.
II.
III.
IV.
V.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
I.
II.
I.
II.
I.
II.
I.
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I.
II.
III.
IV.
I.
II.
I.
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I.
II.
III.
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V.
VI.
VII.
VIII.
I.
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I.
II.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
I.
II.
III.
IV.
I.
II.
III.
IV.
V.
I.
II.
I.
II.
III.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
I.
II.
III.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XIIa.
XIIb.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.
XVII.
XVIII.
XIX.
XX.
XXI.
XXII.
XXIII.
XXIV.
XXV.
XXVI.
XXVII.
XXVIII.
XXIX.
XXX.
XXXI.
XXXII.
XXXIII.
XXXIV.
XXXV.
XXXVI.
XXXVII.
XXXVIII.
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.
XVII.
XVIII.
I.
II.
III.
I.
II.
III.
I.
II.
III.