Französisch-slavische Kämpfe in der Bocca di Cattaro 1806-1814. - Nikolaj Velimirović - Buch

Französisch-slavische Kämpfe in der Bocca di Cattaro 1806-1814.

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Bern 1910
Napoleon hegte damals böse Pläne gegen die Türkei, obwohl sie sein Verbündeter war. Diese seine Tendenz lässt sich klar aus dem Pressburger Vertrag erkennen; insbesondere aber zeugt dafür seine spätere Haltung. Durch den Vertrag liess er sich Dalmatien abtreten, wobei die Uebergabe der Bocca di Cattaro in erster Linie betont wurde. Den österreichischen Boden wollte er nicht nur nicht räumen, sondern verstärkte im geheimen die sich auf demselben noch befindlichen französischen Truppen. Das Städtchen Braunau , das ebenso geräumt werden sollte, blieb auch weiterhin unter französischer Besatzung. Und noch mehr: Napoleon forderte den Durchzug seiner italienischen Truppen von Venedig nach Dalmatien über österreichischen Boden, über Monfalcone , wo früher der venezianischen Armee der Durchzug stets gestattet wurde. Ja, Napoleon forderte sogar energisch von Oesterreich die Sperrung seiner Häfen für die englische und russische Flotte.
Nun, zu dieser schwierigen Frage gesellte sich eine andere, für Oesterreich unvergleichlich schwierigere und für Napoleon desto willkommenere: Die Abtretung der Bocca di Cattaro.
Es verbreitete sich zuerst ein Gerücht, das bald nachher auch bestätigt wurde, dass die Bocca di Cattaro Russland abgetreten würde. Der österreichische General Ghiselieri , hiess es, habe sie dem Befehlshaber der russischen Flotte im Adriatischen Meere übergeben. Das war natürlich ganz vertragswidrig. So fasste es auch Napoleon auf. Er verlangte sofort eine Erklärung Oesterreichs darüber. Oesterreich sollte, das war seine Forderung, in Petersburg Schritte tun, welche die Herausgabe der Bocca ermöglichen könnten. Wollte Russland nicht nachgeben, so sollte Oesterreich seine Mitwirkung zur Eroberung der Bocca nicht versagen. Es sollte in dem Falle auch seine Häfen den englischen und russischen Schiffen verschliessen, worauf es Napoleon am meisten ankam, da er diese feindlichen Flotten um jeden Preis aus der Adria vertrieben sehen wollte. Sein Hintergedanke war, Oesterreich mit Russland zu entzweien und somit den Dreibund zu sprengen. Würde ihm dies gelingen, sagte er sich, so wären alle seine Pläne der Verwirklichung nahe, andernfalls aber hätte er einen Grund, an Oesterreich noch härtere Forderungen zu stellen. Denn ohnehin reute es ihn, bei dem Pressburger Vertrag das Litorale nicht genug berücksichtigt zu haben. Wiederholt erklärte Larochefoucauld nach den Instruktionen Napoleons dem Grafen Stadion, dass Braunau so lange im Besitz der Franzosen bleiben werde, als die Bocca ihnen nicht übergeben würde. Das war aber nicht alles. Er drohte mit Besetzung von Fiume und Triest. Das war viel schlimmer. Schliesslich drohte Napoleon mit dem Krieg. Und das war für Oesterreich das Schlimmste.

Nikolaj Velimirović
О книге

Язык

Немецкий

Год издания

2005-05-24

Темы

Napoleonic Wars, 1800-1815 -- Campaigns; France -- History, Military -- 1789-1815; Thesis (Ph. D.); Montenegro -- History

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