Die Romantik der Chemie
Anmerkungen zur Transkription:
Schreibweise und Zeichensetzung des Originaltextes wurden beibehalten, nur offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Im Originaltext wird bei Dezimalzahlen in einigen Fällen ein Punkt, in anderen Fällen ein Komma verwendet. Dies wurde unverändert übernommen.
Änderungen gegenüber dem Originaltext sind durch eine gestrichelte blaue Linie gekennzeichnet; der ursprüngliche Text erscheint beim Darüberfahren mit dem Mauszeiger.
Der Originaltext ist vollständig wiedergegeben. Dass einige Seitenzahlen fehlen, liegt daran, dass im Originaltext einige ganzseitige Abbildungen mit Seitenzahlen versehen waren, die hier weggelassen wurden. Die Tabelle auf Seite 75, die im Buch in den laufenden Text eingefügt war, wurde hier an das Absatzende versetzt, daher sind die Seitenzahlen 75 und 76 vertauscht.
Das Verzeichnis der Abbildungen wurde zusätzlich eingefügt.
Von Dr. Oskar Nagel
Mit 26 Abbildungen und 4 Tabellen
Stuttgart Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde Geschäftsstelle: Franckh'sche Verlagshandlung 1914 Alle Rechte, besonders das Übersetzungsrecht, vorbehalten. Copyright 1914 by Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart.
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Verzeichnis der Abbildungen
Wenn irgendeine Wissenschaft uns zu souveränen Herren der Natur gemacht und uns aus Naturbeherrschten in Beherrscher der Natur umgewandelt hat, so ist dies das spätgeborene Kulturkind der Menschheit, die Wissenschaft der Chemie. Sie gleicht einem Kinde, das Jahrtausende dazu gebraucht hat, das Sprechen zu erlernen, aber dann mit einemmal imstande war, die während der Jahrtausende angehäuften Eindrücke, die es von der Welt empfangen, in prachtvoller, sinnreicher, künstlerischer Sprache wiederzugeben. Sie gleicht einer Pflanze, die durch Jahrtausende kräftig-fleischige Blätter angesetzt hat, um plötzlich, über Nacht, die schönsten Blüten hervorzubringen. Sie gleicht einem spät erkannten, lange verachteten Stein, der, endlich gewürdigt und erkannt, durch diese Erkenntnis wie mit einem Zauberstabe berührt, sich in jeden gewünschten, wunderbar-merkwürdigen Stoff verwandelt; oder dem mystischen Schlüssel Mephistos, der den grauen formlosen Nebel in Götter umformt.