Geschichte der Philosophie im Islam
Geschichte der Philosophie im Islam
von T. J. de Boer.
STUTTGART. FR. FROMMANNS VERLAG (E. HAUFF). 1901.
Der Darstellung wegen sind die Quellenbelege zurückgehalten. Nur wenn ich etwas fast wörtlich oder ohne Nachprüfung herübergenommen habe, ist das in den Noten bemerkt worden. Übrigens bedauere ich sehr, dass es jetzt nicht gehörig zur Anschauung kommen kann, was ich, für das Verständnis der Quellen, Männern wie Dieterici, de Goeje, Goldziher, Houtsma, Aug. Müller, Munk, Nöldeke, Renan, Snouck Hurgronje, Steinschneider, van Vloten und vielen, vielen anderen verdanke.
So viel wie möglich hab’ ich mich auf den Islam beschränkt. Deshalb sind Ibn Gebirol und Maimonides nur im Vorbeigehen genannt, andere jüdische Denker ganz übergangen, obgleich sie, philosophisch betrachtet, dem muslimischen Bildungskreise angehören. Der Schaden ist aber nicht gross. Denn über die jüdischen Philosophen ist schon viel geschrieben worden, während man bis jetzt die muslimischen Denker sehr vernachlässigt hat.
Groningen (Niederlande).
Seite
1. Von alters her war, wie heutzutage, die arabische Wüste der Tummelplatz unabhängiger Beduinenstämme. Mit freiem, gesundem Sinn blickten diese in ihre einförmige Welt hinein, deren höchster Reiz der Beutezug, deren geistiger Schatz die Stammesüberlieferung war. Weder die Errungenschaften geselliger Arbeit noch die Gaben schöner Muße waren ihnen bekannt. Nur an den Rändern der Wüste wurde, in Staatenbildungen, die oft von den Überfällen jener Beduinen zu leiden hatten, eine höhere Stufe der Gesittung erreicht. So war es im Süden, wo in christlicher Zeit unter abyssinischer oder persischer Oberhoheit das alte Reich der Königin von Saba fortbestand. Im Westen lagen an einer alten Handelsstraße Mekka und Medina (Jathrib), und besonders Mekka mit seinem Markte im Schutze eines Tempels war ein Mittelpunkt regen Verkehrs. Im Norden endlich hatten sich zwei halbsouveräne Staaten unter arabischen Fürsten gebildet: gegen Persien hin das Reich der Lachmiden in Hira und gegen Byzanz der Gassaniden Herrschaft in Syrien. Aber in Sprache und Poesie stellte sich schon vor Mohammed einigermaßen die Einheit der arabischen Nation dar. Die Dichter waren die Wissenden ihres Volkes. Ihre Zaubersprüche galten zunächst den Stämmen als Orakel. Doch ging ihre Wirkung wohl oft über den eigenen Stamm hinaus.
T. J. de Boer
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Vorwort.
Inhaltsübersicht.
I. Zur Einleitung.
1. Der Schauplatz.
2. Orientalische Weisheit.
3. Griechische Wissenschaft.
II. Philosophie und arabisches Wissen.
1. Die Sprachwissenschaft.
2. Die Pflichtenlehre.
3. Die Glaubenslehre.
4. Litteratur und Geschichte.
III. Die pythagoreische Philosophie.
1. Die Naturphilosophie.
2. Die treuen Brüder von Basra.
IV. Die neuplatonischen Aristoteliker des Ostens.
2. Farabi.
3. Ibn Maskawaih.
4. Ibn Sina.
5. Ibn al-Haitham.
V. Der Ausgang der Philosophie im Osten.
1. Gazali.
2. Die Kompendienschreiber.
VI. Die Philosophie im Westen.
1. Die Anfänge.
2. Ibn Baddscha.
3. Ibn Tofail.
4. Ibn Roschd.
VII. Zum Schluss.
1. Ibn Chaldun.
2. Die Araber und die Scholastik.
Personenregister.
Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff) in Stuttgart.
Frommanns Klassiker der Philosophie.
Kolophon
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Metadaten
Kodierung
Überblick der Revisionen
Externe Referenzen
Korrekturen
Abkürzungen