Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen
Französische Lyrik in deutschen Versen
von Joseph Jaffé
Hamburg Im Gutenberg-Verlag Dr. Ernst Schultze 1908
Alle Rechte vom Verlag vorbehalten
Außer dieser Ausgabe ist von dem vorliegenden Buche noch eine kleine Auflage als Ausgabe B auf hochweißem, sehr starkem, dabei aber außerordentlich leichtem Dickdruckpapier hergestellt worden. Jedes Exemplar dieser Liebhaberausgabe ist in Ganzleder gebunden und kostet 8 Mark
In dieser Sammlung ist der Grundsatz genauer Nachbildung von Versmaß und Reimverschlingung streng durchgeführt. Wer Übersetzungen eine Mitgift aus eigenem geben kann, mag sich freier bewegen; der bescheidene Dolmetsch soll die Gebärde des Kunstwerks ehren und deshalb den Vorteil verwandter Formen selbst auf die Gefahr einer gelinden Beengung ausnutzen. Es ist keineswegs richtig, daß Übersetzungen durchaus den Eindruck von Originalen machen müssen, der Geruch der Muttererde darf sich nicht verflüchtigen. Unsere Bühne kann den Trochaeus des spanischen Dramas, den Alexandriner des französischen getrost preisgeben, ihre Mittel leisten tausendfältigen Ersatz und ermöglichen Treue der Stimmung; die redlichste Übertragung eines Gedichtes hat dagegen immer noch genug Verluste zu beklagen. Gewiß wird alle Lyrik durch dieselben Stimmungen ausgelöst, doch die Seelen der Völker und Zeiten sind so verschieden, wie die der Sprachen.
Der Leitsatz rechtfertigt die Verwendung des oft verketzerten Alexandriners. Was ihn uns unbehaglich macht, ist zumeist die starre Cäsur, die ihn im Deutschen — viel schärfer als im Französischen — wie mit einem Beilschlage zerhackt; sie ist frei behandelt, wie dies ja auch die jüngeren Franzosen belieben.
Dem vers libre ist peinliche Gerechtigkeit widerfahren; Meister wie Régnier und Verhaeren können dies beanspruchen, sie sind gegen den Verdacht gespreizter Unfähigkeit geschützt, die sich nur zu oft solcher Tracht bedient.
Es bedarf keiner Erwähnung, daß das Büchlein weder bestimmte Zeitabschnitte noch Schulen erschöpfen will; nicht einmal dem Reichtum der vertretenen Dichter wird es auch nur annähernd gerecht.
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Inhalts-Übersicht
Vorbemerkung.
François Villon
Aus dem großen Testament
Clément Marot
Lied
Pierre Corneille
Stanzen
Pierre-Jean de Béranger
Meine Berufung
Die Dachkammer
Der alte Korporal
Des Volkes Erinnerungen
Gérard de Nerval
Herren und Knechte
Phantasie
Laß mich!
Goldene Verse
Alfred de Musset
An Juana
An Pepa
Lilla
Ballade an den Mond
Dezembernacht
An Frau M.
Victor Hugo
Der Abend des Sämanns
Der Kaisermantel
Die Ordnung ist wieder hergestellt
Lied
Lied
Des Kaisers Zeitvertreib
Die Sühne
Théophile Gautier
Pastell
Charles Baudelaire
Mißgeschick
Der Vampyr
Die Katze
Ganz und gar
Nachmittagslied
Das Gespenst
Die Eulen
Der Mahner
Lösegeld
Der Mensch und das Meer
Heauton timoroumenos
Nachschrift für ein verbotenes Buch
Paul Verlaine
An Eugen Carrière
Drei Jahre später
Sentimentaler Spaziergang
Herbstlied
Schäferstunde
Mondschein
Halblaut
Sentimentales Zwiegespräch
Frau und Katze
Çavitri
Vergessene Weisen
Bilder aus Belgien
Aquarell von Spleen
Weisheit
Die Kunst des Dichters
Schlaff
Liebe
Allegorie
Der Schamlose
Hände
Närrischer Rat
Lieder für sie
An König Ludwig II. von Bayern
Meine Büste
José-Maria de Hérédia
Vergessen
Pan
Der Ziegenhirt
Weihe
Der Sklave
An der Trebia
Nach der Schlacht bei Cannae
Tranquillus
Lupercus
Die Dogaressa
Die Conquistadoren
Jungbrunnen
Antike Medaille
Bretagne
Maris stella
Jacques Normand
Nach dem Essen
Taubenschießen
Aufrichtig
Um den Ruhm
Jean Richepin
Unsere Vergnügungen
Mein Glas ist leer
Moderne Studie nach der Antike
Die Küste
Jean-Arthur Rimbaud
Mein Zigeunerleben
Lebenstiefe
Faunskopf
Aufregung
Der Schläfer im Tal
Jules Jouy
Lied der Bergarbeiter
Der bleiche Mann
Emile Verhaeren
Vlämische Kunst
Artevelde
Die Bauern
Des Mönches Tod
Der Schrei
Die Nacht
Die Straßen
Das Idol
Unkraut
Gebet
Das Schwert
Ein Abend
Albert Giraud
Catharina von Medici
Henri de Régnier
Unsichtbare Gegenwart
Vor der Prägung
Wechselstrophen
Ein Traum von Stunden und von Jahren
Der Raufbold
Chrysilla
Fernand Gregh
Prüfung
Abend in der Großstadt
Musik in der Ferne