Komet und Weltuntergang
Anmerkungen zur Transkription
Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter Text ist so ausgezeichnet .
Wilhelm Bölsche
Erstes bis siebentes Tausend
Verlegt bei Eugen Diederichs in Jena 1910
Es besteht das Bedürfnis, in diesem Frühjahr den Weltuntergang infolge eines Zusammenstoßes der Erde mit dem Halleyschen Kometen zu proklamieren. Mehrere Menschen empfinden daraufhin den Wunsch, durchaus ethisch zu werden; andere meinen, daß nunmehr aller gute Wein, den die Menschheit auf Reserve angesammelt hat, ausgetrunken und alle schönen Mädchen abgeküßt werden müßten. Für diese an sich löblichen Bestrebungen können streng wissenschaftliche Grundlagen aus Anlaß vorliegender Kometentheorien zurzeit noch nicht in ausreichendem Maße gegeben werden. Das zu untersuchen und zu klären ist der Zweck des vorliegenden Büchleins, das übrigens auch nach dem Weltuntergang noch mit Nutzen gelesen werden kann.
Wilhelm Bölsche
Friedrichshagen Ostern 1910
Der Himmel rötet sich von einer nordlichtartigen Glut. In sprachloser Erstarrung stehen die Menschen. Es ist kein Nordlicht: es ist der Weltbrand. Walhalla brennt, und nun muß alles mit.
Wir alle kennen die Gewalt dieses Schlußbildes in Wagners Dichtung. Es ist der höchste Abschluß, den die Tragödie erreichen kann. Das Schicksal siegt, und mit dem Vorhang fällt die Welt.