Die Warschauerin

PERSONEN
Die Szene spielt am 25. Februar 1831, dem dritten Tage der Schlacht bei Grochowo
Vor der Stadt, ein Landhaus; im Erdgeschoss. Ein geräumiger Salon im Empiregeschmack, licht und weiß; die Wände von hohen Pfeilern unterbrochen; hier und da etwas Goldverzierung. Im Hintergrunde zwei breite Fenster, dicht beieinander knapp durch Pfeiler getrennt, nehmen fast die ganze Wand ein. Links und rechts hohe Türen, darüber nachgedunkelte Bilder: Porträts in der Tracht von 1810. Zwischen den Fenstern auf hohem Postament eine Büste Napoleons als Kaiser Augustus aus weißem Marmor mit einem Lorbeerkranz. Der Estrich ist dunkel, fast schwarz. Alte weiße Empiremöbel; die Lehnen der Sessel sind zu Lauten in Filigranarbeit gedrechselt. Mitten im Salon ein Spinett. Eine Bronzekrone hängt von der Decke herab.
Durch die weißen Tüllgardinen an den Fenstern sieht man die Landstraße; in der Ferne Gärten und die Stadt im Schnee; es schneit. Morgen; vor sieben. —
Ununterbrochener ferner Kanonendonner, kaum hörbar, dauert während des ganzen Spieles an. Zahlreiche Personen, Generäle, Offiziere, Herren in der Tracht der dreißiger Jahre gehen und stehen in Gruppen und unterhalten sich halblaut; die Mienen der Militärs — älterer, unter Napoleon gedienter, und jüngerer Freiwilliger — haben etwas Herausforderndes. Im Vordergrunde links steht Chłopicki in dunkelm bürgerlichem Anzuge, einen sehr weiten grauen Mantel nachlässig umgeschlagen, die Hände über der Brust gekreuzt, den Blick nach oben gerichtet; die ganze steife, stolze, verächtliche Haltung strömt Willensstärke, Kraft und Unnahbarkeit aus. Er steht allein, nachdenklich, gleichsam ungeduldig über seine Gedanken.
Im Saale befinden sich General Jan Skrzynecki, General Ludwig Michael Graf Pac, General Jan Nepomuk Umiński, Peter Wysocki, Barzykowski, Kasimir Malachowski, Rybiński, die beiden Mycielski, Ledóchowski, Wołowski, Błendowski, Borzewski, Zawisza, Plichta. Maria und Anna, erwachsene junge Mädchen, Töchter des Hauses, beide weiß gekleidet; weite Reifröcke, steife bauschige Ärmel, die dicht unter den Achseln ansetzen; sie sitzen mit dem Rücken gegen den Zuschauer am Spinett und spielen; bereiten sich zum Singen vor. — Im Saal laute Unterhaltung, die mit dem einsetzenden Spiele verstummt...

Stanisław Wyspiański
nieznany
Содержание

О книге

Язык

Польский

Год издания

2014-01-31

Издатель

Fundacja Nowoczesna Polska

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