7. Geographisch-pharmakologisches System.
Ein sehr merkwürdiges System hat 1833 DIERBACH in Heidelberg in der Abhandlung: Chloris medica oder Übersicht der Arzneipflanzen nach ihrer geographischen Verteilung und nach ihren Heilkräften. Ein botanisch-pharmakologischer Versuch (TROMMSDORFFS N. Journ. d. Pharm. 1833 u. 1834) aufgestellt. Man kann es ein geographisch-pharmakologisches nennen. Es fußt auf dem Gedanken: ubi morbus ibi remedium (siehe [S. 20]), der gerade damals in SCHNURRERS Geographischer Nosologie, Stuttgart 1813, zum Ausdrucke gebracht worden war, übrigens viel älter ist (vgl. [S. 20]). DIERBACH unterscheidet:
1. Hyperboräische Arzneipflanzen:
a) hyperboräische Ceres,
b) hyperboräische Pomona,
c) Brech- und Purgiermittel,
d) scharfe Mittel,
e) auflösende, schleimausführende Mittel,
f) diaphoretische und diuretische Mittel,
g) bittre und adstringierende Mittel,
h) ätherisch-ölige aromatische Mittel,
i) beruhigende Mittel,
und führt diese Gruppen dann durch auch bei den folgenden Reichen:
2. Europäische Arzneipflanzen. 3. Scythische Arzneipflanzen. 4. Orientalische Arzneipflanzen. 5. Chinesische und japanische Arzneipflanzen. 6. Ostindische Arzneipflanzen. 7. Arzneipflanzen des nördlichen Afrika. 8. Arzneipflanzen des tropischen Afrika. 9. Arzneipflanzen des südlichen Afrika.
(Vgl. auch DIERBACH, Die Endogenen, betrachtet nach ihren Bestandteilen und Eigenschaften, TROMMSDORFF, N. Journ. 1832.)