Ihre Jugend, Erziehung und Geschäftigkeit.
Sieh, und Kriegesdonner schweigen!
Neue Lebensbäume steigen
Aus dem feuchten Modergrab'!
Holde Friedensengel schweben,
Ueber Saat und Flurenleben,
Für gemess'ne Zeit herab.
Wieder neu, zu Gottes Ehre,
Prangen Tempel und Altäre;
Fester stieg der Festen Bau.
Und von Treidens Thurm und Saale,
Grüsst der Blick im Blumenthale,
Neu, die alte Bilderschau.
Glockenton und Liederklänge,
Orgel und Choral-Gesänge,
Tönen festlich, nah' und fern;
Rosa kniet im Kirchenstuhle,
Horcht den Lehren in der Schule,
Vor dem Prediger des Herrn.
Seiner Pflege, seinen Sorgen,
Anvertraut am Jugendmorgen,
Auch in Liebe zugethan:
Also, stets bei regem Fleisse,
Ringend nach dem Ehrenpreise,
Blüht das holde Kind heran.
Keinem schnöden Wahn zum Raube,
Tief gegründet, ruht ihr Glaube,
Wie ein Fels im Meer' der Zeit!
Nur dem Bund der Christus-Lehre,
Frommer Sitte, Zucht und Ehre,
Blieben Geist und Herz geweiht.
So dann führt der Kirche Segen
Sie dem Tagberuf' entgegen,
Muthreich wider Missgeschick!
Und so kehrt sie, achtzehnjährig,
Wohl belehrt, zu Mehr gelehrig,
In der Lieben Arm zurück.
Kaum begrüsst im Vaterhause,
Kennt ihr Walten keine Pause,
Ihr Bemühen keine Rast;
Allem Winke zu genügen,
Schafft die Arbeit nur Vergnügen,
Und die Sorge keine Last.
Immer neuen Reiz entfalten,
Hass in Liebe umgestalten,
Gottes-Frieden in der Brust;
Kummer scheuchen, Groll versöhnen.
Auferbauen und verschönen:
Ist ihr Tagwerk, ihre Lust!
Soll ich nun die Zauber malen,
Die aus ihrem Auge strahlen,
Aus dem holden Angesicht'? —
O, der Götterwelt Gebiete,
Auch Homer und seine Mythe,
Malen ihre Zauber nicht!