Der Steg
Ich ging über die schmale, schwankende Brücke, die von Fels zu Fels über den Abgrund führte. Es war aber unmöglich, direkt von der Brücke an das andere Ufer zu kommen: man mußte entweder hinüberspringen, wie es mein Gefährte getan hatte, der nun am anderen Ufer stand und mir die Arme entgegenstreckte, oder aber auf den Steg treten, ein schmales Brett, das mit Stricken an irgendeinem Nagel irgendwo in den Wolken befestigt war und von dem man mit einem einzigen Schritt ans Ufer gelangen konnte. So wollte ich es machen. Ich trat auf den Steg. Kaum aber hatte ich die Hände meines Gefährten ergriffen, als der Steg zu schwingen begann und immer mehr und mehr in Schwung kam. Ich flog auf dieser höllischen Schaukel immer höher empor, und mein
Gefährte flog mit mir mit, und so schaukelten wir über dem Abgründe.
Mein Herz verging und erstickte und stand endlich ganz still.