Der Wolf

Man schickte mich in den Wald, Nüsse suchen. »Geh hin«, sagte man mir, »und bring uns recht viel Nüsse.« Ich gehe durch den Wald, schaue nach allen Seiten, stolpere bei jedem Schritt, kann aber keine einzige Nuß finden. Endlich habe ich doch einen Busch entdeckt, aber mit lauter grünen Nüssen, keine einzige reife ist darunter. »Es ist ja ganz gleich: ich bringe ihnen von den grünen, wenn sie durchaus Nüsse haben wollen . . .« Ich greife einen Ast, will die Nüsse abpflücken, aus dem Gebüsch springt aber ein Wolf auf mich los. Ich sehe, daß es schlimm um mich steht, und sage ihm: »Willst du mich denn wirklich fressen?!« Er schweigt. Und ich sage ihm noch: »Friß mich nicht, Grauer, ich werde dir später einmal nützlich sein.« Und ich denke mir dabei: ›Wie werde ich ihm eigentlich nützlich sein können?‹ Und während ich mir das überlege, fraß mich der Wolf.