Würfelzucker
Ich rollte einen steilen Abhang hinab und geriet in einen Garten. Es war der Vergnügungspark ›Der Meierhof‹. Da ist ja auch schon die Billettkasse. Ich trete vor den Schalter, um mir eine Eintrittskarte zu lösen. Ich schaue hinein und sehe den mir bekannten Kassierer Beljakow. Ich muß bemerken, daß ich mit diesem Beljakow einmal eine recht unangenehme Geschichte erlebt hatte; die Geschichte war sehr verwickelt, jedenfalls war ich ihm ein Dorn im Auge.
Beljakow trank Tee und biß bei jedem Schluck kleine Bröckchen Zucker ab. Ein anderer Kassierer lauste ihm inzwischen den Kopf.
›Ohne Prügel werde ich wohl kaum davonkommen‹, denke ich mir. ›Er wird mich sicher umbringen!‹
»Tod den Läusen!« sage ich ihnen und sehe plötzlich, wie Beljakow vor Zorn blaurot wird. Er nimmt ein Stück Würfelzucker in die Hand, steht auf und begibt sich zum Ausgang.
»Ich bringe ihn um!« höre ich seine Stimme.
Ich kauere mich nieder, werde ganz klein und dünn, verkrieche mich in die Spalte unter der Tür und lausche mit verhaltenem Atem.
Beljakow ging eine Weile vor dem Schalter auf und ab und kehrte wütend zurück.
»Ich habe ihn nicht gefunden. Hätte ich ihn erwischt, wäre es um ihn geschehen!« sagt Beljakow zum andern Kassierer, und dann beginnen sie sich wieder zu lausen.
Ich kann mich nicht beherrschen; es ist, als ob mich jemand aufhetzte. Ich kann den Atem nicht mehr anhalten, und plötzlich beginnt es mir, wie zum Trotz, im Munde zu jucken. Ich will mich kratzen und muß plötzlich miesen.
Beljakow ist aber schon da.
»So! Da ist er ja!« Er holt aus, und das Stück Würfelzucker trifft mich an die Schläfe.