Beim Drucken.
9. Die Druckfarbe will trotz kräftigen Reibens mit dem Beinstab nicht auf’s Papier.
Ursache:
a) Das Papier ist zu trocken;
b) Die Druckfarbe hat zu wenig Schmierseife beigemischt;
c) Das Papier eignet sich überhaupt nicht zum Kupferdruck; es saugt nicht.
Ist kräftig genug gerieben worden, so muß sich am Papier, wenn es auch weiß geblieben, deutlich das Strichrelief des Bildes zeigen (Untersuchung mit der Lupe).
Abhilfe:
für a) Einige Blätter Filtrierpapier werden frisch gefeuchtet zwischen den Vorrat eingelegt; einen Tag später werden die Druckversuche wieder aufgenommen;
für b) Einarbeiten von Schmierseife in die vorrätige Druckfarbe;
für c) Selbstverständlich.
10. Der Druck zerfließt und wird klecksig.
Ursache: Zu nasses Druckpapier.
Abhilfe: Einen oder mehrere Tage mit den Druckversuchen aussetzen, bis das Papier unter der Presse etwas trockener geworden. Oder Einlegen von trockenem Filtrierpapier in den gefeuchteten Vorrat.
11. An flauen Flecken und blinden Stellen, deren Ursachen auf [S. 26, Z. 9] von oben, erläutert wurden, ist nicht der Abdruck, sondern das Radieren und Ätzen schuld. Eine
Abhilfe im eigentlichen Sinne kann meist nicht oder doch nicht mit befriedigendem Erfolg geschaffen werden. Für den Anfänger ist hier Abschleifen der Platte und Beginnen einer neuen Arbeit das Ratsamste; nur soll nicht vergessen werden, sich vorher noch einige scharfe reine Abzüge von der verdorbenen Platte zu nehmen, um solche Drucke als Anhaltspunkte für das weitere Arbeiten bereit zu haben.
Gelegentlich dieser Ausführungen sei nun Anlaß genommen, über das Abschleifen der Platte im folgenden Abschnitt eingehend zu sprechen.