S
sabben, sw. v. (beim Essen) den Speichel aus dem Munde fliessen lassen; unreinlich essen.
sabel, zabil, m. Zobel; Zobelfell, Zobelpelz. Zss.: sabel-vel, zabils-hûd (Fell). Adj. sabelen, tzabulen; als Subst. Zobelpelz.
sāchaft u. sāchaftich, zaghaft, furchtsam.
sāchafticheit, Zaghaftigkeit.
sacht(e) (auch sâchte?), adj. u. adv. 1. sanft, weich, milde, angenehm, leise, langsam. 2. bequem, leicht, leichtlich (zur höflichen Milderung eines Urteils).
sachte-levent, m. der unbekümmert u. üppig dahinlebt.
sacht(e)liken, adv. = sachte.
sachten, sw. v. 1. intr. sanft, milde, gelinde werden. 2. trans. sanft machen, mildern, herabmindern.
sacht(e)nisse, Milde; Linderung, Erleichterung.
sachtheit = sachticheit.
sachtich, still, heimlich; sanft, langsam.
sachticheit, 1. Sanftheit, Weichheit, Zartheit. 2. Sanftmut, Milde. 3. Milderung, Erleichterung.
sachtigen, sw. v. sanft machen, mildern, lindern.
sachtigen, adv. sanft, gemächlich.
sachtinge, Sänftigung, Linderung, Erleichterung.
sacht-mêtigen, adv. sanft, leicht.
sacht-modelike(n), adv. = sachtmodich.
sacht-modich, sanftmütig, milde, gelassen. Adv. sachtmodigen.
sacht-modicheit = sachtmôt.
sacht-modigen, sw. v. besänftigen, lindern; sanft, linde werden.
sacht-môt, Sanftmut, Milde, Gelassenheit.
sacken, adj. von (grobem) Sacktuch.
sacken, sw. v. in Säcke thun, sammeln; als geschärfte Todesstrafe, in e. Sack ertränken; refl. sich senken, sinken.
sacker, der das Getreide in die Säcke schlägt.
sacrament(e), n. Sacrament, bes. des Altars; Hostie; auch Bezeichnung Christi.
sacramentes-hûs, Gehäuse für die Hostien.
sacrilegie, Kirchenraub, -schändung.
sacristie, f. Sacristei.
saddel = sadel, Sattel.
sade, f. Sättigung, das Sattsein; Fülle, Genüge.
sadeken, e. Saatkörnlein.
sadel, pl. sedele, m. Sattel, sella.
sadel, m. Hauptgebäude einer Burg; Saal, Halle.
sadel-boge, -bôm, Sattelbaum; -exe, Sattel-, Streitaxt, bipennis; -gordel, S-gurt; -kussen, S-kissen, Sattel; -maker, Sattler; -pert, S-, Reitpferd; -prên, am S. hängender Dolch? -schelle, Schelle am S.; -tasche, S-tasche; -vat, am S. hängendes Gefäss oder Tasche.
sadel-gût = salgût = d. folg.; -hof, Sal-, Sattelhof, freier Oberhof; -hove, f. Sal-, Sattelhufe.
sadelen, sw. v. satteln.
sadeler, Sattler.
sâdel-tît, Saatzeit.
saden, sw. v. 1. satt werden. 2. sättigen, satt machen; sik s. m. Gen., sich s. an; den hunger saden, den Hunger stillen.
sâden, sw. v. seminescere; sadet, sementis, seminarium.
sader-dôk, e. Tuchsorte = sardôk?
sâdich, besäebar, sementis; s. lant, Saatland.
sadicheit, Sattheit, Sättigung.
sadigen, sw. v. sättigen, befriedigen; sik s. mit, sich genügen lassen an.
sadinge, Sättigung.
sâdinge, Saat u. Saatland.
saffarân, saff(e)rân, m. Safran; s-varwe, Safrangelb.
saffîr, Saphir.
safte u. saftich (â?) = sachte, mitis.
sage, st. f. Rede, Gerede, Gerücht, Erzählung, Aussage, Meldung, Ausspruch, Urteil, Entscheidung.
sage, st. sw. f. Säge.
sage, st. m. f. Zaghaftigkeit, Furcht, Zittern; Fieber.
sage, adj. feige, kleinmütig; Subst. Feigling; schlechter Mensch, Schelm.
sage = saie.
sage-blat, das eiserne Blatt der Säge; -blok, -bôm, -klik, ein zu Brettern zu zersägendes Stück Holz; -dele, gesägte Diele; -holt = sageblocke oder = sagedelen; -mole, Sägemühle.
sage-bôm = sagenbôm.
sagel, tzagel, m. Schwanz; der Hintere.
sagel-spene, sgl. Sägespäne.
sagen, vestis cilicina (de pilis caprarum); vgl. saien.
sagen, sw. v. sägen.
sagen, sw. v. (sagede, gesaget) = seggen.
sager, Holz-, Steinsäger.
sagen-bôm, saumus, sabina, saginus, sambucus, accyron.
sagêren, sw. v. Edelmetall, Münzen auf den Gehalt probieren; mndl. assayeren = frzs. essayer, it. saggiare. Vgl. saie.
sage-segger, fabularius.
saie, saige, st. f. Gold-, Silberprobe, Münzprüfung; Probiereisen; probehaltiges Edelmetall? frz. essai, it. saggio.
saie, sage, saige, saye, sw. f. leichtes Zeug von feiner Wolle.
saien, sagen, saigen, sayen, sain, adj. von saie; subst. = saie, davon die Zss. saiens-hôt, -kolte, -rok etc.
saien, sw. v. säen.
sak, pl. secke, m. 1. Sack; e. Teil des menschlichen Leibes; Geldsack, Geldbeutel. 2. Schimpfwort auf unartige, langsame, auch liederliche Weiber.
sak-dragen, Säcke tragen.
sak-drager, -dreger, Sackträger, Lastträger; Bezeichn. des Esels.
sake, f. 1. Sache, Ding, Angelegenheit; wêre it sake, wäre es der Fall, wenn; it en wêre denne sake, es sei denn. 2. Rechtssache, Handel, Prozess. 3. Ursache, Grund; sunder sake, ohne Grund, schuldlos; bi saken, mit Grund.
saken, sw. v. Partic. auch st. gesaken, 1. intr. u. refl. verursacht werden, entstehen; trans. verursachen, bewirken, schaffen. 2. im gerichtl. Sinn: eine Sache, einen Prozess haben, klagen (vor Gericht), einen Prozess oder Anspruch erheben. 3. behaupten, darlegen, erklären?
saken-schriver, Protokollführer.
saken-wolde, sw. m.; -wolder, st. m. jüngere Formen für sake-wolde.
sakerments-dach, Frohnleichnamstag.
sake-schêdent, n. Rechtsentscheidung.
sake-wolde, -welde, sw. m. 1. der gemeinschaftliche Name für Kläger und Beklagten, Partei. 2. der Hauptbeteiligte, Hauptinteressent, Hauptschuldner (im Ggs. zum Bürgen), Aussteller eines Contractes. 3. der bevollmächtigte Vertreter einer verhandelnden oder klägerischen Partei.
sake-woldige, -weldige, sw. m. = sake-wolde.
sakinge, Klage; Rechtsstreit.
sak-lowent, Sack-Leinewand, -Tuch.
sak-man, 1. Trossknecht, Stallknecht. 2. Räuber, Plünderer.
sak-penninge, pl. ein nach Sackzahl berechneter Zoll.
sak-pipe, Sackpfeife, tibia utricularis; -piper, der sie bläst.
saks-bant, Strick zum Zubinden von Säcken.
sak-stuke, n. Gewand von Sacktuch.
sak-tal, Sackzahl; bi s., sackweise.
sak-wolde, -woldige, sw. m. (ältere Form?) = sakewolde.
sal, sāl, st. m., selten n. Niederlassung, Wohnsitz, Aufenthalt; Wohnung, bes. v. Fürsten u. Herren, Palast; Saal, Halle; Söller, Etage (in Hamburg noch »Sahl«).
salât = sallât.
sal-broder, der mit andern in derselben Sache salman ist.
sâlde, f. Glück, Heil, Segen; de ewige s., Seligkeit.
sâlden-rîk, segensreich.
sale, f. 1. = sadelgût, Hauptgut. 2. Grundherrlichkeit.
sale, Seehund, Robbe.
sale-, salamander, m. Salamander.
sal-erve, der Erbe des Hauptgutes.
sale-vel, Seehundsfell.
sale-werte, wol = sarwerte.
sal-gût, das zum sadelhof gehörige Gut.
sal-hunt, Seehund, Robbe.
salich, fuscus = solich.
sâlich, fromm, gut, heilig; beglückend, heilbringend (salutaris); glücklich, beglückt; gesichert, geschützt, unverletzt; selig (im theolog. Sinne); von Verstorbenen, bes. in d. Formel: saliger (ge)dechtnisse, abgekürzt: saliger.
sâlicheit, Heil, Glück; Seligkeit (im theolog. Sinne).
sâlichlike, adv. fromm, heilig; beglückt, glücklich.
sâlich-maker, Seligmacher, Heiland.
sâlich-makinge, Heiligung, salvatio.
sâligen, sw. v. beglücken, segnen, ein Glück, einen Erfolg verleihen; selig machen.
sallât, m. Salat, lactuca, acetarium.
sallûn(e), s. salûn.
sal-man, Plur. -lude, -menne, die Mittelsperson bei einer gerichtlichen Übergabe; spec. Testamentsvollstrecker.
salm(e), sw. st. m. Lachs, salmo, gamarum, rombus.
salme, sw. m. Psalm. salm(e)-bôk, Psalmbuch.
salpeter, Salpeter.
salsa-, salsemente, Gewürz zu Speisen, gewürzte Beispeise.
salsamenten-puder, Gewürzpulver zu Speisen.
salse, f. = salsamente, bes. die gesalzte, gewürzte Brühe.
salsen-krût, Sauerampfer, acetosa.
salsêr, n. u. Dem. salsêrken, Salsennapf, Sauciere; Salz-, Senf-, Essigschüssel.
sal-smer, Seehundsspeck, Robbenthran.
sal-stede, freie Bauer-, Hofstelle.
salt, n. ältere u. dialekt. Form für solt.
salter, m., selten n. Psalter, Psalmenbuch; ein einzelner Psalm; übertragen: der Blättermagen der Wiederkäuer.
salter(i)ane, herba salutaris, pes pulli.
salûn, n., salune, eine wollene Decke, bes. Bettdecke; auch salune-, salûns-deke (nach dem Fabrikationsorte Chalons benannt).
salûn(en)-maker, der salunen macht.
salute, eine gewisse Goldmünze, ndl. saluyt, mlat. salutianus.
saluen (l. salwen?), sw. v. dürre, welk werden.
salvachtich, -echtich, unctuosus.
salve, f. Salbe.
salve-conduît, n. sicheres Geleit, Geleitsbrief, frz. sauve-conduit.
salven, sw. v. salben, beschmieren; zu e. Würde salben, weihen; Heilsalbe aufstreichen, fig. heilen, entschädigen; betrügen, anschmieren? mit gelde s., bestechen.
salven-busse, Salbenbüchse; -maker, -meker, Salbenverfertiger.
salvete, Dem. salvetken, Serviette.
salvich, unctuosus.
salvi-conduct, n. = salveconduît.
salvie, -vye u. salvei(g)e, sw. f. Salvei. Zss. s-n-bêr (Bier), -blat, -wortele.
salvinge, Salbung; letzte Oelung.
sal-visch, Seehund.
sal-werker, -werter, wol = sarwerte.
sal-wide (salt-wide), Sal-, Bachweide.
sam, adv. ebenso, als, wie; same = sam mi (God) helpe, in Beteuerungen: so wahr, bei; vgl. seme, summe.
samele = semele.
samelen, sw. v. = samenen.
samelent, später samelt, n. Versammlung, Zusammenkunft.
sameliken, adv. sämtlich, zusammen.
samelinge = sameninge.
samen, s. samenen.
samen-burger, Mitbürger.
samende, s. sament.
samene, s. tosamene.
sam(e)nen, samen, sammen, sw. v. sammeln; de hende s., zusammenlegen, falten; refl. sich ansammeln; sich verbinden (nam. ehelich).
sam(e)ninge, saminge, samminge, Sammlung; Zusammenkunft, Versammlung; Gesamtheit, Corporation, Gemeinde, geistl. Congregation, revolutionäre Verbindung; Aufgebot, Truppen; Geldsammlung.
samen-lofte, n. und -lovenisse, f. gemeinsames Gelübde, gegenseit. Versprechen.
sament, samet, samt, adj. gesamt, vereinigt, ungeteilt; mit êner samenden hant, zusammen; int samende, insgesamt; to s.: s. tosamende; dat same(n)de, Gesamtgut; Gesamtheit; adv. zusammen; präp. s., mit s., m. Dat. samt, mit.
sament-, samet-, samt-boringe, gemeinsame Geldeinnahme; -bosem, die Verwandten, Bundesgenossen als Ganzes; -entfangen, gemeinsam empfangen; Subst. -entfanginge; -hode, gemeins., gleiches Weiderecht; -klêdinge, gleiche Kleidung mehrerer; -kome, st. m. und -kumst, f. Zusammenkunft; -kôp = samkôp; -kopen, alle auf den Markt gebrachte Ware zusammenkaufen, überh. Grosshandel treiben; -kosent, n. Unterredung; -lik, 1. gesamt, ungeteilt, sämtlich; 2. = somelik, manch, etlich; -nâme, m. gemeinschaftliche Beute; -nêtinge, gemeinsch. Genuss; -weide = samthode.
samer, s. somer.
samfte, samftich, sanft, milde.
samft(e)-mode, -modich, sanftmütig, mansuetus; samftmodigen maken, mitigare.
samften, samftigen, lenire.
samftenêr, ein Teil der Rüstung für die Beine.
sam-gût, Gütergemeinschaft.
samit = sammit.
sam-kôp, Kauf (Verkauf) en gros; adv. samkopes.
sammelen, sammelinge, sammeliken, s. samel-.
sammelot, Kamelot, urspr. ein Zeug von Kameelharen.
sammelt, n. = samelent.
sammen, sammenen, s. samenen.
sammeninge, samminge, s. sameninge.
sammit, sammet, Sammet; -varwe, bissinus; adj. sammitten, sammitsch.
sammitticheit = samwitticheit.
samnen, samninge, s. samen-.
sam-schattes, adv. Gen. in Gesamtbesitz.
samt, s. sament.
sam-witticheit, Gewissen, conscientia; s. maken van, eine Gewissenssache machen aus.
sân, alsbald, sogleich; bestimmt eine Aussage näher, bestärkend oder beschränkend, quidem, tamen, etiam; of sân, auch wann, selbst wenn, obschon.
sandân, e. Fisch, = sandât?
sandât, Sander, Hechtbarsch.
sande, f. = sende.
sandechtich, sandich, sandig.
sand-man = santman.
sane, Sahne, Rahm.
sanfte, sanft.
sange, Ährenbüschel (des noch ungeschnittenen Kornes).
sank, fl. sanges, m. Gesang; Lied; bes. der gottesdienstliche Gesang; den sank benemen, legeren, leggen, durch ein Interdict den Gottesdienst suspendieren.
sank, m.? das Sinken: in s., to sanke gân, zusammen fallen, untergehen; schepe an, in s. schêten.
sank-bok, Gesangbuch, bes. Messbuch; -bret, Notenpult; -hûs, cantuarium, Kirchenchor; -gelt, 1. Einkommen des Schulmeisters von den Singeschülern. 2. = d. folg. W.; -korn, -penninge, Geld-, Kornsteuer zur Haltung von Messen; -leger, n. -legeringe, f. Verbot des Gottesdienstes, Interdict; -mêster, Domcantor; -misse, Ggs. stille misse.
sannekele, senecion; sanicula.
sant, n. (R. Vos 1627 m.?) 1. Sand. 2. sandige Fläche, bes. Strand, Sandbank; over sê unde sant, ausserhalb Landes, halen, bringen, von auswärts holen.
sant-achtich, sandig; -baye, -bage, f. e. Bucht mit Sandgrund; -berch, Sandhügel, Düne; -dreger, Sandträger: Maurerarbeitsmann? Sandverkäufer? -dune, Sanddüne; -grunt, sandiger Grund der See; -hol, n. Sandgrube; -kiste, Sandkiste (beim Hausbau); -klippe, Sandbank; -lant, sandiger Acker; -schelle, Flugsandstrecke; -stên, Sandstein; -stêneken, Sandkorn; -vore, f. das Fahren von Sand, Sandfuhre; -wurp, Strandgut.
sante, heilig (vor Heiligennamen).
santelen u. santen, sw. v. weihen, heiligen, sanctificare.
santelie, Weihe, Heiligung.
sant-man, (schlesw.) aus den freien Landeigentümern gewählter Geschworner oder Richter, dän. sandemand.
sap, n. Saft.
saphîr, s. saffîr.
sapich, saftig.
sapke u. sappe, Taucher, mergulus.
sappe, f. Jauche, Röste? (für den Flachs).
sap(p)el, tzap(p)el, (ê?) Kranz (v. natürlichen oder künstlichen Blumen oder Flitter), bes. als Hauptschmuck der Jungfrauen und bei Processionen. Dem. sappilleken.
sardîn u. sardis, Sarder, e. Edelstein.
sar-dôk, grobes, starkes Zeug, halb Leinen, halb Wolle.
sariante, sargante, sardiante, Diener (entw. Gerichtsdiener oder Diener eines Ritters, Knappe).
sark, sarik, sarek, n., auch m.; sarke, f. Sarg.
sarkot = sorkot.
sark-stên, sarcophagus; Grabstein; jeder Sandstein.
sarok = sardôk; aus sarrok?
sarpentiner = serpentiner.
sar-rok, Rock aus sardôk; = sardôk.
sart, zart.
sarte, tzarthe (= schartse), wollene Bettdecke; l. sarce, tzarche? mhd. serge, frz. sarge.
sarte, sarter = serter.
sartser, zarser, Packer, Verlader, e. engl. Beamter, charger.
sar-want = serwant.
sar-werte, -worte, sw, m.: sarwerter, st. m. Verfertiger von Rüstungen.
sassam, mutwillig, lascivus, petulans.
Sasse, Sachse; sassesch, sächsisch.
sas-vedder, Schwungfeder.
sat, m. Gen. satt, gesättigt; hinreichend, genügend.
sat, m. Einsetzung, institutio.
sât, f. das Säen; Aussaat, Saatkorn; Erntekorn; Saatfeld.
sât, n. Samen von Pflanzen u. Thieren; Saatkorn; Erntekorn: Nachkommenschaft.
-sate, -sete, m. der -sass, -sasse, -sitzer; nur in Zusammensetzungen, z. B. holtsate, -sete; kot-, in-, lant-, môr-, wort-, walt-, undersate etc. Auch -sater, -sating, -sateling. Sehr gewöhnlich wird -sate, -sete, -sater zusammengezogen in ste u. ster, z. B. Holste, inste, lanste, worster, koster u. a.
sate, sw. m. = satesman.
sate (sât), Niederlassung, Baustelle, Hufe.
sate, f. 1. Beruhigung, Ruhe, Stille. 2. Vereinbarung, Vertrag, Vergleich, Friede. 3. Festsetzung, Tarif; Verzeichnis (der dienstpflichtigen Ritter und Dienstmänner). 4. Versetzung, Verpfändung u. concr. das versetzte Pfand, Unterpfand, Hypothek.
sate-bôk, Protocollbuch über saten; -brake, f. Bruch einer sate; -braker, -breker, der e. sate übertritt; -brêf, Urkunde über e. sate; -hêre. = satesman; -schriver, der das satebôk führt.
satelik, ruhig, sanft, gesetzt, geduldig.
saten, sw. v. 1. beruhigen, stillen, sedare. 2. beilegen, schlichten, versöhnen, vereinigen. 3. festsetzen, bestimmen, ein-, ansetzen. 4. versetzen, verpfänden. 5. festsetzen, ins Gefängnis setzen. 6. refl. seinen Sinn u. Thätigkeit worauf setzen; sich vorbereiten, rüsten (gew. mit up); sich verhalten gegen, sich stellen zu (to).
satene = sate, f.
sater-, saters-dach, Sonnabend.
sates-man (Plur. -lude), der bei einer sate zugegen ist, sie bezeugt u. bekundet, der für die Vollziehung derselben zu sorgen hat; überh. Aufseher, Vorsteher, Commissar.
sates-vrede, Friede, über den man sich verglichen hat.
sât-gro(i)ne, saatgrün.
sat-heit, saturitas.
satich, ruhig, friedsam, placidus.
saticheit, Ruhe, Friede; Sanftmut.
satigen, sw. v. 1. stillen, beruhigen. 2. festsetzen, bestimmen, ordnen. 3. refl. sich festsetzen, niederlassen.
satîn, ein halbes Loth (1 M. = 4 ferding, 16 Loth, 32 Satin); im Münzwesen auch der Weisssud.
satinge, sattinge, f. 1. Einung, Vergleich. 2. Einsetzung, Bestimmung. 3. Festsetzung, Wertbestimmung, Schätzung. 4. Festsetzung, Verhaftung. 5. Versetzung, Verpfändung u. concr. Unterpfand.
sât-korn, Saatweizen (Ggs. âtkorn), -lant, Ackerland; -mân, October; -rogge, Saatrocken.
satte, f. = sat, m.
sattinge = satinge.
satureie, Saturei, e. Gewürzpflanze.
save-condût = salveconduit.
savel-, saven-bôm = sevenbôm.
sax, n. Messer (nur noch in fries. Gegenden); -dât, That mit dem Messer, Messerstich.
sc-, s. sch-.
scant, kaum (engl. scanty?); l. scars?
schabbe, Lump, schäbiger, armseliger Kerl.
schabbich, krätzig, schorficht.
schabiose, scabiosa.
schacht (= schaft), m. Schaft, grade, runde, überall gleich dicke Holzstange (zum Messen = 7 Fuss); Lanzen-, Speerschaft, auch diese Waffen selbst; Schaft im Webstuhl; bei Pferden = penis, Rute; als Mass bei Tiefen: eine Rute breit n. lang, ein Fuss tief; Schacht im Bergwerke, Brunnenschacht.
schacht-âl, e. Art Aale als Handelsartikel; -holt, Schachtholz, Reitel; -rowe, Ruhe vom Lanzendienst, Zeit der Befreiung vom Heerdienst; -snider, Schachtschneider, Drechsler (verfertigt Mulden, Schaufeln etc.).
schach(t)-tafele = schaktafele.
schacken: Messer-, Schwerthefte geschacket (als Fehler), an einander gestückt?
schackêret, gewürfelt, wie ein Schachbrett.
schadaftich = schadehaftich.
schade, m. 1. Schaden, Nachteil, Beschädigung. 2. Vermögensnachteil, bes. der durch Verzinsung einer Schuld entsteht, daher = Zins: gelt up schaden nemen, Geld gegen Zins anleihen; up schaden gân, verzinset werden.
schade, m. Schatten.
schade-borge, der Gegenbürge, der für die Bürgschaft eines andern mit einsteht; bes. bei Urfehden, der mit dem Hauptschwörer die Urfehde beschwört, fidejussor; auch medelover genannt.
schade-gelt, Geldschaden, Verlust; Strafgeld, Geldbusse; bes. Zins.
schade-(h)aftich, 1. Schaden nehmend, schadhaft. 2. Schaden verursachend = missedêder.
schade-kôp, venditio periculosa.
schadelik, schädlich.
schade-lôs, ohne Schaden, Nachteil; schadelôs-brêf, Urkunde, worin Schadloshaltung zugesichert wird.
schaden, sw. v. schaden; weh thun (wat schadet di, was fehlt dir?); = beschaden, Geldstrafe auferlegen.
schaderen = schoderen.
schadesam, schädlich.
schadinge, Schädigung, Schaden.
schaduwe, -dewe, m. Schatten.
schaf, was geschabt ist, Schabsel.
schaffen, sw. v. ordnen, bestimmen; bewerkstelligen, ausrichten; herbeischaffen.
schaffer (schaffener), der die Herbeischaffung, Ausrichtung und Besorgung irgend einer Sache hat, procurator; bes. der zu Festlichkeiten einladet, aufwartet, auch die Kasse führt, überh. die ganze Besorgung hat.
schafferie, 1. Besorgung, die ein Schaffer hat. 2. Gelage, Corporationsfestmahl.
schafferschop = schafferie.
schaffoni(e), heleborus.
schaf-isern, Schabeisen.
schafnisse, Verwaltung, Ordnung.
schaf-ris(ch), -rusch; -riet, equisetum hiemale, cauda equina, apparilla, juncus, corrosivus papirus.
schaft, m. Lanzen-, Sperschaft.
schaft, Geschaffenes, Creatur; Beschaffenheit, Gestalt.
schaftich, schaftartig.
schaf-worm, Schabewurm (Aftermade, Springwurm?).
schage = sage, saie (d. Zeug).
schak u. schâk, n. Schach, Schachbrett, -spiel; s. bêden, S. bieten, krigen, schachmatt gestellt werden; up dem schake spelen, dobelen, S. spielen.
schâk, Raub.
schaken, sw. v. rauben.
schakere, Räuber, Schächer.
schak-spil, Schachspiel; dat s. spelen unde tên, S. spielen.
schak-tafele, Schachbrett; Spiel auf demselben; auch schaktafel-spel.
schak-tafelen, sw. v. in Form eines Schachbrettes aufstellen, symmetrisch ordnen.
schal, schal (von Geschmack); v. den Augen: trübe, blöde.
schal, m. Schall, bes. Freudenlerm; Procession (unter Musik); Kunde, Gerücht.
schalback, -ch, e. geringe Sorte Hering; vgl. schawak.
schalbar, anrüchig.
schal-bort, das äussere runde, welches in der Länge eines Stammes vom Bauholze abgesägt wird, damit es die gevierte Form bekommen soll.
schale, f. Napf, Trinkgefäss; ênes s. drinken, jemandes Gesundheit trinken; als bestimmtes Mass (wie beker); Frucht-, Confectschale; Wagschale; als Geschmeide (von Silber) an Frauenröcken; Beschlagstück am Schwertgriff oder Messerheft.
schale, eine Pferdekrankheit, Exostose.
schale, schaler, schaller, schaloen, herumstreifender Possenreisser.
schalêren, lermen, prahlen, mhd. schallieren.
schal-holt, Holz zum Verschalen oder = schalbort.
schalich, schal (von Bier etc.)
schalinge, Verschalung, Verkleidung mit Brettern.
schalk, m. 1. Diener, Knecht. 2. Mann von knechtischer Gesinnung, von bösem, ungetreuem Character, Bube; de olde s., »der alte Adam«. 3. die kleine Stütze, worauf ein Sparren oder Balken ruht.
schalk, adj. boshaft, arglistig, nichtswürdig.
schalkaftich u. schalk(e)lik, adj. = schalk.
schalk-dore, sw. m. Schalksnarr.
schalkernie, Knechtschaft, Sklaverei.
schalkes-vunt, Ränke, Kniffe eines Schalkes.
schalk-gnade, simulierte Gnade.
schalkheit, Büberei, Nichtswürdigkeit.
schal-knôp, Knopf, der zu dem Geschmeide schale gehört.
schalk-krank, scheinkrank.
schalk-vrom, scheinfromm.
schallen, sw. v. schal machen (v. Musikern u. musikal. Instrumenten); lermen, schreien; laut seine Freude kundthun.
schallich = schalich.
schallicheit = schalkheit.
schallik = schalk.
schalm, lauter Ton.
schalm, Becher? (in Kahnform?)
schalmeide, f. Schalmei, Rohrpfeife.
schalmussinge, Scharmützel.
schalp, Schwertscheide, vagina, aus anord. skalpr.
scham, adj. = schamel.
schame, f. Scham; Schimpf, Schande.
schamel, trabale, die beiden beweglichen Querhölzer unter dem Obergestell des Wagens.
schamel, 1. schamhaft, blöde, bescheiden, ehrbar, pudens, pudicus; Unterthanen bezeichnen sich oft der Obrigkeit gegenüber als schamel (wi armen schamelen undersaten); daher 2. = arm.
schamelheit, 1. Scham, Verschämtheit; concr. Schamteile. 2. Armut; concr. arme Leute.
schame-lôs, schamlos, frech.
schamen, sw. v. refl. sich schämen.
schamerne, schamernheit, s. schemerne etc.
schamfeliôn, wahrsch. Giesshorn zu Kanonen. Vgl. schampelûn.
schamfêren etc., s. schanfêren.
scham-hodeken, Schamhütchen: dat s. aftên, unverschämt werden.
schamich, schändlich, abscheulich.
scham(m)onie, s. schamphonie.
schamp = schimp.
schampelûn (-llôn), Muster, Modell, Schablone; die nachgebildete Gestalt, Vogelscheuche, Popanz; Kämpe, Klopffechter (mndl. camperoen = campioen).
schamper, höhnisch, verspottend; unverschämt, frech; adv. schamperlik.
schamp(h)onie, diagridium, eleborus niger, Springkraut.
schamte, f. 1. Scham. 2. genitalia.
schande, f. Schande; schändliche Tat.
schande, dar me mede drecht, portentula; vgl. Brem. WB. IV, 605.
schande-brêf, Schmähschrift.
schandelisêren, trans. ärgern, Anstoss geben.
schandelisêringe, sittliches Aergernis.
schande-sprake, f. Schimpfworte.
schanfêren, sw. v. trans. schimpfieren, Unehre anthun; verletzen, verwunden.
schanfêringe, Verletzung.
schanfêrlik, schimpflich.
schanfêr-nolleken, Spott-, Hohnlied.
schant-deckel, fig. Deckel, mit dem man seine Schande zudeckt, Entschuldigungsgrund.
schant-hoike, m. Schandmantel (als Strafe zu tragen).
schant-lappe, der Streifen im Kleide, den gemeine Weiber tragen mussten.
schant-levent, n. schändliches Leben.
schantlik, schändlich, schändend; adv. schantlike.
schant-mâl, n. Schandmal, -fleck.
schant-man, der die Schande eines andern ausbringt.
schant-ruchte, n. böses Gerüchte, schlechter Ruf.
schant-stên, Schand- oder Lasterstein, den bes. Frauenzimmer öffentlich tragen mussten für irgend ein grobes Vergehen.
schant-vlecken, sw. v. schänden, beschimpfen.
schant-vleckinge, Beschimpfung, ehrenrührige Schelte.
schantze, st. f. (frz. chance), Glückswurf, Glücksfall; de s. wagen, in de s. bringen, slân, setten, wagen, es aufs gute Glück dran setzen, wagen; siner s. war nemen, achtinge hebben, nicht vergeten, seinen Vorteil wahrnehmen; de s. vorsên, die passende Gelegenheit versäumen, sich versehen.
schantze, f. trockenes Reisigbündel; Schanze, Wall, Brustwehr; Schanzkleidung auf dem Schiffe?
schantzen, sw. v. Schanzwälle aufwerfen; to samene sch., fig. zusammenraffen.
schantzen-graver, Fortificationsmeister.
schap, n. flect. schappes, Schrank, um Geld, Speise, Kleider etc. aufzubewahren.
schap? eine der Plagen Pharaos.
schâp, n. Schaf; als Münze (1 fl. = 10 sch.; 1 daler = 15 sch.; 1 sch. = 2 Stüver). Dem. schâpken.
schape, sw. m. (flacher) Tiegel, Pfanne mit Füssen, zum Kochen u. Braten; Glut-, Wärmpfanne; als hölzernes Gefäss: Schöpfkelle?
schâp(e)-gank, Gang wie die Schafe haben, pedetentim; -herde, -herder, Schäfer; -hirde, f. Schafherde; -hunt, Schäferhund; -kêse, Schafkäse; -kotel, Schafmist; -koven, Schafstall; -rode = -hunt; -schar = -hirde; -schêre, Schafschere; -schot, -stal = -koven; -tins, Zins v. Schafen; -vel, Schaffell; -vlêsch, Schaffleisch; -ware, -waringe, Schäferei-Gerechtsame; -weide, Schafweide; -werk, Schafkäsebereitung?
schapel, Schmiedestock, pistellus (= stapel).
schapen, adj. vom Schaf, ovinus.
schapen, gew. st. v. 1. schaffen, hervorbringen. 2. Gestalt geben, verfertigen, formare, plasmare; geschapen, gestaltet, beschaffen. 3. bewerkstelligen, aus-, einrichten.
schaper, Schäfer; -hunt, Schäferhund; -salve, Schäfersalbe (gegen räudige Schafe?)
schapes-hût, Fell; -koldunen, Eingeweide; -kop, Kopf; -levere, Leber; -rump, Rumpf vom Schaf; -pels, Schafpelz; -ram, Widder.
schap-rade, Küchenschrank.
schar, adj. steil, schroff. Daher schār, n. hohe Thalwand, oder aus schore?
schar, n. f. Pflugschar; Keil; (aus scharre?) Striegel, Scharreisen.
schar, m. f. = schare, Haufen.
schar, soviel ein Tier (Schwein) in der Weidezeit frisst? Weidegerechtigkeit für ein oder mehrere Stück Vieh = ware? (zu scharen, scheren).
schar-bîl, bipennis, mittelst dessen die zu fällenden Bäume angewiesen wurden.
schardechtich u. schardich, schartig.
scharden, sw. v. Scharten machen.
schardinge, Teilung, Scheidung, Grenze.
schare, f. Schar, Abteilung des Heeres; Haufen, Menge; Begleitung, Gefolge.
schare, 1. = schore, Stütze, = schorepust. 2. = scharne, Bank; vgl. vêrschare.
schare, eine offene Bahn durch ein Gehölz, Schneise?
schare = schar, Pflugschar.
schare, Ufer; s. schore.
scharen, sw. v. zu oder in Scharen sammeln und ordnen.
scharen, sw. v. abfressen, die Weide kahl machen, weiden; tr. das Vieh auf die Weide treiben.
scharende, Waldhüter (= scherne?).
scharf, n. = scherf.
scharf, m.? Scherbe.
schar-hâr, das lebendigen Tieren abgeschorne Haar.
schariante, Kriegsmann zu Fuss; dann: umherziehender Bettler (wiltloper), Lotterbube.
schar-îs, treibende Eisschollen (zerrissenes Eis).
schar-isern, Schareisen des Pfluges.
schar-jâr(e) maken, einen Vertrag auf mehrere Jahre schliessen; z. B. die Bezahlung einer Schuld auf Jahre verteilen, spec. von hypothekarischen Zinszahlungen, wenn nach einer Reihe von Jahren ein Jahr lang die Zahlung erlassen ward.
schar-klef, Felskliff, -klippe.
scharlaken, n. Scharlach; ein feines Wollenzeug, pannus scarlaticus.
schar-latte, welche Latte? (sollen zu einem Gerüste dienen).
scharlei(ge), eupatorium, wilder Salvei.
scharlot = scharlaken; l. scharlat?
scharm-, s. scherm-.
schar-man, der Aufseher über die Hutung, Vorsteher der Waldmark neben dem holtgreven.
schar-meister = scharman.
scharmutzen, -mussen, -musselen, sw. v. kleine Gefechte liefern; dazu scharmutzel, -mutzinge, Scharmützel.
scharn, Mist, bes. Pferde- und Kuhmist.
scharne, f. Bank, auf welcher Fleisch, Brot etc. feil gehalten wurde; die Gesamtheit solcher Bänke oder Halle, in der sie waren.
scharne-lit, Fleisch-, Brotbank (als Klappe).
scharnen-tît, Zeit, wo die Fleischscharnen geöffnet werden?
scharne-tins, Abgabe für die Verkaufstellen der Schlächter und Bäcker.
scharne-wevel, -wever, Mistkäfer, scarrabeus.
scharnobbe = schornobbe.
scharp, scharf; spitz; erhaben gefasst, von Juwelen (Ggs. slicht); fig. heftig, strenge; scharf, v. den Sinnen, v. Verstand; de scharpe richter = scharprichter.
scharpe, scharp(e)like, adv. scharf; genau; strenge; stark, tüchtig.
scharp-egede, oxygonium.
scharpe-metze, f. eine Kanone des grössten Kalibers.
scharpen = scherpen.
scharpentîn, gew. scharpentiner, ein Geschütz: Feldschlange; -lôt, Geschoss für solche.
scharp-gras, -krût, carex.
scharpheit, acerbitas, asperitas.
scharpleir, -lier, die Leinwandumhüllung eines Packens Wolle, vorn. der Packen selbst, viell. v. bestimmtem Gewicht; vgl. frz. serpillière, engl. sarplier, sarpcloth, ndl. (Kilian. Duffl.) sarpeliere, Packleinwand; engl. sarplar of wool, Sack v. 1120 Pfund Wolle.
scharp-mêster, Scharfrichter.
scharp-ordich, dink, oxygonum.
scharp-richter, Scharfrichter.
scharp-sinnich, scharfsinnig.
scharrâs, n. Schermesser (aus scharsâs).
scharre = scharne, scherne.
scharren, sw. v. mit den Füssen kratzen; scharren.
scharren-breker, d. i. scharm-, schermbreker.
scharsche, adv. kaum, knapp; engl. scarce, ndl. nndd. schaars, frz. échars, it. scarso, scarzo aus mlat. excarpsus, scarpsus = excerptus, gepflückt.
scharsen, sw. v. scherzen (a. d. Hd.).
schart, n. Pl. scharde, Riss, Spalte, Scharte; Wunde; ên schart ûtwetten, auch fig.: Schlimmes wieder gut machen; was in Teile gerissen ist, Scharte von Töpfen, Pfannen; überh. Stück, Teil, z. B. e. Baumstamm; Topf, Tiegel; Rösttiegel, Bratpfanne, confrixorium.
schart, Hemd, Kleid? (= o. l. schort?)
scharte u. scharteke (schartêke?), f. Document, Urkunde; altes Buch; aus frz. charte.
schartse, zottige Wolldecke, frz. serge.
schartz = scharsche.
schartzoene, Knopf, Schnalle? (an Kleidern); vgl. schattsome.
scharven, scherven, sw. v. scherben, in kleine, bes. schräge und blätterige Stücke zerschneiden, als z. B. Kohl hacken; schaben; bildl. dat ruchte sch., den guten Namen jemandes schädigen.
schar-wachte, f. auf Wache ausgestellte, ausgeschickte Mannschaft; s. holden, in Schar wachen, patrouillieren.
schar-warp, n. ein aus Fäden von geschorner Wolle bestehender Aufzug.
schar-wulle, die von lebendigen Schafen abgeschorne Wolle, bes. einschürige.
schat = schacht, Schaft.
schat, m. pl. schatte, schette. 1. Schatz. 2. eine Art Steuer, Abgabe.
schat-borer, Steuerheber, Rentmeister.
schateren, sw. v. 1. krachen, mit Gekrach auseinander reissen. 2. laut, unanständig lachen.
schat-gever, der Schatz, Tribut gibt.
schat-kamer, Schatzkammer.
schat-kaste, st. sw. f. de gemeine s., Staats-, Stadt-, bes. Kirchen- und Armencasse; deren Verwalter schat-kasten-hêre (aus dem Rat), -diaken (aus der Gemeinde).
schat-mêder, Abgabenpächter.
schat-mêster, Schatz-, Rentmeister; schatmêsterinne des hillighen gêstes, v. Maria gesagt.
schat-rint, Rind, als Schatzung, Abgabe gegeben.
schat-snider = schachtsnider.
schattafel = schaktafel.
schattsome? ein (goldenes) Geschmeide = schartzoene?
schatte-hêre, Schatzherr, Steuersammler.
schatten, sw. v. 1. schätzen, nach Zahl, Mass etc. bestimmen. 2. schat, auch Geldstrafe auflegen und eintreiben, exactionare. 3. Schatz, Steuer, Geldstrafe geben.
schatter, Geldeintreiber.
schattigen = schatten 2.
schattinge, Schatzung, Geldzahlung (als Steuer, Loskauf, Strafe etc.).
schat-vri, schatzungs-, steuerfrei.
schave, f. Schabeisen, Hobel, Schermesser.
schav(e)-af, Schabab, Bezeichn. dessen, den man abweist; auch Burgname.
schave-messes, -mes, scalprum.
schaven, st. sw. v. schaben, hobeln, polieren; fig. berauben, schmälern.
schavernacken, -naklen, sw. v. jem. e. Schabernack anthun, molestare.
schavernak, Hohn, Spott, böser Possen.
schawak, eine Art (schlechten) Heringes; l. schalbak?
schecht, 1. Schaft, Stange; bes. Lanzenschaft. 2. als (Acker-) Mass = 7 Fuss.
schechten, mit e. Schaft versehen, z. B. Pfeile, Speere.
schedde-, schedderlik, schädlich, gefährlich.
schede, st. sw. m. u. st. n. Schatten.
schêde, st. f. Scheidung, Begrenzung, Grenze; Schlichtung eines Streites, Schiedsspruch; auch: Entzweiung, Streit?
schêde, sw. f. Scheide einer Waffe; Einfassung, Borte; in der Walkmühle der Balken, an dem der Walkkopf sitzt.
schêde-bôk, Buch, in welches man die richterlichen Entscheidungen schreibt.
schêde-brêf, Scheidebrief, Vertragsurkunde.
schede-hûs, Schattenhaus, Laube.
schêde-klôt, m. Richtloth der Maurer, Richtschnur; als Buchtitel = richtestîch.
schedel, m. der kleine Armknochen, die Speiche, afrs. skidel.
schedel, schedelken, Büchse, Dose, pixis. Vgl. schidele.
schêdel, m. u. schêdele, f. Scheitel; auch Schädel (schedel?)
schêdel-berch, Berg zur Bezeichnung der Grenze.
schêdel-bôm, Grenzbaum.
schêdelen, scheiteln, teilen, discriminare.
schedelerne, adj. Schaden bringend, schädlich.
schêdel-glas, Glas, aus dem man beim Scheiden den Abschiedstrunk thut.
schedelik, schädlich, Schaden bringend; adv. schedeliken.
schêdelik, der zu friedlichen Vergleichen geneigt ist, versöhnlich.
schêdel-jâr, Schaltjahr.
schêdel-kanne, Scheidekanne (beim Abschiedstrunk).
schêdel-klocke, die Glocke, die beim Begräbnisse geläutet wird.
schêdel-mure, Grenzmauer.
schêdel-stên, 1. Grenzstein. 2. Scheidestein (die fünf Paternostersteine im Rosenkranze).
schedel-want, Scheidewand.
schêde-man = schêdesman.
schêde-meker, (Messer-) Scheidenmacher.
schêden, st. sw. v. 1. trans. scheiden, trennen; eine streitige Sache schlichten, streitende Personen versöhnen, bes. als Schiedsrichter; ênen drôm, einen Traum auslegen; entscheiden, bescheiden; ênen strît, einen Streit beenden. 2. intr. weggehen; aussegeln; sich trennen; v. Wegen: sich gabeln; enden, aufhören; van, seine (Zahlungs-) Verpflichtungen gegen jem. erfüllen, mit ihm liquidieren (auch refl.). 3. refl. sich trennen.
schêden = beschêden, bescheiden, gebührlich.
schêdent, n. Entscheidung, Schiedsspruch.
schêde-ordêl, n. Urteilsspruch des Obergerichts auf geschehene Appellation.
schêdes-hêre, Schiedsrichter.
schêdes-man, Schiedsmann, der einen Streit (auf aussergerichtlichem Wege) scheidet, arbiter, divisor.
schêdes-richter, Schiedsrichter.
schêde-stên, coll. Steine zu einer Scheidemauer?
schêdes-vrunt = schêdesman.
schedich, schattig, umbrosus.
schedi(ch)lik, adj. schädlich.
schedigen, sw. v. schädigen, Schaden zufügen.
schediger, Schädiger, schadender Feind.
schêdinge, f. Scheidung, Trennung; Scheiden, Abschied; Teilung des nachgelassenen Gutes; Auseinandersetzung, Liquidation; Entscheidung, Ausspruch des (Schieds)richters; Grenzscheide, Grenze.
schêf, schief, schräge (Ggs. recht, grade); verkehrt, unrecht, schlecht; vom Magen: leer; de schêve klôt, Name einer Kugel (Kreisels?) und des damit getriebenen Spiels; Titel eines satirischen Dramas.
scheffener, m. Schaffner, Verwalter = schaffer, scheffer.
scheffer (= schaffer), Schaffner einer Gilde; Oeconom eines Klosters, Bischofs etc.; Schäffer eines Ritterordens.
schefferie, Haus des Klosterschaffners etc.
schefferinne, Aufseherin; Oeconomin eines Klosters.
schêf-hacke, sw. m. der schiefe Füsse hat, oder der schief auf den Füssen steht.
schêfheit, Schiefe, Schiefheit.
schefte, n. = Geschäft.
scheftich, geschäftig, tätig, gewandt.
schege, f. Ziege.
scheide, scheidel, scheiden etc., s. schêde etc.
scheil(e), s. schêle.
schein = schên, geschehen.
scheire = schêre, adv.
scheit, n. Scheit, Stück Holz.
scheke, ein Wams für Kriegsleute, frz. jaque.
scheken, sw. v. (vgl. schoke) ausserehelich beschlafen.
schêker = schaker.
schel-brade (vom Schweine).
schelde-brêf, ehrenrühriger Brief; Schmähschrift.
schelde-broke? (Ggs. ein grôt broke), Brüche auf ehrenrührige Rede?
schelden, st. v. 1. schelten, mit Worten tadeln; ein Urteil schelten, d. h. verwerfen und an eine höhere Instanz appellieren. 2. laut erklären; quît schelden, für frei, los erklären.
scheldent, n. = scheldinge.
schelder, 1. Schelter, Tadler, Lästerer; herumziehender Sänger und Spielmann, der das schelden für Lohn übte. 2. Appellant.
schelde-rede, Scheltrede.
schelde-wort, Scheltwort, Schimpfwort.
scheldich, scheltend, zornig, böse.
scheldinge, 1. Schelten, Schmähung. 2. Appellation.
schele, sw. m. Beschäler (Zuchthengst).
schel(e), Genus wechselnd. 1. Unterschied, Differenz. 2. Mishelligkeit, Streit; Klage, Beschwerde. 3. das Fehlende, Mangel, Nachteil, Schade. 4. Grenze, Grenzlinie.
schêl(e), schielend, luscus.
schelen, sw. v. 1. verschieden, unterschieden sein. 2. eine Differenz, Hindernis machen, dat en schelet nicht, das macht nichts aus, darauf kömmt es nicht an. 3. in Differenz, Streit sein mit jem. 4. fehlen, mangeln, gebrechen, schaden, wat schelet di? was fehlt dir? was hast du? 5. die Grenze bilden, sein. 6. trans. trennen; unterscheiden.
schêlen, sw. v. schielen, lippire.
schelert, eine Art Taft: Schillertaft?
schelf, ein Brettergerüst, um etwas darauf oder darunter zu stellen.
schel-garn, mangelhaftes Garn?
schel(h)aftich, -achtich, uneinig, streitig.
schel-hamer, grosser Hammer zum Zerschellen von Steinen.
schêlheit, lippitudo, epiphora, morbus oculorum.
schelich = schelhaftich.
schelicheit, Bosheit, Verkehrtheit, = schallicheit? oder schêlicheit?
schelinge = schele (in allen Bedeutg.).
schelken, sw. v. af-, an-, upschelken, ein Wort der Zimmerleute, wenn sie etwas durch Anstückung verlängern.
schelkliken, nach Art eines Schalkes.
schelle, f. Schale einer Frucht, eines Eies, eines Schaltieres, eines Drachen, Schuppe; fig. die Hülle, das Aeussere.
schelle, f. Schelle, kleine Glocke, z. B. am Gürtel, Sattel.
schelle = schele, Unterschied etc.
schelle-bôm = schalbort.
schellen = schallen, Schall machen; zerschellen?
schellen, trans. schälen, abschälen; intr. abblättern, sich abschälen.
schellen = schelen.
schelle-visch, Schellfisch.
schelle-wort, chelidonium majus.
schellich, tobend, unsinnig, zornig, vecors, furiosus.
schelm, m. Cadaver, Aas, gefallenes Stück Vieh; = schelme.
schelm, Schimmel, mucor; schelmich, mucidus, davon: schelmecheit.
schelme, sw. m. und schelmer, Schelm, homo nequam.
schelmen-kule, Unratsgrube.
schelmen-schinder, der die Cadaver gefallener Tiere schindet und vergräbt, Schinder.
schelnisse = schelinge, Fehler, Krankheit.
schelp, n. Schilf; Seetang.
schelpeken, Muschelschale.
schel-stucke = schalbort.
schelt-wort = scheldewort.
schelver, ein (abgeblättertes) Stück.
schel-visch, schel-wort, s. schelle-.
schem-achtich, schattig.
schem-bêr, eine Art Dünnbier; sonst scherbêr.
schem(e), n. = schim, Steg.
scheme, sw. st. m. (f.) 1. Schatten. 2. Dunkelheit zwischen Tag u. Nacht, Dämmerung. 3. als Augenkrankheit. 4. Gespenst. 5. Strahlenschimmer, Heiligenschein.
scheme, f. Scham, Beschämung.
schemede = scheme, m. Schatten, Dunkelheit.
schemede, f. 1. Scham, verecundia. 2. auch n. Schamteile, genitalia.
schem(e)-hôt, Schamhut: den s. aftên, die Scham von sich werfen.
schemel, m. Schemel, scabellum; als Arbeitsgerät im Bergwerk; ein Absatz bei Erdarbeiten, wenn die Erde nicht mehr mit einem Wurfe auf die Oberfläche gefördert werden kann; = schamel, trabale.
schemel, 1. = schamel, schamhaft. 2. schändlich.
schemelen = schimmelen; schemeld hengest = schimmeld.
schemelerne u. schemeler, schamhaft, züchtig.
schemelheit, schemelicheit, Scham, Schamhaftigkeit; genitalia.
schemelie, (verschämte) Armut? l. schernelit = scharnelit? (Schlesw. Stadtrecht § 46.)
schemelik, 1. schamhaft. 2. Scham u. Schande bringend; adv. schemelike(n), turpiter.
scheme-lôs, schamlos.
schemel-schô, Schamschuh: de s. ût-trecken, die Scham bei Seite setzen.
schemen, sw. v. refl. sich schämen.
schemenisse, 1. Scham, Schamhaftigkeit. 2. Beschämung, Schande.
schemeren, sw. v. 1. schattig, dunkel sein oder werden. 2. trans. dunkel machen.
schemeringe, Dunkelheit, Dämmerung.
schemerne, schamhaftig.
schemernheit, Schamhaftigkeit.
schem(e)te = schemede.
schemich, schattig.
schemich, schamhaft, ehrbar.
scheminge, Beschämung.
schemisch, schamhaft.
schemp, schempen etc., s. schimp etc.
schên, unr. v. geschehen, sich ereignen; unternommen, versucht werden; m. Dat. widerfahren, zuteil werden.
schendelik, Schande bringend.
schenden, sw. v. 1. in Unehre halten. 2. in Unehre, Schande bringen, öffentlich beschämen; notzüchtigen. 3. schimpfen. 4. schädigen.
schender, der einen andern öffentlich in Unehre bringt.
schendich, Schande bringend, schimpflich; adv. schendigen.
schene, f. 1. Schienbein. 2. Schiene als Teil der Rüstung, am Wagenrade, in der Sagemühle, als Gerät der Schuster.
schene-bein = schene 1.
scheneke, eine Art Sander, lucioperca?
schenen, schienen, durch Eisen- oder Holzschienen verbinden u. befestigen.
schenen-knoke, Schienbeinknochen.
schene-pipe, die Knochenröhre des Schienbeins; der Schienbeinknochen.
schênigen, sw. v. offenbaren, zeigen; bescheinigen, beweisen; intr. u. refl. erscheinen, sich offenbaren, sich zeigen.
scheninge, Schienung, künstlicher Ansatz.
schenk-brêf der Zunft für die Gesellen: Kundschaft?
schenke, sw. m. Schenke (als Hofbeamter); Schenkwirt.
schenke, st. f. 1. die Handlung des Schenkens, Gebens u. das Geschenk, die Gabe, bes. zur Bewillkommnung von Fürsten, Gästen, zugereisten Handwerksgesellen; die Versammlung zu diesem Zwecke, Willkommsgelage. 2. Schenk-, Wirtshaus. 3. st. n.? ein Schenkmass (Biers, Geldes).
schenke, schenkel, s. schinke etc.
schenke-bêr, Bier, das man als Geschenk gibt; Ausschank-, gewöhnliches Bier.
schenke-kerse u. -licht, Wachskerze als Geschenk, z. B. für Ratsherren, bei Hochzeiten.
schenkel-bank, Tisch oder Bort, um Trinkgefässe darauf zu stellen.
schenken, st. v. schenken, geben.
schenken, sw. v. m. Dat. der Person, 1. schenken, zu trinken geben. 2. schenken, geben. 3. jem. mit einem Trunke begrüssen, bes. zugewanderte Handwerksgesellen mit einer schenke bewillkommenen.
schenker, 1. Schenker, Geber; fem. schenkerinne. 2. = schenke I.
schenkeri(g)e = schenke II, 1.
schenk(e)-schive, f. Gestell für Schenkgeschirr, Büffet.
schenk(e)-vat, Schenkgefäss.
schenke-wîn, Wein als Geschenk.
schenk-geselle, der zugewanderte Geselle, dem »geschenkt« wird.
schentlicheit = schemede II, 2.
schentlik, Schande bringend; adv. schentlike(n).
schent-vlecker, der sich mit Schandflecken bedeckt.
schep, schep-, s. schip, schip-.
schepe, sw. m. = schepene.
schepe-buwer, Schiffbauer.
schepeken, -kîn, Schiffchen, Kahn.
schepel, m. Scheffel.
schepel-bodem, der Boden eines Scheffels.
schepelêr, n. Scapulier, Gewand (bes. der Predigermönche), das Kopf und Schultern bedeckt.
schepelik, schiffbar.
schepel-lant = schepelsât.
schepel-mate, f. die Messung nach Scheffeln; Scheffelmass.
schepel-sât, n. -sêde, Scheffelsaat, als Ackermass.
schepel-schat, eine auf den Ertrag des Ackers an Kornfrüchten gelegte Abgabe.
schepel-tal, Scheffelzahl: na schepeltale kopen.
schepen, sw. v. schiffen: 1. einschiffen, in ein Schiff bringen lassen, es befrachten. 2. aus dem Schiffe bringen lassen, ausladen, löschen. 3. zu Schiff wohin bringen, verschiffen. – Intr. sich einschiffen; in einem Schiffe fahren, navigare.
schepen, sw. v. schöpfen; water s., Wasser schöpfen, holen, (v. Schiff) ziehen oder übernehmen.
schêpen, von Schafen, ovinus; Subst. Schafleder.
schepen(e), sw. m. Schöppe, Schöffe, urteilfindender Beisitzer des Gerichtes, scabinus.
schepen-bank, Schöppenbank, scampnum judiciale, = schepengerichte; -bar, schöppenbar, zum Schöppenamt berechtigt; -bar(e) vri, schöppenbar frei; -gerichte, Sch.-Gericht; -hûs, Gerichtshaus d. Sch.; -kamere, Sitzungssaal der Sch.; -recht, Sch.-Recht; -stôl, Sch.-Stuhl, -Amt, -Gericht.
scheper, Schiffer (selten; aus schephêre? v. schepen?).
schêper, schêperie = schaper, schaperie.
schepes-boddeme, f. Schiffsrumpf; -bort, f. Schiffsbord: an, binnen, Ggs. buten s., auf dem Schiffe, ausserhalb des S.; -bôt, ein zu einem grossen S. gehöriges Boot, ein B. von bestimmter Bauart; -kindere (Pl.), -volk, Schiffsmannschaft; -lanc, n.?, -lenge, -lenkte, f. Schiffslänge, als Mass; -last, Schiffslast v. 2 Tonnen oder 4000 Pfund; -part, Besitzanteil an e. S.; -rêder, Schiffsrheder; -schilt, auf dem S. gebrauchter Schirmschild? von Holz, mit Leder überzogen; -timmerman, Schiffbauer; -touwe, Schiffstau.
schepich, naviticus.
schepinge, 1. Schiffahrt. 2. Schiffe, Flotte.
schep-laken = schiplaken.
scheppen, sw. v. 1. = schippen. 2. = schepen, schöpfen. 3. = schepen, schiffen.
schepenisse, schepper, s. schipp-.
scher, n.? Felszacke, Klippe im Meer oder Fluss.
scher = rôt-scher.
schēr, Weide, Weidegerechtigkeit.
scher-becken, Rasierbecken.
scher-bêr, e. Art Dünnbier.
scher-disch, Schneider-, Zuschneidetisch.
schêr(e), adv. 1. bald, schnell, in kurzer Zeit. 2. bald, ungefähr, fast, bes. bei Zahlen.
schere, f. Abteilung (durch gespannte Leine u. s. w.).
schêre, f. Schere.
scher(e)-meszes, -mes(se)t, -mes, -metzer, Schermesser.
scheren, st. v. 1. schneiden, ab-, zerschneiden, scheren, abscheren; die hervorragenden Fäden des Tuches abscheren (Tuchbereitung). 2. in jüngerer Sprache auch = scheren, sw. v. 2 und 3.
scheren, sw. v. 1. zuteilen, bestimmen, ordnen, einrichten. 2. ein Tau v. e. Punkte bis zu e. andern spannen. 3. den Aufzug, die Längsfäden auf den Weberahmen bringen.
scheren (erst im neueren Nd.), gehen, eilen, laufen.
scheren, spotten, höhnen (aus schernen?).
scherer, Scherer; bes. Tuchbereiter und Barbier.
scherf, n. Scherflein, halber Pfennig, die kleinste Scheidemünze.
scherf-bêr, -brôt, -nagel, Bier, Brot, Nagel, die oder von denen ein gewisses Mass ein Scherf kostet; -wert, Adj. und Subst. von Werte eines Scherfes.
scherg = scherf.
scher-gelt, Lohn des Tuchbereiters.
scheringe, 1. Verteilung; Ordnung, Richtigkeit. 2. Aufzug, Kette (beim Leinweber). 3. Tuchscherung, -bereitung. 4. Weide, Mast; Weideberechtigung.
scherlige, sola regia; eupatorium.
scherlik, scharenweise.
scherlink, Schierling.
scherm, n. Schutz, Schirm; Schirmdach, Schirmwand bei Geschützen.
scherm-breker, ein Geschütz (zur Zerschmetterung der Schirmwände).
scherm(e)-bret, Schirmbrett, -wand; Ofenfender.
schermen, sw. v. sich gegen die Angriffe des Gegners decken; dann überh. fechten; fuchteln.
schermer, Fechter; dann auch Spielmann, baratro, histrio.
scherme-schilt, Schild zum Schirmen; bildl. Schutz, Schirm.
scherme-swert, Kampfschwert, gladius longus.
scherm-keller, tiefer Keller (als Gewahrsam der Verbrecher).
schermnisse, Schutz.
scherm-slach, Fechterschlag, Luftstreich.
schermutzel u. schermutzen, s. scharm-.
scherne, f. m. = scharne.
scherne, m. der über die schere, schare (Hutung, Mast im Walde) zu wachen hat? niederer Forstbeamter.
schernere, Knochen-, Fleischhauer.
scherp = scharp.
scherpe u. scherpede, f. Schärfe; Schneide; fig. Strenge; die Ordnung, wie den Mahlgästen aufgewartet wird?
scherpe-metze u. scherpentiner, s. scharpe-.
scherpen, schärfen, spitzen; fig. die Sinne, e. Urteil schärfen.
scher-rame, Rahmen, auf den das Garn zuerst geschert wird; von da kommt es auf den Garnbaum des Webstuhls.
scherren = scharren.
schers, n. Scherz (aus d. Hd.).
scher-schêre, Tuch-, Gewandschere.
scherve, Scherbe, Bruchstück; Schale, testa; v. Hagelkörnern; de scherven, die Metallstücke, w. Krebs u. Rücken des Panzers verbinden.
schervel, Scherbe.
scherven, n. Bruchstück, Teil.
scherven = scharven.
scher-werk, Frohne, Frohnarbeit (mhd. scharwerk).
scher-werk, 1. das gescherte Garn (Weberei). 2. Abkleidung, Balkenlage, Sparrwerk.
schêt, n. u. m. Entscheidung, Schlichtung eines Streites.
schêt, m.? u. schete, st. m. Schiss, Furz.
schêtel, m. u. schêtele, f. Scheitel.
schêtelen, scheiteln, kämmen.
schêtel-, schêt-hol, Schiessloch, -scharte.
schêten, st. v. 1. trans. schiessen, werfen; erschiessen; contribuieren, Abgabe zahlen; aussondern; de spole, die Weberspule treiben; dat anker, den Anker fallen lassen; sode, Brunnen graben und bebohlen; korn, Korn schütten; de varwe, die Farbe rasch wechseln; êne bede, sake, sîn recht s. an, vor, to, weiterschieben, verweisen, übertragen, Recht bei einer andern Instanz suchen; wat s. up, die Schuld v. etwas auf jem. schieben; up ênen anderen dach, verschieben. 2. refl. vor, sein Recht suchen bei jemand. 3. intr. schiessen, sich rasch bewegen, springen, fallen; to sinne, in dat herte, plötzlich in den Sinn kommen; up, an, grenzen an, sich erstrecken bis an.
schêter, spiculator, sagittarius.
scheteren, agitare = seteren? = ndl. schetteren? Vgl. schateren.
scheterich, mit Durchfall behaftet, cacaturiens; beschmutzt, sterculatus.
schêterie, das Schiessen mit Gewehren; Geschützwesen.
schête-spole = schotspole.
schetter = schatter.
schêve, adv., s. schêf.
scheve, f. Schäbe, die beim Brechen u. Hecheln abfallenden Splitter des Flachses, Hanfes etc., festuca; fig. etwas sehr geringes; s. understeken, schlechte Ware unter gute mengen, unreell handeln.
schevech, voller Schäbe.
schevech? = schovech, schuppicht.
schevel u. schevelink, dummer, armer Tropf?
schevel-hêde, die schlechteste, nicht ganz gereinigte Hede. Adj. -hêden.
schevel-stên = scheverstên.
schevenisse, abgeschabte Felle? abgeschabtes Haar, als Pelzwerk dienend?
schever, m. Splitter oder Blatt v. Stein, Schiefer; Schindel; Abfall von Flachs = scheve.
scheverich stên, Schiefer-Gestein. Ggs. hard stên.
scheverlink = schevel, schevelink?
schever-stên, Schiefer, d. Gestein, wegen seiner Blätterigkeit so genannt; Schieferplatte.
scheverstên(s)-, schever-decker, Schieferdecker; -nagel, Nagel zur Befestigung der Schiefer.
schevesch, schäbig, nichtswürdig.
scheve-vat, Gefäss, in welches man die Schäbe wirft.
schewedich, schäbig, räudig. L. schorve-?
schicht(e), f. (u. n.) Ereignis, Begebenheit, Vorfall; bes. Zwist u. die in Folge dessen absichtlich verübten Feindseligkeiten; Aufruhr, Aufstand; van s., durch Zufall, durch Gewalt (Ggs. van rechte).
schicht(e), f. Ordnung; ordnungsmässige Teilung; Reihe, Schicht; bestimmte Zahl Arbeiter; bestimmte Arbeitszeit.
schichten, sw. v. teilend ordnen; bes. eine Erbschaft teilen; thätig sein, durch Thätigkeit ausrichten, ins Werk setzen; die Bezahlungen (Rechnungen) in Ordnung bringen, abmachen; wechseln.
schichte-hûs, Haus, wo geschichtet wird, Rathaus.
schichtes-galm, aufrührerischer Lerm.
schicht-halve: bi s., zur Sonderung, Teilung.
schichtinge, f. Anordnung, Einrichtung; Erbteilung.
schicht-meker, Unruhestifter.
schicht-spel, Titel einer gereimten Brschw. Chronik.
schicht-tal, gleiches Verhältnis.
schickelicheit, Fügung.
schickelik, schicklich, der Ordnung gemäss; adv. schickeliken.
schicken, sw. v. 1. etwas in »Schick« bringen, zurecht legen, oder stellen, ordnen, anordnen, einrichten, fügen, ordinare, disponere; bes. häufig sîn testament schicken, anordnen; to schicken hebben mit, mit jem. zu thun, zu schaffen haben, bes. in geschlechtlichen Verhältnissen. 2. wohin richten, senden. 3. refl. sich fertig machen, sich anschicken, sich rüsten; in, sich ordnen, fügen in; na, sich richten nach.
schickenisse, Ordnung, Fügung, Bildung, Gestalt.
schickenunge = schickinge.
schicker, Ordner.
schickinge, Anordnung, Einrichtung, Fügung, Veranstaltung.
schide, astutus, gescheit.
schidele, Behältnis, Kiste? Vgl. schedel.
schider, pl. Scheite.
schift, geronnen (schiften, schiffen von der Milch, anfangen zu gerinnen).
schiften = schichten, erbteilen.
schiftinge, Stück oder Arbeit an der Rüstung: Schäftung?
schik, (m.?) Gestalt, Bildung, Form; richtige Gestalt, r. Zustand; to schicke bringen, ordnen, in guten Stand bringen.
schiklik, schiknisse, s. schicke-.
schil, strabo, luscus.
schildeken, Schildchen; schildförmiges Grundstück.
schildeken-bôm, der Baum, an den bei der Gralsfeier die Schilde derjenigen, welche zum Kampfe herausfordern, gehängt werden.
schilde-lêm, Töpfererde.
schilde-padde, Schildkröte.
schilder, Schildmacher; Wappenmaler, überh. Maler.
schilderen, sw. v. malen, anstreichen.
schilder-golt, Goldschaum?
schildich, mit einem Schilde versehen, beschildet.
schiler, schileger = schillink?
schille = schelle, Schale; Spange in Muschelform?
schillen, 1. = schellen, schälen; geschillet heisst auch: mit Schalen versehen. 2. = schelen, verschieden sein.
schillert, s. schelert.
schilli(g)er, m. = schillink.
schillink (schildink), m. (urspr. eine Zahl von 12?) eine Münze, urspr. aus 12 Pf. bestehend; das Pfund hat 20 Schillinge; solidus (argenteus). Bei den vielfachen Münzveränderungen vielfach auch anders gerechnet.
schillink-wert, eines Schillings wert.
schilmech = schelmech.
schilmen, sw. v. schimmeln, muscitare.
schilp = schelp.
schilt, n. u. m. 1. Schild, als Schutzwaffe; fig. Schutz; Wappenschild, Wappen; Bez. des ritterlichen Standes; Schildchen (von Silber) der Handwerksgesellen in der Zunftstube; Wirtshausschild. 2. Schild als Fläche, Feld, bes. die dreiseitigen (gepflasterten) Plätze. 3. Bezeichnung verschiedener Goldmünzen, kaiserlicher, flämischer, französischer, mlat. scudatus aureus, frz. écu d'or.
schilt-bordich, ritterbürtig; -bort, das Brett des Schildes; -junge, Schildbube eines Ritters; -knape, -knecht, Schildknappe; Kriegsknecht; -padde = schildepadde; -rême, Schildriem; in der Baukunst: Band oder Brustwehr am Dache (einer Kirche)? -vetel, -vester, -vorer, Schiltknecht, Trossbube; -wachte, f. Wache in voller Rüstung; -wachter, Wächter in voller Rüstung; -wort, forfella (Huflattich?).
schil-wert = schillinkwert.
schim, eine kleine Brücke, Steg.
schim vel galle, fel.
schimelen, schimelich = schimm-.
schimelink: s. pert, Schimmel.
schimman = schipman, Schiffsmann, Matrose, spec. Schiemann; s. schipman.
schimmel, Schimmel, muscus, mucor.
schimmel (mit u. ohne pert), Schimmelpferd.
schimmelen, schimmeln, muscitare. schimmeld (mit u. ohne pert), Schimmelpferd.
schimmelich, schimmelig, mucidus. Sbst. schimmelicheit.
schimmen, sw. v. schim (= schin, Hautschuppe) hervorbringen?
schim(m)êse, f. aus u. = schin-mêse, Packen, darin Häute sind, später überh. Packen.
schimmich = schinnich, voller Hautschuppen. Subst. schimmicheit.
schimmink, Schimmelpferd.
schimp, m. 1. Spiel, Scherz, Spass; it geit mi ût dem sch., es wird Ernst. 2. Spott, Hohn.
schimp(e)lik, was im Schimpfe, im Spiel geschieht; adv. schimpliken.
schimpel-wort, Scherz-, Schimpfwort.
schimpen, sw. v. 1. intr. mit, Schimpf, d. h. Scherz, Spiel, Spass treiben; up, höhnisch, schimpflich reden über etwas. 2. trans. beschimpfen, mit jem. sein Spiel treiben.
schimper, sartira, jocator.
schimpich, jocosus.
schimp-redich, der scherzhafte Reden zu führen versteht, witzig, jocosus.
schimp-spel, Scherzspiel.
schimp-wort, Schimpfwort, Stichelrede.
schin = schem(e), Schatten. Lies schim?
schin, Schin, die Schuppen, die sich von der (Kopf)haut abblättern, scabies sicca.
schin, e. Art russisch. Fell- oder Ledergeld.
schîn, scheinend, sichtbar; schîn werden oder sîn, sich zeigen, offenbar sein; schîn dôn, zeigen, offenbaren.
schîn, m. Schein, Glanz, Strahl; Augenschein, corpus delicti; augenscheinlicher Beweis, Beweis überh.; Aussehen, Anschein; Vorwand, Vorgeben; tom s. bringen, den des Mordes Beschuldigten an die Leiche des Ermordeten führen, e. gerichtl. Procedur.
schinden, schinder, schinderie, s. schinnen etc.
schînen, st. u. sw. v. scheinen, glänzen, strahlen; erscheinen, sichtbar werden, sich zeigen. Partic. scheinend, glänzend; offenkundig, sichtbar.
schinke, sw. m. Schinken; v. Menschen: Schenkel.
schinkel, m. Schenkel; Wagenachse.
schinken-ketel, Kessel zum Kochen eines Schinkens.
schinken-lach, ein Schinkengelage, Fest, bei welchem Schinken verzehrt wurden.
schinken-sniden, e. Spiel der hansischen Kontoristen in Bergen.
schînlik, scheinend, offenkundig.
schînliken, adv. herrlich (splendide); gleisnerisch.
schîn-los, scheinlos, den Schein verlierend.
schin-mêse, f. ältere Form für schimmêse.
schinne: mit s., mit Strassenraub. Nom.?
schinnen, sw. v. schinden, enthäuten; bildl. bis auf die Haut plündern, berauben; auch m. Acc. des Orts der Beraubung (de heide, de strate).
schinner, 1. Fellbereiter, Gerber; Pelzer. 2. Strassenräuber.
schinnerie, Räuberei.
schinnich, voller Schin, scabiosus.
schîn-schove, feurige Garbe, Stralenkranz..
schînsel, n. Schein, Glanz.
schint-vessel, aus mhd. schiltveƷƷel, Schildträger, Trossbube, scutifer, satelles.
schin-wort, f. chelidonium majus.
schip, n. flect. schippes, (kleiner) Scheffel, Mass für trockene Dinge.
schip, schep, n. flect. schepes, Schiff; to schepe gân, sich einschiffen; to schepe komen, Dienst auf einem Schiffe nehmen.
schip-, schep-bank, Ruderbank; -bêr, Schiffsbier; -brecken, naufragare; -breckig? = schip-brokich; -bre(c)kinge = d. f. W.; -broke, st. m. Schiffbruch; -broken, -brokich, schiffbrüchig; brockinge = schip-broke; -bruchtich = schip-brokich; -dracht (skandin.), tractio navium, das Treideln der Schiffe; -grave, schiffbarer Canal; -here, Schiffsheer, Kriegsflotte; -hêre, Eigentümer und Führer eines S., Capitän; -hure, Mietung und Mietepreis eines S.; -kindere, Schiffsmannschaft; -kiste, Schiffskiste der Matrosen (unten breiter als oben); -knape, Matrose; -lage, f. das Liegen eines S. im Hafen und die Abgabe dafür; -line, Schiffstau; -lôn, naulum; -man, 1. Schiffsmann (Ggs. schiphêre), Matrose, Pl. -manne, -man(ne)s, -lude, 2. Schiffer eines kleinen Fahrzeuges, 3. Schiemann, e. unterer Officier des S.; -mêster, Capitän, Steuermann; -mol(l)e, Schiffsmühle; -punt, Schiffspfund v. 280 oder 300 Pfund; -recht, Seerecht; -reide, (skandin.), f. ein District, dessen Bewohner zusammen ein Kriegsschiff ausrüsten müssen; -rik(e), schiffbar; -roder, Steuerruder; -rôf, -rover = sêrôf, sêrover; -rustinge, Ausrüstung der Flotte; -scriver, Buchführer auf d. S.; -segelinge, Schiffahrt, = schiprecht; -vart, Schiff-, Seefahrt; -volk, Schiffsmannschaft; -vore, f. schiffbare Wasserstrasse, Schiffahrt; -water, schiffbares Gewässer, Canal; -wech, Leinpfad, Treidelweg; -wark = schipwerk? = schipwrak, Schiffswrack? -werk, Kunde u. Ausübung der Schiffahrt, Schiffergilde.
schip-laken, ein besonders fein geschornes Tuch.
schippen, scheppen, sw. v. schaffen, verschaffen, bewirten, einrichten, verordnen, schicken; refl. sich verhalten.
schip(pe)nisse, schippense, 1. Schöpfung. 2. Beschaffenheit, Gestalt. 3. Geschöpf.
schipper, Schöpfer.
schipper-dêl, n. Lohn der Berger für geborgenes schiffbrüchiges Gut.
schippere, sw. m., später schipper, st. m. = schiphêre, woraus d. Wort entstanden ist; später s. v. a. Seemann.
schippinge, Schöpfung, Bildung; concr. das Geschaffene.
schip-scheren, zum letzten Mal Tücher fein scheren.
schîr, 1. rein, klar; ungetrübt, unverletzt; pur, lauter = nichts als, nur. 2. hell, durchsichtig, von der Farbe: weiss. 3. glatt, eben; gerade, schlank. 4. klar, aufgeklärt, aufs Reine gebracht, geordnet.
schîr, n. eine offene Bahn durch das Reith am Ufer.
schîr = schîrdôk.
schîr-dôk, dünne, feine Leinewand, klares, schleierartiges Tuch.
schîr(e), adv. 1. sofort, auf der Stelle. 2. rein, lauter, nur. 3. fast. – Superl. schîrst; schîrstkomende, nächstkommend.
schiren, sw. v. 1. reinigen, klären; ausgleichen, in Ordnung bringen. 2. intr. klar werden, sich abklären.
schîrheit = cîrheit, sîrheit.
schîr-kluftich, ohne Knorren, leicht spaltend, v. Holz.
schîr-kum, sudibulum, e. Gefäss zum Brauen (nnd. schîrküven).
schîr-laken, feine Leinewand.
schirpen, sw. v. = scherpen, schärfen.
schîr-rockeln, Chorhemd v. feiner Leinewand.
schîr-stok, Gerät zum Seihen.
schît, n.? = schite; Interjection der Abwehr, Verachtung.
schite, f. Kot, Dreck jeder Art; nicht ein s. = nicht das geringste.
schiten, st. v. scheissen; schitende suke, Durchfall.
schiter, podex.
schît-hus, Abtritt, stercorium; -kule, Unratsgrube; -vore, Dreckfuhre, Quark, res nullius momenti; -word, n. Wort ohne Wert; -wort, f. bryonia, Zaunrübe.
schive, f. Scheibe; Winde-, Dreh-, Blockscheibe; Rolle, Walze; Rad; Glücksrad; Scheibe im Sprechzimmer der Klöster; Stein im Bretspiel; Glasscheibe; Tischplatte, Tisch, bes. der Esstisch; Platte, Untersatz, Teller; Zifferblatt der Uhr; Bort (in kuntoren)?
schiv(e)-, schivel-haftich, -achtich, scheibenrund.
schiveken, Scheibchen, als Mass v. Wachs.
schivel, schivel-bên, eine Fuss- oder Beinkrankheit der Pferde.
schivel-borden werden unter Tuch- u. Seidensorten genannt.
schivelen, sw. v. schwanken, auf die andere Seite treten, abfallen; unredlich handeln, intrigieren.
schivelie, Schwanken, Winkelzug, Intrige, tergiversatio.
schiven, 1. nach Weise einer Scheibe bewegen, rollen. 2. zerquetschen, pilare, contundere.
schiven-garn, Garn zu einer Windescheibe; -glas, Fensterglas; -kok, Koch, der unter dem grossen Koch arbeitet (im Kloster); -kopper, Kupfer in Scheiben; -laken, Tisch-, Tafeltuch; -rat, Radscheibe (Rad an Kutschen etc.); -rôr, Scheibenrohr (ein Geschütz?).
schiver = schever, Schindel.
scho, m. 1. Schuh. 2. Teil der Pumpe, Blide, Ramme (?); Rumpf in der Mühle.
scho, sco, adv. so sco, sobald als. Lies scon = schôn(e)?
scho-ammet, Schusteramt.
schobant, m. Abdecker, Schinder, Todtengräber.
schobbe, leere(?) Garbe; Dem. schobbek, gelima.
schobben, sw. v. = schoven, die Schuppen von einem Fische entfernen.
scho-bode, Verkaufsbude der Schuhmacher.
schoch-tît, schof-tît, gew. der vierte Teil eines Arbeitstages, Arbeitszeit von 3 Stunden oder ¼ Tag.
schocken, sw. v. das Korn in Garben setzen.
schocken, sw. v. sich hin u. her bewegen, zittern, oscillare.
schode, n. (beim Pferde) die Scheide, das Gemächte.
schode, schodeke, f. Schote; Erbse.
scho-dêf, Schuhdieb.
schoden = schudden, schütten.
schoderen, schaderen, zittern, beben.
scho-dôk, Tuch, das als Socke, Fussbekleidung dient.
scho-duvel, m. 1. Vermummter, Maskierter; s. lopen = schoduvelen. 2. = schoduvelshovet, Maske, Larve, Teufelsantlitz. 3. d. Maskenfest zu Fastnacht oder Weihnachten.
schoduvelen, sw. v. vermummt umherschwärmen.
schoen, schoien, scho(i)gen, sw. v. beschuhen, Schuhe anziehen; einen gropen schogen, ihm neue Füsse ansetzen.
schôf, m. Schaub, was zusammen geschoben ist, Gebinde, Bündel, so von Gefässen, Pfeilen, Glas etc.; spec. Bund Stroh, sowol die Garbe (auch collectiv), als das ausgedroschene Stroh, das Strohbund; Strohwisch als Feuerzeichen; ênen ût dem schove tên, einen vor den andern auswählen.
schoffêren, verletzen, kränken, schänden. Subst. schofferture, schoffêricheit.
schôf-gavel, Stroh-, Streuforke; -holt, Holz in Bunden, z. B. Dauben; -stên, schmale Dachziegel, die über einander geschoben werden.
scho-gelt, Entschädigung des Gesindes für die Kosten des Fusszeugs.
scho-gilde, f. Schuhmachergilde.
scho-hof u. -hûs, Warenniederlage, Verkaufsstelle der Schuster; Versamlungsort der Gilde.
schok, n. Haufen, Hocke; die Zahl von 60, sexagena (bei Rinteln auch ein Fruchthaufe von 12 Garben).
schoke (schouke, schoike), f. Concubine, liederliche Weibsperson, Hure.
schoken-kint, -sone, Hurkind, Bastard (als Schelte).
schok-maker, Stückarbeiter, der schockweise gelohnt wird.
scho-knecht, Schustergesell.
scho-krâm, Schuhladen.
schok-rêde, Seil, zum Schaukeln aufgespannt.
schok-rêden, sw. v. schaukeln.
schok-tal, eine Zahl von 60.
schok-werk, Arbeit eines schokmakers.
scho-lapper, -lepper, Schuhflicker.
scholare, sw. m. = scholer.
scholaster, Schulmeister, rector scolarum; Titel eines Domherrn; sein Amt u. Haus: scholast(e)rie.
(scholden) st. v. Prät. se schêlden, stossen, schieben; entwei s., trennen. Oder ist schellen zertrümmern, anzusetzen? Lübek. UB. VII S. 142.
schole, f. Schule; oft = Versammlung, Menge, Gesellschaft.
schôl(e)-dinge, pl. Schulwissenschaft; -geselle, Hülfs-, Unterlehrer; -holder, Privatschulmeister; -kint, Schulkind; -kunst, Schulbildung, -wissenschaft; -mêster, Schulmeister, Director einer öffentlichen Schule, = scholaster; -rede, Schulrede, akademischer Vortrag.
scholen, sw. v. 1. intr. strömen, Wellen schlagen. 2. trans. spülen; eine Flüssigkeit hin und her bewegen, gurgeln; im Wasser hin und her schwenken.
scholen (schollen), unr. v. schuldig sein (zu bezahlen etc.); bestimmt sein, zukommen, gebühren; mit Infin. auch zur Bezeichnung des Futurs u. Conditionals.
schôlen gân, zur Schule gehen, d. Schule besuchen.
scholer, schôlre, m. Schüler, nam. der zum geistlichen Stande bestimmt ist, ein junger Geistlicher, Cleriker (der auch als Schreiber diente).
schole-water, spülendes Wasser, Wirbelstrom.
scholike kunst, Schulwissenschaft.
scholke, f. Sumpf, Tümpel?
scholle = schulle.
scholpe = schulpe.
schôlrekîn, -ken, scholerken, Dem. zu scholer.
scholt-jâr, Schaltjahr.
scholver = schulver.
scho-maker, -meker, Schuhmacher.
scho-mêster, Schuster in e. Kloster.
schon, = scholen, sollen.
schôn, adj. adv. = schone.
scho-nagel, Schuhpflock.
schônde, f. Schönheit.
schône, adj. schön, hell, klar; bi schonem dage, bei lichtem Tage; schön, herrlich, prächtig; bedeutend, gross, ansehnlich; s. maken, reinigen, putzen; s. vrouwe, meretrix; to schoner hode, zu guter Vorsicht, bloss zur Sicherung einer Sache, eines Vorteils für sich oder andere. Im Superl. dat schoneste, bester, grösster Vorteil; up mîn sch., nach meinem besten Vorteile.
schône, f. 1. Schönheit. 2. Schonung, aufmerksame Behandlung, Verschonung, z. B. siner worde schone hebben, achten auf die Worte, die man spricht.
schone, adv. 1. hell, stralend, schön, herrlich, trefflich; sparsam. 2. im concessiven Sinne: al, oft, wan schone, wenn auch, obwol, obgleich. 3. zeitl.: bereits, schon.
schôn(e)-bart, Maske, Larve; -bose, Gleisner, Heuchler; -brôt, -rogge, Brod aus dem feinsten Rockenmehl von dreieckiger Form; -veder, tinctra, cintra, Feder in e. Schloss; -want, feines Tuch oder Leinen; -werk, feines Pelzwerk.
schôn(e)lik, -liken, adv. auf schöne Weise.
Schôn(e)-market, der zur Schonetîd in Schonen stattfindende Markt; -reise, -vart, Fahrt z. Häringsf. nach Sch.; -tîd, Zeit des Häringsfanges bei Sch. (Spätsommer); -vār(e), -varer, Schiffer der regelmässig nach Sch. fährt, Kaufmann der Schonischen Häringsfang und -handel betreibt, das zu solchem Zwecke dienende Schiff (Schoner), daher Schônfarsegel, Schonfahr-, Schoversegel, e. Art Segel.
schonen, sw. v. 1. schön werden, clarescere. 2. mit Dat., Gen., Acc. oder to u. Inf.: schonen, verschonen, rücksichtsvoll behandeln; sparen, versparen, unterlassen.
schonicheit, Schönheit.
schôpe, f. Schöpfkelle, z. B. der Maurer, bes. die grosse Füllkelle der Brauer.
schope, f. (Fisch)schuppe.
schôpen-bruwer, Brauerknechte, die in ihrem eignen Brot sitzen und den Brauern um einen gewissen Lohn bei jedem Brau helfen.
schôpen-stēl, Stiel einer schope (Benennung einer Strasse).
schop-hengel, Ballen Nasenschleims. Lies snop-?
scho-pinne, Schuhpinne.
schoppe, sw. m. Schuppen, Scheune.
scho-querdel, s. querder.
schor-bûk, m. Scorbut; schorbuckswater, aqua antiscorbutica.
schorde, s. schort.
schordel, Schilf, ulva.
schor-dôk, e. Art groben Wollenzeugs.
schōr(e), n. Gestade, Küste, Vorland.
schore: tor schoer, zum Schutz. Lies schuer?
schore, Stück Geschmeide? Lies schere, Schere?
schore, st. m. Riss, Bruch.
schoren, sw. v. 1. trans. zerreissen, zerbrechen; e. Schar trennen, auflösen; e. Ordnung verletzen, brechen. 2. intr. zerreissen, Risse, Lecke bekommen, bes. von Schiffen, die auf den Grund, eine Klippe stossen; sich losreissen. 3. refl. sich trennen von.
schore-pust, Stützpfosten, -balken der Kappe der Windmühle. Vgl. schare, Stütze.
schorf, m. Schorf, Grind, Räude.
schorfachtich = schorvet.
schorf-lodeke, -ladeke, Grindwurz, rumex acutus.
schorf-wort, -wortele, Grindkraut, Schwärkraut, scabiosa arvensis.
schoringe, Riss, Leck.
scho-rink, Ring am Schuh zur Befestigung des Riemens.
schorit (?) = storit, Harz von styrax offic., Storax.
schorlisse, schorlitze, Hemd (mit langen Ermeln), camisia lintea, supparus; Bezeichnung eines gemeinen Weibes.
schornobbe, m. eine Art Schandkleid? oder Schandstein? auch ein Schimpfwort. Vgl. scharnobbe.
schorpie, f. u. schorpiôn, n. Scorpion.
schorsel-dach, e. Festtag des Kürschneramtes in Bremen bei der Wahl zweier neuen Altmeister.
schor-stên, m. Schornstein, auch der Kamin, die Heerd-, Feuerstätte unter ihm.
schort? m.? pl. schorde, 1. Abteilung, Fach. 2. Graben, Abflussrinne, Rinnstein?
schort, m.? = schorte.
schorte, f. Schurz, Schürze; als Teil der Rüstung: Panzerschurz.
schortel-dôk, Frauenschürze; Schurzfell der Handwerker.
schortel-gelt, Geld zu Schürzen? e. Art Trinkgeld?
schorten, sw. v. 1. kürzen. 2. schürzen, binden, zusammenziehen, knüpfen; de nese schorten, die Nase rümpfen; = upschorten, aufschürzen, aufbinden, bildl. verschieben.
schortse, f. 1. Rinde. 2. Eisscholle.
schorvet, schorvedich, schorvich, schorficht, grindicht, räudig.
schor-wulle, die (lebenden Tieren) abgeschorne Wolle, Schur-, Scherwolle.
scho-snôr, Schuhband.
schôster, Schuster (erst im 16. Jh.)
scho-swarte, Schuhschwärze.
schot, n. Geschoss jeder Art, bes. Pfeil; collect. Geschützmaterial, Munition.
schot, n. (was von den Bürgern zusammengeschossen wird), Schoss, eine directe Steuer vom Vermögen.
schot, n. Riegel, Verschluss, Fall-, Schiebthür, Holzwand, überh. alles, wodurch man irgend eine Sperrung oder Hemmung anlegt.
schot, der 24. Teil einer Mark = 8 Pf.
schôt, m. 1. Schoss der Kleidung, der Rüstung. 2. Schoss des menschlichen Körpers. 3. Flussbett, Meeresschoss, Busen. 4. der hinterste Teil der Kirche.
schot-angel, e. Art Angel (die verboten ist); -bane, f. Schiessbahn; -bar, steuerpflichtig; -boge, Bogen (die Waffe); -bôk, Register der steuerpflichtigen Bürger; -bore, Bahre zum Transport von Erde? -busse, Schiessgewehr, Geschütz; -dele, Brett zur Dielung, Täfelung; -dor, Fallgatter, -thor; -forke, Heu-, Strohgabel; -gaddere = schotdor; -glevige, f. Wurfspeer; -hêre, Ratsherr, welcher die Bürgersteuer einnimmt; -holt = schotdelen; -kamere, 1. Zimmer, wo die Bürgersteuer erhoben wird. 2. Verschlag von Brettern? -line, tormentum, funis navis quo naute utuntur, »aufgeschossenes« Tau? -mêster, ein Ehrenamt im Stahlhof zu London; -porte = schotdor; -reise? Kriegszug, wozu die verbündeten Parteien Beitrag leisten? -renne, 1. Wasserleitung aus Bohlen? mit Verschluss? 2. Kehlrinne am Zusammenstoss zweier Dächer, am Schornstein; -rîs, Schössling, junger Trieb; -spole, Weberspule, -schiffchen; -swîn, Schwein, als Steuer gegeben; -vinger, Zeigefinger (mit w. man schiesst); -ware unde lude, Krämerware u. Krämer? vgl. schotte.
schote, st. m. Schuss; ên s. weges, als Massbestimmung; Pfeil, Ladung des Schiessgewehrs.
schote, schate, f. das Schiessen, Aufwachsen, crescendi ratio.
schôte, Tau, an die untere Ecke des Segels befestigt, um das Segel zu spannen.
schôte (dän. skjøde), f. Eigentumsübertragung (urspr. unter Übergabe einer Erdscholle in den Rockschoss des Käufers).
schôte-brêf, Urkunde über Verkauf von Immobilien, Überlassung von Rechten etc.
schôtel-bêr, das Bier, das beim schôten geschenkt ward; die Schaffer hiessen schôtelhêren.
schôtel-bôk, Buch, in welchem die Eigenthumsübertragungen verzeichnet stehen.
schotel-eit, eidl. Gelöbnis, die Bürgersteuer richtig erlegen zu wollen.
schotel-tins, Beitrag zur Bürgersteuer aus den zu frommen Stiftungen fundierten Zinsen und Renten.
schotel-tît, die Zeit, wo man Abgabe bezahlt.
schotele, Schüssel; s. schottele.
schoten (schaten), sw. v. Schoss geben, (directe) Steuer zahlen.
schôten, sw. v. sein Eigentumsrecht aufgeben zu Gunsten eines andern, mit Übergabe gewisser Symbole, scotare.
schotes-vri, 1. ohne v. e. Geschoss getroffen zu werden. 2. frei v. Abgabe, Steuer.
schôtinge, scotatio = schôte, f.
schotte, e. Schotte, herumzieh. Krämer.
schotts-mâl, n. die in Appellationsfällen vom appellierenden Teile zu erlegende Zahlung, überhaupt Appellation (schlesw.-holst.), dän. skudsmaal, schwed. skottmål.
schottel(e), f. Schüssel; der Gaumen?
schottel-balge, f. Balje, worin Schüsseln gewaschen werden; -bret, discus; -brôt, Brot beim Mahle; auch als eigenes Gericht? in Scheiben als Teller für das Fleisch? -dreiger, Schüsseldrechsler; -dwele, Schüsseltuch; -korf, Korb, in den Schüsseln gesetzt werden, cartallum; -pot, Kochtopf? -water, Spülwasser; -wescher, Küchendiener, der die Schüsseln wäscht.
schotteler, Schüsselmacher, scutellifex.
schotten, tributa dare, exactionare; s. schoten.
schotten, täfeln, dielen, bebohlen.
schotter (flandr.) = schutte, Schütze.
schottilie, Holztafel, Schindel; schottilien, sw. v. täfeln; schottilien-werk, Getäfel.
schottilier, der Tafelwerk, Schnitzereien macht, feinerer Tischler.
schôt-vel, Schoss-, Schurzfell.
schou-, schu-spel, Schauspiel.
schouwe, Schau, Anblick.
schouwen, sw. v. 1. sehen, schauen, beschauen; obrigkeitlich besichtigen, bes. Deiche, Wege etc. 2. zeigen, sehen lassen.
schouwer, Beschauer, Besichtiger.
schouwer (schauer), m. grosser Becher v. Edelmetall mit Deckelaufsatz, bes. für Confect.
schouwinge, 1. Besichtigung der Deiche, Wege etc. 2. Besuch der Wöchnerin.
schove, f. Haufen, Schar.
schove, f. (Fisch-) Schuppe.
schovelink, eine Art feineres Weissbrod.
schoven, sw. v. beschuppen, betrügen.
schow, schu, n. sichtbares Notzeichen.
schow-bank, Schaubank, Servante zur Ausstellung des Prunkgeräts.
schowel-scho, Schauschuhe, Meisterstück der Schuster?
scho-werchte, -werte, -wart, m. Schuhmacher, Schuster.
scho-werk, 1. Schustergewerk, -innung. 2. Schusterarbeit, -gewerbe.
scho-wisch, Schuhwisch, -putzer.
schra, f. (an. skrá, eig. Leder, Pergamentstreifen) Rolle, Statut.
schrachen (u. schraken?), sw. v. laut lachen. Subst. schracher.
(schracken): scrackede, sprang, tanzte; oder v. schrecken?
schrade (schra, schrage), dürr, mager, kümmerlich; dürftig, schlecht.
schrâde, schrâdelink, schrâden, schrâder, dialekt. Formen f. schrôde etc., w. m. s.
schrage, sw. m. (schräges) Gestell (aus zwei paar gekreuzten Beinen, z. B. Sägebock, Tonnenuntersatz etc.), bes. zur Herrichtung von Tischen und Bänken, auch der Warentisch selbst.
schrage, späte Form für schra, Statut; im 16. Jh. durch Einfluss des vorigen Wortes masc. und für jede polizeiliche Verfügung, die auf einem Brett im Rathause aufgehängt ward, bes. für Taxen, Preis- und Tarifbestimmungen.
schragelink = schradelink.
schram, m. Ritze, Kerbe.
schram-hans, ein herumstreichender Leuteplacker.
schramme, f. Hautritzung, Streifwunde, Schmarre.
schrammen, sw. v. auf der Oberfläche ritzen.
schrange, f. m. = scharne, bes. als abgegrenzter Verkaufsraum des Marktes, daher meist m. d. Präp. in u. im Pl.
schrang(e)-, schran(k)-klocke, Glocke, mit w. der Anfang des täglichen Marktes eingeläutet wird.
schrank, n. was absperrt, Gitter, Zaun, Verschluss; Verschlag in der Wand, freistehender Schrank.
schranke, sw. f. = schrank.
schranken, schrankelen, sw. v. 1. cancellare. 2. beim Gehen die Füsse kreuzweise setzen; hinken; vom Sprechen: stottern.
schrank-tûn, ein absperrender Zaun, Pallisade.
schrank-werk, Schranken, Einzäunung, Gitterwerk.
schrape, f. Werkzeug zum Kratzen u. Schaben, Rosskamm; bildl. Ausputzer, Vorwurf, Wischer.
schrape-bottere, von der Tonne abgeschrapte, ranzige Butter?
schrapelse, n. das was man als das letzte (aus einem Gefässe) zusammen schrapt, Rückstand, Nachbleibsel, Abfall.
schrape-mes, Schabmesser.
schrapen, sw. v. (mit Geräusch) schaben, kratzen.
schrât, schräg.
schrât, sbst. = schrôt.
schratele, abgeschnittenes Stück, Schnitzel von Zeug oder Papier; Saum, Streifen am Gewande.
schratelen, sw. v. zerstückeln, zerfetzen, schlitzen.
schrât-rode, Schrägrute (zur hölzernen Turmspitze).
schrât-spleten, schräg gespalten.
schrât-stake, Zaunpfahl (die schräge gegen einander gesetzt werden).
schrât-swîn, einjähriges Schwein, das beim Schlachten gleich zerstückt wird? mageres Schwein?
schrât-vlêsk, vom Schlachter zerstücktes Fleisch, viell. v. bestimmter Grösse.
schrecke, sw. m.? Schrecken (spätes W.).
schrecken (Prät. auch scrahte; vgl. schracken), 1. = schricken. 2. erschrecken.
schrede, st. m. Schritt, Tritt.
schredere, der Schreer, ein Eisen, welches auf den Ambos gesetzt wird, um Nägel u. dgl. abzuhauen.
schrei, m. u. n. Schrei, Geschrei; der einem Tiere eigentümliche Laut; = ruchte, Hülfeschrei; Schlacht-, Parteiruf, Losung.
schreielik, flebilis.
schreien, sw. v. schreien, bes. laut weinen, jammern.
schrei-man, Zeuge des »Geschreies«, des Notrufes.
schreklik, schrecklich, furchtbar (spätes W.).
schrempen, sw. v. schrumpfen, zusammenziehen; (Fleisch) rösten, sengen.
schrendelen, sw. v. zirpen, crocitare?
schrenkel, ein Geschmeide: Spange?
schrenkelen = schrankelen, vacillare.
schrenken, sw. v. 1. quer und überkreuz setzen, verschränken. 2. beschränken, hindern.
schrep, schrepel, dünn, mager, dürre.
schrepe = schrape, Striegel; schrepen, striegeln.
schrepsel, n. = schrapelse.
schrêt-stake (= schrâtstake?), Wegepfahl, Grenzpfahl..
schreve, st. m. 1. (eine mit Kreide gezogene) Linie, Strich; dann überh. vorgeschriebene Linie, die angibt, wie weit man gehen darf; boven oder over den schreve, über das vorgeschriebene Mass hinaus. 2. ein brabant. und flämisch. Weinmass, hält 4 stope oder gelten oder 8 potte.
scribe, sw. m. Schreiber (Schriftgelehrter).
schricht, f. = schrichte.
schrichte, n. Geschrei, bes. der Notruf.
schrichte-note, (Schreigenosse) Zeuge des Notrufs.
schrickel-jâr, Schaltjahr, annus bissextus.
schrickel-note, f. octava.
schricken, sw. v. Hände oder Füsse rasch bewegen: klatschen, in die Hände schlagen, plaudere; springen; tanzen, auch refl.?
schricken-, schrecken-berger, eine grössere Münze, vom Schreckenberge in Meissen (später St. Annaberg) genannt, wo sie geprägt wurde.
schricker, m. Springer, Tänzer.
schridde, sw. m. Landstreicher, Bettler?
schriden, schreiten, treten.
schrie, schrige, n. Geschrei.
schrien, schrigen, st. u. sw. v. schreien, laut rufen; heftig u. laut weinen; laut schallen, hell tönen.
schri-, schriginge, das Schreien.
schrîf-bret, epicausterium, graphium, scriptorium; -hant, die schreibende Hand; -kamere, Schreibstube, Kontor, Kanzlei; -kuntôr, Schreibtisch; -mes(t), -mestken, Federmesser; -mêster, Schreiblehrer; -schole, Elementarschule; -scholer, Elementarschüler; -stôl, epicausterium, cathedra scriptorum; -tafele, Schreibtafel; -touwe, n. Schreibzeug, -gerät, -ve(d)dere, Schreibfeder.
schriflik, schriftlich; aus schriftlik? oder schrîflik?
schrîfninge (aus schwed. skrifning) = schrivinge.
schrift, f. das Schreiben; Geschriebenes; schrift maken, schriftliche Verträge machen; uppe schr. hebben, aufgezeichnet, aufgeschrieben haben; die heil. Schrift.
schriftaftich, schriftgelehrt, homo literatus?
schriftich, schriftlich; der Schrift gemäss, dem Wortlaute nach.
schriftlik, schriftlich.
schriftûr(e), f. Schrift, bes. die heil. Schrift.
schrige, schrigen etc., s. schrie etc.
schrik, Brunnen-, Pumpenpfosten?
schrik (î?), Wiesenknarrer, Wachtelkönig?
schrimpen, st. v. die Nase rümpfen; sw. v. = schrempen.
schrîn, n. Schrein, Kiste, Lade; Sarg, Reliquienschrein; oft bildl., z. B. Maria, ein schrîn der sâlden. Demin. schrineken.
schrînde-meker, Schreiner, Tischler.
schrinden, einen Schrund, Riss bekommen? = schrinen?
schrinen, schmerzlich jucken und brennen.
schrit-scho, (schrît-?) Schuh zu weiten Schritten, petasus; Schlittschuh (auf dem Eise).
schrive- in Zssetz., s. schrîf-.
schriveine (-veie), frz. écrivain, Schreiber, Secretär; bes. Schiffsschreiber.
schrivel-bret, -mes, s. schrîf-; -pennink, Schreibgebühr.
schrivelik, schreibbar; beschreiblich.
schriven, st. v. schreiben; bildlich darstellen; Inf. subst. das Schriftstück.
schriver(e), Schreiber.
schriver-bret, -mest, -schole, -stôl, s. schrîf-; -lach, jährliche Festmahlzeit der Stadtschreiber.
schriverie, 1. das Schreiben. 2. die Schreibstube, Kanzlei.
schrivinge, -unge, das Schreiben.
schrobben, sw. v. = schrubben.
schrôde, schrâde, sw. m. abgeschnittenes Stück, Lappen.
schrôde-bank, sartorium, Schneidertisch; -gelt, Weinschröterlohn.
schrôdelen, sw. v. zerkleinen, zernagen (v. Mäusen).
schrôdelink, schrâdelink, schedula, Schnitzel; e. Art minder guter Wolle.
schrôden, schrâden, st. u. sw. v. schroten, in kleinere Stücke zerschneiden, zerkleinen, z. B. Getreide zu (grobem) Mehl; zernagen; mit der Schere zerschneiden, bes. Zeug, daher: schneidern; überh. schneiden, beschneiden; von Münzen (welche in bestimmter Zahl aus einem bestimmten Gewicht geschnitten wurden): ausprägen, ausmünzen. schrôden kopper, Schrotkupfer.
schrôden, schrâden, sw. v. wälzen, rollen, von Wein- u. Bierfässern; auf- u. abladen (auf zwei Leiterbäumen wälzend oder schiebend fortbewegen).
schrôder, schrâder (fem. -sche, -inne), Schneider; Wein-, Bierschröter; Hirschkäfer.
schrôder-, schrâder-knecht, Schneidergeselle; -mêster, Schneider-Aeltermann; -stede, Schneiderwerkstatt.
schrôdinge, das Schroten; vom Gelde: die Ausmünzung, Ausprägung.
schrofulen, pl. Scropheln.
schroien, sw. v. sengen.
schromen, sw. v. vor, sich fürchten vor.
schrôt, schrât, n. 1. Schnitt, abgeschnittenes Stück; die Stücke Leinen, aus welchen das Bettlaken zusammengesetzt ist; Stück, Seite Speck. 2. Absatz (an einem Gebäude)? 3. ein Schmiedewerkzeug.
schrôt-ambacht, -ammet, 1. Schneiderhandwerk. 2. das Gewerk der Bier- und Weinschröter; -gast, Schneiderkunde; -lôn, Schneiderlohn; -mêster, Münzmeister; -schêre, sargillum, forfex; -tafele, Schneidertisch; -wacht, f. -wage, f. Setz-, Nivellierwage, fig. Norm; -werk = schrôtambacht; geschnittene Ware, Ausschnitt.
schrubben, sw. v. kratzen; reiben, scheuern; rein scheuern.
schruchte = schrichte.
schrûf-werk, Schraubenwerk, Gewinde, Schraubensatz.
schrul, m. 1. Anfall von Unsinn, toller oder übler Laune. 2. dauernde Misstimmung, heimlicher Groll.
schrumpe, f. Runzel, Falte; Knick, Bruch im Zeuge.
schrupelois, scrupulös, ängstlich.
schruten, sw. v. schnarchen, schnaufen; Unmut, Widerwillen äussern.
schruve, f. Schraube, z. B. in der Presse, Wagenwinde; ein pâr schruven der Zimmerleute: Schraubensatz zum Heben und Schieben; (silbernes) Fussgestell, auf w. ein Weinglas geschroben wird; ein Geschmeide an Kleidungsstücken zum Zusammenheften, torquis.
schruven, sw. v. schrauben, winden; durch eine oder zwei Schrauben heben oder von der Stelle rücken.
schu, 1. adj. u. subst., s. schûw, schuwe. 2. = scho, Schuh.
schubbe, f. Schuppe.
schubben, sw. v. die Schuppen entfernen, exsquamare.
schuchteren, sw. v. scheuchen, verjagen, auseinander treiben, zerstreuen, diffugare.
schuchteren, adj. auseinander getrieben, zerstreut; schüchtern, bange.
schuchteringe, das Auseinandertreiben, Zerstreuen.
schucke, Schaukel. Vgl. schocken.
schucken, sw. v. schluchzen, singultire.
schudde-galge, f. Schnell-, Wippgalgen.
schudde-kappe, Name eines (schlechten) Bieres.
schuddelink, Schüttelwolle, frz. laine jettice.
schudden, sw. v. 1. trans. schütten, schütteln. 2. intr. schüttern, beben.
schudder, concussor.
schudde-ût, libitina, est feretrum.
schuddinge, quassatio.
schude, Prät. zu schên.
schûf, e. Schieber; Schubfach.
schûf-bore, f. Schiebbahre.
schûf(e)le, später meist schuffele, f. Schaufel; de s. bekomen, bei der Werbung einen Korb bekommen.
schuffel-bret, Schaufelbret (Mühlengerät); -holt, Holz zu Schaufeln.
schuffelen, sw. v. schaufeln.
schuffelen-dreger, (im Bergwerke) ein Unterbeamter, dem vom Bergmeister das Gericht befohlen ist.
schuffesten: schûf-feste(n?) = Schuftange, plattes Tau, spitz an einem, mit einem Auge am andern Ende, w. als Raaband dient? oder schuve-stên (d. h.?)?
schûf-isern, Eisen zum Auswirken der Pferdehufe.
schûf-kar(e) = schuvekare.
schûf-lade, f. Lade mit Schiebdeckel; Kasten in einem grösseren Behältnis, z. B. Tisch; Dem. schûfladeken.
schuft, m.? Widerrist des Pferdes.
schufût, schuffût, schufvôt = schuvût.
schugge = schuwe, scheu.
schuk-dore, lose Thür, »Schott«? Verlesen? Variante: slingdore.
schuke = schoke.
schûl, n. schule, f. Versteck, Ort, wo man sich versteckt und Schutz sucht.
schûl-blok, Gefangenblock als Strafe eines Flüchtlings, eines die Schule versäumenden Schülers.
schulde, st. f. = schult, bes. Anschuldigung, Klage; schot unde s., alle Abgaben, w. ein Bürger an seine Stadt, schat u. s., w. e. Untertan zu leisten hat.
schuldegen, sw. v. beschuldigen, anklagen, verklagen.
schuldeginge, Beschuldigung, Anklage.
schuldemêre = schuldenêre.
schulden, sw. v. 1. trans. beschuldigen, anklagen. 2. intr. schuldig sein; m. Gen., e. Strafe verdient haben.
schuldenêre, der schuldig ist, debitor; aber auch der, welchem geschuldet wird, Gläubiger; auch Bürge, Gutsager = lover.
schulde-note, Schuldgenosse, Teilnehmer an einer Schuld oder einem Verbrechen.
schulder, Schuldner; Verbrecher.
schulder(e), f. Schulter; Vorderschinken.
schulder-blat, Schulterblatt; -ketel = schinkenketel; -knoke, Schulterknochen; -kussen, Schulter-, Kopfküssen; -mate ketel = schulderketel.
schuldes wesen ênem wat, jem. etwas schuldig sein.
schuldich, 1. berechtigt (zu erhalten, bekommen). 2. schuldig, verpflichtet zu zahlen. 3. schuldig einer Tat, noxius, reus.
schuldinge, 1. Beschuldigung, Anklage. 2. Schuld (Geldstrafe), falls jemand etwas nicht leistet, poena.
schulen, sw. v. verborgen sein; sich versteckt halten, lauern; verstohlen blicken, horchen; refl. sich verbergen; s. gân, heimlich weggehen u. Schlupfwinkel suchen, bes. v. Kindern, w. die Schule schwänzen.
schûl(e)nisse, Versteck, Schlupfwinkel.
schuler, der sich verborgen hält, Flüchtling, Laurer.
schule-wagen: den s. tên, sich verstecken, verbergen.
schûl(e)-winkel, Schlupfwinkel.
schulinge = schulenisse.
schulle, f. Scholle, e. Plattfisch, passer piscis; schullen-vanger, Schollenfischer.
schulle, Rasenstück, Erdscholle.
schullen = scholen, sollen.
schullinge = schuldinge, Geldstrafe, poena.
schul-ôrdich (û?), v. Pferd: scheu, tückisch?
schul-oret (û?), lauernd, heimtückisch?
schulpe, Muschel. Dem. schulpeken.
schulpen, sw. v. eine Flüssigkeit stark hin und her bewegen, schütteln, dass sie überzufliessen droht; intr. von der bewegten Flüssigkeit selbst.
schulpen, sw. v. in Holz oder Stein graben.
schulp-sage, eine Säge, mit der man schulpet?
schult, f. 1. was man einem andern zu geben schuldig ist, Verpflichtung, bes. Geldschuld (mine s., was ich schulde; was man mir schuldet, ich zu fordern habe). 2. Vergehen, Delict. 3. Verschulden, Veranlassung, Ursache. 4. Beschuldigung.
schult-bôk, Schuldbuch.
schult-brêf, Schuldverschreibung.
schulthaftich, mit der Schuld behaftet, schuldig.
schult-hêre, Gläubiger, creditor.
schult-hête, schultête, schulte, sw. m. (der Verpflichtungen befiehlt) Schultheiss, Schulze.
schulthêten-, schultêt-ambacht, -dôm, Schultheissen-Amt; -dink, Sch.-Gericht.
schult-mate, Mass, das bei Zahlung von Zins-Getreide etc. üblich ist?
schult-mudde, Schuld-, Zinsscheffel.
schult-swîn, Schuld-, Zinsschwein.
schult-tale, Verhältnis (rata pars) einer Schuld.
schulver, m. Seerabe, Taucher.
schulveren, sw. v. intr. abblättern, schuppenweise abfallen.
schume, sw. m. u. schûm, st. m. Schaum; Metallschlacke.
schumen, sw. v. 1. schäumen. 2. den Schaum abnehmen, despumare. 3. das Land (die See) raubend, bettelnd etc. durchziehen, landstreichen.
schumer, m. Landstreicher, Nichtsnutz.
schumfêren, sw. v. besiegen.
schumferture, f. Besiegung, Niederlage.
schûm-kelle, f. Kelle, Gelte zum Abschäumen.
schummer, Dämmerung.
schummeringe, Dämmerung.
schummer-licht, Dämmerung, Zwischenlicht, diluculum.
schun, scun, Verkürzung von schulen, scholen, sollen.
schundel-kint, Leichtgläubiger.
schunden, sw. v. reizen, anreizen (zum Bösen).
schundigen, sw. v. = schunden.
schune, f. Scheune.
schunen, sw. v. in eine Scheune bringen.
schunisse? l. schun(de)nisse, Anreizung, Aufforderung?
schunt, Anreizung, Verlockung zum Bösen.
schupe = schope.
schuppe, f. Grabscheit, Schaufel, Schöpfschaufel, pala.
schuppe-stôl, Stuhl (Bank, Brett), von dem man geschuppet, d. i. heruntergestossen wird (ins Wasser, in den Kot), Schnellgalgen, Wippe: entehrende Strafe für eine gewisse Klasse von Verbrechern, bes. Betrüger.
schuppen, sw. v. stossen, fortstossen; vertreiben, verjagen.
schuppinge, das Fort-, Wegstossen, precipicium.
schûr, (Regen-, Hagel- etc.) Schauer.
schûr, n. Schutz, Schirm; in, to schure, geschützt; Scheuer, Schuppen für Geräte, Wagen, Holz, Torf etc.; Schutzdach, z. B. an Häusern über Thüren, Kellerhalsen und Fenstern; Baldachin an Altarschreinen; Abteilung, Fach.
schûr, listig, schlau.
schure, f. Scheuer, Scheune.
schuren, sw. v. schützen, bewahren.
schuren, sw. v. reiben, scheuern; reinigen; refl. sich nicht mit einander vertragen können.
schurer, Putzer, Schwertfeger.
schûrheit, schuricheit, Listigkeit, Schlauheit.
schûr-henne, Scheuerhenne (gallina horrestrea), zahme Henne? (Ggs. Feldhuhn?)
schuringe = schûr, n.
schûr-iseren, Schüreisen.
schurlitz = schorlisse.
schurren, sw. v. schurren, den schurrenden Ton hervorbringen.
schûr-stok, Stock zum Umrühren.
schut, Schirm, Schutz; Gegenrede, Einwand, Einrede (jur.).
schute, f. Spaten, Grabscheit.
schute, f. Name von Schiffen verschiedener Grösse, Bauart (doch stets vorn und hinten spitz?) u. Bestimmung, See-, Fluss- u. Hafenschiff, mit oder ohne Bord, segelt, wird gerudert oder geschoben, Begleitschiff der Orlogskoggen, Frachtschiff, Fischerboot, bes. Leichterschiff.
schute-lage, Fracht-, Leichtergeld für eine Schute; -man, remigator schutae, = prâmkerl.
schuten-meker, der Schuten baut; -schuver, Kahn-, Bootführer.
schut-geverde, n. das Schiessen, Kanonade; ein s. holden mit, dem Feinde ein Schiessgefecht liefern.
schut-hagen, Schüttzaun = schutte-koven.
schutsch, einfältig, grob, abgeschmackt, ndl. schots.
schut-schot = schuttestal.
schutte, sw. m. Schütze, sagittarius.
schutte, n. Geschütz, Schiessgewehr jeder Art.
schutte, f. n. 1. Schott, Vorrichtung zum Stauen oder Abhalten des Wassers; Aufziehschleuse, Fallthüre, Schossthüre (bei den Mühlen); Schirmwand (milit.). 2. Schutz, Schirm, Verteidigung.
schutte, f.? das »geschüttete« Vieh.
schutte-bret, ein Brett, um etwas abzuschotten, bes. um das Wasser aufzuhalten, Aufziehbrett.
schutte-geverde = schutgeverde.
schutte-kost, e. Ausgabe beim Bergbau.
schutte-koven = schuttestal.
schuttel-gelt, Pfandgeld, Geld für das »Schütten«.
schutte-man, e. Arbeiter unteren Grades beim Bergbau.
schutte-mêster, Aufseher über d. Wasserstauungen; überh. Polizeidiener.
schutten, sw. v. schützen, schirmen; hindern, wehren; bes. fremdes Vieh, das Schaden thut, einsperren, als Pfand zurückbehalten; überh. hindern, zurückhalten, mit Beschlag belegen; Wasser aufstauen.
schutten-gevechte, -geverde, n. = schut-geverde.
schutten-hinxt, -pert, Pferd für Schützen, leichtes Pferd.
schutten-lach, n. jährliches Festgelage der bürgerlichen Schützen.
schutten-wal, Wall für die Schützen, Schützengraben.
schutter, der Vieh etc. schuttet (Polizeidiener); ndl. auch Schütze.
schutte-recht, das Recht Vieh zu »schütten«.
schutte-stal, Stall, in dem Vieh »geschüttet« wird.
schuttinge, 1. Sperrung, Abdämmung; Staudamm. 2. Einschliessung, Pfändung, Arrestierung; concr. das geschüttete Vieh. 3. Schutz, Schirm. Als jur. Terminus: 1. Zurückweisung eines Zeugen. 2. Einrede, Ausflucht, Vorwand.
schuttink, m. Schütting, Versamlungshaus der Kaufleute und Gilden; privilegiertes Bierhaus; Gilde, Kompanie.
schutzerie, einfältige Rede, Abgeschmacktheit, nugae; vgl. schutsch.
schuve-kar(e), f. Schiebkarre.
schuveler, eng anliegender Rock.
schuven, st. v. schieben, stossen.
schuver, m. Schieber; das Werkzeug, mit dem man Brod etc. in den Ofen schiebt.
schuve-stake, Schieb-, Schaltstange.
schuvût, -vôt, m. Uhu, strix bubo.
schuw(e), scheu, in Furcht, furchtsam; von Tieren: wild, ungezähmt.
schuw(e), f. m. Scheu, Furcht; Gegenstand des Abscheus, Scheuche, Schreckbild.
schuwelse, n. Scheusal, Schreckbild, Scheuche.
schu(w)en, sw. v. 1. intr. scheuen, scheu werden; s. vor = sik s. vor. 2. trans. scheuen, fürchten, vermeiden; refl. sik s. vor, sich scheuen, zurückscheuen vor.
schuwent, n. Scheu.
schuwinge, Scheu; Gegenstand des Abscheus.
zd(i)ust, m.? afrz. jouste, Turnierkampf.
se, Verkürzung von so, bes. nach Relat.: de se, qui; (so) we se, quisquis, quicunque; wan se, quandocunque.
sê, f. 1. See, Meer; to der sê wart, seewärts, in die See. 2. auch m. Landsee.
sê, pron. sie; Subst. das Weibchen von Tieren.
sê-bal, Seequitte, ein kugelförmiges Seegewächs, alcyonium cydonium.
sê-ballige, f. Seebalje, Priel.
sê-bank, fortlaufender Deich gegen die See, Deichverband.
sê-bare, Seewoge.
sê-bêr, für den See-Export gebrautes Bier.
sê-besie, Haffdorn, Meerkreuzdorn, hippophae rhamnoides?
sê-blat, Blatt der Wasserlilie; diese selbst.
sê-blome, Wasserlilie.
sê-bort, f. Seerand, d. i. Deich.
sê-brant, Nordlicht?
sê-brêf, Schifferpass.
sê-brûk, Seebrauch.
secanen, pl. Zigeuner.
sechtegen, sechtnisse = sachtigen, sachtenisse.
seckele = sekele.
secker = seker.
secker, n. engl. exchequer.
secrêt, n. 1. Geheimnis, geheime Eigenschaft. 2. = secrêt-segel, Geheimsiegel, das kleinere Siegel der Fürsten u. Städte.
secretêr, Geheimsecretär; studierter Stadtschreiber.
secta, secte, 1. religiöse Secte. 2. religiöser Orden.
sectêrisch, ketzerisch.
sê-cundît, Conduct, Geleit-oder Schutzbrief zur See.
seddek, seddel, seddele, sedder, sedduer; s. sedek etc.
sede, st. m., später auch st. f. u. sw. m., Sitte, Art u. Weise, Gewohnheit; gute, anständige Sitte.
sedek, sedik, m. Sittich, Papagei.
sedeker, porphyrio.
sêde-ketel, Kessel zum Kochen.
sedel, st. m. sedele, sw. f. Sitz; Sessel, Bank.
sedele, cedele, tzedule, sw. f.; später auch sedel, m. n. Zettel, beschriebenes Blatt, Schriftstück, scheda, schedula.
sedelêre, Sattler.
sedelhaftich, ansässig.
sedel-hof = sadelhof, Sattelhof.
sedelik, der Sitte gemäss, gebräuchlich; sittsam, anständig, sittlich; adv. sedel(i)ke(n).
sêdel-ketel = sêdeketel.
sêden, st. v. intr. u. trans. sieden, kochen, aufwallen.
seden = saden, sättigen.
sêdendich, siedend.
sêder, Sieder; Salzsieder.
seder, sedder, ceder, Zeder, cedrus; -bôm, -appel.
seder, sedder (sēr), sedert, 1. präp. m. Dat. seit. 2. adv. seitdem, nachher, später. 3. conj. mit folg. dat, seitdem.
sedet, gesittet..
sedewer, cedewer, 1. = seduer. 2. Zeder; -bôm. Adj. cedewaren.
sêdich = sadich.
sedich, sittig, anständig, züchtig; adv. sedigen, sedichliken.
sedicheit, Sittigkeit, Zucht.
sedigen, sw. v. sättigen; zufrieden stellen. – E. ander. W.: gesedeget, gesittet.
sedinge, Sättigung.
sê-drank, m. Ertränken in der See.
sê-driftich, auf der See treibend oder von der See ans Ufer getrieben.
seduer, ceduar, seduwer, sedewer, czedewar, zedewort, zeduarium, seduarium, Zittwerwurzel, amomum zedoaria; und Zittwersamen?
seduer, -bôm, Zeder.
seduer-sât, Wurm-, Zittwersamen, semen cinae.
segaftich, sieghaft.
sege, st. m., später auch sw. m. u. st. f. Sieg; sege striden (sw. v.), vechten (st. v.) siegen.
sege, tzege, sw. f. Ziege; Teil des Spinnrades?
sege = sage, Fieber.
sege, triefend, triefäugig.
sege-bode, sw. m. Siegesbote, Siegverkünder.
segede, f. Schlag-Sichel (bes. um Plaggen zu hauen).
sege-haft, f. Sieg.
sege-haft(ich), siegreich.
sege-heil, n. Sieg.
segel, n. Segel; Schiff; to s. gân, under dat s. komen, die Segel beisetzen, absegeln; under dem s. wesen, die S. beigesetzt haben, segeln, Mühlensegel.
segel (segil), n. Siegel; unser lêven vrouwen s., convallaria polygonatum.
segelacie, f. das Segeln, Schiffahrt, navigatio; segelacies-man, Seemann.
segelacie, besiegelter Brief.
segelbar dôk, Tuch, das durch ein aufgedrücktes Siegel als vorschriftsmässig kenntlich gemacht ist.
segel-brêf, besiegelte Urkunde.
segel-dreger, Siegelträger, -bewahrer.
segelen, sw. v. 1. intr. segeln. 2. trans. segelnd wohin bringen.
segelen, sw. v. siegeln, besiegeln.
segeler, Schiffer, Seemann.
segeler, Siegeler, Siegelbewahrer, sigillator.
segel-garn, (Garn, um Segel zu nähen) Bindfaden.
segel-graver, Petschierstecher, Stempelgräber.
segelinge, das Segeln, Schiffahrt.
segelinge, Besiegelung.
segel-laken, Segeltuch.
segel-maker, Segelmacher.
sege-lôs, sieglos; s. werden, besiegt werden.
segel-rêde, segelfertig.
segel-rode, Raa, Giekbaum.
segel-stên, Magnet.
segel-strenge, antemne, wol: Segeltaue.
segel-was, Siegelwachs.
segen, m. Kreuzeszeichen; Segen, Segensspruch; Zauber-, Beschwörungsformel; den s. geven, segnen, beschwören, verabschieden.
sêgen = seien.
segen, adj. caprinus.
segen-, tzegen-bart, cinum (lonicera caprifolium?); -gras, capria; -herde, Ziegenhirte; -hor, -kotel, Z.-Excremente; -horn, Z.-horn; -hût, -vel, Z.-fell; -kêse, Z.-käse; -koven, -stal, Z.-stall; -ledder, Z.-leder; -melk, Z.-milch; -vlêsch, Z.-fleisch; -vôt, Z.-fuss, Brecheisen.
segene, s. seine.
segenen, segen, sw. v. bekreuzigen, segnen, einsegnen, weihen; besprechen, beschwören.
segenerie, Segnerei, Besprechung.
segeninge, Segen, Einsegnung, Weihung; Besprechung.
segen-rîk, siegreich.
segen(t)-korn, Säe-, Saatkorn?
sege-nunft, -nuft, f. »Siegnahme«, Sieg, Triumph.
seger (segger), Säger.
sêger, 1. = seiger, Säemann. 2. = seiger, Uhr. 3. = seiger, kahnig.
sege-sak = seisak.
sege-salich, siegreich.
sege-vacht, m. (u. f.) -vecht(e), st. m. -vechtinge, Sieg; -vachtich, -vechtich, -vechtelik, adj. siegreich, triumphierend; -vechten, -vachten, sw. v. den Sieg erfechten; -vechter, Sieger.
segge, carex, e. Art Sumpfgras.
segge, f. das Sagen, Ausspruch, (Rechts)entscheidung.
segge-brêf = entseggebrêf, Fehdebrief.
seggel, seggelen, seggeler = segel (Segel u. Siegel) etc.
seggelik, erzählbar, sagbar.
segge-mêster, Münzwardein; vgl. saie I.
seggen (secgen), segen, sw. v. sagen; erzählen; erklären, als richterliche Entscheidung aussprechen; zusagen, versprechen.
seggen(t), n. Infin. 1. das Sagen, Erzählen, Gerücht. 2. das Sagen als Befehl; als (schieds)richterlicher Ausspruch.
segger, 1. Sager, Erzähler; Schwätzer; Verleumder. 2. der Befehle gibt; im Salzwerke ein Beamter des sôtmêsters, der die Aufsicht hat über die Bauarbeiten am Sode und über das Schöpfen und die Verteilung der Sole; Entscheider im Rechtsstreit.
segger, 1. = seger, Säger. 2. = seiger, Uhr.
seggerie, Sagerei, Geschwätz, Gerede.
seggerne, der Neigung hat zu sprechen, geschwätzig.
segges-man, Entscheider, Schiedsrichter.
segge-wort, meistens im Pl.: Gerede, Hörensagen.
segginge, Aussage.
seginge = segeninge.
sê-hân, Seehahn, gallus marinus, eine Art wilder Enten.
sê-hase, stagnilepus, ein Fisch.
sê-hunt, Seehund.
sê-hûs, Brauhaus für den See-Export.
sei = sê, pron.; = sê, See.
sei, seig, m. Malz-Treber, die beim Bierbrauen übrig bleiben.
seiche, f. Harn (mehr hochd.).
seichen, sw. v. harnen.
seide, f. Saite, fides, chorda.
Seide, cuscuta europaea.
seiden = sêden, sieden.
seiden-, sein-bôt, -schip, kleineres, sehr schnell segelndes (nicht tief gehendes?) Kriegsschiff (erst seit dem 16. Jh.).
seiden-klank, -sank, Saitenklang.
seiden-(seidel-)spil, Saitenspiel; musikalisches (Saiten-) Instrument.
seie = saie, sage.
seien, sw. v. säen; besäen.
seien, zuweilen = seggen.
seienschozen, d. i. seiensch hosen, Hosen von seie.
seier, Säemann.
sei(g)-budde, Bütte für die Malztreber.
seigelen, segeln.
seigelik, demütig?
seigen, seiger = seien, seier, säen etc.
seiger, kahnig (von Wein etc.).
seiger, seier, n. u. m. Wasser- oder Sanduhr, dann jede Uhr, Sonnenuhr, auch Schlaguhr, Glocke; umme (des) seigers achte, um acht Uhr.
sei(g)er-klocke, Uhr, horologium; -maker, Uhrmacher; -schive, Zifferblatt; -stunde, Glockenstunde; -venster, Mauerloch für die Turmuhr; -werk, Uhrwerk.
sei(g)-kuven, eine Kufe zu den Malztrebern.
seigszen-têne, pl. Eisenstäbe zu Sensenblättern?
seik = sêk.
seil = sêl, funis.
seil, contrah. aus segel; seilen aus segelen.
seile = sêle.
sein = sên, sehen.
seine, tzeine aus segene, f. grosses Zug-, Schleppnetz.
seiner, der mit seinen fischt, sagenarius.
seinich = sêdendich.
seint = sênt, Sehen.
sei-sak, grobes Tuch (Säesack? Trebersack?).
seise-bôm, das Holzgestell einer Sense.
seisel(e), f. eine Handsichel.
seisen(e), sei(s)se, seitze, f. grosses Zugnetz der Fischer.
seisen(e), sei(s)se, seitze, f. Sense.
seisen-meker, Sensenschmidt.
seit-spil = seidenspil.
seiver = sêver.
sek, n. seke, Sech, Pflugmesser.
sêk, siech; ungesund; bes. aussätzig.
sê-kanne, herba ciclagus (nymphaea).
sê-kante, f. -kant, m. Seeseite, Küste.
sêke-dage = sukedage.
sêk(e)de, seikte, f. Siechheit, Krankheit.
sêke-dôm, m. Siechtum; de rode s., die Ruhr.
sekele, f. Sichel; Dem. sekelîn.
sekel-krût, Sichelkraut, falcaria latifolia.
sêken, sw. v. siechen, kränkeln.
sêken-, sêk-ammet, das officium der Krankenpflege; -hof, -hûs, Krankenhaus, bes. für Aussätzige; -klappe, Klapper der Aussätzigen zur Ankündigung ihrer Anwesenheit; -mêster, Aufseher, Oekonom des Siechenhauses; -stove, sw. m. Krankenstube.
seker, sekeren, Kichererbsen, citrullae(-li).
seker, sicher, 1. von Personen: sorglos, unbesorgt. 2. von Personen und Sachen: zuverlässig, worauf man vertrauen kann, bes. von Zeugen. 3. vor Gefahren geschützt. 4. bestimmt, festgesetzt. 5. ên s., ein gewisser, quidam.
seker, adv. sicherlich.
sekeren, sw. v. sicheren, firmare, tutare, securum reddere; sik s. to, sich in den Schutz begeben von; versichern, geloben, versprechen; sik tosamene s., sich (eidlich) verbinden.
sekericheit, sekerheit, 1. Sicherheit, Sorglosigkeit; Zuversicht. 2. Sicherung, Schutz. 3. Sicherstellung; Gelöbnis, feierliche Versprechung.
sekeringe, 1. Sicherung, Schutz. 2. Bündnis.
sekerlik, sicher, gewiss, zuverlässig; adv. sekerliken, sekerken.
seker-lôs, dessen Wort nicht zu trauen ist.
sêkheit, Siechheit, Krankheit.
sel, m. = sal, Saal.
sel, sēl, m. Seehund, Robbe; der Thran dieses Tieres.
sêl, n. Seil, Strick.
sel-bermen, pl. Seehundsthran?
sêlde, f. Seligkeit, Heil, Glück.
sel-dekene, f. Decke von Seehundsfell.
selden(e), adj. u. adv. selten.
sele, st. m. gerichtliche Auflassung eines Grundeigentums; Grundherrlichkeit, Verfügungsrecht über ein Gut: den (vryen) s. uppe (over) ên gût ênem (uppe) laten; s. und ware dôn, Tradition und Gewähre leisten, selandiam et warandiam, cautionem facere.
sele, f. Zug-, Tragriemen oder-seil; Pferdegeschirr, Sielenzeug.
sêle, (seile), f. 1. Seele; bi miner s. (in Schwurformeln), bei Seligkeit meiner Seele. 2. de s. van deme herten, die grosse Pulsader.
sele (seile), Niederung, Wiese.
sêle = sêlde?
sêl(e)- (selen-) amme(ch)t, (eines Klosters) officium für die Seelen der Verstorbenen.
sele-bant, instita, Tragriemen der Lastträger, Hausierer, Karrenschieber.
sêl(e)-bat, Bad, das armen Leuten im Testament vermacht wird, der Seele des Verstorbenen zum Besten; zuweilen mit einer Spende an Bier und Brod verbunden; dann Spende auch ohne Bad; eine Collation nach der Vigilia mit Essen u. Trinken.
sêle-bedachtenisse, Erinnerung (Memorie) an einen Verstorbenen.
sêle-dach, Totenfeier für die Verstorbenen (um Michaelis).
sêl(e)-gave, -gelt, Gabe für die Seelen Verstorbener.
sêl(e)- (sêlen-) gerêde, n. remedium animae, was testamentarisch zu Seelmessen, Spenden etc. gestiftet wird zum Heil der Seele; überh. Testament, letztwillige Verfügung; der kirchliche Leichendienst.
sêl(e)-gerêder, m. der ein sêlegerêde stiftet, der Testamentierende.
sele-gût, n. -hof, m. -hove, f. = salgût, sadelhof, -hove.
sêleken, Demin. zu sêle, Seele.
sêl(e)-licht, Opferlicht für einen Verstorbenen.
sêle-manersche, altes Weib, das mit Rufen auf den Gassen zu den Seelenmessen einlud? = sêlevrouwe?
sêl(e)-maninge, Memorie, Gebet des Priesters für einen Verstorbenen?
sêle-meker, -maker, Seiler, funifex.
sêl(e)-misse, f. Seel-, Totenmesse.
sêlen, sw. v. seilen, binden, fesseln, ligare fune.
selen-rêp, -tûch, s. sel-.
sêle-qualen, sw. v. Seelenqual erleiden (vom Todeskampfe).
sêl(e)-togen, -tagen, sw. v. in den letzten Zügen liegen, agonisare.
sêle-togich, -tagich, in den letzten Zügen, im Todeskampfe, liegend.
sêl(e)-toginge, Todeskampf, agonia.
sêle-vrouwe, die für die Verstorbenen zu beten hat.
sêl(e)-werder, Testamentsvollstrecker.
sêl(e)-werderschop, Testamentsvollstreckung.
sêle-winder, Seiler.
sêle-wrakinge = sêletoginge; l. -brakinge?
self u. Ableit. u. Zssetz., s. sulf.
sel-hunt, Seehund, Robbe.
sêlich etc., sêligen = sâlich etc., saligen.
sêlichbar, heilbringend.
selik = sedelik.
sel-lant, selant = sedellant, sallant, terra salaricia einer curtis.
selle = geselle, Genosse; Spiessgeselle; Handwerksgeselle; Unterlehrer.
selle, celle, f. Zelle, Kammer, bes. Klosterzelle.
selle = sele, Zug-, Tragriem.
selle-bode, Verkaufsbude.
sellen, sw. v. gesellen, verbinden.
sellen, sw. v. urspr. einem andern (als Eigentum) übergeben; dann: veräussern, verkaufen, namentl. einzeln oder in kleinen Partien.
selleschop = selschop.
sellich u. sellik, gesellig.
sellinge, Verkauf; Handelsbetrieb.
sel-penninge, Abgabe für das Sieden des Seehundsspeckes.
sel-rêp, Zugseil, Strang.
selschop, -schap, f. Gesellschaft, Versammlung; Umgang, Verkehr; Kompaniegeschäft; Handelsgesellschaft, Innung, Ordensgesellschaft; Begleiter, Gesellschafter, Teilnehmer, socius; Vermögen, Haus- oder Abzeichen einer Gesellschaft.
selschoppen, -schapen, sw. v. sik s., sich vereinigen, sich gesellen (mit Dat. oder to); s. s. van, sich absondern, sich trennen von.
selsen (selsem), selten, seltsam, wunderbar; mi nimt s., mich nimt Wunder..
selsen-varwe, couleur changeante?
sel-smer u. -smolt, Seehundsspeck oder -thran.
sel-spek, Seehundsspeck.
sel-strenge, pl. = sel-rêpe.
sel-touwe, selen-tûch, n. Zuggeschirr der Pferde, Sielenzeug.
selt-sen, -sem, -sam = selsen.
sel-var (d. i. self-var), selbstfarbig = sulfgraw.
selve, f. Salvei.
selve, selven, selver, selves, s. sulve etc.
sel-wort, Herren-, Hofstätte = sadelhof.
sem, sēm, Binse, juncus.
sêm, m. Honigseim.
seme, sem (beim Schwur), bei, per; vgl. sam.
sê-man, pl. sêlude, Seemann, Seefahrer.
sê-man, einer der unter dem Pantoffel steht, uxorius.
sêm-budel, Beutel zum Auspressen des Honigseims.
sem(e)de, Biese; semdesc, papiricius; semden-werder, bibilos.
semele, f. 1. Kleie. 2. das feinste Weizenmehl, aus dem die Kleie geschieden ist 3. daraus gebackenes Brod, simila.
sêmen, sw. v. Honig seimen.
semende, ciperus (juncus triangulus).
semene, s. tosamene.
sementen, sementêren, sw. v. cementieren, Metalle zusammen mit andern Körpern in e. verschlossenen Gefässe glühen.
seme(n)tlik(en), adv. sämtlich, insgesamt.
sêmer, Honigseimer.
semes, semesch, adj. sämisch, ölgar (vom Leder).
semes(e), semesse, m.? Gesimse..
semlik, adj. 1. solcher, dergleichen. 2. (l. soml.?) mancher.
semmele = semele. semmene = semene.
semmer, m. Ziemer, Rückenbraten.
sems = semese; semsede lîste, Gesimsleiste, -rand.
sêm-touwer, Fabrikant von sämisch. Leder.
sên, st. v. 1. sehen, besehen; s. laten, zeigen. 2. mit alse oder Adv., aussehen. 3. zusehen, in Betracht ziehen, darauf denken, achten; in de sake s., die Sache untersuchen; su des to mi, glaube mir das; it gerne gût (anders, beter) sên, wünschen, dass ein Streit etc. friedlich beigelegt werde, oder überh. eine Sache geschlichtet werde.
senât, st. m. Senat.
senate, sw. m. senator, st. m. Senator.
sende, f. Sendung, gesandtes Geschenk.
sende- (sendel-) bode, Abgesandter.
sende-brêf, Brief (im modernen Sinne).
sende-gût = sendevê.
senden, sw. v. senden, schicken; 3. Sg. Präs. auch sant (vgl. d. Afrs.).
sender, Sender, Absender; Auftraggeber.
sende-vê, Commissions-(Speditions-)gut, in Commission (Spedition) gegebene Ware. (Vgl as. fehu und an. sendifê.)
sende-wîn, Wein, als Geschenk gesandt.
sendinge, f. Sendung.
sene, f. Sehne, Nerv, nervus; Bogensehne.
sene, Senesstaude-, Blatt.
senen, sw. v. besehnen, nervare.
senentliken, auf sehnsüchtige Weise, voll Sehnsucht u. Schmerz.
senep = sennep.
seneschal, Seneschall, Landeshauptmann.
senet, n., fl. -des, ältere Form für sent.
sen(e)-weldicheit, Rundheit.
sene-wolt (-walt, -welt), rund: kugel-, ei-, walzen-, kreisförmig.
senge, n. Gesang.
sengen, sw. v. sengen, cremare, torrere.
senger, Sänger; Dichter.
senich, sehnig, nervosus.
sênich, aus sêdendich.
senkel, m. Schnalle, Nestel, Schnürriemen. Der Verfertiger: senk(e)ler, senkelmaker.
senkel-korf, mit Bleikugeln beschwerter Fischkorb, Reuse.
senken, sw. v. 1. senken, versenken, niederlassen; (e. Brunnen) tiefer machen; refl. v. Vögeln, v. Wasser etc. 2. durch Senkung versperren.
senne = sene, Sehne.
sennep, sennip, m. Senf; -dreger, Senf-Hausierer; -mole, S.-mühle; -sât, S.-samen; -schottele, S.-schüssel.
senne-wolt, -walt = senewolt.
sēnt, sent, n. m. sente, n., fl. sendes, sentes, Synode, geistliches Gericht; s. sitten, dies Gericht abhalten; der Jahrmarkt, w. sich an dies Gericht schloss.
sênt, n. Gesichtssinn; Sehen, Beschauen; Aussehen, Miene.
sēnt-, sent-broke, st. m. Verbrechen gegen d. geistl. Gericht u. d. Strafe dafür; -dach, Gerichtstag der Synode; -hêre, geistl. Richter; -penninge, pl. Einkommen des Officials für Hegung des Gerichts; -plichtich, verpflichtet zum Besuch des geistl. Gerichts; -recht, Synodalrecht; -stôl, geistl. Tribunal; -wroge, f. Anklage u. Strafe vor d. g. G.; -wroger, d. Ankläger bei demselben.
sente, sanctus.
sentencie, f. Urteilsspruch; Verb. sentenciêren.
sen-wolt (-volt, -balt, -holt) = senewolt.
sêpe, Seife.
sêpen-sêder, Seifensieder.
seper (?), Stender, Pfahl.
sêperie, Seifensiederei.
sê-pige, Matrosenjacke.
sēr, s. seder, seit.
sêr, n. körperliche u. geistige Verletzung; Schmerz, Leid; Schwäre, eiternder Ausschlag, Kruste desselben.
sêr, sêre, wund, verwundet; schmerzhaft, krank; mit Ausschlag behaftet.
serân, cerân, m. Vorrichtung zum Aal- u. Fischfang; Wasserstauung mit Freischütten.
serapen? Ausschlag? vgl. sermen.
serden, st. v. schänden, schädigen, quälen, betrügen.
sêre, f. (u. n.?) = sêr, n.
sêre, adv. schmerzlich, mit Schmerz; gewaltig, heftig, sehr; Compar. in grösserem Masse, mehr; Superl. alse sêrest, so sehr als möglich.
sê-recht, Seerecht.
sêrede, f. Verletzung, Schmerz.
sêreg(h)êt = sêricheit
sêreken, die Kruste auf einem Geschwür.
sêren, sw. v. verwunden, verletzen, Schmerz verursachen, beschädigen; (ein Document) zerreissen, cassieren.
sêrich, verletzt = gesêret; krank (bes. an eiternden Geschwüren oder Ausschlag leidend), grindig, scabiosus.
sêricheit, sêrheit, Verletzung, Schmerz; Ausschlag, Schorf, Grind.
sêrichliken = sêre, valde, maxime.
sêr(i)gen, sw. v. versehren, verletzen, beschädigen.
sêringe, Verletzung, Verwundung, Schmerz.
serk = sark, Sarg.
serkel = sirkel.
sermen, ein Wurm (der ein Krebsgeschwür [oder ähnliches] beim Menschen [im Gesichte] erzeugen soll)? Vgl. serapen.
sêrnisse = sêringe, Verletzung.
sê-rôf, -roverie, -rovinge, Seeraub.
sê-rover, Seeräuber.
serpent, m. Schlange.
serpentîn, -tiner, Feldschlange, ein Geschütz.
sert, cert, adj. gewiss, bestimmt.
serte (czerte), Zärte, cyprinus vimba.
sêrte, n.? = sêr, sêrede.
serte, tzerte, f. = serter, frz. charte.
sertein, bestimmt, gewiss.
serter(e), certer(e), tzerter(e), f. (m.) Vertragsurkunde, frz. chartre.
ser-want, m. Kriegsgewand, Rüstung.
serwen, sw.v. entkräftet werden, kränkeln.
ses, sēs, fl. sesse, sechs; 6 Augen des Würfels; ses-tein(e), sechzehn; ses-tich, sechzig.
sê-schumer, Seeräuber.
sêse, sêsse, f. Schleppnetz..
sêse-kān, Fischerkahn mit hinten befestigtem Schleppnetz.
sêsel = seisele.
sês(e)ne, sêssen, f. Sense.
sêsen-tôm, m. Zug mit dem Netze, Fischfang.
sesken (sisken), eine Münze = 6 miten.
ses-leie, sechserlei.
seslich, sextinus, sexternus.
seslink, sesselink, 1. der sechste Teil (v. Scheffel = Himten?). 2. ein halber Schilling = sechs Pfennige.
ses-man(ne), pl. Collegium von 6 Männern.
sê-stat, Seestadt.
seste, sēste, sechste; seste-half, fünf und ein halb; sester-leie, sechserlei.
sester, ein Mass (lat. sextarius).
ses-valt, -volt, -valdich, -voldich, sechsfältig.
ses-werf, sechsmal.
sesting? ein Geschmeide?
sê-strange, f. -strank, m. Seestrom, See; Meerenge.
sê-strant, m. Seestrand, Küste.
sê-strôm, m. das Meer.
set-angel, Setzangel.
sete, m. (?) Sitz; Wohnsitz.
sete, n. = 1. gesete. 2. Gesäss, After.
setel, m. Sitz; Wohnsitz.
seter, ceter, tzeter, Schetter, ein ostindisches Baumwollenzeug oder sehr feine Leinewand; -garn, -twern, Schettergarn, -zwirn.
seteren, sw. v. zittern.
seterich, tzeterlik, zitternd, trepidus.
seteringe, das Zittern.
sêt-herink, ausgefrischter Pickelhering, der gekocht wird.
setim, ein hartes, unverbrennliches Holz, spina Aegyptia.
sētlik = sedelik.
sette, set, n. = gesette, Gesetz, Anordnung; Satzschrift.
sette-lagel, Legel (kleines Fass) zum Niedersetzen oder Liegen auf den Schragen?
setten, sw. v. 1. sitzen machen, setzen an einen Ort; in der Schiffersprache: Anker werfen, vor Anker gehen. 2. aufsetzen, verfertigen. 3. festsetzen; bestimmen, befehlen, anordnen. 4. einsetzen (Beamte). 5. beisetzen, beilegen, schlichten. 6. ansetzen, namentlich den Preis bestimmen, bes. bei Teilungen von Gut; der eine settet, der andere kêset; das streitige Gut in (zwei) Teile teilen. 7. versetzen (als Pfand). – setten bi, aufs Spiel setzen, wagen; (seine Rechtssache) jem. zur Entscheidung überlassen; sik s. to, seinen Willen worauf richten; sik s. up, sich niederlassen; seinen Sinn worauf richten; van sik s., ein Kind ausstatten, bes. von Söhnen; sik setten wedder (jegen), sich widersetzen, empören (auch sik setten allein, ohne wedder, heisst sich widersetzen).
sette-, set-nagel, das Zeichen der Böttcher auf den von ihnen gemacht. Gefässen.
settenîn (cetemîn), ein Seidengewebe?
setter; setteren = seter; seteren.
sette-wîn, Wein, den man zum Geschenk macht?
settîn, eine Art (wollener oder seidener?) Zeuge; vgl. mhd. satîn.
settinge, 1. Satzung, Gesetz, Ordnung (Zunftrolle). 2. Versetzung, Verpfändung, u. concr. das versetzte Stück, Unterpfand. 3. Ansetzung zu einem Preise. 4. = voresettinge, Kaimauer.
sê-tunne, Seetonne zur Markierung des Fahrwassers.
set-werk uppe pappîr, Buchdruck?
sêtze = seisene.
sê-varende, der die See befährt oder befahren hat, techn. Ausdruck für Schiffer, Seemann.
sê-vart, f. Seefahrt.
se-vacht, -vechte = segevacht.
seve, n. Sieb; als Mass für Hopfen; dat s. (umme) lopen laten, e. abergläubischer Brauch.
seven, sw. v. sieben, cribrare.
seven, fl. sevene, die Zahl sieben; seven-tein(e), siebzehn; seven-tich, siebzig.
seven-(soven-)bôm, juniperus sabina.
sevende (sevede), siebente.
sevenich, septenus.
seven-stern(e), -sternete, septentrio; septistellium, ursa minor u. maior.
seven-valt, -volt, -valdich, -voldich, siebenfältig.
seven-werf, siebenmal.
sever, tzever, m. Käfer.
sêver, m. Schleim aus Nase oder Mund, Geifer.
sêver-bart, Bezeichnung eines unsaubern Trinkers.
sêver-dôk, Geifertuch.
sêveren, sw. v. geifern.
sêveringe, das Geifern.
sêver-mûl, unerfahrener Grünschnabel?
sêver-springe, Wunde an der Lippe, dass man den Speichel nicht halten kann; Speichelfluss.
sê-visch, Seefisch.
sê-vogel, bildl. Schiffer.
sê-vunt, m. was man auf der See oder an der Küste findet, Strandgut (Regal des Landesherren); adj. sêvundisch (gût).
sê-were, Verteidigung zur See; Säuberung der See von Piraten.
sexte, f. die 6. kanonische Hora.
sibbe, adj. blutsverwandt.
sibbe, f. Blutsverwandtschaft, Sippe; Grad derselben.
sib(be)-blôt, -schop, Blutsverwandtschaft; -genote, Blutsverwandter; -tal, Grad der Sippe; sibschop-tafele, Stammbaum.
sibe(l)link, siboldink, eine Apfelart.
zibete, Zibeth (Absonderung der Zibethkatze).
(sibum) cibum gân, müssig gehen, nicht arbeiten.
sicht, f. das Schauen; die Erkenntnis.
sichte, f. = segede.
sichte, n. 1. Gesicht, Ansicht; Vision. 2. Angesicht, Aussehen. 3. Vorderseite, Front.
sichte-budel, Sichtebeutel; -kaste, -kiste, Beutelkiste.
sichtelse, n. das Ausgesichtete.
sichten, sw. v. sieben, sichten, beuteln (das Mehl).
sichten, sw. v. mit der sichte, Sichel, abmähen.
sichten-hower, sichter, der mit der sichte haut, Schnitter.
sichter (sechter), m. eine hölzerne Wasserrinne quer unter den Wegen; bedeckter Ableitungskanal für Wasser, Jauche etc.
sichte-vat, Sichtfass (in der Mühle).
sichtich, sichtlik, sichtbar.
sickel, tzicken, tzicke-lîn, -len, -ken, n. Zicklein.
sickeltûn, mit Gold durchwirktes Seidenzeug, figurierter Seidenstoff (als Altardecke, Bettüberzug etc.), span. ciclaton, frz. siglaton.
side = segede, sichte.
side, f. Seite; als Teil des menschlichen Leibes; Partei; Gegend, Küste, s. speckes, Speckseite; de siden geven, einwilligen, geneigt sein; over eine side, over side (sît), over sides, bei Seite.
side, f. Seide.
side, niedrig; s. sît.
side, adv. weit, nur in: wide (unde) side, widen u. siden, wît u. sît, weit u. breit.
sidegen, sw. v. erniedrigen.
side-kint, Seitenkind, d. h. ein ausser oder vor der Ehe erzeugtes Kind.
si(d)el-dîk, Flügeldeich; -dore, Seitenthür; -gat, Seitenloch; -spek, Seitenspeck; -stên, Trottoir-, Kantstein.
sidelinge, adv. seitlings, schräg.
siden, sw. v. niedrig machen, erniedrigen.
siden, adj. aus Seide, seiden; Subst. n. Seidenzeug.
siden-sticker, Seidensticker; -stripet, mit seidenen Streifen (v. Zeug); -verwer, Seidenfärber; -wever, Seidenweber; -worm, Seidenwurm.
siden-ovel, n. Schmerz in der Seite.
sider, seitdem, später.
side-vrouwe, Frau, w. in Seide arbeitet.
side-, sît-wendinge, Seitendeich, w. im Winkel an den Hauptdeich stösst, Querdeich.
sidik = sedek.
sidinge, 1. Minderung, Herabsetzung. 2. Niederung, Thal.
sie, f. Seiher, Durchschlag.
si(e)-dôk; -korf; -vat, Seihtuch; -korb; -fass (der Brauer).
sien, sw. v. seihen; tröpfeln, triefen.
sier, Senknetz, Binsenreuse.
sifelit, siphelet, n. Pfeife, bes. Bootmannspfeife, frz. sifflet.
cifer, cifre, Ziffer.
sifert, czifert, eine kleine Scheidemünze.
sige, sigge; sigen, siggen = sie; sien.
sigen, st. v. niedersinken.
signêt, n. Siegel; signêtes-bôch, Siegelring.
sik = sek, Sech; sik-bant, m. zur Befestigung desselben.
sîk, m. sumpfige Niederung, Tümpel.
sîl, m. Siel: Entwässerungsgraben, auch die verschliessbare Mündung dess., w. unter einem Damm oder Deich durchgeht (bes. in der Marsch); offener oder bedeckter Unratscanal, Cloake (in der Stadt).
sîl-dêp, n. -grave, sw. m. -toch, n.? -vlêt, n. -wetteringe, f. = sîl, Wasserlösung oder spec. der Hauptsielgraben; -gat, e. Sielmündung; -mêster, Aufseher über die Reinigung der Stadtsiele; -richter, -rechter, Aufseher über Marschsiele; -schot, n. Verschluss des Siels, Schleusenthor; -vestene, f. Sielacht, -verband, -interessentschaft.
sil-breke, flamula (ranunculus flammula?); vgl. sulfbreke.
silen, entwässern.
silf = sulf.
silich, adj. von Sielen durchzogen.
silken, sw. v. zwitschern.
sille = sul, Schwelle.
si-lôs, adj. unerwartet, unvorhergesehen, plötzlich, zufällig; adv. silosen. L. sinl-?
silve, silven, silver, silves, s. sulve etc.
silver, Silber; s. sulver.
silvestren, pl. Silvestriner, e. Mönchsorden.
simboria, Baldachine über Fenstern, Statuen etc.
simfenige, f. ein musikal. Instrument (eine Art Orgel?)
simpel, 1. einfach. 2. ungelehrt, einfältig, dumm; adv. simpeliken.
simpelheit, Einfachheit; Einfalt, Dummheit.
simper, der 8. oder 9. Tag nach h. drei Könige.
sîn, pron. sein.
sîn, unr. v. sein, s. wesen.
sin, m. 1. Sinn, äusserer Sinn; na minen vîf sinnen, nach bestem Wissen. 2. innerer Sinn, Denken, Verstand; gern im Plur. 3. Sinn, Absicht, Meinung, Entschluss. 4. Sinn, Zusammenhang, Inhalt. 5. Art und Weise, ratio; alles sins, durchaus, überall; nines sins, durchaus nicht; ander(s)sins, anderweitig, sonst.
sinamôm(e), Zimmet.
sindal, sindel, (leichterer) Seidenstoff (Taffent).
sinde, n. Gesinde; auch d. einz. Diener.
sindel-dort, -tort, Seidenstoff aus sindel (gedrillter, gedrehter Zindeltaft)? Seidenflor?
sindel-taft, Zindeltaft.
sinder (sindel), coll. Hammerschlag, Metallschlacke; sinder-klôt, der einz. Klumpen.
sindouwe, entw. drosera rotundifolia, Sonnenthau, oder alchemilla vulgaris, Thaubehalt.
siner-lei, seiner Art.
sineckel, herba saniculae.
singel-bôm, Schlagbaum.
singele, tzingele, f. 1. äusserste (meist hölzerne) Einfriedigung einer Stadt, Burg etc.: im spec. Gebrauche ein eingefriedigter Raum vor dem äussersten Thore (Hameide); später jede Art (hölzerner) Einfriedigung. 2. Kiesel-, Geröllbank vor der Küste.
singel-misse, gesungene Messe, Ggs. stille Messe.
singen, st. v. singen; dichten; gesangartig hersagen, techn. vom Recitieren der Messe; singende misse = sanc-, singelmisse.
singer, m. Sänger, Dichter, Spielmann.
sin-grone (immer grün), potentilla, semperviva.
sin-kal(e), bleibende, immerwährende Kahlheit.
sinke, czinke, die 5 auf dem Würfel, quinio.
sinken, st. v. sinken, untergehen.
sink-isern, e. Werkzeug eines Tischlers.
sinlicheit, sinnelcheit, 1. Sinnlichkeit, natürl. Anlage; sinnl. Lust. 2. Besinnung, Verstand.
sinlik, 1. sinnlich, Ggs. geistig. 2. bei Verstande, verständig. 3. mi is s., mir ist erinnerlich, bewusst; ich beabsichtige. Adv. sin(ne)liken, ingeniose.
sinne = sinde.
sin(ne)-lôs, der Sinne beraubt, irrsinnig; bewusstlos, ohne Besinnung.
sinnen, st. v. 1. denken, glauben, vermuten. 2. ansinnen, begehren, eine Forderung stellen; insbes. seitens des Dienstmannes die Belehnung suchen, das Lehn muten. 3. auf etwas denken, ersinnen.
sinnich, 1. was in die Sinne fällt, sinnlich wahrnehmbar. 2. verständig, bei Sinnen. 3. bedachtsam, still, leise.
sinnicheit, 1. Sinnlichkeit; äusserer Anschein. 2. Verstand.
sin-rîk(e), sinnreich, verständig, geschickt; s. wesen m. Gen., verstehen, erfahren sein in. Subst. sinrikecheit.
sinnunge, f. das Begehren, die (Lehns)-mutung.
sint (sunt, sent), 1. adv. seitdem, später, darauf. 2. präp. mit Gen. u. Dat. seit. 3. conj. der Zeit u. des Grundes, quum.
sinte, sanctus.
sînte, dat, das seinige.
sintel, sinter (mehr ndl.) = sinder.
sintel(e), czintel, spicus, instrumentum ferrum, quo nautae utuntur, dat holdet dat schep: Eisenband, -reif? aus span. cintilla? Spieker, Sentspieker (e. Art Nägel)? sintelen auch zu Schlagbäumen u. Brunnenleitungen.
sintel-negele, grosse eiserne Nägel?
sintel-rode, succudo, instrumentum quo nautae utuntur: Sente?
sintenêre, tzintener, m. Zentner.
sîntlik, sichtbar; s. werden up, sein Augenmerk richten auf?
sint-rôr, Zündrohr, d. i. Feuergewehr.
sint-vlôt (= sin-vlôt), grosse, allgemeine Flut.
sîp, m. u. n. sipe, sw. m. kleines Flüsschen, Bächlein.
sipe, f. feuchtes Land, Niederung, Wiese.
sipel(e), sw. st. m. = sipolle.
sipen, st.? sw. v. tröpfeln, triefen, sickern; bes. von Augen.
czipers = czipresch, von Cypern.
sipich, träufelnd, triefend.
sipinge, das Träufeln, Lecken, Durchsickern.
sîp-ogich, triefäugig.
sipolle, tzipolle, Zwiebel, cipollen-hoker, Zw.-Händler; -sât, Zw.-Samen, -spise, ceparium.
sîr = sinere, seiner.
sîr, 1. schön, fein, zierlich. 2. listig, schlau.
sîr, Pracht, Herrlichkeit.
sîr (sier): gût s. maken = frz. faire bonne chêre, herrlich speisen, fröhlich sein.
sirât, ciret, tzirot, Zierat, Schmucksache.
siren, tziren, sw. v. zieren, schmücken.
sîrheit, tziricheit, 1. Schmuck. 2. Klugheit, List.
siringe, tziringe, Zierung, Schmückung; Zier, Schmuck.
cirke, Zirkel (als Instr.).
cirkel, tzirkel, m. Zirkel, sow. d. Instrum., als die mathemat. Figur, Kreis; der sonnen c., cyclus solaris; der werlde c., Weltall, Erdkreis. Als Instr. Abzeichen der Zirkelbrüder (cirkeler, cirkelbroder, -hêre) in Lübek, als Kreis Stempel der Heringstonnen (cirken, so stempeln).
cirkel-echtich, -ich, circularis.
cirkel-knecht, Kriegsknecht, w. die Runde geht.
sirken, sw. v. zirpen.
sîrlik, tzîrlik, zierlich, schön, schmuck; adv. cîrliken.
sirnink, Röhre, Pfeife, Katheter (aus lat. syrinx).
sirup, sirop, m. Sirup, überh. e. Medicintrank.
(sise), czitze, Zeisig.
sise, scise, tzise, f. Accise; -bode (Bude); -hêre, Ratsherr, w. d. A. verwaltet: -knecht, -mêster, -schriver, -voget (Einnehmer).
sise-bar, steuerpflichtig.
sisek, cisek, sisex, ziseke, Zeisig.
cisiojanus, Datierung nach Festen und Heiligentagen; so benannt nach dem Anfang der Memorierverse.
sissen, tzissen, sw. v. zischen.
sit, m. Sitz, Sitzplatz.
sît, f. Seite. sît, weit; s. side.
sît, side, niedrig, eigentl. u. bildl.; mit sider stempne, leise; dat sideste recht, gerichte, die unterste gerichtliche Instanz; adv. side.
sît-disch, Nebentisch.
sît-drivende werk, e. Belagerungswerkzeug = katte (s. d. W.), Ggs. ho- (hoch-)drivende w.
siter(e), siterie, Kammer, festes Gewölbe an einer Kirche (wohl aus lat. zeta, zetarium).
sît-glepe, pl. e. Art Ziegel; vgl. glepe.
sît-halven, von der Seite her.
sît-hamer, e. Schmiedehammer (Ggs. vorhamer?).
sît-hank, dextrale, Seiten- oder lang herabhängender Vorhang?
sît-hole-kelen, pl. e. Art Ziegel.
sitlik = sedelik.
sîtlink und sîtliken = sidelinge.
sîtnisse, niedriger Grund, Thal, Niederung.
sît-rême, Seitenriem, Ziehstrang am Pferdegeschirr.
sît-rêp, e. Art Tauwerk, z. B. zur Ramme.
sitte-bank, -benke, Sitzbank.
sittelose, czitelose, f. Zeitlose; wahrsch. die (gelbe) Narcisse, Osterblume; weniger die Herbstzeitlose.
sittel-schot, eine Abgabe der Hausleute an die Gutsherrschaft.
sittelse, Sitz, Stuhl.
sittel-stede, Sitzstätte, Sitz.
sitten, st. v. 1. sich setzen, bes. zu Pferde steigen; s. van, vom Pferde steigen. 2. sitzen; seinen festen Wohnsitz haben, sich aufhalten; sitten under iem., jem. unterthänig sein; vielfach in übertr. Bedeutung, bes. in der Regierung sitzen, auf dem Rathsstuhl sitzen, an der Regierung sein; gefangen sitzen, in neringe s., einen Erwerb haben; sitten gân, sich setzen. 3. sitzen, anstehen, sich geziemen. 4. trans. sitzend ausüben, bes. vom Richter: dat richte s.; dat schot s., die Abgabe der Bürger in Empfang nehmen.
sitten, sittent, n. Sitzen, Session.
sîttende, (Dativ) ein Teil des Hauses (etwa das Mittelhaus als Wohnung?).
sittenisse = sîtnisse.
sitter, 1. Stillsitzer, Neutraler. 2. Beisitzer eines Gerichts.
sittêren, cittêren = citêren, sw. v. citieren, vorladen.
sittinge, 1. Sitz, Platz. 2. Besitz.
slabab(be)sch, (von e. geringeren Sorte Feigen u. Rosinen) weich?
slabbas, slabberbas, Trunk, Schluck? Bissen, Happen?
slabben, schlappen, schlürfen; schwerfällig sprechen, als wenn man schlürfte.
slach, m. 1. Schlag; plötzlicher Krankheitsanfall; göttliche Strafe; Niederschlag, Tötung; Hufschlag, Spur, Fährte; Weg, Richtung. 2. Schlag einer Glocke oder Uhr, Stunde. 3. Mass, Tact. 4. Schlag des Geldes, Gepräge. 5. Weise, Methode des Arbeitens, z. B. von der Tuchbereiterei. 6. Zuschlag, was jem. zugeschlagen, angewiesen wird; überh. Abteilung, z. B. des Ackers, Deiches, Weges.
slach, n. Verschluss, Riegel, Schlag-, Sperrbaum.
slach-bôm = d. vor. W.
slach-brade, hilla (Bratwurst?).
slach-brugge, Zugbrücke.
slach-bûr, aucipula, Vogelfalle.
slach-(slacht-, slage-)dôk, 1. Schlagtuch, d. h. das um einen Packen Tuch geschlagene Mustertuch. 2. was in Ausgaben für Pferde?
slach-gelt, Zoll für das Passieren eines Schlagbaumes.
slach-hamer, Schlaghammer zum Zerspalten der Steine, oder Schlägel.
slach-holt, 1. Schlagholz, ligna caedua. 2. Bleuel.
slach-kam, ein Webergerät.
slach-mâl, der (blaue) Fleck, der von einem Schlage herrührt.
slach-nesich, stumpfnasig.
slach-orde, f. Schlachtordnung.
slach-pinne, Pinne am Schlagbaum?
slach-regen, plötzlicher heftiger Regen.
slach-schat = slegeschat.
slach-schene, Eisenschiene als Beschlag? am Pfluge?
slacht, f. 1. Schlachte, das Pfahlwerk, Bohlenwerk (später oft durch Steine ersetzt) am Ufer der Flüsse, bes. zum Zweck der Mühlenanlagen und zum Anlegen der Schiffe. 2. das Schlachten. 3. Schlacht, Gefecht. 4. Gattung, Art.
slacht-brêf, Geschlechtsbrief, d. h. schriftliche Urkunde der Geschlechtsverbindung zu gegenseitiger Hülfe.
slachte, n. = slechte.
slachte-bank, Schlachtbank; -hûs, Schlachthaus.
slachtel-mân = slachtmân.
slachten, sw. v. 1. eine slacht, Pfahlwerk, einschlagen. 2. schlachten, mactare.
slachter, Schlachter.
slacht-holt, Holz zu einer Schlachte.
slachtich, der Schlägereien macht, aufrührerisch.
slachten, sw. v. na, oder m. Dat., arten nach; gleich, ähnlich sein.
slachte-, slachten-, slachter-nut, Zuss. von slacht, Art und nut, Nutzen, Nutzung; bes. häufig mit al verbunden, aller slachte nut, Nutzung jeder Art; vielfach verderbt und als Ein Wort angesehen = Nutzung.
slachtinge, 1. das Schlagen, Schlägerei, Prügelei. 2. Totschlag, Mord; Gemetzel, das Schlachten. 3. Schlacht.
slacht-mân, Schlachtmonat, d. i. gew. November.
slacht-ordeninge, -orde, f. = slachorde.
slacht-swert, Schlachtschwert.
slach-vinster, Fenster, welches auf- und zugeschlagen werden kann, bes. die als Ausstellungsbank für Waaren dienende Fensterluke.
sla-dâl, niederfallender Kragen..
sladdich, ein wenig aufgekocht?
slafante, Bezeichnung für e. Geistlichen niederen Grades; vgl. d. Slavanten-Kloster bei Maastricht und slavine?
slage, f. 1. Werkzeug, womit man schlägt, Schlägel. 2. Hufschlag, Spur. 3. Schlagbaum..
slage (slagen), ein länglich-rund geformter Klumpen Butter.
slage-dôk = slachdôk.
slagen, sw. v. schlagen; schlachten; einen Schlagbaum fertigen.
slagge, 1. m. Schlacke v. Metallen und Kohlen (davon: slaggen-berch, -hutte, slagge-werk). 2. f.? schlackiges, regnerisches Wetter.
slaggen, sw. v. schlackiges, regnerisches Wetter sein..
slak, schlaff, schwach.
slaken, sw. v. slak, schlaff, sein u. trans. slak machen.
slak-side, Bauchseite (des Aals)?.
slam, m. Schlamm, Dreck; in der Mühle: der Abfall beim Mahlen des Getreides, bes. der Gerste?
slam-kiste, cisterna; Kiste für den Mühlenschlamm.
slammich, schlammig.
slampamp, slampamperie, üppige Schlemmerei.
slampampen, sw. v. üppig schlemmen.
slân, st. v. 1. schlagen. 2. erschlagen, bes. vom Vieh: schlachten, mit dem weiteren Begriff des Zerschlagens, Zerlegens. 3. ein-, aufschlagen, ein-, aufpacken. 4. zuschlagen, stopfen. 5. anschlagen (Glocken). 6. in dat gras, treiben (Vieh auf die Weide); drek, mes, zusammen und auf den Wagen bringen. 7. schlagend machen, durch Schlagen verfertigen, z. B. ênen wech, dîk, garn (drât, kabel, rêp, touwe), wullen (Wolle rein u. locker schl.), kopper etc. (platt schl.), lêmen (zu Lehmhäusern); übertr. von Bündnissen, Vereinbarungen, Rat etc.; sik s., aus dem Wasser springen, sich überschlagen (v. Fischen). Na dem ende s., ein Ende womit zu machen suchen; in, hinein werfen, stossen, thun; na, nacharten; up, anschlagen, rechnen; beachten, berücksichtigen; van sik, von sich thun, sich entäussern; vor nicht, für nichts rechnen; jegen, (eins gegen das andere) rechnen; sik slân an, sich begeben zu, sich anschliessen an. – Intr. schlagen, sich wohin neigen (v. der Wage); einen Weg einschlagen, sich wenden, ziehen; in dat lant slân, einfallen; dorch de lantwere slân, brechen.
slange, m. u. f. 1. Schlange. 2. f. Geschütz mit langem Rohre.
slangen-busse = slange 2. -krût, -lode, Pulver, Kugel zu ders.
slank, schlank, biegsam.
slanken, sw. v. biegsam machen; slankinge, liquescencia.
slânt, n. das Schlagen; Kampf, Gefecht.
slâp, m. Schlaf.
slap, schlaff; träge; adv. slaplik.
slâp-bank, -benke, -bedde, Schlafbank, -bett.
slâp-brade? (mhd. slaufbrate?)
slâp-drank, Schlaftrunk; Einschläferungsmittel.
slape-lôs, schlaflos.
slapen, st. v. schlafen; bi slapender dêt, tît, zur Nachtzeit, vgl dêt.
slaper, Schläfer.
slaperen, sw. v. schläfrig werden, sein; auch unpers. mi slapert, ich bin schläfrig.
slaperich, slaperaftich, schläfrig, schlaftrunken. Subst. slaperheit, slaper(i)cheit.
slapheit, Schlaffheit.
slâp-hûs, Schlafsaal, -stätte in den Klösteren und sonst, dormitorium.
slapich, schläfrig.
slapinge, das Schlafen.
slâp-kamer, Schlafzimmer.
slâp-klocke, Nachtglocke (mit w. der Anfang der Schlafenszeit bezeichnet wird).
slâp-laken, Betttuch, linteamen.
slâp-lêve, Beischläferin.
slâp-love, Schlaflaube, Söller.
slappe, f. der Lederhang am Helme, zum Schutze des Hinterkopfes und des Nackens.
slappen, sw. v. schlaff werden.
sla(p)pinge, liquescencia.
slâp-sack, Schlafsack, als Schelte: Faulpelz.
slâp-scholer, Schlafschüler, d. h. ein Schüler, der im Kloster etc. auch schläft, Pensionär, Internar.
slâp-stede, Schlafstatt, -stelle.
slât, e. moorige Vertiefung (in der Heide).
slatte, Lumpen, Fetzen.
slaven, sw. v. Sklave sein; sklavische, schwere Arbeit verrichten.
slavine, f. grobes Tuch, Pilgergewand, mhd. slavenîe.
slavune, Art grosser Anker? Galeere, eig. slavonisches Schiff?
slawe, f. Hufschlag, Wagenspur; Fährte.
slê, stumpf (bes. von den Zähnen).
slê, f. Schlehe, prunus spinosa; slê-bôm, Schwarzdorn.
slecht u. Ableitungen, s. slicht.
slecht-bôk, Geschlechtsregister.
slechte, n. 1. Geschlecht, Abstammung. 2. Geschlecht, alle Geschlechtsangehörigen.
slechter, Schlachter.
slechtes-man, der zu demselben Geschlechte gehört, gentilis.
sleck(e), niederrh. = snecke, testudo.
sleckeren, sw. v. beflecken, unrein machen.
slede, (sledde), m. Schlitten; Schleife, räderloses Fahrgestell; Schlitten der Reepschläger.
sleden-driver, -vorer, Schlitten-, Schleifenfuhrmann.
sleden-schemel, epireda, epiredia.
slede-wech, Schlittenbahn.
slê-dorn, prunus silvestris.
slêf, sleif, m. ein grosser Koch-(Topf-) Löffel, meist von Holz; Schelte für einen dummen, ungeschliffenen Menschen.
sleger = sloier.
sleger, Schläger, Raufbold.
slege-, slei-schat, m. Schlagschatz, d. h. die an den Inhaber der Münzgerechtigkeit zu zahlende Abgabe für die Prägung des Geldes oder für die Erlaubnis, alte u. fremde Münzen ausgeben zu dürfen oder gegen neue, einheimische einzuwechseln.
sleifen = slepen (spätes W., aus d. Hd.); dat korn s., im Kriege das Getreide auf dem Felde durch Wagen, denen man die Hinterräder abgezogen hatte, verderben.
sleiger, sleiger-dôk = sloier etc.
slein(e), slên(e) = slê; slên-bêr, Bier mit Schlehensaft; -bôm, -dorn = slê-bôm, -dorn.
slei-, slê-stuke, burellum; vgl. stuke u. Hor. Belg. 7a, 19: sloy, syrma, cauda vestis feminarum.
sleke, st. m. Schlich, Schleichweg.
slenge, f. Schleuder, funda.
slenge, n. = slink.
slengelse, n. Beschlengung, Einfassung; e. Art Zeugsäumung.
slengen, sw. v. winden, flechten, in einander schlingen.
slenger(e) und slenker(e), f. Schleuder; Wurfmaschine.
slengeren = slingeren 2.
slenkeren, sw. v. schleudern; s. gân, herumschlendern.
slên-sap, Schlehensaft.
slêpe, f. Schleife, Schleiffuhrwerk; als Kriegsgerät (zur Belagerung?)
slepe-hoike, (langer) Schleppmantel.
slepen (und slêpen?), sw. v. schleppen, schleifen, bes. zum Richtplatz; intr. schleppend, langsam gehen.
slepe-nette, Schleppnetz.
sleper, 1. Schlepper, Träger. 2. das Schleppbuch, in welchem fortlaufende Rechnungen, Einnahme und Ausgabe, verzeichnet werden.
slêper, Schläfer; Faulpelz; f. slêpersche.
slêper, 1. eine Münze (= 6 Schillinge oder 10 Stüver). 2. ein Satz Gewichte (zur Goldwage?)? auch (Pl.) sleper-lode.
slêperen, slêperich = slaperen, slaperich.
sleppe, f. = slippe? Schleiertuch?
sleppeken, ledernes Barett?
slep-stert, Schleppschwanz, langes auf der Erde schleppendes Kleid.
slê-sap, Schlehensaft.
slêt, n.? rohe, biegsame Holzstange; coll. junges Holz, zur Belegung der Balken, um Heu, Stroh, Garben etc. darauf zu legen; überh. Kleinholz zu allerlei Gebrauch.
slete (slette), st. m. 1. Abnutzung durch den Gebrauch, Verschleiss; Aufwand für verbrauchte Dinge, überh. Unkosten, Schaden. 2. Abgang, Beilegung eines Streites, Compromiss. 3. Verschleiss, Verkauf im Kleinen.
sletesch, umgänglich, verträglich.
slet-haftich, verschlissen, abgängig durch Gebrauch.
slet-haver? (neben brimhaver, ruhaver).
slêt-holt, Holz, das zu slêten dient.
sleth-schat = slegeschat?
slêt-werk, Werk, das sich abnutzt und daher zeitweis der Erneuerung bedarf? (v. e. Brunnen, Ggs. gront-werk).
slêveren, sw. v. das Fachwerk mit Lehm ausfüllen und bekleiden.
slî, m. Schlei, d. Fisch.
slibberaftich, slibberich, schlüpfrig, glatt.
slich? blandus.
slicht, slecht, 1. schlicht, eben; in grader Fläche, flach gefasst (v. Juwelen); ungeschlitzt (v. Kleidung); glatt (v. Eise); schlaff (v. leeren Beutel). 2. bildl. schlicht, einfach, gewöhnlich; slichte lude, Leute von niedriger Geburt; geordnet, fertig.
slichte, slechte, adv. einfach, ohne Umschweife, ohne weiteres, gänzlich.
slichtelik = slichte.
slichten, slechten, sw. v. schlicht, eben machen; bildl. schlichten, ins Reine bringen.
slichtes, slechtes, adv. 1. einfach, ohne Winkelzüge, bloss. 2. schlechterdings, durchaus, gänzlich; oft: überhaupt (das Ganze zusammenfassend, summatim).
slichticheit, 1. ebene Fläche. 2. Schlichtheit, Einfachheit.
slichtlike(n), adv. 1. eben, in der Ebene. 2. einfach, ohne Prunk, ohne weiteres.
slickachtich, slickich, s. slik-.
slicken u. slickeren, sw. v. lecken, schlecken, naschen.
slicker, Fresser, Leckermaul.
slickerie, Näscherei.
slîg = slî.
slihen (aus sliden), auf dem Eise glitschen.
slî-hudich, der eine (schlüpfrige) Haut hat wie ein sli.
slîk u. slik, m. (u. n.?) Schlick, Schlamm, nam. der Uferschlamm.
slik-achtich, -echtich, schlammig.
sliken, st. v. schleichen, leise gehen.
sliker, Schleicher.
slikich, schlammig, feucht, schlüpferig.
slîm, m. u. n. Schleim; Schlamm, weicher Schmutz.
slim, schief, krumm; nicht in ordnungsmässiger Beschaffenheit, elend, schlecht (bes. von Kleidern), niedrig; moralisch schlecht.
slimen, essen, schmarotzen? schleimig machen oder werden?
slimerich, schleimig, schlüpfrig.
slimheit, Niedrigkeit, Wertlosigkeit, schlechte Beschaffenheit; schlimme Lage, Elend.
slimich, schleimig; schlüpferig; bildl. schmeichlerisch.
slimlike(n), slimmel(i)k(en), adv. elend, schlecht, übel.
slimmenitze, einer von niedriger Abkunft, Nichtsnutz (persönl. gebrauchtes slimnisse?)
slimmich = slim; slimmicheit = slimheit.
slimnisse = slimheit.
slinden, st. v. (durch den Schlund gehen lassen) verschlingen, fressen.
slinderen = slingeren, sich winden.
slindich, gefrässig.
slindinge, glutio.
slinge = slenge.
slingen, st. v. 1. intr. sich winden, sich drehen, kriechen (in Schlangenbewegung), selten refl. 2. trans. winden, flechten. 3. verschlingen, hinunterschlucken, fressen.
slingere = slengere.
slingeren, sw. v. 1. intr. = slingen 1. 2. trans. hin- und herschlenkern, winden.
slink, fl. slinges, n. 1. Rand, Einfassung. 2. Schlagbaum, Gatter. 3. Pfahlrost.
slink-dore, Gatter-, Heckthür.
slinken, sw. v.? allmählich vergehen, zusammenschrumpfen.
slink-ferten und -fîsten, sw. v. herumschlendern, müssig gehen.
slink-holt, Holz zu einem slink.
slins (?), Schlund, vorago.
slint-sucht, starke Esslust, Fressgier.
slip (î?), Eisenschlacke, Hammerschlag.
slipe = slippe, Zipfel, Flügel?
slipen, st. u. sw. v. 1. intr. gleiten, schleichen, schlüpfen; slipen unde wenden, glattzüngig sein und nach dem Munde reden. 2. trans. schleifen, glatt, scharf machen; schleifen, schleppen.
sliper, Messer-, Scherenschleifer.
sliperich und sliperne, 1. schleichend, schmiegsam, schmeichlerisch. 2. nachlässig, unachtsam.
sliperneheit, Nachlässigkeit, Unachtsamkeit.
slip-hoike, Mantel mit einer slippe, Schlappe? (vgl. slepehoike u. slippen.)
slîp-, slipe-kote, sw. m. Schleifhütte.
slîp-mole, Schleifmühle.
slippe, f. (u. m.) Rockschoss, Rockzipfel; bi der slippen nemen, als symbol. Handlung: Zeichen der Besitzergreifung; de slippen afsniden, bildl. fahren lassen. – Bildl. Streifen (Landes).
slippen, sw. v. einschneiden, schlitzen, zerreissen.
slippen, sw. v. 1. gleiten und gleiten lassen. 2. den Mantel über den Kopf hängen.
slipper, slipperich, schlüpfrig, glatt. Subst. slippericheit.
slîp-, slipe-stên, Schleifstein.
slip-swarte, eine aus dem slip (Eisenschlacke) in Verbindung mit Galläpfeln bereitete schwarze Farbe.
slîp-tît (?) des haringes, Zug-, Laichzeit des Herings?
sliren, sliriken, sw. v. schmeicheln, gut heissen.
slise, Bündel, Packen?
slisse, f. scissura, Schlitz im Zeuge.
sliten, st. v. 1. schleissen, zerreissen, zerstören, trennen; de selschup, die Handelsgenossenschaft auflösen. 2. schleissen, aufbrauchen, durch täglichen Gebrauch abnutzen, auch intr., atterere u. atteri; de tît s., die Zeit hinbringen. 3. jem. sliten (auf- und verbrauchen, wie jemand ist), einen mit Glimpf behandeln, einem nachgeben, geduldig ertragen; machen, dass man in Güte von jem. loskomme. 4. endigen (einen Streit), schlichten, sühnen. 5. verschleissen, bes. nach und nach bei kleinem verkaufen. Refl. sich losreissen, sich trennen, davon gehen; sich endigen, sich verlaufen; sich versöhnen; sich schicken.
slitenheit, Verträglichkeit; Versöhnung. L. sliternh.?
slitich, geduldig, verträglich, sanftmütig.
slitinge, 1. Verschleissung, Verbrauch. 2. Endigung, (Be)schliessung.
sli-winter, milder Winter. L. slikw-?
slôch? Wiese, Bruch? (vgl. ags. slôh, schwed. slog.) L. slôth?
sloddik, eine saure Apfelsorte.
sloier, sloiger, sloyer, sloger, m. Schleier.
sloier-dôk, Schleiertuch, Schleier.
sloifen, slofen = sleifen.
sloke, st. m. 1. Kehle, Schlund. 2. Schluck, Trank oder Bissen, der durch die Kehle geht.
sloker-drunk, ein grosser Trunk, haustus magnus.
slokerich, gefrässig.
slommen = slômen.
slomen, slommen, sw. v. schlafen (u. einschläfern?).
slômen, sw. v. schlemmen, üppig leben.
slômer, Schlemmer, Verschwender.
slomeren, sw. v. schlummern.
slone = slê, Schlehe.
slôp, n.? Schlupf-Loch, wodurch man schlüpfen kann, Zaunloch.
slope, f. Schleife, Schlinge.
slope = slêpe, f. Schleife, schlittenartiges Fahrzeug zur Fortschaffung von Waren.
slopen, sw. v. schlüpfen, schleichen, sich langsam trollen.
sloppen? en sloppende vat, futilis.
slôr, m. langsamer, träger Gang; de olde slôr, der Schlendrian.
slorpen, sw. v. schlürfen.
slôs(s)e, sloitze, eine Art Schuh, Sandale, Pantoffel.
slosen, sloisen, sw. v. s. gân, schlendern.
slôster, Schale, Hülse einer Frucht.
slôt, m. (tiefer) Graben; Sumpf?
slot, n. 1. Schloss, sera; Fessel; Buchclausur; im Pl., festes Gewahrsam. 2. Schloss, castrum. 3. Schluss, Ab-, Beschluss.
slot-balke (in einer Mühle)?
slot-borch, castrum, urbs.
slot-borge, Bürge des mit einem Schlosse Belehnten für Innehaltung des Schlossbriefes.
slot-brêf, Urkunde über Verpflichtungen wegen Schlossbesitzes oder -verwaltung.
slot-brot, Schlossbrod, d. i. feines Brot, pastellum.
slotel, m. Schlüssel.
slotel-dreger, Schlüsselträger = sluter; v. Papst.
slote-maker, Schlosser.
sloten, pl. Schlossen, Hagel.
sloten, sw. v. einen slôt, Graben, machen oder bessern.
slot-gader, schliessbares Gatter?
slot-gelove = slotlove.
slot-haftich, -achtech, verschliessbar.
slot-hêre, Schlossherr.
slot-lage = slot-stede.
slot-(slotes-)love, Schlossglaube: die pfandweise oder administrative Übertragung von Landesschlössern geschah in, uppe, to slotloven, »zu treuer Hand«; die schriftliche Urkunde darüber.
slot-lude, Schloss-, Burgleute.
slot-nagel, Schlossspieker, »grosser vierkantiger Nagel mit breitem runden Kopf zur Befestigung von Schlössern an Thüren und Thoren«.
slot-sete, sw. m. Schloss-Eingesessener, -Besitzer; adj. -seten.
slot-stede, Schloss-, Burgstätte.
slot-stên, Schlussstein, bes. der eines Gewölbes, Eckstein.
slottel = slotel.
slot-tunne, eine verschliessbare Tonne.
slot-vast, verschliessbar, mit Verschluss.
slot-voget, Schlossvogt.
slot-wort, beslotene krud, daucus agrestis.
slû, f. Schale, Balg der Hülsenfrüchte oder eines Eies.
slubberen, sw. v. schlürfen, etwas Dünnes essen.
sluberken, ein feines Gebäck.
slû-betsch, heimtückisch, bissig.
slucht? träger, einfältiger Mensch?
sluchter, wilder Schössling eines Baumes.
slû-horer, Horcher, Lauscher.
slucken, sw. v. = sluken.
sluder(e), f. Schleuder; = blide; sluder-werper, Schleuderer.
sluderiensen? gute Trünke, Schlucke.
sluk, fl. sluckes, m.? Schluck, d. h. mit erdigen Teilen vermischter Bernstein.
slûk-broder, sluker, gieriger Fresser u. Saufer.
sluken, st. v. schlucken, über-, hinunterschlucken, geniessen.
slûk-up, -vreter, Schluckauf, Prasser.
slummeren, soporare.
slump, m. 1. glücklicher Zufall. 2. adj. der alles dem Zufall überlässt, nachlässig.
slumpen, sw. v. durch Zufall gelingen.
slumpich = slump 2.
slune? Beischläferin, gemeines Weib (vgl. sluve).
slungel, (Pflanzstock?) bildl. ein fauler, arbeitsscheuer Mensch.
slunich, schleunig (selten W.).
slunk, m. Schlund, Kehle.
slupen, st. v. schlüpfen, schleichen.
sluperlinges, auf schleichende, tückische Weise. L. slupel.?
sluperne u. sluperich, schleichend.
slûp-hol, -lok, Schlupfloch, Versteck.
slûp-morder, heimlicher Mörder; slûp-morderie, heimlicher Mord.
slupperich, schlüpfrig.
slûp-reise, heimliche Reise.
slûp-wacht, heimliche, Schleichwacht.
slûp-wachter, heimlicher, Schleichwächter, Häscher.
slûr-affe, Schlaraffe (a. d. Hd.).
sluren, sw. v. schlottern, los und welk hangen; träge sein.
slurren, sw. v. schlurfen, den Boden streifend gehen.
sluse, f. Gerät oder Einrichtung zum Einschliessen, bes. der Fische, gurgustium, und des Wassers, Schleuse, exclusa; daher: sluse-gelt, Abgabe für Durchschleusen von Schiffen; -mêster, Schleusen-Aufseher; -strôm, -vlêt, Wasserlauf ober- oder niederhalb einer Schleuse.
slût, n. Schluss, Beschluss.
slût-ammet, Schliessamt, officium subcustodie.
slutel-gelt, Schliessgeld für Verwahrung von Gefangenen.
sluten, st. v. schliessen, zu-, einschliessen; beschliessen, einen Entschluss fassen; umfassen, begreifen; endigen; sich schliessen, sich an einander fügen, passen.
sluter, Schliesser, Thorwächter, Gefangenenwärter, Kastellan; auch Oekonom, Schaffner, Kellermeister (im Kloster)? in Dithmarschen eine höhere, obrigkeitliche Person, Kirchspielsvorstand, in Eimbek eine Würde innerhalb des Stadtrates.
sluterschop, Amt eines sluters.
slût-isern = slotnagel; -rede, Schlussrede, Epilog; -stên = slotstên.
sluve? gemeines Weib, meretrix (vgl. slune).
sma = smahe.
smacht, m. hoher Grad von Hunger.
smachten, sw. v. 1. intr. hungern, vor Hunger vergelten. 2. trans. verhungern lassen.
smacht-hals, ein armer Hungerleider.
smachtich, hungrig.
smackachtich, schmackhaft.
smacke, der Sumach, rhus coriaria.
smacke, f. 1. eine Art Segel: Gaffelsegel? 2. Schmacke, eine Art Schiffe.
smacken, sw. v. schlagen, werfen, jacere; intr. schlagen, fallen.
smacken, sw. v. 1. schmecken. 2. schmatzen, mit den Lippen (namentl. beim Essen, wie die Schweine thun).
smacken-boyer, Bojer (Schiff) mit einem Schmacksegel.
smadden, sw. v. schmähen, tadeln, schelten.
smaden, sw. v. verschmähen.
smadenisse u. smaddunge, smaginge, Hohn, Schmähung.
smahe, f. = smaheit.
smaheit, Schmach, Verachtung.
smak, m. u. smake, f.? 1. act. Schmecken, Geniessen; Geschmack als Sinn, gustus; auch = Geruch. 2. pass. Geschmack; Geruch, den eine Sache hat, sapor, odor.
smak(e)lik, schmackhaft.
smaken, sw. v. schmecken, kosten; bildl. empfinden, erfahren; intr. einen Geschmack von sich geben; mi smaket, mir schmeckt, gefällt.
smak-segel = smacke 1.
smal, schmal, enge, dünne, schmächtig, schlank; klein, gering; vom Gelde: smal gelt, smale grossen, Ggs. brêt (breite Gr. sind die Böhmischen).
smal-bant, (Ggs. buket-bant) schmal gebundene Tonne; als Mass.
smal-bant, kleiner Lachs?
smale-hans, Hungerleider.
smalen, sw. v. 1. verschmälern, verengern, verkleinern. 2. up, an, schmälen, schelten, herabsetzen.
smalich, schmählich.
smalicheit, Schmählichkeit, Verachtung.
smal-laken, Laken von geringer Breite.
smal-sât, legumen.
smal-schene, (Ggs. grôt-schene) gracilium, Schuster-Instrument.
smalt, ältere u. dial. Form für smolt.
smal-tegede, der kleine Zehnte, von lebendem Vieh genommen; Ggs. der Korn-, Getreidezehnte.
smal-towe, 1. klein. Fischernetz. 2. s. f. W.
smal-wever, Weber, der nur schmale Leinwand auf d. smaltowe fertigt; fem. -sche.
smant, Rahm der Milch, oxigallum; -emmer, Eimer für diese.
smarre, f. Schmarre.
smarte etc., s. smerte etc.
smâ-skin, -schin, -schen, -tzken, als Pelzwerk zugerichtete, fein gekräuselte Lammfellchen.
smâschen-voder, Futter von Schmaschen.
smât, f. = smaheit.
sma-wort, Schmähwort.
smê = smê-, smaheit, Geringschätzung.
smêchen, smêcher = smêken, smêker.
smechtigen, sw. v. hungern lassen.
smechtich, 1. = smachtich. 2. spericus, d. i. sphaericus, schmächtig, dünne?
smeckaftich, schmackhaft.
smecke-kost, leckere Mahlzeit, eine Art Gildenausrichtung.
smecken, sw. v. 1. intr. Geschmack haben, sapere; smeckende, sapidus; Geruch von sich geben, riechen. 2. trans. kosten, schmecken.
smeckinge, das Schmecken, Kosten.
smede, f. Schmiede; Münzschmiede.
smede-ammecht, -gilde, Schmiede-Innung; -gast, Kunde eines S.; -knecht, 1. = smede-geselle, 2. Heupferdchen; -mêster, S.-Aelterleute; -stok, pistillus; -tange, forceps; -touwe, n. S.-Gerät; -werk, S.-Arbeit, -Innung.
smêdelik = smêlik.
smeden, sw. v. schmieden; = besmeden, in eiserne Fesseln schmieden; Geld prägen.
smêdunge, Schmähung.
smêgichliken, adv. schmähend.
smêkelik, schmeichlerisch.
smêkeler, Schmeichler.
smêken (smeiken), sw. v. schmeicheln, freundlich thun mit jem.
smêker, Schmeichler.
smêkerie, smêkinge, Schmeichelei.
smek-mêster, der die Speisen und Getränke zu schmecken hat, Speisemeister.
smelen = smalen.
smêlicheit, Schmach.
smêlik, schmählich, verächtlich; adv. smêliken.
smelinge, Schmälerung.
smelt, n. Schmelz, metallisches Glas, frz. émail.
smelt(e)-grove, -hutte, Schmelzgrube, -hütte.
smelten, st. u. sw. v. schmelzen, sow. trans. als intr.
smeltich, liquabilis.
smênisse, Schmach.
smer, smēr, n. Schmer, Fett; ein Stück desselben v. bestimmter Form, Grösse oder Gewicht?
smer-ammer, Eimer für Schmer.
smê-rede, Schmährede.
smeren, sw. v. schmieren, salben; schminken; fig. bestechen u. prügeln.
smerer, Schmierer (Salbenschmierer?)
smeringe, Beschmierung.
smer-hêre, Verkäufer von Fettwaren.
smerich, schmierig, fettig; mit Schmer verfälscht, v. Wachs.
smerle u. smerlink, Goldammer, amarillus.
smer-snider, Fettverkäufer, -händler.
smerte, f. Schmerz.
smerten, sw. v. schmerzen, weh tun.
smer-vlome, (tautol.) Fett.
smet = smit.
smete, st. m. Schmiss, Schlag.
smette = smitte.
smicke, der vorderste (ausgeriffelte) Teil einer Peitsche, dann überh. Peitsche.
smide, n. 1. geschmiedetes Metall, Schmiedewerk. 2. Geschmeide, Schmuck von Metall.
smide-lade, Schmuckkasten.
smiden, sw. v. mit Geschmeide versehen, besetzen, zieren.
smide-schap, Schmuckschrank.
smidich, weich, geschmeidig; fig. gefügig, nachgiebig.
smidicheit, Geschmeidigkeit.
smidigen, sw. v. geschmeidig machen.
smiliken? freundlich?
smilten = smelten.
smit, smet, fl. smedes, Schmied.
smite, f. Segelhals der unteren Segel, mittels dessen sie niedergeholt werden.
smiten, st. v. schmeissen, werfen; schlagen, stäupen; fig. unmôt s. up, abgeneigt werden.
smitte, f. (u. m.) angeworfener Schmutzfleck; dann überh. Schmutz, auch im moral. Sinne; in der Weberei der Kleister, womit man den Aufzug, die Scherung, stärkt.
smittelisse, »Gebühr der Leineweber für die Stärke der Scherung«.
smitten, sw. v. schmutzen, flecken; das Garn oder die Scherung mit einem Kleister stärken.
smittinge, Beschmutzung.
smit-wech, Weg zur Schmiede.
smode u. smodich, smodigen = smidich, smidigen.
smôk, m. Schmauch, Rauch, Qualm; fig. Spur, Kennzeichen, Gerücht.
smoken, sw. v. schmauchen, räuchern; durch Rauch ersticken.
smoker, Räucherer.
smokicheit, Rauch; Hitze, Dürre.
smolt, n. Schmalz.
smolten = smelten.
smoren, sw. v. 1. dämpfen, die Luft benehmen, ersticken, langsam in einem bedeckten Gefässe kochen oder braten; 2. intr. ersticken..
smôr-pot, Topf zum Schmoren.
smoterken = smotteren?
smotteren, schmeicheln, liebkosen.
smucken, sw. v. schmiegen; an sich schmiegen, küssen.
smucken, sw. v. schön machen, schmücken.
smuckerne? schmückend, schmuck.
smudde-pot, Schmutztopf.
smuk, n. Schmuck, Zierat.
smuk, geschmeidig, biegsam; schmuck, schön, zierlich.
smuke, smoke, f. Hure.
smurre, Striem, Schmarre, Schnitt, Riss.
smurten, sw. v. die Luft benehmen, ersticken.
smuser-, smucer-lachen, sw. v. lächeln, schmunzeln.
snabbe, Schnabel; Schuhschnabel.
snabben, sw. v. schnappen.
snacken, sw. v. sprechen, reden, bes. viel unnützes: schwatzen.
snacker, Schwätzer.
snackerie, Geschwätz.
snak, m. Gerede, Gewäsch.
snak, adj. wortreich, beredt.
snake, f. m. Schlange, Ringelnatter.
snaken-wort, f. Drachenwurz, -kraut.
snappe, der Rotz aus Nase und Mund = snoppe.
snap-hane, 1. Wegelagerer zu Pferde, Strassenräuber. 2. eine Münze mit dem Bilde eines Reiters (= 5 o. 6 Stüver, Schillinge).
snappen, sw. v. 1. na, rasch mit dem Munde, dem Schnabel haschen nach; na dem ademe, agonia; trans. erschnappen, greifen, fassen. 2. eilfertig reden. 3. schnellen; s. laten, fahren lassen, los lassen.
snapper, Schwätzer.
snapperen, sw. v. schwatzen.
snappich, rotzig.
snare, f. (u. snar, n.?) Seite einer Harfe etc., fides.
snare, f. (aus älterem snore?) des Sohnes Frau, Schwiegertochter, Schnur.
snaren-spil, Saitenspiel.
snar-iseren, Richteisen, Winkelmass?
snarken = snorken.
snarliken, adv. schnell (schnurstracks).
snar-meker, Bereiter eines Tuches, snar genannt?
snarren, sw. v. schnarren, ein schnarrendes Geräusch machen; schwatzen, plappern; murren, brummen.
snarringe, Lerm, Gekeife.
snascherie, Nascherei.
snat, m. Streichmass (Ggs. gehäuftes Mass?); achten uppen snat, es genau nehmen.
snât, m. Grenze, Grenzlinie.
snât-bôm, Grenzbaum, in den ein Zeichen (snât-kruce) geschnitten wurde.
snatelen, sw. v. die (kleinen) Zweige abschneiden, abramescere.
snateren, sw. v. schwatzen.
snât-pâl, Grenzpfahl.
snavel, m. Schnabel, Rüssel; lange, aufgekrümmte Schuhspitze.
snaven, sw. v. 1. straucheln, stolpern, stürzen, fallen. 2. fig. irren, verkehrt handeln oder sprechen, in der Rede stecken bleiben.
snavelen, sw. v. = snaven 1.
snavinge, das Straucheln.
snê, m. Schnee.
snê-aftich, -achtich, schneeig.
snebbe = snibbe.
snê-berch, die Alpen.
snede, st. m. 1. Schnitt, Einschnitt. 2. Ausschnitt, Gewandschnitt, Kleinverkauf des Tuches. 3. Kleiderschnitt, Mode. 4. Durchsägung von Holz, bes. der Länge nach; gesägtes Bauholz. 5. Formung von Zierziegeln durch Beschneiden vor dem Brand; solcher Stein selbst, gerne collectiv gebraucht. 6. Schneide, Schärfe, auch fig.
snede, st. f. 1. Schnitte (Brodes etc.). 2. selten = snede I, 2.
snêde, st. f. Grenze, Grenzlinie; ein Grenzzeichen.
snêde-bôm, Grenzbaum.
snede-kôp, Schnittkauf, Verkauf im einzelnen.
snede-lôk, Schnittlauch.
sneden-stên, -werk, auch bloss sneden, gesneden, n.? geschnittene Ziegelsteine = snede I, 5.
sneder, Schnitter.
snêdich (u. snedich?) = sneidich.
snegel, Schnecke.
snei = snê.
snêich, schneeig.
sneidich, listig, schlau, gewandt; adv. sneidigen, sneideliken.
sneidicheit, List, Schlauheit, Gewandtheit.
sneil m. u. sneile, f.? Schnecke.
snel, schnell.
snelheit, Schnelligkeit.
snellen, sw. v. schnell sein, sich beeilen; gew. refl.; snellende, impetuosus.
snellicheit, Schnelligkeit.
snellik u. snellich, schnell, rasch, plötzlich; adv. snellik(en) u. snellich(liken).
snellinge, rasche Bewegung.
snel-radich, der schnell mit dem Rat bei der Hand ist.
snene? Grenze (= snede?).
snepel (sneppel), ein Fisch, Schnäpel.
sneppe = snippe, Schnepfe.
sneppel, Schnipfel, Zipfel?
snere, Schnürlitze?
snerink-penninge, denarii censuales, Zins von verpachteten Grundstücken (oder Wortzins?).
snêse, Baumreis, Schnur, woran etwas gereiht wird; ein Zahlbegriff, 7-20 (namentl. von Fischen, bes. Aalen).
snêt, m. die (gespaltene) Klaue, Hufe des Viehes.
snêt-bôm = snêdebôm.
snêtelen = snatelen.
sneteren, sw. v. 1. = snateren. 2. klappern, an einander schlagen, von den Zähnen.
snêt-stên, Grenzstein.
snevel = snavel.
sneven, sw. v. = snaven.
snê-vlocke, Schneeflocke.
snê-water, Schneewasser.
snê-wit, schneeweiss.
snibbe, f. Schnabel.
snicke, f. ein kleines (Kriegs)schiff.
snicke-mêster, Bootsmeister (in Lübeck).
sniddeken, sw. v. schnitzen.
sniddeker, (Holz-)Schnitzer, Bildner; Tischler.
snidde-werk, Schnitzerei, Tischlerarbeit.
snide, Schneide, Schärfe.
snide-blok, -klik, Block, der zu Dielen zerschnitten wird.
snide-bret, Schneidebrett, bes. der Lederarbeiter.
snide-brôt, grösseres Brod?
snide-kô, Vieh zum Schlachten.
snide-lade, Schneidelade zum Häckselschneiden.
snidel-gelt, Schneide-, Schnittgeld (je nach der Art des Schneidens verschieden).
snidels, abgeschnittenes Stück (Tuch).
sniden, st. v. 1. schneiden; zerschneiden, zersägen. 2. im einzelnen (zerschnitten) verkaufen. 3. schlachten. 4. schneidend machen, bes. (aus Holz oder anderem Stoffe) schnitzen; gravieren; (Zeug) schlitzen.
snider, jeder der schneidet, daher 1. der Schnitter. 2. Schnitzer; Bildhauer. 3. der Ausschnittwaren-Händler, Gewandschneider. 4. Schneider, Kleidermacher (selten). 5. Graveur.
snide-schillink (= snidelgelt?) als Abgabe.
snide-, snidel-swîn, Schwein zum Schlachten.
snide-werk = sniddewerk.
snidinge, messio.
snien, snigen, sw. v. schneien.
snigge, m. f. Schnecke.
snig(ge)-, sniggen-hûs, Schneckenhaus; Muschel.
snip, Pips, pituita, pestis pulli.
snippe (snippel), m.? Schnepfe.
snippe, f.? Schneppe, Schuhschnabel.
snir-rême, Schnürriemen.
snît-gras, carex (carex acuta?).
snît-hepe, -heipe, (krummes) Messer zum Schneiden, Winzermesser.
snît-isern, Schneide-Eisen (an Pfählen zur Hinderung des Fischfanges?).
snitker u. snitzer = sniddeker.
snitse, ein Gebäck, Schnitzel.
snît-, snit-werk = sniddewerk.
snoddele? ein Kleidungsstück.
snode, schlecht, gering, erbärmlich, wertlos.
snodel, (hängender) Nasenschleim.
snodeliken, auf eine elende, erbärmliche Weise.
snoderen, sw. v. den Nasenschleim auswerfen, den Schnupfen haben.
snodicheit, Elendigkeit, Erbärmlichkeit.
snoie, Wickelranke, Schlinge, cirrhus.
snoien, sw. v. einem Baume die Zweige abhauen, beschneiden.
snôk (snokel), junger Gras-Hecht, überh. Hecht.
snoppe, Nasenschleim.
snoppel-kîl, (hängender) Nasenschleim.
snoppen, sw. v. die Nase schnauben.
snoppich, nasenschleimig; verschnupft.
snôr, m. (snôre, f.) 1. Schnur, Messschnur, Richtschnur; over den s. houwen, über das erlaubte Mass hinausgehen. 2. Schnur, Litze, Riemen, als Band und Schmuck, bes. Haarband. 3. Gerät zum Fischfang. 4. Bogensehne.
snôr-lîk(e), -recht, schnurgerade; -pipe, Nestelstift, -beschlag; -rême, Nestel, Schnürriemen; -rok, Rock mit Schnüren.
snore, 1. s. snare, nurus. 2. Schwägerin? Schwiegermutter?
snoren, sw. v. schnüren, zu einer Schnur aneinander reihen; zuschnüren; mit der Schnur messend bestimmen; mit Schnüren versehen, zieren.
snorken, sw. v. 1. schnarchen, schnaufen. 2. schnaufen, wie es der Zornige, Hochmütige, Prahler thut.
snorker, Prahler.
snorren, sw. v. brummen, murren.
snôtheit, snôtliken = snodicheit, snodeliken.
snotte, m. Nasenschleim.
snotten = snuten.
snouwe, dumm?
snouwen, sw. v. schnauzen, schnappen, das Maul gegen jem. wenden; heftig anfahren.
snove, st. m. 1. Witterung, Geruch. 2. Schnupfen = snuve; snovich = snuvich.
snoven u. snubbelen = snaven.
snucken, sw. v. schluchzen.
snuf, (û?) = snuve.
snurren, sw. v. ein schnarrendes Geräusch machen; Roulette oder Quekebret spielen?
snûte, f. Schnauze.
snût(el)-dôk, Schnupftuch.
snuten, sw. v. schneuzen; das Licht putzen.
snuterken, (e)munctorium: Schnupftuch oder Lichtschere.
snûtlik? den Mund, die Lippen aufwerfend?
snutse (snusse) = snûte.
snuve, sw. m. Schleimfluss der Nase, Katarrh, Schnupfen.
snuve(l)-dôk, Schnupftuch.
snuven, st. v.? 1. schnauben, susurrare. 2. die Nase reinigen. 3. schnaubend, mit Geräusch daherfahren.
snuve-schêre, Lichtschere.
snuvich, mit Schnupfen behaftet; vom Pferde: rotzig.
sô, so: 1. demonstr. so sehr, so grôt ein (ên), meist so groten, ein so groten, ein so grosser; in solcher Weise; ebenso; dann, bes. im Nachsatze. 2. relat. wie, als; wann, wenn; weil; während doch, obgleich; = Relativpronomen. 3. so dat, so als, weil; so vorder, insofern; so vort, bald darauf, gleich nachher. 4. so we so, so we, we so und ebenso mit welk, wanne, war etc. = swe, swelk etc., quicunque etc. 5. so – so, so – wie, wie – so; bald – bald; je – desto.
sober, mässig; nüchtern; adv. -like(n).
soberheit, Mässigkeit.
soch, n. das Saugen, die Saugung; auch was man saugt, Muttermilch, Frauenmilch. Zus.: soch-kalf, -kinder, -vole.
socke, Socke, Fusstuch, Filzschuh.
sockeren, Kichererbsen, cicer.
so-dân, -dan, soden, so gethan, so beschaffen, solch, talis; sodam, -dem, Dat. Sg. Mit Artikel sodân ên, so-danen.
so-danich, -dannich = sodân.
sodder, seit; seitdem (= seder).
sode, sodde, st. m. Sud, Sieden; soviel man auf einmal kocht, siedet.
sôde, Rase, abgestochene Erd- oder Torfscholle.
sôde, das Sotbrennen.
soge, Sau, Mutterschwein.
so-gedân = sodân.
sôge-kint, Säugling.
sôgen, sw. v. säugen, die Brust geben; bildl. Freundliches erweisen, mit freundlichen Worten füttern. – Zuw. = sugen.
sogen-gelach, schweinisches, unsauberes Gelage.
sogen-putte, Schweinepfütze.
sogesch, schweinisch, suinus.
soke-drunk, (der einen Trunk sucht) Schmarotzer.
sokelicheit: êgene s., Selbstsucht, Eigennutz.
soken, sw. v. 1. suchen; trachten nach. 2. besuchen; bes. von Kaufleuten, mit to und af, van, hin und zurück. 3. untersuchen. 4. feindlich suchen, angreifen. 5. Im rechtl. Sinne: a. besuchen (das Gericht) um Recht zu sprechen oder sich Recht sprechen zu lassen; b. sein Recht suchen, verfolgen (gerichtlich), klagen. 6. to soken maken, machen, dass man jem. wieder ansuchen muss, nicht gleich bewilligen.
soker, 1. Sucher; Haussucher; der eines andern Gut sucht, angreift, Räuber. 2. Instrument der Chirurgen, Sonde, Sondiernadel; Brunnenhaken; Fleischhaken.
soke-schult, Schuld, die man aus Chicane herbeisucht, nicht in der That begründet ist?
sokinge, 1. das Suchen, Nachsuchen. 2. = sukinge.
sol, n. das kleinste Mass für die Verteilung der Sole am Sode.
sol, n. mit stehendem Wasser angefüllte Niederung, Teich.
solâs, Trost, Zerstreuung, Vergnügen.
soldenêr, seltener soldate, soldêr, Söldner, stipendiarius.
solder, soller, m. Söller, Boden.
solderî(g)e, soldî(g)e u. soldinge, Besoldung, Ausgabe für Söldner.
soldûr, Lötung (mit Borax, chrysocolla?); dazu das Verbum: solduren.
sole, f. Salzsole, salsugo; überh. Salzwasser.
sole, f. Fusssohle; Schuhsohle; Haussohle, Schwellbalken.
solen, sw. v. 1. in Schmutz u. Kot umwälzen, schmutzig machen, besudeln. 2. schmutzige Arbeit verrichten, sichs sauer werden lassen.
solen = scholen, sollen.
sole-wide = salwide.
solfêren, sw. v. die Tonleiter singen, solfisare.
solich (salich), schmutzig.
solik, sollik, sollek, solk, auch mit nachfolg. ên, solcher.
solt, tzolt, m. n. Sold, Lohn, Gehalt.
solt, n. Salz.
solt, adj. salzig, gesalzen; dat solte water, die See.
solt-ampt, Gewerk der solters; -berch, salzhaltiger Berg; -born, Solquelle; -brôk, solhaltige Niederung; -broke, st. m. Vergehen im Salzhandel u. d. Strafe dafür; -ertze, Salzerz; -kane, -prame, -schip, Schiff zur Ausfuhr, auch zum Verkauf v. Salz; -keller, Keller zur Lagerung u. z. Verkauf v. S.; -kôp, S.-handel, auch der Preis des S.; -menger, S.-händler; -kote, S.-siedehütte; -punder, S.-wage; -sêder, S.-sieder; -stoter, der das S. in Tonnen verladet; -sule, S.-säule (v. Loth's Weib); -toln(e), S.-zoll; -tunne, S.-tonne v. bestimmt. Form u. Grösse; -vat, S.-fass (Hausgerät); -vlade, S.-kuchen; -vorer, S.-händler; -water, S.-wasser, Lake; -werk, Saline.
solten, salzig.
solten, st. v.? salzen; Part. gesulten.
solter, Salzsieder; Salzverkäufer.
solter = salter, Psalter.
soltich, salzig. Subst. solticheit.
sotinge, das Einsalzen.
soltink, Byzantin. Goldsolidus; aus russ. solotnik.
solt-stede = salstede, sadelstede, Hofstelle.
solt-wide = sal-wide.
sol-vluchtich, von seinem Grundstück flüchtig?
sol-water = sole I.
som = sum, irgend einer, etlich.
som? der Ankerschmidt soll unter andern schmieden 2 some d. h.?
sôm, m. Saum, Rand.
sôm, some, Last eines Saumtieres; bestimmt. Mass.
someken, Demin. zu sôm, Zipfel, Franse, Schleppe.
somelik, summelik, irgend einer; Plur. einige, manche.
somer, ein langer, schlanker, grader Pfahl oder Baum.
somer (sommer, samer), m. Sommer; (des) somers, im S.
sômer (sommer, samer)-bede, -schat, im Sommer fällige Steuer; -dach, Sommer-, d. i. langer Tag; -dages = somers; -gast, -vare, Kaufmann, w. den S. über in Nowgorod weilt; -gesette, -hûs, -love, S.-haus, -laube, Söller; -gût, -herink, im S. gefang. Hering, dän. sommersild; -kleit, Kleid für den S.; -lode (lade), -late, -telge, Schössling, Spross, wie er in einem Sommer wächst; -lôn, Lohn für das S.-Halbjahr; -makent, n. Festlichkeit zum Empfang des S.; -nette, Zugnetz zur Fischerei während des S.; -sât, f. S.-korn; -tît, S.-zeit; -vallich, Adj. zu -valge, f. S.-brache; -vart, Reise im S., s. somergast; -verken, diesjähriges Ferkel; -vogel, Schmetterling.
somer(e), 1. Saumtier. 2. u. somerer, der ein Saumtier führt. Zss. somerlechelen, n. Saumfässchen.
so-mêr(e), 1. beinahe, fast, grösstenteils. 2. somêr – alse, sowol – als. 3. jedesmal?
someren (sommeren), sw. v. Sommer werden, sein.
somerlik, adj. sommerlich.
somes, adv. zum Teil; bisweilen.
somich, sommich, summich, irgend einer; Plur. einige.
sommern = summeren.
sommers-nacht, der Tag Joh. des Täufers.
sôm-schrîn, Schrein auf einem Saumtier, Reisekasten.
sôm-stucke, Hüftstück des Ochsen.
som-tît, -tides, -wile, -wilen, s. sum-.
sôn, m. = sône, f.
son-avent, seltenere Form für sunn-.
son-dach, spätere gewöhnl. Form für sunnen-.
sonder, sonder, u. Ableit., s. sunder.
sone, m. Sohn; Acc. sone, sonen, Plur. sone, sones, sonen.
sône, f. Sühne: 1. endliche Ausgleichung eines Streites, Aussöhnung, compositio. 2. die Genugthuung, die der Beleidiger dem Beleidigten zu leisten hat.
sôn(e)-brake, f. Friedensbruch; -brêf, Sühnungs-Urkunde, Friedens-Instrument; -brokich, -vluchtich, der den Vergleich bricht; -man, Plur. -manne, -lude, Vermittler oder Zeuge einer Sühne; -sprake, Sühne-Beredung.
soneken, Söhnchen.
sônel-dach, 1. Sühntag. 2. Sonntag (l. sonnel-?).
sonelik, einem Sohne gemäss, kindlich.
sônen, sw. v. absol. oder s. mit oder refl. oder êne sone s. (auch refl.), den Streit beilegen, sich aussöhnen, sich vergleichen; it s., eine Sache sühnen u. schlichten; dat orloch, Frieden schliessen; diuve, rôf, Diebstahl, Raub durch Ersatz sühnen.
sônerinne, Sühnerin, Versöhnerin.
sônes-dach, Tag des jüngsten Gerichtes; -lude = sônelude.
sones-dochter, neptis; -sone, nepos; -wîf, nurus.
sônlik, adj. was zur Sühne gehört.
sope, st. m. Trunk, Trank.
sophîr = saffîr.
soppe, sw. f. Suppe, Brühe, flüssige Speise.
sôr, trocken, dürre; fig. kraftlos.
sorch-dênst, Dienst oder Pflicht der Fürsorge.
sorch-(h)ertich, sorgherzig, voll Besorgnis, sorgfältig. Subst. sorcherticheit.
sorchlik u. sorchsam, Besorgnis erregend, gefährlich.
sorch-voldich (veldich, -valdich), 1. sorgend, besorgt um etwas. 2. bedenklich, bedrohlich, gefährlich. Adv. sorchvoldichliken.
sorch-voldicheit, 1. Sorgfalt; Besorgung; Besorgnis. 2. Gefährlichkeit; Gefahr, besorgliches Unternehmen.
sorch-volt = sorchvoldich.
soren, sw. v. 1. trocken, dürre, welk machen oder werden lassen. 2. trocken werden, verwelken, absterben.
sorder, seductor.
sorge, f. Sorge, Fürsorge; Bekümmernis, Angst.
sorge-last, Sorgenlast, schwere Sorgen.
sorgen, sw. v. sorgen; bekümmert sein.
sorich-, s. sorch-.
sorkot, st. n. m.? sorkote, sorkte, sw. f. langes Oberkleid mit aufgeschlitzten Ermeln.
sort, n.? sorte, f. Sorte, Qualität; Sortiment, Partie.
sorten, pl. in Bremen ein Ausschuss der verständigsten Bürger, aus den Älterleuten, der Kaufmannschaft und den Ämtern, mit welchen der Rat Sachen von Wichtigkeit überlegte.
sort(e)-, sorten-werk, die aussortierten grössten und schönsten Stücke Bernstein.
sos u. Ableit., s. ses, sechs.
sosi-, sosoninne = suseninne.
sot, fl. sottes, schwachsinnig, thöricht; Subst. Narr, Thor.
sôt, m. flect. sodes, aufwallendes Wasser: 1. Quelle. 2. Ziehbrunnen. 3. Salzborn, fons salinae, und der Brunnenschacht, puteus s., in w. die Salzquellen geleitet werden.
sôt, n. flect. sodes, Gekochtes, Absud, Brühe, jus, brodium.
sôt, n. Russ, fuligo, ndl. zoet, engl. soot.
sôt-ammer, Brunnen-Eimer; -bulle? B.-schwengel? -grever, -meker, B.-gräber, Pumpenmacher; -mêster, der erste Beamte der Sülze in Lüneburg; -rode, Stange, an w. der Schöpfeimer hängt; -slenge, B.-Einfassung; -stên, Stein zur Ausmauerung eines Sodes (in e. Badstube); -stôl, Gerüst zur Wasserschöpfung (mittels sôtrode u. sôtswengel) aus einem Flusse; -swengel, B.-schwengel; -vart, die unterirdische Leitung der Salzquellen in den sôt.
sote, sute, süss; milde, angenehm, lieblich; liebenswürdig, freundlich; s. klank, sank, melodia, eufonia.
sote, f. Süssigkeit.
sote-bast, laureola (daphne mezereum).
sôtlik, -like(n), adv. zu sote.
soten, sw. v. süss, angenehm machen, versüssen.
sotheit, Thorheit.
sôt-herticheit, Süssherzigkeit, d. i. Milde, Gunst.
soticheit, Süssigkeit, Annehmlichkeit.
sotternie, Thorheit, Dummheit, Thun u. Wesen eines sots; concr. Posse, possenhaftes Lustspiel.
soven u. Ableit., s. seven, sieben.
soven-bôm = sevenbôm.
soverrin, ndl. sovereyn, supremus balivus (in Flandern); l. soverein?
spade, m. Spaten; den spaden steken, durch Einsteckung eines Spatens Land dem Eigentümer wegen Verfalls des Deiches aberkennen; den s. tên, durch Herausziehung (von Seiten des E.) Leistung der Deichpflicht geloben oder (v. S. des Gerichts) jenes Erkenntnis rechtskräftig machen.
spade, adj. spät; adv. spâd(e), spaden.
spade-gût, -lant, eingedeichtes Land.
spâden, sw. v. säumen, versäumen.
spaden, sw. v. 1. mit dem Spaten arbeiten. 2. nach dem spadenrecht für verfallen erklären = vorspaden.
spadich, spät.
spak, dürre, trocken.
spake = spêke.
spaken, pl. abgefallene dürre Äste und Zweige.
spaken, sw. v. trocken sein oder werden, von Hitze und Trockenheit Risse bekommen.
spakeren, sw. v. sprühen; l. sparkeren?
spak-, spāk-holt, anbrüchiges Holz, vom Winde gebrochen.
spal, n. spalle? ein gewisses Mass (etwas über 3 Bremer Scheffel) Landes im Herzogt. Bremen.
spalden, st. v. trans. spalten, splittern, auch refl.; intrans. auch: zergehen, sich verteilen (v. Gerüchen).
spalderen, sw. v. spalten.
spaldenêr = spoldenêr.
spaldinge, Spaltung, fig. Uneinigkeit, Zwist.
spalk, m. Geschrei, Lerm, wüstes Wesen.
spalkeren, sw. v. lermen, toben, laut rufen.
spalter, umges. für psalter.
span, n. fl. spannes, Gespann, Paar; span landes = Hufe?
span, n.? fl. spannes, die einander gegenüberstehenden und mit einander verbundenen Dachsparren; Seitenrippe eines Schiffes.
span, n. fl. spannes, ein hölzernes (gehenkeltes) Gefäss (zuweilen auch von Leder); als Massbestimmung.
span, n. fl. spannes, Spange, an einem Buche, Kleide etc.
span (â?) m.? fl. spanes, Holzspan.
span-ader, varex, nervus.
span-bedde, zusammenlegbares Bettgestell; Tragbette.
span-dake, scandularia tecta, sc. culmina.
spandel (span-dêl?), n. Gespann?
spander, spannier, Mantel nach spanischer Weise? (ad medium corpus).
spanen, st. v. locken, verlocken.
spanen, sw. v. = spenen.
spange, f. Spange zum Hefteln der Kleider; streifenartiger metallener Besatz als Schmuck an Kleidern.
spanget, mit Spangen versehen.
spangen-, span-hoike, Mantel mit Spangen.
span-gordel, Winde zum Spannen der Armbrust.
span-hake, Winde zum Spannen der Armbrust, verschieden v. spangordel.
span-maker, der spanne (hölzerne Gefässe) macht, Kleinbinder.
span-nagel, Deichselnagel, -pflock, der das Vorderteil des Pfluges mit dem Hinterteil verbindet.
spanne, f. Spanne, e. Mass.
spanneken, Dem. v. span, Gefäss.
spannel-tûch, Gerätschaft zum Spannen der Armbrust?
spannen, st. v. 1. spannen, z. B. Bogen, Armbrust; dehnen, ausrecken. 2. anspannen (Zugtiere vor einen Wagen), anschirren. 3. in Fesseln spannen, fesseln. – de bank, dat gericht sp., (feierliches) Gericht halten; ênen râtslach, e. Beratung halten.
spannen, sw. v. heften, festbinden; fig. nowe, enge sp., genau, strenge nehmen, nach dem Wortlaut den Begriff beschränken.
spannes-wise, adv. in der Art wie Spangen.
Spa(n)nigerd, Spanier.
span-rême, -sêl, Riemen, Seil zum Spannen.
span-stok, ein Stock (oder eiserner Pflock) zum Spannen = spannagel.
spans-(spanges-)grôn, Spanischgrün, d. i. Grünspan.
sparden = sporden.
spare, sw. m. = spore.
spare, f. Sparre, tignus.
spar-ei, das erste, gewöhnlich sehr kleine Ei, welches eine Henne legt? vgl. sporei in Adelung's WB.
spare-munt, Geiziger, Knauser.
sparen, sw. v. sparen, hegen; schonen, verschonen; ungebraucht, ungethan lassen, säumen; refl. sich schonen.
sparen, sw. v. mit Dachsparren versehen.
sparer, Sparer.
sparge, m.? spergula arvensis.
spar-glas, sparus, Marienglas?
spar-holt, Holz zu Sparren.
sparich, sparsam, selten.
sparicheit, Seltenheit, geringe Menge; Sparsamkeit.
sparinge, Sparen, Sparsamkeit.
spar-kalk, Gips, aus Gips gebrannter Kalk.
sparke, m.? Funke.
sparken, sw. v. Funken sprühen, funkeln.
spar-keste, f. Sparkiste, -büchse.
sparlen = spartelen, zappeln.
sparlik(en), adv. spärlich, hie und da.
sparlink, s. sperlink.
spar-matich = spormatich.
spartelen = sportelen.
sparwer = sperwer.
spar-werk = sperwerk.
spassêren, spatzêren, sw. v. spazieren.
spat, n. die bekannte Fusskrankheit der Pferde.
spât, Spat, blättrig brechendes Gestein; Marienglas.
spat-holt, Holz zu Spaten?
spê, spei, n.? Hohn, Spott, Beschimpfung; Feindseligkeit; to speige, uppe spê, höhnisch (v. spien, speien).
spê, spei, adj. spöttisch, höhnisch, naseweis; feindselig; schäbig, unansehnlich. Adv. speige.
spê-bank, Spottbank.
specerie = spisserie.
specht, m. Specht.
specialik, adv. namentlich, insbesondere.
specke, f. ein aus Buschwerk, Erde und Rasen (Soden) durch sumpfige Gegenden aufgeworfener Weg.
speckels = spettelesch, aussätzig.
specken, sw. v. 1. spicken, lardare. 2. e. specke, Dammweg machen; mit Erde bedecken.
speckinge, das Schlagen u. Aufwerfen eines spekdammes, der Weg selbst.
spêde, spät.
spedel, Speichel.
spê(e)n, sw. v. spähen; erforschen, erkunden.
spê(e)r, Späher, Spion.
spê-gat, n. -gote, f. Sprützloch, Seitenöffnung der Schiffe, durch welche das Wasser wieder abläuft; vgl. engl. spigot und unten spigat. Umgedeutetes Fremdwort?
spêgel, spei(g)el, m. u. n. 1. Spiegel. 2. Vorbild, Muster, Norm, Warnung; Titel belehrender Bücher.
spêgel-, spei(g)el-glas, Spiegelglas, Glasspiegel; -hars, Spiegelharz, Kolophonium; -vechtent, -vechtinge, Spiegelfechterei.
spêgelen, speigelen, sw. v. spiegeln; sik s. in, sich beschauen in; an, e. Beispiel, e. Warnehmung nehmen an.
spêger, Späher.
spei, speige; speien; speigel, s. spê etc.
speigel, Hohn, Spott.
speiger, Spiegel?
speiheit, spöttisches Benehmen, Hohn.
speilik = spêlik.
speise, speisse, f. langer Spiess, Pike, e. Waffe im 16. Jh., bes. der Landsknechte; es gab hêle u. halve.
speit = spêt.
spei-vogel, -wort, s. spê-.
spek, n. Speck.
spek-bret, Brett zum Speckschneiden; -hoker, -snider, Fettwarenhändler; -mân, December; -natel, Spicknadel; -side, Speckseite; -swîn, Mastschwein.
spêke (speike), f. Speiche, bes. Radspeiche; Handspeiche.
spêke, f. Speichel.
spêkele, f. Speichel.
spêkelen, sw. v. speicheln, den Speichel auswerfen.
spel, spēl = spil.
spelderen, pl. abgespaltene Stücke Holz, das nicht als Nutzholz brauchbar ist.
spele-, meist spel-, speel-, selten spil-bal, Spielball; -bret, -bert, Spielbrett; -broder, unehelicher Bruder; -dach, freier Tag, blauer Montag; -dât, unvorsätzliche Verwundung beim Spiel; -gaden = spelhûs; -gânt, das Lustwandeln, Spielen; -gelt, Nadelgeld der Ehefrau; -grêve, Musikdirektor; -hûs, Spiel-, Tanzhaus, überh. Gemeinde-, Stadthaus; -kint, Bastard, spec. der vor der Ehe gezeugte; -man, pl. -lude, Spielmann, Musikant, Gaukler; -note, Spielgenosse, -in, -kamerad; -penninge, denarii truphales, truphatorii, ludibiles, e. Art Nadelgeld, w. die Tochter von den Eltern ausser der Mitgift erhielt; -sone, unehelicher Sohn; -vogel, Vogel, mit w. man spielt; v. Menschen, bes. Kindern: Spielpuppe, Liebling; -vrouwe, -wîf, Concubine, Kebsweib; Musikantin, Gauklerin; -werk, Spielwerk, bes. musik., Glockenspiel.
spelen, sw. v. 1. in lebhafter, freier Thätigkeit sein, z. B. v. den Augen. 2. Scherz treiben, sich vergnügen; spelen varen, gân, spazieren gehen. 3. ein Spiel, bes. ein Glücksspiel treiben. 4. musikalisch oder scenisch spielen; dramatisieren. 5. brünstig sein; Euphem. für: die Geschlechtslust stillen.
speler(e), spelre, Spieler.
spêlik, adj. spêliken, adv. höhnisch.
spelinge, ludibrium.
spelling, die gemeine, gelbe Pflaume.
spelte, f. abgespaltenes Stück; Knoblauchszehe; = rörken, siphunculus (Kiel, Spule? vgl. rôr).
spelte, Spelz, ador.
spen, Zwist, Zerwürfnis, Streit.
spen, Spanne, palma.
spên (gew. spôn), m. (Holz) Span.
spende, f. Spende, Gabe an die Armen, Almosen.
spend(e)-broder, Almosen-Empfänger; -brôt, an Arme ausgeteiltes Brot; -gelt, -pennink, Almosen in Geld; -licht, kleines zu gottesdienstlichem Gebrauche gegebenes Wachslicht; -molder, -molt = 6 spikerschepel.
spendel = spenele.
spenden, sw. v. spenden, schenken.
spene, f. Brustwarze der Säugenden; Muttermilch.
spenele, f. Stecknadel, Heftel.
spenen (spennen), sw. v. von der Mutterbrust entwöhnen, ablactare.
spen(e)-verken, Spanferkel.
spenge, knapp, eingeschränkt; mässig im Essen u. Trinken.
spengen, sw. v. knapp u. strenge halten, in Schranken halten, kasteien; refl. sich enthalten, bes. der Speise, fasten.
spenger, Kasteier, Peiniger.
spengicheit, spenginge, Kasteiung, Enthaltsamkeit, abstinentia.
spenich, entwöhnt, ablactatus.
spen-, spens-grôn = spansgrôn.
spenkeren, sw. v. 1. wegjagen, vertreiben, antreiben zum Laufen. 2. intr. von einem Ort zum andern laufen.
spenne, f. Spanne, palma.
spenne = spinne, Spinne.
spennele, f. = spenele.
spennen, sw. v. 1. = spannen. 2. = spenen.
spenne-wobbe = spinnewobbe.
spennich, streitig.
spense, Speise-, Getränkkammer; spenser, Ausgeber, Kellermeister (im Stahlhof zu London, engl. spence, spencer).
spent-, s. spende-.
spen-wêler, Spinnradmacher?
sper (spere), gew. n. Speer; spere breken, speer steken, turnieren.
sper, n. Gespärre, Sparrwerk (am Hause, sperwagen), tignus.
sper, nitrum specular; auch sperstein; pulverisiert: sperpulver.
sper-bôm, Holzapfelbaum, sorbarius.
spere-hant, Speer-, d. h. Manneshand.
speren, sw. v. 1. sperren, auseinanderbreiten, distendere; en hûs, tignare, den Dachstuhl aufsetzen; sperde wagen = sperwagen. 2. versperren, hindern. 3. ghesperet, hastatus.
speres-ort, Speerspitze; Speerkraut, ranunculus flammula?
sperete, sperte, n. Sparrwerk, Dachstuhl.
sper-galge, Wipp- oder Schnellgalgen.
spergen, sw. v.: 9 orde gesperget, 9 Speerspitzen geschäftet?
sper-glas = sparglas.
sper-haftich, sperraftich, entzweit, uneinig.
sper-hake, Sperrhaken, eisernes Instrument der Schmiede, circula.
speringe, Hinderung, bes. Beschlagnahme.
sper-kalk = sparkalk, Gips.
sper-kule, Stoss-, Fischerstange.
sper-laken, Tuch, das man ausbreitet, ausspannt (über Tische, Betten, Wagen etc.).
sperlink, m. Sperling; sperlinge, f.
sper-rennent, Speerrennen, d. i. Turnier.
spersel, n. = sperete.
sper-stake, Speer-, Lanzenschaft; Turnierlanze.
sper-stekent, -stekinge, Speerstechen, d. i. Turnier.
sper-stên, s. sper.
sperte = sperete.
spertelen = sportelen.
sper-venster, ein Fenster, das sich öffnen lässt, Schlagfenster?
sper-wagen, Wagen, über den eine Decke (sperlaken) gebreitet ist, eine Art Kutsche, bes. für Frauen und Vornehme.
sperwer, Sperber.
sper-werk = sperete.
sper-wessele, -wesselinge, f. Speerwechsel, Kampf.
spê-schoitgens, Schmähreden, scommata, convicia.
spêse, spêsse = speise.
spêt, n. (m.) Spiess, die Waffe.
spet, n. = spit.
spetâl, spettâl, n. Pflegehaus für Alte, Kranke, Arme, Siechen-, Leprosenhaus.
spetâl, spettâl, m. (selten n.) Aussatz, lepra; Schimpfwort auf einen Nichtsnutz.
spetalecht, spetêlich = spetalisch.
spet-brade, Spiessbraten.
spetêl(e)re, spetaler, spett-, 1. der Aussätzige. 2. Vorsteher eines Spitals. 3. Johanniter.
spetêlesch, spetâlesch, spett-, aussätzig, leprosus.
spêten? speten? sw. v. spiessen.
speten, sw. v. graben.
spêt-isern, die eiserne Spitze des Spiesses.
spêt-junge, Spiessjunge, Diener eines Ritters, Waffenträger.
spêt-stake, Spiessschaft.
spêt-wagen, Kriegswagen (um Spiesse zu fahern).
spêtze = speise.
spê-, spei-vogel, Spötter.
spê-, spei-wort, schmähendes, naseweises Wort.
spie = spê, höhnisch.
spie, spige, f. Speichel.
spien, spigen (spiggen), st. u. sw. v. speien; bes. vomieren, sich erbrechen.
spigat, Zierat an einem turbanähnlichen Hut: mit 7 spigaten (Var. speegaten) schufern, knôpken mit spigatten; v. it. spigato, sp. espigado, ouvrage à grains d'orge? l. schrufen? Spangen, Schnallen (s. schruve) in Form von spêgaten (s. d. W.), d. h. platten Ringen?
spige-, spigel-drank, Vomitiv, Brechmittel.
spigilie, Spitzenborte, span. espiguilla.
spi(g)inge, Speien, Vomieren.
spik, adj. trocken.
spikenardi, -nard(us), -nardes, m. nardus Indica, andropogon nardus; -bêr, damit gewürztes Bier.
spiker, m. Speicher, Lagerhaus (für Korn, Salz etc.); Lagerboden, Vorratskammer.
spiker, m. e. Art eiserner Nagel oder Bolzen.
spiker-ammet, officium granarii (im Kloster); -mate, Spint, Viertel? -malder, -molder u. schepel, Sp.-malter, -scheffel, bestimmte Masse.
spiker-bor, Spieker-, Nagelbohrer.
spik-glas, antimonium, Spiessglas.
spik-herink, getrockneter Hering.
spîk-oli, oleum nardinum.
spil, n. fl. speles, Spiel, Scherz, Kurzweil, Lust, Vergnügen, Unterhaltung; ût dem spele gân, bringen, Ernst aus dem Spiele werden, machen; wat to spele hebben, wes spil hebben, als Scherz nehmen; euphem. Beischlaf; e. bestimmtes Spiel, so v. Turnier, Bühnen-, Würfel- und sonstigen Glücksspielen; Wagnis, Unternehmen auf gut Glück, oft v. Aufruhr; Musik, auch die musik. Instrumente u. die Musikanten.
spil-, s. spele- u. spille-.
spilde, adj. verschwenderisch, unnütz.
spilde, f.? spilt, m.? Verbrauch, Verlust. Nur in der Verbindung: to spilde, bes. mit komen, umkommen, in Verlust geraten, abhanden kommen.
spilde-gelt, Ausgabe oder Einnahme für Kleinigkeiten.
spildelik, verschwenderisch.
spilden, spillen, sw. v. aufbrauchen, anwenden, bes. zu unnützen Dingen, verschwenden; (auch mit partitiv. Genet.) neben ab fallen lassen, verschütten, ungenutzt, unangewandt lassen.
spilder, Verschwender.
spilderen, sw. v. zerstreuen.
spilderen, adv. zerstreut, einzeln.
spilderne, spilderen, adj. verschwenderisch.
spildicheit, Verschwendung, Vergeudung.
spildinge, Verbrauch, Verlust, Unkosten.
spile, f. ein dünner (zugespitzter) Stab, zu verschied. Zwecken, z. B. um daran Fleisch, Würste etc. aufzuhängen, Fische zu spreizen, den Braten zu befestigen, Würste zu schliessen, Abteilungen in Bienenstöcken zu machen etc.
spilen, sw. v. 1. zur Trennung der Lagen (in Heringsfässern) spilen legen; überh. in Tonnen verpacken? 2. mit spilen auseinander sperren, überh. aufsperren, spreizen.
spil-iseren, Meissel, Grabstichel u. ä.
spille, f. Spindel (als Hauptinstrument weiblicher Thätigkeit); Bezeichnung der weiblichen Erbfolgelinie, überh. des weiblichen Geschlechts; jede Walze, Winde, Welle.
spil(le)-bôm, fusarius (evonymus europaeus?).
spillen = spilden.
spillen-dreier, Spindeldrechsler.
spil(le)-mâch, -mage, Verwandter von weiblicher Seite.
spil(le)-, spillen-side, die weibliche Seite, Linie.
spille-stên, eine Art Formstein.
spillink = spellink.
spil-maker = spillendreier.
spilter-naket, splitternackt.
spîl-tûn, Zaun, Befriedigung aus spitzen Pfählen (spilen) gemacht.
spin, n. Gespinnst? Lohn für Spinnen?
spinde, f. u. n. Spinde, Schrank, bes. Speiseschrank.
spinden = spenden.
spinde-vat, ein Fass, das den Inhalt eines Spints hat.
spin-halve, f. die weibliche Seite, Linie.
spinkel, Fleck, Sommerspross.
spinkelich u. spinkelt, fleckig, bunt, buntfarbig gesprenkelt.
spin-lôn, Spinnlohn.
spinne, Spinne.
spinnel-side, die weibliche Linie.
spinnen-klôt, m. Spindelring, Wirtel.
spinnen, st. v. spinnen.
spinnen-vient, sehr feind.
spinner(e), spinre, Spinner, bes. Wollspinner; f. spinnersche.
spinne-wobbe, -webbe, n. u. -wef, m. Spinngewebe.
spinne-wocke, sw. m. Spinnrocken, colus.
spin-rat, Spinnrad; Zss. spinrade-maker.
spinsal, n. Gesponnenes, Gespinst.
spinsterinne, Spinnerin.
spint, n. das weiche und weisse Holz zwischen dem Kern und der Rinde des Baumes.
spint, n. (m.) Spint, ein Hohlmass für Getreide, Mehl etc., Viertelhimpten.
spint, n. (u. m.?) = spinde, Schrank.
spint-, s. spende-.
spîr, n. jede kleine Spitze, bes. Gras- und Kornspitze, spica, arista; ein wenig, eine Kleinigkeit.
spiresch, Speiersch, eine Art Tuch.
spîrlink (spirink), ein kleiner Fisch, cyprinus aphya.
spîr-swale, -swaleke, Turm-, Mauerschwalbe.
spis, spitz.
spise, f. 1. Speise; Proviant. 2. Glockenspeise, Erz, Metall.
spise-brôt, grobes Rockenbrot; -dreger, dapifer; -gever (l.
gevern?), mildtätig; -kamer, Speisekammer; -kaste, Kasten für Esswaren; -kôp, Victualienhandel; -kost, Lebensmittel (gewöhnl. Sp.); -krût, ein Gewürz: Brotkümmel (carum carvi)? -lechelen, Fässchen für Esswaren; -man, Pfründner einer Stiftung; -meister, Speisemeister, Oekonom einer Stiftung, eines Spitals; -molde, Fleischmulde? -penninge, pl. Geld zum Unterhalt; -pôk, Tranchirmesser; -rike, dapsilis, freigebig; -sak, Esssack (Reisetasche); -schap, -spint, Ess-, Brotschrank; -schip, Proviantschiff; -vat, Essnapf, -schüssel; -visk, gewöhnl. Kochfisch; -vlêsk, gewöhnl. Tischfleisch; -wagen, Proviantwagen.
spiselik = spise-rike.
spisen, sw. v. 1. mit Speise versehen: beköstigen; verproviantieren. 2. von Speisen: sättigen, nähren. 3. in der Technik: mehrere Metalle zu einander mischen, legieren.
spiser, Speisemeister.
spisigen, sw. v. = spisen 1.
spisse, f. 1. Spitze. 2. die erste Reihe des Heeres, überh. Schlachtreihe; de spissen schicken, aciem instruere; die Schlacht selbst. 3. = speise.
spissen, sw. v. 1. intr. spitz werden. 2. trans. spitzen, scharf machen; mit Worten sticheln auf. 3. refl. up, die Hoffnung richten auf.
spisseri(g)e, Spezerei, Gewürz; kurze Waren, kleine Krämer-Waren.
spit, n. fl. spetes, Bratspiess; Stange, Stock, woran Fleisch, Fische o. a. Waren hängen; 1 spit Häringe = 30 Stück.
spît, n. fl. spetes, Spatenstich, soviel man auf einmal mit einem Spaten aufwerfen oder so tief man mit demselben stechen kann; coll. Torfstich auf dem Moore.
spît, m. 1. Verdruss, Hohn, Kränkung; to spite, zum Hohne; mit spite, höhnisch. 2. als Präp. trotz.
spiten, sw. v. m. Dat. verdriessen, ärgern, leid sein.
spitich, höhnisch; von Pferden: stössig. Adv. spitigen.
spitisch, höhnisch.
spit-isern ?
spîtlik, höhnisch, verletzend; adv. spîtliken.
spi(t)tâl u. Ableit., s. spetâl.
spitten, sw. v. graben.
spitz, spitze, spitzen, s. spis etc.
spitz-êser, spitzzulaufende Tasche?
spitz-hôt, Spitzhut; gilt als Zeichen eines hinterlistigen, schmeichlerischen Menschen; daher: Betrüger, Schmeichler, Mantelträger.
spitz-vunt, ein spitzfindiger Mensch.
splete, st. m. (f.?) Spliss, Riss, Spalte.
splet-nagel, welche Art Nägel?
splet-stên, lapides fissi.
splinte, (splente), f.? Splint, ein (gew. plattes) Eisen, das durch das Loch eines Riegels, einer Lünse etc. gesteckt wird oder als Schlüssel für eine Art Schlösser dient.
spliten, st. v. 1. trans. spleissen, auseinander reissen, in Stückchen spalten. 2. intr. sich spalten.
splittere, splettere, scissura, spatula, Splitter, Holzscheit.
splitteren, spletteren, sw. v. zersplittern, spalten; fig. spalten, trennen, entzweien; auch refl.
splitterich, streitig.
splitteringe, Zerreissung, Spaltung, Zwietracht.
spoden, sw. v. beeilen, fördern; refl. sieh sputen, sich rasch fort machen.
spodich, eilig, eifrig. spodicheit, Eile.
spoi(g)e, f. Umherspritzen, Schaum; Schleuse.
spoiten, sw. v. spritzen.
spôk, spûk, n. Spuk, und concr. spukhaftes Wesen, Gespenst.
spôkaftich, spuk-, gespensterhaft.
spoken, sw. v. spuken; Zauberei treiben.
spôk(e)nisse, n. Spuk, Gespenst; ên spokense-lîcham, ein Scheinkörper, kein wirkl. Leib.
spokerie, Spukerei.
spôkne, f.? pl.? = spôk.
spôk-ungehure, Spuk-Ungeheuer.
spôl, Spülwasser, popisma.
spol, spolen = spil, spelen, Spiel, spielen.
spolden, st. sw. v. = spalden, spalten.
spoldenêr, inneres (Schulter)stück der Bekleidung Gewappneter, mhd. spaldenier.
spôl-drank = spolinge.
spole, Spule, Federspule, bes. Weberspule.
spole-backe, Saufaus, Saufbruder.
spolen, sw. v. spülen.
spolen, sw. v. spulen.
spolinge, Spülung; Spülwasser, popisma; Spülung (ablutio) heisst auch der nicht geweihte Wein, der in der kathol. Kirche auch den Laien im Kelche gereicht wird.
spolnisse? anathema; l. speln. = spilden.?
spôl-rat, Spulrad.
spôlte, f. eine (Wasser)spritze.
spôl-touwe, Gerätschaft zum Spulen; Spule, retum.
spôl-worm, Spulwurm, lumbricus.
spôn, m. (u. f.?) Span, dünne Scheibe Holz, wie sie beim Holzhauen etc. abfallen; platter Löffel, Spatelchen; bildl. etwas nichtiges; over spôn treden, über die Schnur, das gesetzliche Mass gehen.
spôn-bêr, Bier, das durch (tannene) gekochte Späne, die in Bündelchen in das Bier gelegt werden, gegen Verderbnis geschützt wird.
sponde, f. Bettgestell.
spon(e), f. n. = spene, Saugwarze; die Milch daraus.
sponeken, Spänchen.
sponen = spenen.
spon(e)-verken, Saug-, Milchferkel.
sponich = spenich.
spôn-kede, Kette mit platten Gliedern?
spôn-luchte, Leuchte mit Hornspänen statt des Glases?
spor, n. Spur, Fuss-, Wagenspur.
sporden, pl. die getrockneten Kehlstücke, Kehlgräten etc. und sonstiger Abfall von den Stockfischen.
spore, sw. m. Sporn; fig. Anstoss, Anreizung.
sporen, sw. v. spüren, suchen; aufspüren, merken, erfahren.
spor-hunt, Spürhund.
sporkel-mânt, Februar.
sporner, Sporenmacher.
sportelen, sw. v. zappeln, palpitare; sich sträuben, sich widersetzen; entwei s., mit einander in Streit geraten.
spôt, m. n. u. f. guter, glücklicher Fortgang, dann überh. Fortgang, Eile, Beschleunigung; mit der spôt, eilig, sogleich.
spot, m. n. Spott, Hohn; Scherz, Spass.
spotlik, spöttisch; adv. spotliken.
spot-spigen, zum Spotte bespeien.
spottel-kint, Kind, mit w. man scherzt.
spotten, sw. v. spotten; scherzen; trans. verspotten.
spotter, Spötter.
spottich, spöttisch; spasshaft, lächerlich.
spottinge, Verspottung.
sprake, f. 1. Sprache, die Fähigkeit zu sprechen. 2. Wortschatz, Sprache eines Volkes; up de s. dôn, jem. in ein Land od. zu jem. zur Erlernung einer Sprache schicken. 3. Gespräch, Unterredung, Beredung. 4. Anspruch, Klage.
sprake-lêrer, Sprachlehrer.
sprake-lôs, 1. der Sprache beraubt, sprachlos. 2. ohne Anspruch auf etwas, frei von Ansprache.
sprâk-hûs, -kamere, euphem. Abtritt.
sprâk-venster, Sprechfenster im Kloster, Schalter.
sprank, m. Sprung; Quell; Muster, Zeichnung im Zeuge; den s. tobringen, ein Beweisverfahren bei Klagen wegen Verwundung od. Schadens (Ditmars.).
spranke u. sprankele, Heuschrecke.
spranken, sw. v. funkeln, glänzen.
sprank-mast, unvollkommene Eichelmast eines Waldes oder in einem unfruchtbaren Jahre.
sprank-stucke, gemustertes, gesprenkeltes, buntes Zeug.
sprêden, spreiden, sw. v. spreiten, spreizen, ausbreiten.
sprêi = sprên.
sprek-aftich, geschwätzig.
spreke, f. = sprake und sproke.
spreken, st. v. sprechen, aussprechen; lauten, bedeuten; vrede spr., Frieden verabreden, schliessen; ênen dar to spr., durch Sprechen wozu bewegen, zureden, überreden; Ggs. dar af sp. – spr. up, Anspruch, Klage erheben gegen jem.; von Schuldverschreibungen: lauten. Refl. (Dat.) = spr. (im Volkston); (Acc.) sich besprechen.
spreker, Sprecher, Fürsprecher.
sprekerne, gesprächig, beredt.
spreke-venster = sprâkvenster.
sprên, m. Staar.
sprengel, m. Weihquast; Sprengel, Bischofsbezirk, soweit von einem Bischofssitz das Weihwasser versandt wird.
sprengel u. Dem. sprengelken, Heuschrecke.
sprengen, sw. v. (springen machen) 1. sprengen, streuen; sprenget vlêsch, mit Salz bestreutes, gesalzenes Fleisch; Zeug mit Mustern durchsetzen, bunt machen; spritzen, schiessen; bildl. aussprengen, ausplaudern. 2. ein Pferd springen machen, daher sprengen, galoppieren; dann überh. rasch herankommen.
sprenger, Heuschrecke.
sprenglicht, mustelinus = sprinkelich.
spreng-schote, m. Sprengschuss (von zu hoch gerichtetem Geschütz).
sprenk, Gespreng, entgegenlaufende Stollen mit ungleicher Sohle, jäher Abschuss? Quell?
sprenkel, Dem. sprenkelken, Heuschrecke.
sprenken = sprengen.
sprenseke = sprinze.
sprêt, n. Stange oder Baum; bes. eine Segelstange.
sprêten = spruten, spriessen.
sprêt-holt to der groten bussen:?
spriddel-docke, Beisitzerin der Braut auf dem Brautwagen (Ditmarsch.).
sprik, n. dürres, leicht zerbrechliches Reis eines Baumes, das abgefallen ist. Dem. sprickelîn.
sprile = spîr, (Gras)halm.
springel-hûs, Tanzhaus.
springal, eine Wurfmaschine, frzs. espringalle.
springel, Sommerspross.
springen, st. v. springen; tanzen; von der Bewegung der Schachfiguren; entspringen, hervorsprudeln.
springer, Springer; auch Name eines Frauenkleidungsstückes.
sprink, m. (n.) Quell, Quelle; Springflut.
sprink-born, m. Quelle; Quellwasser.
sprinke, Heuschrecke.
sprinkel, Vogelstrick, Fangschlinge.
sprinkel, Fleck im Gesichte, Sommerspross.
sprink(e)lich, -echt, -echtich, sprinkelt, gesprenkelt, betupft, fleckig, buntfarbig.
sprink-grunt, Ursprung.
sprink-hane, Heuschrecke.
sprink-horn, euphorbia lathyris.
sprink-korn, lathyris, siliquastrum; auch wilder Kürbis, coloquintida.
sprink-slot, Federschloss.
sprink-storm, Springflut.
sprink-water, Quellwasser; Quelle.
sprink-worm, Heuschrecke.
sprink-wort, Springwurz, euphorbia lathyris.
sprinze, f. Sperberweibchen, zur Jagd auf kleinere Vögel gebraucht.
sprok u. sprockel, n. dürres, leicht zerbrechliches Reisig, Leseholz.
sprok, ein Vogel: hezere (?), sprock, avis.
sprok-wide, salix fragilis, Bruch-, Sprockweide.
sproke, st. m. 1. Gerede, Erzählung. 2. Spruch, Ausspruch. 3. Sprichwort, Lehre.
sproke-wort = sproke 3.
sprot, ein kleiner Fisch, geräucherte Sardelle, sarda.
sprote (sprate), f. Leitersprosse.
sprote u. sprute, (Sommer)sprosse, Fleck, lentigo.
sprotele u. sprutele, Sommersprosse.
sprotich u. sprotelich, bunt, gesprenkelt, bes. sommerfleckig.
sprotlink, Sprössling, Zweig.
sprunk, m. 1. Sprung; Tanz. 2. Quelle.
sprût(e), Spross, Sprössling.
spruten, st. u. sw. v. spriessen; entspriessen, entstammen; resultieren, folgen.
sprutte, f. Spritze; Feuerspritze.
spruwe, f. e. Geschwulst im Halse; bei Pferden auch an der Köthe: Strahlfäule. Verb. spruwen, an dieser Krankheit leiden.
spuddich, schmutzig, unansehnlich; adv. spuddigen.
spûk = spôk.
spunde = sponde.
spunde, spunne, spunge, f. Bettstelle.
spundel-gelt, Geld für das Verspunden.
spunden, sw. v. mit einem spunt, Zapfen, verschliessen; in ein Fass schliessen.
spunder, der Spünde macht oder der verspundet.
spunt, n. 1. Verschlusszapfen, bes. mitten oben auf dem Fasse; Pflock zur Ausbesserung schadhafter Stellen in Planken oder Balken. 2. Spundloch.
spunt-bîl, Beil zum Spunden? -hol, Spundloch; -holt, Holz zum Spunden oder = spunt 1; -knôp, Knopf in Form eines Spundes? -nagel, Brettspieker, Dielennagel; -vlasche, gespundete Flasche.
sputh? ein Mass für Salz (½ Tonne?).
squille, wilder Knoblauch, wilde Meerzwiebel.
sta-bi, steh beiseite, gieb nach! bildl. für Schlag: ênen s. geven.
stach, n. Stag, ein dickes Tau zur Befestigung der Maste und Stengen nach vorne.
stach-klêdinge, dünnes Tau (Trensing), welches zur Stärkung um das Stag gewickelt wird?
stacie, stacien, f. Station, Standort; in der kirchl. Sprache bes. die Stationen der Kreuztragung Christi u. gewisse Haltestellen bei Processionen u. spec. die Unterbrechung oder Beschliessung dieser durch einen Hauptgottesdienst: stacien stân, de st. holden.
stackele, Stachel, Spitze.
stackel-wegge, Brod mit scharfen Ecken, Timpenbrod?
stackit, stacket, n. Stacket, Zaun von Staken, Latten, Pfählen etc., auch = stak.
stade, sw. m. = stadel.
stade, n. Gestade, Ufer.
stade, f. Gestattung, Unterstützung, Beistand; günstiger Umstand, gute Gelegenheit, Nutzen; to stade komen, zur Ruhe kommen; mit stade(n), gemächlich.
stade = stêde, fest.
stadegen, sw. v. = stêdigen.
stadel, n. u. m. Stelle, wo man Frucht, Ware etc. aufschüttet, Tenne, Diele, auch wohl Scheune.
stadelike, adv. beständig, fortwährend, regelmässig, häufig.
staden, sw. v. = steden.
stades-bode, städtischer Bote, Läufer; -sone, Sühne, welche e. Bürger dem andern zu leisten hat; wegen anderer Zss. s. stat-.
stadich, stetig, beständig.
stadicheit, Stetigkeit, Festigkeit.
stadinge, Ausstattung.
staf, m. Pl. stave, steve, Stab, bes. zur Stütze beim Gehen, zum Reiten (Steckenpferd); Hirtenstab; Bischofsstab; Fassdaube.
staf-dreger, Kirchenbeamter, welcher der hohen Geistlichkeit das Amts-Scepter vorträgt; -holt, Daubenholz; -isern, Stabeisen; -slach, Schlag mit einem Stock; -swert, sica, gladius bacularis; -wade, eine Art Fischernetz; -wort, abrotanum, Stabwurz.
staffel(e) = stavele.
staffêren, sw. v. = stoffêren.
stak, n. fl. stackes, ein quer oder schräg in den Fluss gelegter Damm von Pfahl- und Strauchwerk.
stake, sw. m. Stange, z. B. Zaunstange, Fahnenst., Windlichtstock, Schiebstange der Schiffer; Messrute (8 Ellen); Gefangenblock, Gefängnis; ein Mass für Heu.
stakel-wegge, pistillus = stackelwegge.
staken, sw. v. 1. Pallisaden setzen; Stäbe in eine Flechtwand einsetzen. 2. Garben, Heu etc. mit der Heu-, Korngabel auf- oder abladen. 3. mit einem staken schlagen oder stossen, daher treiben, vertreiben. 4. (?) = stocken, ins Gefängnis setzen. Refl. sich stechen; vom Pferde: sich etwas in den Fuss treten.
stake-nette, eine Art Fischernetz.
staker, der Heu, Getreide mit der Heu- oder Korngabel auf- oder abladet.
stak-holt, Holz, aus dem man staken macht.
stakit, staket = stackit.
stal, m. Harn (der Pferde).
stal, m. (n.) Stall.
stal, stāl, m. n. = stale, Muster.
stâl, m. Stahl, chalybs.
stāl-blaw, probemässig blau, v. Tuch.
stāl-bôk, Register der geprüften Tuche.
stal-boldich, halsstarrig?
stal-bôm = stelbôm.
stal-broder, Stallbruder, -genosse, contubernalis; Genosse, Kamerad.
stale, sw. m. jedes Muster, nach dem etwas gemacht wird, Probe jeder Art, eine s. g. Patrone; bes. Probemünze und Zeugmuster, Kleidermuster.
stale, 1. Stolle, Bein oder Fuss (einer Kiste etc.). 2. der Grund, worauf ein Deich liegt; überh. Damm.
stale (stalen?), Beschäler.
stale-hof = stalhof.
stalen, sw. v. nach dem Urbilde prüfen und als demselben entsprechend beglaubigen (durch ein angehängtes Bleizeichen).
stâlen, sw. v. stählen, schärfen.
stâlen, stählern.
staler, der Prüfer der Tücher (nach dem stale).
stāl-gelt, das Geld, das für das stalen der Tücher gezahlt wurde.
stāl-grone, probemässig grün, v. Tuch.
stal-hêre, Stallherr, Ratsherr, unter dem der Marstall steht.
stāl-hof, die bekannte hansische Niederlassung, Factorei, in London (urspr. Halle, zur Prüfung – stalen – der zu exportierenden Wollenfabrikate?)
stal-holt? dünnes Holz zum Zäunen der Wände? (oder = stelholt?)
stalinge, adv. heimlich.
stal-junge, Stalljunge.
stalle-, stal-knecht, Stallknecht.
stallen, sw. v. harnen (von Pferden, Eseln).
stallen, sw. v. in den Stall (Behausung) bringen, aufstallen; mit Auslassung des Objectes Pferde: sich einquartieren; stallen vor, sich vor eine Burg oder Stadt lagern, sie belagern.
staller, eine hohe obrigkeitliche Würde bei den Eiderfriesen, stabularius.
stal-licht, auf einen Kandelaber oder sonst aufgestelltes Licht.
stallinge, Stallung; Stall.
stal-man, Stallknecht.
stâl-menger, Eisenkrämer.
stal-mest, (â?) ein Gerät der Schuster.
stal-mêster, Stallmeister.
stāl-mêster, der die Aufsicht über das stalen der Tücher hat.
stal-page u. -pert, Stallpferd, caballus stabulatus, d. h.? vgl. stelpert.
stal-revel, wahrscheinlich: Stäbe zum Holzgewandgerippe eines Stalles.
stalpen, stagnare.
stalt = gestalt, gestaltet.
stalt, Gestalt.
stalt-, staltenisse, f. Gestalt, bes. schöne Gestalt; Beschaffenheit.
stâl-vat, Fass für oder voll Stahl.
stal-werder, -warder, Stallwärter, stabularius.
stam, m. Stamm, Baumstamm; Geschlecht, Abstammung.
stamelen, sw. v. = stameren.
stamer u. stamerich, stammelnd, stotternd.
stamer-buk, Stotterhans.
stameren, sw. v. stammeln, stottern.
stameringe, das Stammeln.
stam-harich, als Fehler an der Wolle.
stamme, sw. m. = stam.
stammen, sw. v. einpflanzen?
stamme-tal, Grad der Abstammung.
stammête, eine Art feineren Tuches.
stamp, m.? u. stampe, f. Stampfe, Mörser, Stampfmühle.
stampen, sw. v. zerstampfen.
stân, unr. v. 1. stehen, bestehen, dauern; sich verhalten, sich befinden, sein; Inhalt haben, lauten (v. Briefen); s. gân, sich stellen, aufstehen; s. laten, anstehen lassen, unterlassen. 2. mit Gen. d. Sache: zugestehen, bezeugen; einstehen für, über sich nehmen. 3. m. Dat. d. Pers.: zustehen, zukommen, gebühren; zu Pfande stehen; zu stehen kommen, kosten. 4. den slete s., die Unkosten bestreiten; eventûr s., auf dem Spiele stehen, = de vare s., Gefahr stehen, riskieren. 5. s. an, bestehen in, beruhen auf, ankommen auf; mede, übereinstimmen, es halten mit jem., gut oder schlecht stehen bei jem.; na, trachten nach; over, mit e. Sache beschäftigt sein; up = s. an, der Entscheidung jemandes überlassen sein, bestehen oder beharren auf; vor, gut stehen für, gelten für, vertreten (v. Ämtern, welche jem. bekleidet).
stande, f. Kübel von Holz oder Metall (Zinn), unten breit und oben schmal, Stellfass.
standel-wort, Knabenkraut, satirion.
stander, m.? = stande.
standerde, f.? stander, m. Standarte, vexillum, frz. estendard.
stange, sw. m. f. Stange, bes. Fahnenstange.
stangen-kreier, ein grösseres (dreimastiges) Schiff; -luchter, Leuchter auf einer Stange, Processionsleuchter; -tasche, Tasche mit eisernem Gestell.
stangerde, -yerde = standerde.
staninge, das Stehen.
stank, m. Geruch: Wohlgeruch; meist: Gestank; bildl. Anstoss, Verdruss; scherzhaft: des hebbe st. = dank, resp. undank.
stânt, n. u. stant, m. 1. das Stehen, der Stand. 2. = bestant, Stillstehen der Feindseligkeit, Friede. 3. Bestehen, Beständigkeit.
stant-(h)aftich, -achtich, fest, bestehend, standhaft. Sbst. -ticheit.
stant-genote, stant-, stande-note, Standgenosse, d. i. Schöffe, Gerichtsbeisitzer.
stanthart, m. (frz. estendard) Standarte; eine Kopfbedeckung der Weiber?
stant-vast, was fest steht, unbeweglich, beständig.
stant-vasticheit, Beständigkeit.
stant-wort = standelwort.
stapel, Heuschrecke.
stapel, m. 1. Säule, jeder säulenartige Gegenstand; z. B. Grenzpfahl; der Kirchturm (ohne die Spitze); Wachsstock, Kerze. 2. jede Unterlage, auf der etwas ruht, Block, z. B. Haublock, Amboss; in der Schiffsbaukunst die Unterlage zur Erbauung e. Schiffes. Im bes. ist st. auch die Bühne, von der das Urteil des Richters gesprochen wird; daher Gerichtsstätte, Gericht. 3. aufgeschichteter Haufe von Holz oder Waren, Ballen. 4. Verkaufsstelle, Stapelplatz.
stapel-gelt, Geld, w. die Flaminge 1392 zahlten, damit der Hansische Stapel wieder nach Brügge kam; -gût, Gut, das auf den stapel gebracht werden darf (Ggs. ventegût), schichtbare Waren (Tuch); -hof, Warenniederlage; -licht, grosses Wachslicht = tortisie.
stapelen, sw. v. 1. die Grenze durch Pfähle etc. bezeichnen. 2. aufstapeln; e. Ware auf den Stapelplatz bringen.
stapen, st. v.? = stappen.
stappe, sw. m.? Fussstapfe; in Wappen: Schindel.
stappe, sw. m. 1. Bein an Hausgerät. 2. ein kleines, hölzernes Gefäss mit einer längern Daube, die als Handhabe dient (für Milch, Butter). 3. Falle, Schlinge.
stappen, sw. v. 1. stapfen, schreiten. 2. Part. stappet, mit Beinen versehen (von Kisten etc.).
stappen-maker, der stappen macht, Böttcher.
star, n. Staar, die Augenkrankheit; de oghen stâd to stare, v. e. Toten: in Starrheit?
star-blint, staarblind.
star(e), m.? Staar, der Vogel (selten).
staren = starren.
stark, stark, fest; kräftig, gewaltig; als Titel: strenuus; vom Gesicht und Geschmack: scharf.
stark-armich, der starke Arme hat.
starke = sterke.
starken = sterken.
stark(e)like(n), adv. fest, kräftig, gewaltig, strenge.
starkes, umges. für strackes.
stark-halset, der einen starken (steifen) Hals oder Nacken hat, halsstarrig.
starkheit, Stärke.
stark-modich, willenskräftig.
stark-mogendicheit, Tapferkeit, Stärke.
starkte = sterkede.
starling = sterling.
starlissen (scarlissen?) = schorlitze?
starren, sw. v. mit starren Augen blicken, stieren.
starrik = stark.
star-steken, das Stechen des Augenstaares.
start = stert.
starve = sterve.
staruste, Starost, Landeshauptmann in Polen.
stat, f. 1. Stelle, Ort; Hofstelle, up der stat, van stade(n) (steden) an, auf der Stelle, sogleich; van steden to steden, stellenweise, hie und da. 2. Statt, Stelle, die jem. vertritt: an, in – stat.
stat, f. (älterer Gen. Sing. der stades, dann des stades u. Dat. deme stade, spät. Gen. Dat. der stat, Plur. stede, im 15. Jh. häufig stedere) Stadt: de stad van oder to Bremen etc.; auch Ortschaft, Burg: van stade (stede) to stade (stede), von Ort zu Ort, in allen Städten nach der Reihe.
stat, n. fl. stades, Gestade, Ufer.
stât, m. (u. n.?) aus lat. status, fl. states, selten stades, 1. Stand, Stellung, Ordnung. 2. Zustand, Beschaffenheit; Stand im Leben, im Staate, bes. hohe Stellung, Ehrenstand, Würde, Rang. 3. Pracht, Herrlichkeit, Staat, Prunk.
stat-becker, der zünftige Bäcker, veilbecker (Ggs. hûs-, innebecker); -beste, n. Wohlfahrt der Stadt; -bôk, Stadtbuch: Rechtsbuch, Denk- oder Protokollbuch, Erbebuch etc.; -bove, Erzschurke der Stadt; -bulle, der städtische Gemeindestier; -dans, Tanzfest der ganzen Bürgerschaft; -dêner, niederer städtischer Beamter; -dink, Stadtgericht; -grave, m. Stadtgraben; -holt, städtischer Wald; -hunt, Ggs. lanthunt, andrs. de edele h.; -hûs, Rathaus; -kelre, -keller, Ratswein- oder -bierkeller; -knape, -knecht = statdêner; -loper, Stadtbote; -maget, Stadtmädchen, Ggs. dorp-, hovemaget; -mêster, Bürgermeister; -mure, Stadtmauer; -ordeninge, politia; -piper, Ratsmusikant; -plicht, Bürgerpflicht, jeder der Stadt zu leistende Dienst oder Abgabe; Adj. -plichtich; -porte, Stadttor; -recht, Rechtssatzung einer Stadt; -rochtich, -ruchtich, stadtkundig; -schriver, Stadtsecretair; -upkome, Stadt-Einkünfte; -velt, Stadtfeld, -marke; -veste, Stadtverfestung, -acht; -voget, Stadtvogt, bes. der Gerichtsvogt u. der Ausreitervogt; -vorrêder, Stadtverräter.
state (selten) = stât.
state-dach, Festtag?
stat(e)lik, (â?) stattlich, ansehnlich. Sbst. statlicheit.
stat-(h)aftich, -heftich, (â?) statthaft; im Stande seiend, tüchtig, begütert, angesehen, stattlich; adv. stathaftigen, gehörig, angemessen? beständig?
stat-, stāt-holder = stedeholder.
stature, Statur, Wuchs, Gestalt.
stave, staver = stove, stover.
stavel(e), stavile, Stiefel. stavelen, sw. v. stiefeln.
stavelen = staven.
stavelik = stevelik.
stavelen-bolte, intrusula, Instrument der Schuster zum Ausspannen der Stiefel.
stave-licht, Windlicht, Fackel.
staven, sw. v. 1. den êt staven, den Eid buchstäblich, wörtlich vorsagen, den der Schwörende nachzusprechen hat; den Eid abnehmen. 2. m. Acc. der Person: beeidigen. – stavedes êdes, mit gestaveden êden sweren, feierlich schwören.
stavener, stavere = stevere.
staven-wort = stafwort.
stech, n. Steg, viale, semita: enger Weg, Fusspfad; schmales Brett als Brücke; to wege unde stege, to stege u. strate gân, ausgehen können, nicht bettlägerig, gesund sein; in städt. Testamenten wird regelmässig etwas to wegen unde stegen der Stadt vermacht.
stecken, 1. sw. v. intrs. stecken. 2. st. v. trs. dialekt. = steken, stechen, stecken.
stedde, f. = stede; steddich = stedich.
stede, f. 1. Stelle, Platz; Ortschaft, Hofstelle; stânder stede, sofort, auf der Stelle; uppe (der) stede, augenblicklich, jetzt; sodder stede, seitdem, später; van steden, sofort; weg, fort; an, in – stede, anstatt. 2. Stätte, Raum, Erlaubnis; stede geven, Platz machen, nachgeben, erlauben; stede hebben, stattfinden können; stede u. stunde, Ort u. Zeit, Gelegenheit; in steden stân, zu Statten kommen.
stêde, f. Stätigkeit, Festigkeit; Treue.
stêde, adj. fest, beständig, treu; stêde sîn, bliven, rechtsbeständig, gültig sein; = stedich, stedisch.
stêde, adv. fest, beständig; stets, immerwährend: stêde unde vast, stêde-vast; stêde hen, stêde wech, in einem fort, fort und fort.
stede-gelt, Stättegeld, Zahlung für die Benutzung einer Stätte, Grundzins; bes. die zu zahlende Abgabe für den Platz beim Verkauf, Schaustellungen etc.
stede-holder(-holdener), Statthalter, Vertreter, Vicarius.
stede-holdinge, Genehmigung.
stêdelike(n), adv. fest, sicher; fortwährend, häufig.
stêdelikes, stets, immer.
steden, sw. v. 1. trs. stellen, setzen, befestigen; refl. sich festsetzen, sich stützen, sich verteidigen. 2. gestatten: ênen in, to, uppe, jem. zulassen zu, aufnehmen; to worden, das Wort gönnen; van sik, loslassen, freigeben; ênem wes (wat), zugestehen, erlauben, bewilligen. 3. m. Dat. zu statten kommen, passen, nützen.
stede-pennink = stedegelt.
stêde-vast, -wech, s. stêde.
stêdes, stets, immer; stêdes hen, stetshin.
stedes = stedesch, s. stedisch.
stedich, stätisch, von Pferden, die nicht von der Stelle wollen.
stêdich, stätig, beständig; adv. stêdigen, stêdichliken.
stêdicheit, Festigkeit, Beständigkeit, Sicherheit.
stêdigen, stêdegen, sw. v. festsetzen, bestimmen; befestigen, bestätigen.
stedigen, sw. v. = steden 3.
stêdinge, Bestätigung; Festigkeit, Stütze.
stedinge, Einsetzung, Bestallung.
stedisch, (von Pferden) stätisch, widerspenstig.
stêf-dochter, -kint, -moder (-mome, -mone), -sone, -vadere, Stief-Tochter, -Kind, -Mutter, -Sohn, -Vater.
stege, m. u. f. Pferch, bes. für die Schweine.
stege, (ê?) f. gradus, Stufe, Treppe.
stêge, (ê?) steiler Weg, Anhöhe; überh. Weg?
stêgel, steil.
stegele, f. Tritt zum Übersteigen über einen Zaun; Stufengang, bes. vor Kirchen.
stegelitze, -lisse, Stieglitz.
stegen, sw. v. Steg bereiten.
stêger = steiger.
stege-, stegel-rêp, Stegreif, Steigbügel (Steigring).
stegerêp-amber, Eimer, am Steigbügel getragen? l. -armborst?
stegerêp(es)-armborst, e. Armbrust, die man durch Treten in einen Steigring oder Bügel, vermittelst einer Maschine, antwerk, krîch, spannen musste.
steide = stêde.
steiger, steil; s. dal, declivis.
steiger, steier, m. Baugerüst; überh. Gerüst; Stockwerk; in den Fluss gebauter Damm.
stei(g)eren, sw. v. steigern, höher machen; verteuern.
stei(g)eringe = steiger, m.
steil, steil; bildl.: trotzig, hoffärtig, stolz; steile upwart, acclivus.
steilicheit, bildl.: Trotz, Hoffart, Stolz.
steilinge, jäher, steiler Berg.
stein, Stein, u. Abl.: s. stên etc.
steke, st. m. 1. Stich. 2. stechender Schmerz (Seitenstechen). 3. das Stechen, Turnieren. 4. concr. Stachel. 5. = stekelade. – den s. holden, Stich, Probe halten; im s. unde lope laten, im Stich lassen.
steke-bane, Stechbahn, Turnierplatz.
steke-bant, Eisenband, welches zwei Balken aneinander schient.
steke-dach, Stichtag, festgesetzter Tag.
stek(e)-harnes, Turnierharnisch.
stekel, leicht verletzt, leicht beleidigt.
stekel, devexus.
steke-lade, eine Art Fischreuse od. -netz.
stekel-dorn, Stechdorn.
stekele = stekelink.
stekel-gerêde, n. Turniergerät.
steke(l)-helm, Turnierhelm.
stekelich, stechend, verletzend.
stekelink, ein kleiner, stachlichter Fisch, Stichling, Gründling.
stekel-schip = stekelvarerschip.
steke(l)-spel, m. Stechspiel, d. i. Turnier, wo mit Lanzen nach dem Gegner oder nach einem Kranze oder Ringe gestochen wurde.
steke(l)-sper, Turnierspeer.
steke(l)-tuch, Turnierrüstung.
stekel-varer = stekenitzevarer.
stekel-wege, laganum = stackelwegge.
steke-messet, -mest, Messer zum Stechen, Dolch.
steken, st. v. 1. stechen; ein Pferd spornen; verwunden, verletzen; erstechen; durch einen Halsstich schlachten; turnieren; den Staar stechen; ein Fass anstechen; den Schmelzofen anstechen: dat sulver s.; reizen, Begierde erwecken. 2. trans. stecken, festheften; ein dünnes Tau (aus 2 oder 3 Garnen) drehen; hineinthun; festsetzen, bestimmen; zustecken, hinterbringen; intrs. stecken, festhaften; refl. in, sich einmischen; an, sich in Besitz setzen.
steken, sw. v. intrs. stecken.
steke-nâlde, Stecknadel.
stekenitze-, steken-varer, Schiffer auf dem Stecknitz-Canal.
steke-pennink, das Geld, womit man einen besticht.
stek(e)-pille, zerfliessende Sachen, welche Kranken zur Beförderung des Stuhlganges im After beigebracht werden.
steker, ein Fisch, pecten.
steke-recht (stekerecht-dach) setten, einen Termin zur Verhandlung eines Prozesses und Beibringung der Beweismittel anberaumen.
steke-rei, Stechreigen, Turnier.
steke-rink, Turnierplatz, Turnier.
stekerlink = stekelink.
steke-tît = stekedach.
steke-wîn, der Wein, der beim Anstich eines neuen Fasses dem Rate gebührt (sonst: der zur Probe mit dem Heber aus dem Fasse gestochene Wein).
steke-wort, Stichelrede.
stel, stēl, (aus stele?) m. Stiel, Handhabe; Stengel; Ladestock?
stel, n. Gestell, Stockwerk eines Hauses.
stel-bôm, Baum, Stange zu Gerüsten, Stellagen.
stel-brêf (= bestelbrêf, Bestallungsurkunde?) Kaperbrief, Commissionsbrief, der auslaufenden Kapern erteilt wird.
stel-dele, Diele, die zum Gerüste, Gestelle dient.
stêlen, sw. v. stählen, verstahlen.
stêlen, stählern.
stelen, st. v. stehlen; refl. sich heimlich entfernen.
steler, Dieb.
stel-hamer, grosser Schmiedehammer; Stimmschlüssel, plectrum.
stel-hol = stellegat.
stêliken = stêdeliken.
stêlken, weisse, linnene Hauben (der Laischwestern).
stelle, n. Gestell, z. B. des Wagens, Webestuhl, Baugerüst.
stelle-anet, Stellente, Lockente.
stelle-gat, Mauerloch, in welches der Gerüstbalken gelegt wird.
stelle-, stel-holt, n. Holz zu Gerüsten, Dämmen etc.
stellen, sw. v. stellen, hinstellen, anstellen; betreiben, machen; m. Dat. nachstellen, Fallen stellen, jagen; an, to, anheimstellen; na, trachten nach, sein Augenmerk richten auf; up, richten, einrichten auf; refl. Stellung nehmen, sich richten; sich anstellen, sich geberden. Prtcp. gestalt, gestelt, gestaltet, beschaffen; gerichtet, gestimmt.
stell-ende = stelle-anet.
stelle-stake, Pfahl zu einem Gerüste.
stel(le)-wede, Weidenband zum Gerüste.
stellinge, 1. Stellung, Lagerung; Bestellung des Ackers, Düngung etc.; Versetzung des Bieres in Gärung. 2. Stallung, Stall; Gestell, Bühne, bes. Baugerüst, Abteilung desselben, daher Höhenmass (46 Zoll).
stel-pert, Pferd, das in die Karrengabel gespannt wird.
stel-rame, Gestellrahm der Weber.
stel-rover, Dieb und Räuber.
stelte, f. Stelze; Stelzschemel der Krüppel.
steltener, stelter, gipsaticus, claudus.
steltnisse = staltnisse.
stemme, stemne, s. stempne.
stemmen, sw. v. stimmen, votieren.
stemmen, sw. v. steif, fest machen, halten; sik tohope s., sich zusammen drängen.
stempel, ein Werkzeug zum Stampfen, Stössel, Mörserkeule; Stampfer, Ladestock der Kanone; Grabstichel, Prägestock, Stempel; ausgeprägtes Bild, Vorbild.
stempel-mole, Stampfmühle.
stempen u. stempelen, sw. v. stampfen, stossen; stossend bilden, Figuren in Metall treiben; stempeln, marken; bildl.: etwas formieren, betreiben, anstiften, ins Werk setzen; absol. etwas böses betreiben, Verrat üben, betrügen.
stemper, 1. Stössel, Stampfblock. 2. Betreiber, Anstifter (in bösem Sinne).
stemperie, Betreiben, Agitation, Aufwiegelung.
stemp-isern, Stempel-, Mark-Eisen.
stempne (stemne), stemme, f. u. m. Stimme; Votum.
stem-rême, in die Nähte der Beutel, des Schuhzeugs eingenähter schmaler Lederriemen.
stên, unr. v. = stân, stehen.
stên, m. Stein; als Bau-, Mauerstein, oft collect.; als Geschoss, Schandstein, Badestein; Schwelle; Würfel, Brettstein; Blasenstein; Kern der Steinfrüchte; steinernes Haus, Turm, Gefängnis; als Gewicht für Wolle, Flachs (gew. 20 Pfund).
stên-bedde, Hünengrab; -berch, felsiger Berg, Steinbruch; -bicke, Spitzaxt zum Brechen, Zerhauen, Behauen der Steine, zum Schärfen der Mühlsteine; -bicker, 1. Steinhauer, 2. = d. f.; -bit(e), -biter, fundiculus, saxatilis, Steinbiss, Gründling, Schmerle; -bodene, die hölzerne Einfassung des Mühlsteins; -bore, Tragbahre zu Steinen; -breke, Steinbrech, e. Pflanze; -breker, der im stên-broke, Steinbruch arbeitet; -brugge, 1. steinerne Brücke, 2. Strassenpflaster; -bruggen, sw. v. die Strasse pflastern; -brugger, Strassenpflasterer; -budde(n?), wohl = stênbodene; -buk, -bok, ibex, capricornus; -busse, 1. alabastrum, steinernes Fläschchen, 2. Geschütz, aus w. Steine geschossen werden; -but, Steinbutt, e. Fisch; -dam, Steindamm, gepflasterte Strasse; -decker, Ziegeldachdecker; -exe = stênbicke; -gelt, Geld, w. der Gefangene für den Aufenthalt im Gefängnisse zahlen muss; -glint, Einfriedigung v. Stein; -grant, Steinkies, -gerölle; -grove, Steingrube, -bruch; -grunt, fundus arenosus; -grûs, n. Steinbröckel; -hôp u. -hupe, Steinhaufen; -houwer, Steinhauer, Steinmetz; -hovet, Steinbollwerk am Wasser, fundamentum lapideum; -hûs, massives Haus, auch: festes Haus, Feste; -kalk, Steinkalk; -kamere, 1. feuerfestes Gemach, auch: Gefängnis, 2. Steinbruch; -kanne, Schenkkanne v. Thon; -klêver, mellilotum, wilder Klee; -klippe, Felsklippe; -kole, Steinkohle; -krôs, Krug v. Thon; -kule = stêngrove; -lîm, Steinkitt; -march, Steinmark oder Mondmilch, e. weisse Erde; -mel, Mehlabfall zwischen den Mühlsteinen; -minte, calaminta, Steinmünze; -nagel, eiserner Nagel zu Dachpfannen, -schiefern; -nette, mit Steinen beschwertes Fischernetz (eine bes. Art); -olt, sehr alt; -peper, sedum acre, Steinpfeffer; -piler, Pfeiler v. Stein; -pot, Topf v. Thon; -prâm, Prahm zum Fortschaffen v. Ziegel- u. a. Steinen; -rose, -ruse, -rudse, -rusche, f. Fels, Felsabhang; -rute, capilli veneris; -setter = stênbrugger; -slope, Schleife zum Transport von Steinen; -sniden, den Blasenstein schneiden; -strate, gepflasterte Strasse; -sule, Säule v. Stein, als Brunnen? -troch, Trog v. Stein; -ule, Steineule; -varn, polipodium; -vat, Gefäss aus Stein, Thon; -vore, Steinfuhre, Fahren v. Steinen; -want, Wand v. Stein; -wech, Strassenpflaster, gepflasterter Weg; -werk, stein. Bauwerk, Steinmetz-, Mauer-Arbeit; -wer(ch)te, -werter, -werker jeder Stein-Arbeiter, bes. Steinhauer u. Steinmetz, aber auch Ziegler u. Maurer; -winde, Winde für Steine; -worp, Steinwurf, als Längenmass.
stênaftich, -achtich, steinern.
stendeke, Dem. zu stande, cadulus.
stendel-wort, leporinum u. satirion.
stender, m. Pfosten, Pfahl der trägt.
stender-werk, Zimmerwerk, Fachwerk.
stendich, geständig, zugestehend, einräumend.
stêne-lôt = stênen lôt, Geschoss aus Stein.
stênen, adj. steinern.
stênen, sw. v. mit Steinen bewerfen, steinigen; mit Edelsteinen besetzen, schmücken.
stenen, sw. v. stöhnen.
stêne-wrak, coll. untaugliche u. zerbrochene Ziegel.
stengel, Stengel der Pflanzen.
stênich, steinig, steinhart; voll Steine; adv. stênigen.
stenken, sw. v. bis zum Übermasse sättigen?
stênte, n. Gestein, bes. Edelgestein.
stêr, m. Stier.
sterf-dach, Todestag; -drôs, Pestbeule.
sterflik, sterblich; tötlich.
sterfnisse u. sterfte, f. = sterve.
sterk = stark.
sterke, f. eine junge Kuh, die noch nicht (oder zum erstenmal) gekalbt hat, ein überjähriges Kalb.
sterke, f. u. sterkede, f. Stärke; Stärkung.
sterken, sw. v. 1. intr. stark werden. 2. tr. stärken, stark machen, befestigen, unterstützen, verstärken. 3. refl. sich stärken, sich erquicken, sich verstärken.
sterker, der stark macht, unterstützt.
sterkheit, Stärke.
sterkliken, adv. stark, kräftig.
sterknisse, confortacium.
sterne, f. (u. stern, n.?) Stirne.
sterne, sw. st. m. u. f., stern, st. m. Stern; sternartiger Fleck.
stern(e)-kiker, Astronom, Astrolog; -krone, Sternenkrone; -schot u. -suver, Sternschnuppe; -wagen, ursa minor.
sternete, n. die Gestirne (collect.) und ein Gestirn.
sterninge, Gestirn.
sterre, sw. m. Stern.
stert, m. Schwanz; Hintere; up den stert houwen, jem. verhöhnen; den stert hôch holden, dregen, sich stolz bezeigen; bildl. das äusserste Ende einer Sache; fractillus, Zacke, Zipfel an Gewändern.
stertelink, Wolle an den Schwänzen der Schafe.
stertel-krût, capsia.
stert-lôs, ohne Schwanz.
stert-rême, Schwanzriemen.
stert-wisch, nepus.
sterve, m. f. das Sterben; ansteckende, tötliche Krankheit, Pest, Epidemie.
sterven, st. v. sterben; (als trans.) durch Todesfall vererben.
sterven, sw. v. sterben machen, töten, ertöten.
stervent, n. = sterve.
sterver, der Sterbende.
stervesch, gefallen, crepiert (vom Vieh).
stervich, Tod bringend.
stervinge, f. 1. = sterve. 2. Ertötung.
stevel, m. Stiefel.
stevelen, sw. v. stiefeln, Stiefel anziehen.
stevelen = stevenen (den Eid).
steveler = stevere.
stevel-gelt, Geld zu Stiefeln.
stevelik, fest, sicher, genau, bestimmt.
steven, f. Vorderbalken, Schnabel des Schiffes.
steven-dach, festgesetzter Tag, Termin.
stevene, f. bestimmter Tag u. Ort zum Erscheinen (vor Gericht, zur Versammlung der Gilde etc.); Versammlung, Verhandlung.
steven(en), sw. v. = staven, den Eid staben.
steven(en), sw. v. einen festen Tag bestimmen zum Erscheinen vor Gericht etc., citieren; anberaumen, fordern.
stev(en)inge, Ladung vor Gericht, Citation.
stevere, Eidstaber, der den Eid feierlich abnimmt.
stevich, fest, beständig.
stîch, m. Steig, Fussweg.
stîch-ledder, n. Steigleder, die Riemen, an welchen die Steigbügel hängen.
stîch-leddere, f. Steig-, Sturmleiter.
sticht(e), n. 1. Ordnung, Stiftung, Festsetzung. 2. geistliche Stiftung, Stift, Bistum, Abtei.
stichtelik, fest, dauerhaft; erbaulich.
stichten, sw. v. 1. stiften, gründen; einsetzen (Beamte); ordnen, einrichten; ins Werk setzen, veranstalten, verursachen, anstiften. 2. bildl. erbauen.
stichte-note, Stiftsgenosse, Ministerial des Stiftes, Bistums.
stichter, Stifter, Gründer, Schöpfer.
stichtich, erbaulich.
stichticheit, Festigkeit; Erbauung.
stichtichlik, erbaulich, was zur Erbauung dient.
stichtigen, sw. v. = stichten.
stichtiger, Stifter.
stichtinge, 1. Stiftung, Gründung. 2. bildl. Erbauung.
stichtisch, zu e. geistl. Stift gehörig.
sticke, sw. m. Stecken, spitzer Stab von Holz oder Metall, Griffel, Nadel; in die Erde geschlagener Pfahl, Pranger; Zielpflock, Scheibenstift, daher fig. Ziel, Ende, Punkt; Zünglein in der Wage; ein Mass für Zeug (Elle?), Flachs, Fische etc.
sticke, sw. m. = steke, Seitenstechen.
sticke-, sticken-dûster, stockfinster.
sticke-lappede scho, grobe Bauernschuhe.
stickelik, stachelig.
stickelse, n. Gesticktes, Stickerei (gestickter Schleier).
sticken, sw. v. 1. stecken, aufstecken, figere; schot, pile, s. pîlsticker; st. bliven, stecken bleiben; bildl. festsetzen, bestimmen. 2. sticken, acu pingere; refl. sich schmücken, zieren.
sticken, sw. v. anzünden, anstecken, entfachen; auch bildlich.
sticken, sw. v. ersticken.
sticker, Sticker, Bordierer; f. stickersche.
stickinge, Gesticktes.
stidde, f. = stede (im Braunschw.).
stide, steif, fest, hart; schwer verdaulich; bildl. trotzig.
stiden, sw. v. steif und hart werden; quillen, hoch aufgehen wie ein Teig, Erbsen, Reis u. a.
stîf, steif; bildl. fest, unbeugsam, hartnäckig; anhaltend.
stîfliken, adv. fest, kräftig.
stîf-steken, ästig, knorrig?
stift, Stift, kleiner Nagel.
stift(e), stiften, stiftinge, s. stichte etc.
stige, f. (n.) Zahlmass, Zahl von 20 einerlei Art.
stigen, st. v. 1. intr. steigen; sich erheben, in die Höhe gehen, im Wert steigen, an Macht zunehmen. 2. tr. besteigen; erstürmen.
stigen, sw. v. stige (Kornstiege = 20 Garben) machen oder aufstellen.
sti-hake, d. i. stîch-hake, Steighaken, einbäumige Leiter mit Quersprossen u. einem Haken (für Waldarbeiter zur Besteigung der Bäume).
stik, n.? Stich; Punkt, Augenblick? Windstoss?
stik-dorne, Stechdorn; -harich, von Pferden: mit weissen Haaren durchsetzt; -luchter, Leuchterröhre, welche auf e. Untersatz gesteckt wird; -modich, hoffärtig; -natele, spinter; -sage, eingriffige Säge mit schmalem Blatt; -sunich, kurzsichtig; -vat? stickuate edder schottelen.
stil, m. fl. steles, Stiel.
stîl(e?), Pfeiler, Säule.
stiles, m. stilus, Schreibgriffel; Pfriem, Ahle.
stil-geswegen, adv. in der Stille.
stilheit, Stille.
stil(le)-dink, -gerichte, das heimliche Ding, Gericht (des Femgerichtes).
stille, still; de s. vridach, Karfreitag; de s. weke, die Woche vor Ostern; s. misse = stilnisse 3.
stillen, sw. v. 1. intr. still werden, still stehen. 2. trans. still machen, beruhigen, beschwichtigen; befriedigen, bezahlen; beseitigen.
stillen(is)se, f. n. = stilnisse.
stil(le)-stant, m. Stillstand; Waffenstillstand.
stillich u. stillik, adj. still, verborgen.
stillicheit, Stille.
stillichliken, adv. still, heimlich.
stilliken, stilken, adv. heimlich, verborgen, unbemerkt.
stillinge, Ruhe.
stil-misse, f. n. = stilnisse 3.
stilnisse, f. n. 1. das Stillen der Kinder, Säugen. 2. Stille, Ruhe, Schweigen. 3. n. (selten f.) derjenige Teil der Messe, der die Consecration und die damit zusammenhängenden Gebete enthält, der vom Priester leise zu flüstern ist.
stîls, m. = stiles.
stîm(e), m. Lerm, Getöse, Toben.
stimen, sw. v. lermen, tosen, toben.
stimme, s. stempne.
stimmen, sw. v. stimmen, anstimmen; votieren.
stimpt, f. bestimmter Tag zu einer Zusammenkunft.
stinken, st. v. stinken; trans. durch üblen Geruch belästigen.
stinkendich, fetidus.
stinkendicheit, fetiditas.
stint, m. Stint, gubius.
stint-kulderinge, das Laichen der Stinte; -pâl, -ruse, Pfahl, Reuse zum Stintfang; -tît, Fangzeit des Stintes.
stip, n. stippe, Punkt, Tupf.
stipel-touw, welches Gerät?
stip-gat, n. verschliessbares Loch im Herdpfeiler oder in der Wand neben dem Herde zur Aufbewahrung kleinerer Sachen; Loch im Taubenschlage.
stippeken, stipken, ein kleiner Tupf oder Punkt.
stippen, sw. v. Tupfe od. Punkte machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes etc.) berühren; eintunken, intingere; steppen, sticken.
stip-werk, Getüpfeltes, Gesticktes.
stitze, stitzeke, f. junge Kuh, die erst einmal gekalbt hat.
stive, Adv. zu stîf.
stivele, Stütze, bes. hölzerne, z. B. für Erbsen, Weinstöcke etc.
stivels, Stärke, Amidam.
stiven, sw. v. steif machen, stärken, unterstützen.
stive-nacket, steifnackig, halsstarrig.
stivicheit, Steifheit, Hartnäckigkeit.
stivinge, Steifmachung, Stärkung.
stockel-knecht, Büttel, Gefängniswärter.
stocken, sw. v. in den Gefangenstock, ins Gefängnis werfen, incippare.
stocke-nette, eine Art Stellnetz der Fischer.
stocker, Büttel, Henker.
stockinge, das Setzen in den Gefangenstock.
stoderie, Einfriedigung od. Umzäunung (Weideplatz) für Pferde.
stof, n. m. fl. stoves, Staub, bes. Sand, pulvis, u. Spreu; Stäubchen; fig. Schmutz, Unbedeutendes.
stoffame? Geländer, Brustwehr.
stoffêren, sw. v. staffieren, aufzieren, schmücken; den Anschein des Echten geben, fälschen; ins Werk setzen, abkarten.
stoffêrer, Hutstaffierer.
stôf-hûs, Badehaus, Wirtshaus.
stof-mel, Staubmehl.
stof-regen, Staubregen.
stoite, ein Schenkgefäss. L. toite?
stok, m. 1. Stock; Zeichen der Amtsgewalt; Stab zum Losen; Kerbstock; Streichbrett; Weinstock; de witte stock, Bettelstab. 2. Baumstumpf. 3. Brunnen, Pumpe. 4. Münzstock. 5. Bienenstock. 6. hoch aufrecht stehender Behälter für Geld, Almosen, Urkunden etc. 7. von Holz aufgerichtetes Ständerwerksgebäude. 8. die hölzerne Strafmaschine, in welche die Füsse der Gefangenen gesteckt wurden, daher: Gefängnis. 9. ein Mass Gerste oder Malzes = 3 Wispel. 10. Elle.
stok-arn, Steinadler; -blint, ganz blind; -borge, Bürge für einen Gefangenen; -bret? -brêt? eine Art Kleiderstoff; -brôt, langes Brot? -dele, eine Art v. Dielen oder Brettern; -dôt, völlig tot; -dreger, Polizeidiener, beim Wollenweber-Amt der Vermesser; -gelt, -gulden, Vergütung, vom Gefangenen dem Stockmeister zu entrichten; -hûs, Gefängnis; -lemede, Lahmheit, w. nötigt am Stocke zu gehn; -mêster, Gefängniswärter; -naket, völlig nackt; -neven = nevenink; -ro(d)de, grosser Hund; -visch, Stockfisch; -visch-hoker, -wêker, der Stockfische weicht u. verkauft; -wort, Stockwurz, Eibisch.
stoke-brant, Brandschürer; Anschürer, bildl. in bösem Sinn.
stokelen, Dem. zu stoken, instigare.
stoken, sw. v. mit einem stechenden, spitzen Dinge wiederholt stechen, stochern; das Feuer aufstochern und nähren.
stoken = stoveken.
stoker, Stocher, als Werkzeug zur Pflugreinigung; bildl. ein Stocherer, Anschürer, stimulator.
stokinge, Anreizung.
stōk-isern, Schüreisen? = stoker?
stôl, m. 1. Stuhl, bes. vom Sitz des Rates, Thron des Kaisers, Papstes etc.; de vrie stôl, Femgericht. 2. Capital, das auf Zinsen ausgeliehen ist.
stôl-broder, College in einer Behörde, Ratsmitglied; -dreier, Stuhldrechsler; -erve, Thron-Erbe; -gank, Stuhlgang; -kerke, Kathedralkirche; -kussen, Stuhlkissen; -laken, Decke über einen Stuhl; -lene, St.-lehne; -maker, St.-macher; -pûst = stôlkussen; -rover, Capital-, Geldräuber, Wucherer; -schriver, öffentl. Schreiber, welcher für Illitteraten Briefe etc. verfasste, Schreibmeister in Schulen; -vire, das Fest cathedra Petri; -werk, eine Art Kürschner-Arbeit.
stole, f. Stola, Binde des Messpriesters.
stolkeren, arrogare.
stolle, Stollen im Bergwerk.
stolpe, Schmalz oder eine andre Fettart?
stolpe, stolp-stucke, wahrsch. kleiner Balken, Pfosten.
stolt, herrlich, stattlich, ansehnlich, schön; im moral. Sinn: hochgemut, stolz; hochmütig.
stôlte (stûlte), n. das Gestühle (in den Kirchen).
stolt(e)-, stoltichlik(en), adv. zu stolt.
stoltern, arrogare.
stoltheit, Stolz, Aufgeblasenheit.
stoltink, (stolzer) Held.
stolt-modicheit, stolzer Sinn.
stomelen, sw. v. verstümmeln.
stonen, sw. v. stützen.
stôp, m. 1. Becher (ohne Fuss, in Eimerform). 2. ein bestimmtes Mass. – Dem. stôpken.
stôp-bêr, Bier, d. stôpwise verkauft wird?
stope, f. Stufe, Treppe.
stoppe, Stoppel?
stoppe, Werg, Hede.
stoppe, Köcherdeckel.
stoppel, st. m. Stachel; stimulus.
stoppel, st. m. Stoppel; stoppelmeter, Stoppelmesser, spöttisch für Zehnteinsammler.
stoppen, sw. v. 1. stopfen, aus-; zu-, verstopfen. 2. anhalten, hindern.
stordelinge = storlinge.
stor(e), st. m. Stör.
store-mân, herba luminaria.
storen, sw. v. stören, hindern.
store-sleger, Böttcher, w. Tonnen für Störe fertigt u. zuschlägt?
store-vanger, Störfischer; storevank, Störfang.
storinge, Zerstörung.
stor-isern, sagillum fabri.
storit, Storax.
stork, m. Storch; storks-nest, Storchnest.
storlinge, Zwietracht, Streit.
storm, w. Sturm, Sturmwind, Unwetter; Ungestüm, Getobe; heftiger Angriff; vom Todeskampfe.
storm(e)-bok, Mauerbrecher; -hake, Geschütz zum Stürmen von Festungen; -huve, Schlachthelm; -klocke, Sturmglocke, auch Polterer, Tollkopf; -korf, Faschine; -mânt, Monatssold der Soldaten für einen Sturm; -regen, Regensturm; -tartze, ancile; -we(d)der, Sturm-, Unwetter; -wint, Sturmwind.
stormen, sw. v. 1. intr. stark wehen; stürmen, toben, poltern. 2. tr. stürmend angreifen und nehmen.
stormere, Stürmer, Polterer, Schreier; Angreifer, Bedränger.
stormich, stürmisch; von Menschen: unruhig, polternd.
storminge, das Stürmen, Kampf; Erstürmung.
storte, f. 1. Stürze, der Ort, wo man die Erde etc. aus dem Karren hinschüttet. 2. Stürzkarre.
storte-kare, f. eine Karre mit zwei Rädern, dessen Kasten man beim Abladen hinten niederlässt, dass die Last selbst herausfällt. 2. Wippgalgen?
storte-kule, Stürzgrube.
stortelinge = storlinge.
storten, sw. v. 1. intr. stürzen, fallen; to hope storten, zusammenstürzen, an einander geraten; de stortende suke, Epilepsie. 2. tr. umstürzen, den Inhalt eines Gefässes ausschütten; Bäume fällen; eine Erbschaft storten, d. i. verteilen; in Fülle ein- oder vergiessen; bestürzt machen, erschrecken.
stortere, der fällt; der etwas umstürzt, z. B. der Kohlenträger.
stortinge, f. 1. Niederstürzen, Niederschlag, Tötung. 2. das Ausstürzen einer Masse, Erbschaft etc.
stor-vat, Fass zur Verladung von Stören?
stossich, stutzig, widerstrebend.
stôt, m. 1. Stoss. 2. Anstoss, Zwist. 3. ein Stück Werks, Arbeit oder Zeit.
stôt, f. Einfriedigung, Umzäunung für Pferde (im Freien), Pferdebahn, equirreum; dann die in der Einzäunung behaltenen (wilden) Pferde, Haufen Pferde, meist zur Zucht bestimmt, Gestüt, Stuterei.
stôt, Halfter, capistrum.
stôt-degen, Degen zum Stossen.
stote-gelt? L. storte-gelt, Lohn der Kohlenträger?
stotelen, Werkzeuge zum Stossen? L. scotelot, Blei für Geschütze?
stote-mande, Seih-korb?
stoten, st u. sw. v. 1. trs. stossen; schieben, werfen; hineinstossen, z. B. Waren verladen, Pfähle rammen; Baken setzen; zerstossen, zerstampfen; ein Schiff scheitern machen; rädern; aufstossen, gewaltsam öffnen; vorwärts bringen, ausrichten, abwerfen; in, in ein Blasinstrument stossen; up, etwas jem. zuschieben, zur Entscheidung überlassen; vor dat hovet, Anstoss geben, zur Besinnung bringen. 2. intrs. auf den Grund stossen, scheitern. 3. refl. an, Anstoss nehmen; gehindert werden.
stoter, m. der Waren in Gefässe stösst, verladet; Stösser, Stämpfel; Name einer kleinen Münze = 2 Stüber.
stote-ramme, Ramme, womit man die Pfähle einrammt.
stoter-bok, Stammeler.
stoteren, sw. v. stottern; stoterer, Stotterer.
stotesch, stössig.
stôt-galge, (eculeus?) Wippgalgen.
stôt-herde, Pferdehirt; -hingest, Beschäler.
stotinge, Anstoss; Zwist.
stôt-isern am Pfluge, Wagen: Stössel, Vorstecker, u. Stosseisen?
stôt-mate, f. Mass, nach welchem das Getreide in das Gemäss eingestossen, nicht lose aufgeschüttet wird.
stôt-pedden, sw. v. mit den Füssen stampfend treten.
stôt-pert, n. 1. Pferd, das in einer stôt ist, wild umherläuft. 2. Mutterpferd.
stotter, stotternd.
stotzelen, pl. eine Art Geschwür (drose).
stou-stên, Mühlenstauwerk von Stein?
stou(w), stow, n. Stauung, Hemmung des (fliessenden) Wassers, Wehre, Stauwerk; Ufereinfassung, Kaje.
stouwen, stowen, sw. v. 1. trans. urspr. wol: aufhäufen, acervare, cogere (z. B. Steine, Torf, Erde, Waren etc.), packen; dann durch Anhäufung von Erde, Holz oder Steinen das Wasser hemmen, abdämmen; überh. hemmen. 2. intr. aufstauen, in die Höhe steigen.
stouwinge, Stauung, Abdämmung, inundatio.
stove (stave), sw. m. 1. Badestube, Einrichtung zu warmem Baden; heizbares Gemach. Solche Badstuben waren häufig auch Zechstuben, Wirtshäuser manchmal gemeiner Art. 2. überh. Wohnung, Stube.
stoveken, stoviken, n. Stübchen, Mass für Flüssigkeiten, bes. Bier.
stoveken, (Dem. zu stof) Stäubchen.
stoven, st. m. = stove.
stôven, sw. v. stäuben; vom Staube reinigen; schnell jagen; suchend jagen, aufstöbern.
stoven, sw. v. bähen, fovere; in der Kochkunst: was erst im Wasser gekocht ist, in einem bedeckten Gefässe mit Butter und Gewürzen gelinde kochen.
stoven-bat, warmes Bad; in öffentlichen Bädern oft mit e. Schmaus verbunden: stovenbade-koste; -budel, Beutel für Bade-Utensilien; -delen, die terrassenförmigen Bänke der B.-St.; -dor, Thor einer Badestube, aus Latten? -gânt, n. Besuch der Badestube; -gelt, -lôn, Badegeld, als Trinkgeld gegeben; -lach, Gelage i. d. Badestube; -maged, ambubagia; -mêre, Gerede in der Badestube, allgemeines Gerücht; adj. allbekannt; -quast = badequast.
stover, m. Bader; -knecht, Badergeselle.
stôver, m. Spürhund.
stoveren, stöbern, wegjagen, jem. Beine machen.
stove-rok, m. spöttische Bezeichng. von?
stovich, staubig.
strabunzen, sw. v. Raubfischerei treiben ohne Schonzeit? vgl. fläm. strabantie, Unordnung.
stracken, sw. v. strecken.
strackes, s. strak.
strafbar, strafbar.
straf-bote, Verbüssung einer Strafe.
straffe, f. 1. Verweis, Tadel. 2. Strafe, Züchtigung.
straffen, sw. v. 1. tadeln, schelten. 2. strafen, züchtigen.
straffer, 1. Tadler. 2. Bestrafer; spec. Henker, Schinder.
straffinge = straffe.
straflik, straf-werdich, tadelnswert.
strak, fl. strak – u. meist strack –, gerade emporgerichtet, steif, straff, stark; bildl. gerade, fest, strenge, ohne Umschweife.
strak u. stra(c)kes, adv. gerade gestreckt, geradezu; von der Zeit: sofort, ohne weiteres.
straken, sw. v. überstreichen, streifen; streicheln, schmeichelnd berühren.
strakheit, Straffheit, Stärke.
strale, sw. st. f. (m.) Pfeil; Sonnen-, Wetter-, Lichtstral; Stachel der Biene; der pfeilartige Streifen unter dem Fusse des Pferdes.
strale(n)-gelt, -mark, -pennink, -witte, Geld mit einem Pfeile bezeichnet = Stralsunder Geld.
stram, steif, straff, gespannt.
stram = strôm; (â?) Gen. strames, adv. strömend, fliessend; strames- oder stramvlêtende, frei fliessend.
strampen, sw. v. mit den Füssen heftig auftreten.
stram-wunde, heftig blutende Wunde?
stranden, sw. v. stranden, an den Strand treiben.
stran-(strant-)dôk, e. Art grobes Tuch.
strange, f. = strank 2.
strank, m. fl. stranges, 1. Strang, (zusammengedrehter) Strick, z. B. des Henkers; als bestimmtes Mass Landes, Zeuges. 2. ein Strang des Wassers, lang hin gezogen, Meeresarm.
strankelen, sw. v. wanken, schwanken. L. scr-?
strank-oge, Augenkrankheit des Pferdes.
strank-side, Seidenschnur zum Siegelanhängen?
strant, m. Strand, Meeresufer.
strant-driftich, was die See an den Strand wirft; -lude, -man, Strandbewohner; -rôf, -rover, Raub, Räuber gestrandeter Güter; -voget, Aufseher über den Strand u. das an ihm strandende Gut.
strate, f. Strasse; tor strâtwerts, strassenwärts.
strate-lank, adv. längs der Strasse.
straten, sw. v. Strasse machen, pflasteren.
straten-bodel, lermender Gassenjunge; -hor (-har), Strassenkot; -maker, St.-pflasterer; -mêre, allgemeines Gerede; adj. allbekannt; -rôf u. -schinnent, St.-raub; -rover u. -schinder, -schinner, St.-räuber; -ruchtich, allbekannt; -veger, Gassenfeger; -wech, allgemeiner Weg.
strazeborger, ein Kleiderstoff (aus Strassburg).
strecke, st. m. = streke.
strecke-bên, der die Gebeine der Menschen ausstreckt, der Tod.
streckelink, Landstreicher.
strecken, sw. v. 1. trs. ausbreiten, dehnen, verlängern; niederstrecken; d. Schiffskiel legen; Tuch s.? 2. intrs. u. refl. ausgedehnt sein, sich erstrecken, reichen. 3. refl. sich recken, sich niederlegen; an, Anspruch erheben auf, sich vergreifen an; jegen, sich widersetzen; to, sich entwickeln zu, von Summen: anschwellen, sich belaufen auf.
strecke-vôt = streckebên.
streckinge, Ausdehnung u. Gestaltung.
streckit, Stacket.
strede, st. m. Schritt; als Mass.
strede-hûs, -stal? l. strode, gestroht, strohgedeckt?
stref, straff, gespannt, nicht gelenkig, steif, fest; tüchtig, hartnäckig.
stref, n. Strebebogen, -pfeiler, Stütze.
stregen, strei(g)en, sw. v. = stroien, streuen.
streke, st. m. 1. Strich, Streifen, Linie; Strich Weges, Strecke; Strich Landes, Gebiet; Streich, Schlag.
streken, sw. v. 1. = strecken. 2. den Acker stürzen, mit weitläufigen Furchen pflügen (vom ersten Umpflügen).
strêken, streiken, sw. v. glatt streichen (die Haare), kämmen.
streme, sw. m. Streifen, Strich; Wundennarbe.
stremel, m. langer, schmaler Streifen von Leinewand, Tuch, Papier etc.
stremsel, die (aus Kälbermagen) bereitete saure Feuchtigkeit, um Milch zum gerinnen zu bringen (zu stram).
strenge, sw. m. = strank.
strenge, 1. gerade gestreckt, rigidus. 2. gestreckt, fest angezogen, straff, enge. 3. hart, herbe, strenge. 4. tapfer, tüchtig, energisch; oft im Titel, strenuus.
strengelicheit, Strenge.
strengelik(en), heftig, sehr, stark, strenge, ernstlich.
strengen, sw. v. (strängen): strengede ringe, Ringe aus in einander geschlungenen Strängen, s. g. Allianzringe.
strengen, sw. v. (strengen): sik s. an, sich an etwas machen, um es zu besitzen oder zu hindern, antasten.
strengicheit (strenicheit, strenkheit), Strenge; als Titel.
strenk, st. m. (n.?), fl. strenges, 1. Strang, Tau, Seil, Strick. 2. Strom, Flussarm.
strenlike = strengelike.
strente, f. Pfeife, Röhre; Spritze.
strenten, sw. v. spritzen.
strepelen, sw. v. streifen, abstreifen, die Haut oder den Bast abziehen.
streve-katte, eig. e. strevende Katze, daher Name v. Münzen mit steigenden Tieren; de s. tên, sik strevekatten, ein Spiel, in w. zwei Spieler kniend ein Tuch mittels je eines an dessen Enden befestigten u. von ihnen im Munde gehaltenen Knebels einander zu entziehen suchten, bildl.: sich zanken u. katzbalgen, bes. v. unverträglichen Eheleuten, im guten Sinne: wetteifern.
streveliken, unverzüglich? eiligst?
strevich, ausgereckt.
strevicheit, das Ausgerecktsein, Starrheit.
streven, sw. v. intrs. u. refl. steif oder straff sein oder werden, ragen, sich recken, sich regen, sich sträuben, widerstreben, streiten, kämpfen, ringen, sich abmühen, trachten nach, sich richten oder gestalten nach.
stricken, sw. v. knoten, stricken, flechten, schlingen, schnüren, binden; bestricken, verstricken, fangen; stricken, z. B. Strümpfe.
stricket, -kit, n. Stacket.
strickit, gestricktes (Kopf)tuch der Frauen? auch stricketesdôk.
strîd-aftich, s. strîthaftich.
stridde, sw. m. Dreifuss, als Untersatz.
stridden, sw. v. streiten, kämpfen.
striddich = stridich.
stridelik, streithaft.
striden, st. v. 1. die Beine auseinandersperren, sowol seitwärts als vorwärts, weit ausschreiten, bes. um zu messen. 2. streiten, kämpfen.
striden, sw. v. streiten, kämpfen, zanken.
stride-towe, Streitgerät; -vorste = strît-vorste.
strîdich, zum Streit geneigt, streitsüchtig; im guten Sinne: streitbar.
stridinge = strît.
strif, adj. = stref.
strik, n. u. m. Strick, Schnur, Band, Schlinge; bildl. Nachstellung.
strîk-, selten strike-benke, Zugbank der Böttcher; -bret = strîkholt; -glas, Glaswalze zum Plätten; -holt, Holz zum Abstreichen des gefüllten Masses; -iseren, Schabeisen der Gerber; -leddere, Leiter v. zwei Bäumen zum Herabgleiten v. Fässern; -mate, gestrichenes Mass; -mure, steinerne Brustwehr; -schepel, der gestrichene, gemeine Scheffel; -stâl, Messerschärfer v. Stahl; -stên, Probierstein; -up, kleines Netz in engen Gewässern; -were, f. Brustwehr, Streichwehr der Festung; -wisch, Kehrwisch.
striken, st. v. 1. intrs. sich in grader Linie leicht fortbewegen, laufen, eilen; gehen, ziehen, wandern; umherstreichen; weggehen, weichen; nachgeben, klein beigeben; s. gân, sich davon machen; dat anker s. laten, das Anker fallen lassen. 2. trans. schlagen; Taue verfertigen; wischen, streifen; glätten, plätten; schärfen, wetzen; schmieren, aufstreichen; in lîm s., leimen; das Kornmass abstreichen; Tuch und Leinen messen; das Segel einziehen; die Flagge streichen, sich ergeben (auch ohne Obj.).
striken-, strîk-vul, ganz bis an den Rand voll, gestrichen voll.
striker, Streicher, bes. der (geschworne) Tuchmesser.
strikersche, Herumstreicherin?
strikliken, adv. nach Art eines Strickes, fest.
strime, sw. m. Streifen, Strich; Mal auf der Haut v. Rutenstreichen etc., Schmiss, Streich; Strahl, de witte s. an dem hemmele, die Milchstrasse.
strimele, Streifen.
strintze, (wildes) Mutterpferd.
strîp-achtich, streificht.
stripe, f. Streifen, bes. am Zeug; Strippe am Stiefel? schmales Stück Ackers.
stripelechtich, streificht.
stripet, gestreift, bunt; als Fehler im Tuche.
strippe, glanga, glandia, d. h.?
strippe, ein aus Riemen zusammengewundener Strang; Schleife, Schlinge des Geldbeutels.
strît, m. Streit, Kampf; Schlachtreihe; Krieg; Zank, Zwist.
strît-bar, -barich, streitbar, bewaffnet; -degen, -helt, tapferer Held; -gerich, -girich, streitlustig; -geverde, Kriegsgerät, -mittel; -(h)aftich, kriegerisch, streitsüchtig; -hamer, Streit-, Fausthammer; -lik, streitbar, kriegerisch; -liken, adv. heftig; -meister = strît-vorste; -sam, streitliebend; -schip, Kriegsschiff; -scho, Schlittschuh; -vli(g)er, Händelsucher? -vorste, Heerführer, Feldhauptmann; -wagen, Wagen zur Wagenburg? mit Sensen? -weldich, streitgewaltig; -werk, Kriegshandwerk; -winnich, siegreich.
strô, n. Stroh, Strohhalm; Strohkorb, Strohgeflecht als Gebinde für verschiedene Waren: Behältnis, welches mehrere Fastagen enthielt, in denen das Wachs in grossen Stücken lag; bes. auch von Bückingen; nicht ên stro, wenig, garnichts.
stro-bedde, Bett, Matratze von Stroh; -belde, Strohmann, -scheuche, -bôt, e. Art Kahn; -dak, Strohdach.
stroden, sw. v. ein stroder sein, rauben, plündern.
stroder, 1. Strauchdieb, Buschklepper. 2. der strôt, Gebüsch, ausreutet.
stroderen, sw. v. strôt, Gebüsch: ausreuten?
stroderie, Räuberei; coll. Raubhorde.
strôflink (l. strôpl.?) = strôphose.
strogen, stroien, sw. v. = strouwen, streuen.
stro-hacker, Häckselschneider, -halm, Strohhalm; -hôt, Strohhut; als Kopfbedeckung eines Narren.
stroifen, sw. v. (aus d. Hd.) = stropen.
stro-karte (-karde), auf dem Felde gewachsene Karde; -kote, Strohhütte; -korf, Strohkorb zum Deichen.
strôm, m. Strom; Strömung, bes. Flut- und Ebbestrom; hôch s., Springflut.
stro-man, mit Stroh ausgestopfte Puppe.
stromelink, ein Fisch: die kleinere Sorte Hering.
strôm-gank, Stromlauf.
strôm-hure, Stromheuer, Pacht für die Benutzung des (Mühlen)stroms.
stro-mul, Strohgrus, -abfall.
strôm-vlêtende water, Wasser, das strömend fliesst.
strop, m. gedrehter Strick.
strop-ballie, Balge, die statt des eisernen Bügels, den ein Eimer hat, einen Stropp hat.
stropen, sw. v. trans. abstreifen, abziehen; berauben, plündern; intr. streichen, ziehen, umherstreifen.
strôp-hose, strumpfartige Hose.
stropinge, Streifräuberei.
stro-sak, Strohsack (als Bett); -sêl, Strohseil.
strôt, m. Gebüsch, Dickicht.
strote (strotte, strate), f. Kehle, Gurgel, Luft- und Speiseröhre.
stroter, Kehlabschneider.
strousse = struse.
strouwe, f. Streu.
strou(we)-holt, Bohlen als Decklage, Dielung? -krût, 1. Gras etc. zur Bestreuung des Fussbodens, 2. e. Gewürz oder Confect.
strouwen (stroien, streien), sw. v. streuen; spec. mit Bildwerken besetzen; bestreuen; zerstreuen; intr. sich zerstreuen (gew. refl.).
stro-vakele, Strohfackel; -wîp, -wisch, Strohwisch.
strubbeken, niedriges Gesträuch, Gestrüpp.
strûf, empor starrend, rauh, uneben, nicht glatt, hirsutus, rugosus; von Personen: rauh, strenge, kurz angebunden.
strûfheit, Rauhheit.
strûf-werk, in der Weberei dem slichten entgegengesetzt.
strûk, m. Staude, Busch; abgebrochener Zweig; coll. Gesträuch, Gebüsch; Strauchwerk.
strûk-dêf, -han, -hôn, -rover, Strauchdieb, Buschklepper.
strukelen, sw. v. straucheln.
strulle, f. Wasserröhre, durch die das Wasser mit Geräusch sprudelt.
strulle-becken, -tubbeken, Nachtgeschirr.
strullen, mingere.
strump, 1. Stumpf, Stummel, verstümmeltes Glied; it geit em to strumpe, es geht ihm unglücklich, schlägt übel aus. 2. Halbhose, Hosenstrumpf (gestutzte Hose), Strumpf, Beinling; Armstrumpf, unter weitem Aermel getragen. 3. eine Art Brod.
strumpen, strumpelen, sw. v. straucheln, anstossen.
strunk, m. der Stengel eines grösseren Krautes; bildl.: der Strumpf ohne vôtlink. Dem. strunkelken.
strunkelen, sw. v. straucheln.
strunt, m. Kot, Dreck, merda.
struppe? = strump, Stumpf, Stummel.
strûs, m. der Vogel Strauss.
struse, f. breites, flaches Flussschiff (Weichsel, Düna).
strus-iseren, Werkzeug der Wandscherer.
strûs-vedere, f. Straussenfeder.
strutte, die edleren Eingeweide der Tiere (Herz, Lunge, Leber).
struve, eine Art dünnen, krausen Backwerkes: (Zucker)straube.
struven, sw. v. refl. sich strûf machen, widerstreben, sich sträuben, wehren.
stubbe, sw. m. Baumstumpf.
stubbe, n. Staub.
stubben, sw. v. stäuben, den Staub wegschaffen.
stucke, n. Stück, Teil eines Ganzen; im Zählen ein Individuum; Ackerstück, Geldstück, Gewichtstück, Geschütz, Fass (Wein); e. zusammenhängendes Gewebe, v. Leinen, Tuch etc., zuw. v. bestimmter Grösse; gulden, sulvern s., gold-, silberdurchwebtes Zeug; das Bahrtuch; Einzelbestimmung, Artikel; Schelmstreich; überh. Sache, Ding, Umstand, Einzelheit. Dem. stuckeken, stuckelîn.
stuckelingen, in Stücken, minutatim.
stucken, sw. v. 1. aus Stücken zusammensetzen. 2. in Stücke teilen, zerschneiden.
stucke-werk, Stückwerk (s. arbeiden, Ggs. dachwerk); wahrsch. auch einzelne Ellen Tuch, welche die Schneider u. Privatleute dem Tuchscherer zum Scheren bringen.
stude, n. Staudicht, Gesträuch, Gebüsch; stude unde busk, abgeholzter u. dann wild aufgeschossener Wald.
studium, n. Universität; häufig dat mêne (allgemeine) st.
stûf, stumpf, d. h. ohne Spitze.
stûf-mule, Butzkopf, e. Walfischart.
stûf-slach, s. stuveslach.
stûf-stert, stumpfschwänzig.
stûfte, s. stuvete.
stu(ge)-horn u. stu(ge)-, stuger-kop, Schröpfkopf.
stugen, sw. v. schröpfen, zur Ader lassen.
stuger, Aderlasser, Bader.
stuginge, Schröpfung, Aderlass.
stu-isern = stuge-isern, Schröpfkopfschnepper, Lasseisen.
stuke, Stauche, weiter, herabhängender, offener Ermel an Frauengewändern, der den engen umgab; auch Kopfbinde oder Schleier, velum, vitta. gestuket rok, vestis duplices manicas habens.
stuke, f. 1. Baumstumpf. 2. kleiner Haufe, vom Flachse, sabucia; bes. vom Torfe (6 Stücke).
stukel-bant, (silbernes) Haarband der Frauen, womit das Haar oder die Haube, das Kopftuch (stuke) festgebunden wird.
stuker, der den Torf in stuken setzt.
stûk-vetter, der stuke (d. h.?) aufladet.
stulpe, f. Stülpe, Hülle; bes. Topfdeckel.
stulpen, sw. v. 1. up, e. stulpe über etwas legen; under, verbergen unter einer solchen. 2. umstürzen, umkehren.
stulper, Stülper, Deckel (auf einen Topf).
stulten, stolten, sw. v. dick, fest werden, aufhören zu fliessen, gerinnen.
stum, stumm; stumme sunde, Sodomiterei.
stumelen, sw. v. verstümmeln.
stumen, sw. v. wüten, stumich, wütig.
stump, m. Baumstumpf.
stump, stumpf, d. h. ohne Schärfe oder Spitze; bildl.: geistig stumpf, dumm, unerfahren.
stumpel, m. Stumpf, Stummel, Überbleibsel.
stumpelen, sw. v. stumpfen, verstümmeln.
stumpen, sw. v. stumpf sein; stumpet, stumpf.
stumpere, (der irgendwie verstümmelt ist) Schwächling, Elender, miser; oft ohne tadelnden Nebenbegriff: unglücklich, armselig.
stumpheit, Stumpfheit; stumpfer Sinn.
stumpliken, in stumpfer, dummer Weise.
stump-sinnich, hebes.
stunde, stunt, f. 1. Stunde; bestimmte Zeit, Zeit überh.; up der, van, tor st., sogleich; van st. to st., beständig, immer wieder; under stunden, von Zeit zu Zeit, bisweilen. 2. mal; dusent st., tausendmal.
stunde-glas, Stundenglas (Wasser- oder Sanduhr); ein luckich st., glücklicher Moment = fortuna.
stunde-klocke, Stundenglocke.
stunden, sw. v. zaudern, säumen; Zeit u. Frist geben.
stunde-werk, Instrument, das die Stunden anzeigt.
stundinge, Befristung, Aufschub.
stunende? widersetzlich?
stuns, stuntze, Kübel, Zuber.
stunzel-vôt, (Klumpfuss?) Hinkefuss.
stupe, schüttelnder Krankheitsanfall, Convulsion.
stupe, f. 1. Säule oder Pfahl, woran ein Verbrecher gebunden wurde, um öffentlich mit Ruten gezüchtigt zu werden. 2. diese Züchtigung.
stupen, sw. v. Convulsionen bekommen.
stupen, sw. v. stäupen, geisseln.
stupe-slân, -houwen, (mit Staupbesen) geisseln.
stûp-garde, f. Staupgerte, -besen; -spel, Spiel, bei w. es Schläge setzt; -sule = stupe 1.
stûr, steif, strenge, ernst; störrig, widerspänstig, lästig; grimmig, wild, zornig, unfreundlich.
stûr, sture, n. 1. Steuer, Steuerruder; over sture, rückwärts. 2. n. f. bildl. Regierung, Leitung, bes. insofern gewehrt, abgehalten wird: Abhülfe, Gegenwehr, Hinderung; dat stûr holden, st. dôn, steuern, wehren. 3. f. Unterstützung, Hülfe; bes. Unterstützung an Geld, Beisteuer; Steuer, Abgabe.
stûr-bort, Steuerbord, die rechte Seite des Schiffes.
stur(e), blitus: amarantus blitum?
sture, sw. m.? Kaulbarsch, perca cernua.
sturen, sw. v. 1. steuern, lenken; gesturet wesen up, versessen sein auf. 2. schicken, senden (wohin dirigieren). 3. m. Dat. steuern, wehren, hemmen. 4. m. Acc. abwenden, verhüten, abhelfen.
stûrheit, sturicheit, Strenge, Festigkeit; Härte, Unfreundlichkeit.
stûr-hol, Oeffnung, durch w. das Steuer ins Schiff geht.
stûr-, sture-lôs, steuerlos; fig. wild, unbändig.
stûr-, sture-man, 1. Steuermann. 2. Anführer, Leiter.
stûr-rême, Steuerruder; -touwe, Steuergerät, -ruder.
stût, st. m. der dicke Teil des Schenkels, Oberschenkel, Steiss.
stute, sw. m. schenkelförmiges Weissbrod; später jedes (feinere) Weissbrod.
stuten-brî, Milch mit Weissbrod; -weke, Flitterwoche.
stutte, sw. m.? Stütze, Ständer, w. zur Unterstützung unter oder gegen etwas gesetzt wird; fig. Schützer, Helfer.
stutte-klinke, Klinke, womit das aufgeschobene Fenster gestützt wird.
stutten, sw. v. stützen, Stützen setzen, absteifen; fig. unterstützen; aufschieben, -stützen.
stutten-holt, beim Schiffsbau d. Hölzer, die zur Stütze dienen.
stuve, sw. m. Stumpf, Rest, nam. von einem Stück Zeug, oder ein solches, w. nicht die gesetzmässige Länge hat.
stuvede = stuvete.
stuvelen, sw. v. stumpfen, die Spitze abhauen.
stuven, sw. v. abstumpfen, abstutzen, niederhauen, abholzen.
stuven, st. v. intr. stieben; bildl.: wie Staub heraus-, auffliegen, umherwirbeln, von raschen Bewegungen; stuven unde vlêgen, nach allen Seiten hin zerstreut werden.
stuver, Stüber, eine kleine Münze.
stuver (?), Steven am Schiffe.
stuve-slach, Schlag, der mit einem stumpfen Instrumente geschehen ist.
stuvete, n. niedriges Gebüsch, Gestrüpp.
stû(w), stuwen = stouw, stouwen.
su! Imper. zu sên (auch wol such).
su, Pron. = sê, sie.
sû, f. Sau, Mutterschwein.
su-bast = sotebast.
subben, sw. v. beschmutzen, trüben.
subbich, schmutzig, trübe.
sube, m. u. f. langes, faltiges Kleid, häufig mit Pelzwerk verbrämt oder gefüttert, für Männer u. Frauen, Schaube, Talar.
suben-knôp, Knopf an e. Schaube.
su-borch, verschnittenes Mutterschwein.
su-borgen, sw. v. su-boten, sw. v. Mutterschweine verschneiden.
su-boter, Schweineschneider.
subtîl, fein, zart; scharfsinnig, verschmitzt. Subst. subtîlheit.
subtîl(e), vestis sacerdotum, tunicella subdiaconi.
sucht, m. Seufzer; tiefer Atemzug.
sucht, f. Krankheit; Seuche, Epidemie.
sucht, krank.
sucht-aftich, kränklich.
sucht-bedde, Krankenbett.
suchten, sw. v. seufzen, tief Atem holen; na, sich sehnen nach.
suchten-sêk, von Krankheit siech, bettlägerig.
suchtinge = sucht, m.
suchtich, 1. seufzend. 2. krank.
suck = sulk, solcher.
sucke, zucke, f. e. Art Pumpe.
sucker, m. Zucker. Zss.: -becker, Zuckersieder; -candi, -candît, -candigen, succarum de Candia, Kandis; -ei: môs van sukkereye, Mus v. Ei u. Zucker? Salat v. Cichorium (ndl. suikerei, engl. succory)? -mânt, Flittermonat; -penit, -bannit, Penitt, saccharum penidium.
sudde, Sumpf, Kotlache.
sudder = seder, seit.
sude = sode, eructatio.
sude-hardik, Hartungs-Apfel? l. sute? sure?
sudeler, suteler, sutteler, Marketender, der die Märkte mit Speisen oder Getränken bezieht, oder die Soldaten mit Ess- und Trinkwaren in den Krieg begleitet (eig. Sudel-, Schmutzkoch?). Sein Zelt: sudeltelt.
suden, n. Süden; adv. südlich; -sît, Südseite; -wint, Südwind; suden tegen (ten, ton) ôsten, westen, süd zum osten, westen.
suder, adj. südlich; -halve, -side, Südseite; -wint, Südwind.
sudern, adj. südlich.
sude-wert, -wart, südwärts.
su-distel, Name für verschiedene Pflanzen: endivia, paliurus, salmenta.
suel = sûl; suele = suwele; suen = suwen.
suert, Eber.
sufel (suffel), pulmentum, brodium, obsonium.
suften, sw. v. = suchten, seufzen.
sugen, st. v. saugen.
sugge, f. = soge.
su-hêler, Schweineschneider = suboter.
su-hût, Schweinshaut.
suke, f. (u. sw. m.?) Seuche, Krankheit; bes. der Schlagfluss, Apoplexie; de quinende suke, Schwindsucht.
sûk-aftich, mit Seuche behaftet, krank.
sûk(e)-bedde, Siechbett; binnen s., während einer Krankheit.
suke-dage, Krankheit.
sukede, sûkte, f. Seuche, Krankheit.
suken, st. v. = soken.
suken, sw. v. krank sein oder werden.
suke-val, Krankheitsanfall.
sûkheit, Krankheit.
sukich, krank.
sukinge, sokinge, Bezirk, Gebiet; vgl. anord. sôkn, f.
sul, m. sulle, st. m. Grundbalken der Mauer; Thürschwelle.
sûl, f. = sule, Säule.
sul-bast = sotebast.
sulchedân, d. i. sulk-ghedân, so beschaffen, solch.
sule, f. Säule, Pfeiler, Thürpfosten, Mühlenständer, Brunnenpfahl, Bildsäule, Armbrustschaft, = stupe.
sule = suwele.
sul-exe, zweischneidige Axt.
sulf (sullef), adj. pron. selb, selbst; he sulve, er selbst; de sulve, sulfte, sulfste, derselbe, idem; sulve, sulf ander, sevede etc., selbst mit einem, mit sechs andern etc.; sines oder seltener sîn sulves gût, sein eigen Gut; sines sulves werden, selbständig werden, ein eigenes Geschäft anfangen; van sik (eme, ere) sulven komen, die Besinnung verlieren, körperlich herunterkommen; to sik s. k., zur Besinnung kommen, erwachen.
sulfar d. i. sulf-var = sulfgraw.
sulf-breke = silbreke; -dicht, erdichtet; ersonnen; -drîsticheit, Willkür, Eigenwille; -egge, Selbsteigner, Bauer und Markgenosse; -ende, Sahlleiste, Zettelende an beiden Seiten des Tuchs; -gerichte, Selbsthülfe, Gewaltthat; -graw, ungefärbt, von natürlicher grauer Farbe (v. Tuch); -hêre = sulves-hêre; -mêster, rectores salinae in Lüneburg, Salzpfannenpächter, Salzsiedemeister; -modich, eigenwillig, frevelhaft; in gutem Sinne: freiwillig, adv. -modeliken; -môt, Eigenwille, -macht; -mundich, mündig; -pandinge, Pfändung ohne gerichtl. Erlaubnis; -recht, -richte = sulf-gerichte; -richter, der sich selbst Hülfe schafft; -schot, arcus automatus, e. Schleudermaschine; -schuldige, der wirkliche Gläubiger oder Schuldner; -slagelink, -slegelink, -slegel, ein kupferner Kessel? -sokelicheit, Selbstsucht, Eigennutz; -stam, Baumstamm, w. nicht verarbeitet ist; -standich, selbständig, freiwillig; -walt, von selbst gewachsener, nicht gepflanzter Wald; -walt, -wolt, m. f. Selbsthülfe, eigenmächtige Gewaltthat; -wassen, von selbst gewachsen (Holz), bildl.: was nur eigenen Trieben folgt oder sich selbst zu etwas aufwirft; ungeschliffen, roh, brutal, trotzig, eigenmächtig; -welder, -woldener = sulfrichter; -weldich, -woldich, eigenmächtig, gewaltthätig, ungehorsam, adv. -woldichliken, -woldelken; -wesent, substantia; -wesentlike, substantialiter; -wille, Eigenwille, -mächtigkeit; -willich, eigenmächtig, freiwillig.
sulftich, (der)selbe.
sul-walt, -wassen etc., s. sulf-.
sulk = solk.
sulle = sul.
sul-rame, Gestell der Schwellen des Hauses.
sulre, Plur. Schwellen; sonst sulle.
sulte, f. 1. Saline, Salzquelle, Salzwerk. 2. Sülze; gallertartiger Absud.
sulte-beren, eingekochte Birnen; -gût, Einkünfte v. e. Saline; -holt, Brennholz für die Saline; -hulpe, Beiträge der Sülzrentner zur Tilgung der Lüneburger Stadtschuld; -kôl, eingemachter Kohl, Kompost; -kote, Salzsiedehaus; -meister, Salinenpächter; Salzsieder; -melk, galantina, frigidarium, bilimen; -recht, Salinenrecht; -rente = sultegût; -rentener, Besitzer solcher Einkünfte; -schriver, Salinenschreiber; -spise, frigidaria, salsa, omasum; -vôt, in Essig oder Salzbrühe eingemachter Schweinefuss, Spottname des Schlachters.
sulten, sw. v. sülzen; überh. einmachen.
sulten-sôt, Salzquelle.
sulter, Sülzer, Salzsieder, in Lüneburg Knecht des sulfmêsters.
sulven, sulver, adv. selbst, in eigener Person.
sulver, n. Silber.
sulver-bede, f. Geldsteuer; -berner, Silber-, Goldschmied; -gelt, S.-geld; -glede, S.-glätte; -grove, -kule, argentifodina; -hutte, S.-schmelzhütte; -koke, S.-kuchen, Blicksilber; -kôp, S.-kauf, Preis des S.; -lepel, -schale, Löffel, Schale aus S.; -schûm(e) = sulverglede; -smide, n. -smuk, n. -ware, f. -werk, n. S.-geschmeide, -schmuck, -gerät; -sundern, calchiton; -vel, versilbertes Leder?
sulverîn, sulveren, silbern.
sulves, adv. selbst; dar s., daselbst; do s., damals, zu dieser Zeit.
sulves-dôt, Selbstmord; -hêre, auch ênes, sines sulves hêre, der selbständig, sein eigener Herr ist, bes. Handwerksmeister, auch: der ungebundene Arbeiter, Herumstreicher oder der Aufrührerische, den Gesetzen Ungehorsame; -man, Handwerksmeister.
sulvich: de sulvige = de sulve.
sum, som, irgend einer; neutr. irgend etwas; Plur. some, summe, einige, oft unfl. som, sum.
sûm-aftich, säumig, träge.
sumen, sw. v. säumen, träge sein.
sumenisse, Säumnis, Zögerung.
sumich u. sûmlik, säumig, träge.
sumicheit, Säumigkeit.
sumintte (?) vel kattenkrût, nepita.
summarie, ein langes, verbortiertes Weiberkleid.
summe, meist m. Summe.
summe (summer, summen), Beteuerungsformel, entst. aus sam oder so mi (helpe); summe got, per Deum!
summelik = sum.
summen, sw. v. susurrare.
summen, summêren, sw. v. zusammenzählen.
summeren, n. Getreidemass, Scheffel.
summes, adv. zuweilen.
summich = sum.
sump (sumpt), m. 1. Sumpf. 2. Trog (zum Backen und sonst).
sum-tides, -tiden, -tît, zuweilen.
sum-wile, -wilen, -wiles, zuweilen.
sun-avent, -dach, s. sunnavent, sunnen-dach. sundages-kint, Glückskind.
sunde, f. Sünde.
sundelik, sündlich.
sundelicheit, Besonderheit, Ausnahme. L. sunderl.?
sunden, sw. v. sündigen.
sunden, sw. v. (gesund machen?) segenen? sûnden = sonen?
sunder, Sünder.
sunder (= sinder), Eisenrost, ferrugo.
sunder, adj. besonder.
sunder, 1. präp. sonder, ausser, ohne (mit Gen. u. Accus.). 2. adv. conj. ausgenommen, es wäre denn dass, jedoch, aber, sondern.
sunder-achte, besondere, geheime Beratung.
sunder-bar, besonder.
sunder(e), m. sunderen, die als Sondereigen aus der Marke ausgeschiedene Waldung.
sunderen u. sundergen, -ges, -gest, besonders; abgesondert, getrennt; zumal, namentlich.
sunderen u. sundergen, sw. v. sondern, ab-, aussondern; Vermögen mit Kindern abteilen (m. Acc. d. Person); refl. sich entfernen.
sunder-gût, Sondergut, eigenes Vermögen, peculium.
sunder-holt = sundere.
sunder(i)ch, adj. besonder, einzeln, bestimmt, singularis, specialis; sonderbar, absonderlich; querköpfisch; hervorragend, ausgezeichnet.
sunderingen, -ges, besonders, sonderlich.
sunderinne, Sünderin.
sunder-klôt, Klumpen Eisenschlacke, Abgang von Metall, calchiton, scoria.
sunderlicheit, Abgesondertheit, Trennung.
sunderlik, sunderk = sunderich.
sunderliken, sunderken, sunderlikes, besonders, insonderheit; vgl. d. f. W.
sunderlingen, -ges, -gest, besonders. sunderlinges u. sunderlikes werden vor vrunt (Freund) auch adject. gebraucht.
sunderlink, besonder, ausgezeichnet.
sunder-lude, Leibeigene.
sundern, präp. adv. conj. = sunder.
sundern, s.-holt = sundere.
sundersche, Sünderin.
sunder-stunden, bisweilen.
sundert, Sünder.
sunder-wilen, zuweilen; s. - s., bald - bald.
sundich, sündig, sündhaft.
sundicheit, Gesundheit.
sundigen, sw. v. sündigen; fehlen, sich vergehen.
sune, f. das Sehen, der Gesichtssinn; acies, das Auge, bes. der Augapfel; Gesicht, Anblick.
sune, adj. sichtbar, ersichtlich, klar, deutlich; vorauszusehen, zu erwarten, wahrscheinlich, möglich; dat suneste kêsen, das wahrscheinl. Beste wählen.
sune, Sühne, u. Ableit., s. sone.
sûn(e)lik, sichtlich, sichtbar; adv. sunelike(n).
sunn-avent, Sonnabend, Samstag.
sunne, f. Sonne; die Zeit eines Tages vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne: bi, na der sunnen.
sunne-stat, Sonnenwende; -wandelinge, S.-finsternis; -wervel, S.-blume.
sunnelik, solaris.
sunnen, sw. v. sonnen, in der Sonne trocknen.
sunnen-blik, Sonnenstrahl; -dach, Sonntag; -glans, Sonnenglanz; -kint = sundages-kint; -klâr, Bezeichnung des doctor angelicus Thomas Aquinas; -(backen)koke, von der Sonne gedörrter Kuhmist; -krêmer, Kleinkrämer, Hausierer; -neddergank, S.-untergang; -schîn, S.-schein; twischen twên sunnenschinen, nachts; -seier, S.-uhr; -stade, -stavinge, -stevinge, -wandinge, S.-wende, solstitium; -stof, S.-staub; -upgank, S.-aufgang; -var, sonnenfarbig, van der S. beleuchtet; -werve, -wervel, S.-blume.
sunst, sonst, ausserdem.
sunt, m. Sund, Meerenge.
sunt, f. Gesundheit.
sunt, gesund; in gutem, unverletztem Zustande.
sunt = sint, seit; sunddemmale, seitdem; suntmâls, seither.
sunte = sanctus, verwächst häufig mit dem Eigennamen, so dass oft hilge noch wieder davor tritt.
sunt-heit, Gesundheit.
sunt-hûs, Sündenhaus, Bordell.
sunt-korn, litaspermon, saxifraga.
sûnt-lik, sichtbar.
sunt-lik, sündlich; adv. suntlike.
sunt-maker, Gesundmacher, Heiland.
sunt-makinge, Heilung.
supe, f., Dem. supeken, und supel = supent.
supel-kalf, Kalb, das noch mit Milch gefüttert wird.
supen, st. v. schlürfen, sorbere; auch: mit e. Löffel geniessen; überh. trinken, saufen; trans. mit dem Adj. vul, betrunken machen.
supent, supen, n. was man schlürfend geniesst, Getränk, Suppe, Brühe, Brei, Mus, sorbitium, offa, brodium.
super, Säufer.
supera, f. suppere, f. Dreckstätte, Mistjauche?
suppe, f. suppen, n. = supent; in de suppe voren, jem. in den Sumpf führen, in Verlegenheit und Schaden bringen.
supunge = supent.
sûp-ût, Saufaus, Trunkenbold.
sûr, contrah. aus suder, südlich.
sûr, sauer (von Geschmack u. Geruch); bildl.: unangenehm, widerwärtig; mühsam, schwer zu bekommen.
sûr, n. 1. Essig. 2. Widerwärtigkeit, Bitterkeit, Beschwerde.
sûr-brôt, mit Sauerteig gebackenes Brot?
sûr-brouwer, Essigbrauer.
sûr-bulle, sauertöpfischer Mensch; urspr. Essigkrug?
sûr-dêch, Sauerteig.
sure, Hitzblatter, Finne; Krätzmilbe.
sure, f. Sauerampfer.
sureke, f. Sauerampfer.
sure-ketel, Kessel, in dem der Sauerteig bereitet wird.
suren, sw. v. 1. intrs. sauern; bildl.: widerwärtiges empfinden, mismütig werden. 2. trs. säuern.
suricheit, Säure.
surik, Holzapfel; -bôm.
surink, Sauerampfer.
sûrlechtich, säuerlich.
sûr-melk, bilimen.
sûr-mulen, sw. v. ein saures, unfreundliches Gesicht machen.
sûr-ogede, schielend.
surringe, Brummen, Murren.
sûr-sênt, das mürrische Aussehen.
sus, 1. so, also; verstärkt sus-so; nu sus nu so, bald auf diese bald auf jene Weise. 2. sonst, auf andere Weise; früher, einst.
sus, ein Mass (beim Salzmessen).
sûs, m.? Saus (und Braus), Lerm, Aufregung.
sus-dân, -danich, -gedân (-chedân); -lik, zsgz. susk, so beschaffen, solch; -her, -lange, -langeher, so lange, bisher, bis jetzt; -wor, sonstwo, anderswo.
susen, sw. v. sausen, rauschen.
suse-ninne, -ninnine-suse, Wiegenlied, um die Kinder in den Schlaf zu bringen, fescennine.
susinge, Sausen.
su-sulder = suboter.
sussen, sw. v. Kinder in den Schlaf lullen durch leisen Gesang.
sussent, susses, sust, susten, sustent, verlängerte Formen zu sus, sonst.
sussinge, fescennine.
sussum, Schweinigel, leichtsinniger Mensch (lat. sus sum)? l. sassam?
sus-te-bat, um so besser, desto mehr.
suster, Schwester; weibliches Mitglied irgend einer Congregation.
suster-dochter, -sone, -kindere, -man, Tochter, Sohn, Kinder, Mann der Schwester; -hûs, Nonnen-, Beginenkloster; -schap, Schwesterschaft, Verschwisterung.
su-stert, Schweineschwanz.
sute, süss, s. sote.
sût-, Süd-: -ende, -lant, -side, wint; sût-lik, adj. südlich; sût-landes, -weges, -wert oder -wart, adv. südwärts, südlich; sût-ôst, -ôsten; -west, -westen, -westenst (Adj.); -ôst tegen (ten, ton) oder -ôsten ôsten; -ôst ton (-ôsten) suden; -sût-ôst, -sût-ôsten; -sût-west, -sût-westen; -west ton (-westen) suden; -west ton (-westen) westen.
sute-bast = sotebast.
su(t)teler = sudeler.
suvel, der Buttergehalt der Milch; der ganze Ertrag der Milchwirtschaft.
suver, sauber, rein; völlig.
suveren, sw. v. säubern, reinigen; purgieren; moralisch reinigen.
suveringe, Säuberung; Purgierung, Purgiermittel.
suverlicheit, Zierlichkeit.
suverlik, contr. suver(i)k, säuberlich, fein, zierlich, schön; bedeutend, ansehnlich; adv. suverlike(n), suverken.
suver-plotze, Messer zum Beschneiden der Bäume?
suwel = sûl, Säule.
suwele, f. Schusterahle, Pfriem, Elze.
suwel-ort, Pfriemspitze, -eisen.
suwen, nähen.
suwert = suert.
swabben, sw. v. zappeln (im Wasser, im Dreck etc.).
swade, f. Sense.
swadem, m. Dunst, Wasserdampf, Brodem.
swademen, sw. v. Dunst, Brodem ausströmen; trs. der Einwirkung von Wasserdunst aussetzen.
swade(n), s. swat.
swaden, sw. v. mit der Sense arbeiten.
swager, m. ein jeder, der mit einem andern durch Verheiratung verbunden ist: 1. Schwiegervater. 2. Schwiegersohn. 3. der Mann meiner Frauenschwester, Schwager im neueren Sinn. 4. jeder andere Verschwägerte.
swageren, sw. v. Schwager nennen.
swagerschop, Verwandtschaft durch Verschwägerung.
swak, fl. swak- u. swack-, schwach, kraftlos, zerbrechlich, biegsam, dünn, gering; adv. swakeliken.
swaken, sw. v. 1. intr. schwach sein oder werden; nachlassen, den Mut verlieren. 2. trans. schwach machen, schwächen (auch im geschlechtlichen Sinne); tadeln, herabsetzen.
swakheit, Schwäche.
swak-lovich, schwachgläubig.
swal, Schwall, Wassermenge.
swalch (swallich), 1. Schlund, vorago, charybdis. 2. Schwelgerei, üppiges Essen. 3. Schwelger, Schlemmer.
swale, f., swalike, swāl(e)ke, f. Schwalbe.
swaleken-blome, chelidonium?
swaleken-stert, Schwalbenschwanz; in der Technik: was die dreieckige Form desselben hat.
swalen-pulver, n. Medicin aus verbrannten Schwalben.
swalewe, swalue, f. = swale.
swalm, m.? Qualm, Dunst.
swalm, n. Schwarm, Bienenschwarm.
swam u. swamp, m. Schwamm, Pilz; Badeschwamm.
swan = swanne.
swan(e), sw. st. m. Schwan.
swanen, sw. v. m. Dat. der Person, vorgefühlt, geahnt werden.
swanen-vlôt, Schwanenteich?
swane-wit, schwanenweiss.
swanger, schwanger.
swank, schwank, leicht beweglich, fein, zart.
swank, m., fl. swanges, Üblichkeit, Gebrauch.
swank, m., fl. swankes, Wendung, in bösem Sinne: Streich; Einfall, Scherz; Narrheit, lächerliche Sitte.
swankel, die Stange mit Lappen von Tuch etc., welche die Bäcker zum Reinigen des Ofens gebrauchen?
swank-rode, Brunnenschwengel, Wippe, ciconia, tolleno.
swanne aus so wanne, conj. so oft als, jedesmal wenn, wann irgend; auch mit folg. so, dat.
swannêr aus so wannêr = swanne.
swans, m. Schwanz; Schleppe.
swansen, stolzieren, tanzen.
swar, swor aus so war, so wor, wo oder wohin auch immer, überall wo oder wohin; so oft, wenn, wofern.
swâr, schwer, gewichtig; beschwerlich, lästig; schwierig, gefährlich; kummervoll, bedrückt; schwerfällig, unbeholfen; schwanger; widerwillig; sik swâr maken to, ungern bewilligen, nicht daran wollen, sich sträuben gegen. – sware, sw. m., im Pl. st., e. Kupfermünze (im Ggs. zu leichterer) v. verschied. Werte: ⅘ oder 1½ Pfennig etc. – swares, Genet. (v. e. Sbst.?) nach dem Gewicht gerechnet: last swares, 4000 Pfd.; punt swares oder swâr = schippunt, 3 Centner.
swarde, f. dicke, behaarte Haut, bes. Kopfhaut des Menschen, u. Schweinshaut.
swarden tow, Tau von Schweinsleder.
swaren, sw. v. m. Dat. schwer werden; beschwerlich werden; m. Acc. beschweren, bekümmern.
swaren = sworen.
swârheit u. swaricheit, Gewicht, Schwere; Schwierigkeit; Beschwerde, Last, Not.
swaringe, Beschwerde, Belästigung.
swark = swerk.
swârlik, adj. schwer, beschwerlich, schmerzlich.
swârlik, -like, -liken, adv. auf schwere, beschwerliche Weise; heftig, stark, sehr.
swâr-modich, schweres Gemüthes, ernst, melancholisch; up, ärgerlich auf jem. Sbst. swârmodicheit.
swarm, n.? Bienenschwarm.
swarmen, sw. v. schwärmen; ungeordneten Vergnügungen nachgehen; (in danken), Gedanken nachhängen, verworrene Vorstellungen nähren.
swârnisse = swârheit.
swart, schwarz; abs. schwarzes Tuch; sw. broder, Dominikaner; sw. gelt, im Ggs. zu wit, mit Kupfer versetztes Silbergeld; sw. kunst, nigromantia.
swart-brûn, teter, fuscus, lividus.
swarte, f. = swerte.
swarte-kunst(ig)er, -kunstenâr, Schwarzkünstler.
swarten, sw. v. nigrescere.
swartheit, swarticheit, Schwärze.
swart-werk, die grauen Rückenfelle der Eichhörnchen.
swart-wurt, Schwarzwurz.
swarve, swerve, f. Butterbüchse, -dose.
swâr-vellich, schwerfällig, nicht leicht beweglich; to, ungeneigt etwas zu thun.
swat (swade), n. die Reihe, worin die gepflügte Erde oder das abgemähte Gras und Getreide zu liegen kommt, sulcus; als Landmass; Geschwader (Reiter), eig. eine Reihe.
swavel = swevel.
swe, swat aus so we, so wat, wer (was) immer, jeder der (alles was), wenn jemand (etwas); auch mit folg. so.
swê aus so wê, wie immer, wie nur.
swebbe, Schwätzer? Feigling?
swecken, sw. v. = swaken 2.
swede, sw. f. Pflaster, epicauterium, emplastrum, collirium.
swêdeler = sweideler.
sweder aus so weder, welcher auch von beiden; sw. – eder, ob, sei es – oder; van swederenthalven, von beiden Seiten.
swefel = swevel.
sweger-hêre, Schwiegervater; swegersche, Schwägerin; swegerschop = swagerschop.
sweideler, swêdeler, m. Tasche, lederner Beutel, Mantelsack, bes. um Speisen u. andere Reisebedürfnisse darin aufzubewahren.
sweigen, sw. v. zum Schweigen bringen.
sweimen, sw. v. sich schwankend bewegen, flattern, taumeln.
swein, sweiner = swên.
sweke, st. m. Entweichen, Abfall.
sweken, (ê?), sw. v. cedere, locum dare.
sweken, sw. v. = swaken 1 u. 2.
swekinge u. sweknisse, Schwächung, Schmälerung.
swel, n., Pl. swelle, u. swele, m.? Geschwulst, Geschwür; Schwiele.
swelch = swalch.
swel-drôs, (tautol.) Geschwulst.
swelen, sw. v. versengen; dörren, bes. vom Dörren des Grases, Heu machen; langsam ohne Flamme brennen.
swelen, lascivire.
sweler, Heumacher.
swelgen (swelligen), st. v. einschlingen, einschlucken; schwelgen, prassen; sik vul sw., sich voll saufen.
swelik, swelk aus so welik, welcher irgend, welcher auch immer, jeder welcher; auch sw. ire (lat. eorum) u. als Ein Wort: swelkir, swelker, fl. swelkirs etc.
swelle, f. 1. = sul. 2. = swel.
swellen, st. v. schwellen, an-, aufschwellen; bildl. vom Zorn, Kummer.
swellen, sw. v. schwellen machen, inflare.
swellen, lascivire.
swemen, (ê?) = sweimen.
swemer, (ê?), falco lanarius.
swemmen, st. v. schwimmen.
swemmer, Schwimmer.
swen = swanne.
swên, st. swêne, sw. swêner, st. m. Hirt, Knecht, bes. der Schweinehirt.
swene-stede? (beim Fischen).
swenes-werk, Schwanenwerk, -flaum; l. swones?
swenge, Wasserkufe?
swengel, m. der (schwingende) Klöppel der Glocke, Schwengel am Brunnen, an der blide.
swengen, sw. v. intrs. u. refl. sich schwingen, sich schwenken, sich drehen.
swengeren, sw. v. schwängern.
swenken, sw. v. mit, Schwank, Spiel treiben mit.
swenne = swanne.
swensch, swensche mate, e. Mass für Salz; vom Namen des Hafens von Brügge, Swen.
swentse, Grünfink.
swepe, tignale: die unter dem Sparren- und Lattenwerk eines Daches genagelten langen Bretter.
swepe, sweppe, f. Peitsche; Dem. swepeken, Reitpeitsche.
swepen-stel, m. Peitschenstiel.
swep-nagel, Nägel zum Befestigen der swepen I.
swep-, swop-stok, Peitschenstiel.
swerdes-klôt, -knôp, Schwertknauf.
swerde(s)-slach = swertslach.
swerdele, Schwertelkraut (waterwortel), gladiolus; gele sw., acorus, ireos (iris pseudacorus); swerdelblome, acira, atiria.
swer, n., swere, m. Schwäre, Geschwür.
swêre, f. (n.) Schwere, Beschwerde, Kummer, Leid.
sweren, st. v. schwären, eitern; schmerzen, wehthun.
swêren, sw. v. beschweren; refl. stärker werden.
sweren, st. v. schwören; sik to hope s., sich verschwören; sw. uppe, wedder, sich verschw. gegen; int hûs, ute der stat sw., schwören, im Hause zu bleiben, die Stadt zu verlassen.
swerich, voller Schwären, ulcerosus.
sweringe, das Schwären, exulceratio.
sweringe, das Schwören.
swerk, swark, n. finsteres, dunkles Gewölk; fig. Leid, Kummer.
swērken, n. Dem. zu swer.
swêrlicheit, Beschwerlichkeit, Belästigung.
swêrlik = swârlik.
swerm, swermen = swarm, swarmen.
swêr-modigen, schweren, bedrückten Herzens.
swêrnisse = swârnisse.
swer-schot, Hauptschoss? (Ggs. vor-schot).
swert = swart, schwarz.
swert, n. Schwert; Bezeichnung des ritterl. Standes, der regierenden und richterl. Gewalt.
swert-brêf, geschriebener Schwertsegen als Amulet; -broder, Mitglied des S.-ritter-Ordens; -busse, S.-scheide? Büchse zu Schwärze? -dans, -reige, S.-tanz; -halve, -side, männliche, väterliche Linie der Verwandtschaft; -holder, -mâch, Verwandter v. männlicher Seite; -krosse, Groschen mit den Kurfürstenschwertern; -mate, -matich kiste, Kiste, so gross, dass ein S. darin liegen kann; -scheide, S.-scheide; -slach, S.-schlag, Krieg; -staf, Stockdegen; -veger, Waffenschmied; -visch, entweder xiphias gladius oder monodon monoceros.
swerte, Schwärze; schwarze Farbe; Wichse.
swerten, schwärzen; wichsen.
swerter, Schwärzer: Schwarzfärber?
swêt, n. Schweiss; die Schweisskrankheit; dat rode s., Blut.
swêt-dôk, Schweisstuch; -drope, Schweisstropfen; -gat, -hol, S.-loch, Pore; -suke, -krankheit, S.-krankheit, sog. Englischer Schweiss; -worst, -wurst, presulpa (Blutwurst?).
swet-bedde, Schwägerschaft?
swêten, sw. v. schwitzen, Schweiss (Wasser, Blut, Geld) absondern, von sich geben.
swêtich, schweissig.
swette, f. 1. Grenze. 2. Nachbarrecht.
swet(te)-(ge)note, Grenzgenosse, der mit einem andern eine gemeinschaftliche Grenze hat.
swetten, sw. v. grenzen.
swetz, m. Geschwätz.
sweve, n.? (eiserner) Topfdeckel.
swevel, m. Schwefel; -berch, Vulcan; -sticke, Schwefelholz.
swevelich, -echt, schwefelig.
sweven, sw. v. intrs. volitare, v. einer Seite zur andern treiben, sich bewegen, schweben, oben hangen, obwalten, in der Schwebe, unentschieden sein.
swi-, swib-, swic-, swich-boge, Schwibbogen, bogenförmiges Gewölbe, Mauerbogen.
swichtinge, ? (Teil des Weserkahns).
swide = swinde; swider werden, gliscere, intendi.
swie aus so wie, 1. = swe; 2. = swê.
swige-ban (swigende ban), das Legen des Gottesdienstes, Interdict.
swigen, st. v. schweigen; den Gottesdienst einstellen; verschweigen; ik swige denne, geschweige denn.
swigen, sw. v. 1. zum Schweigen bringen, stillen. 2. schweigen.
swigent, n. Stillschweigen; Moratorium für Zahlungsunfähige; = stilnisse.
swiginge, das Schweigen.
swik, m. Luftzapfen am Fass, das Loch desselben u. der Bohrer zum Bohren des Lochs, spina dolii, spiraculum, terebellum.
swîk, Falschheit, List, Betrug.
swiken, st. v. weichen, entweichen.
swil; swillen, st. v. = swel; swellen.
swil(e)k, sw. ere = swelik.
swillinge u. swilnisse, Anschwellung (Beule), Geschwulst.
swîm, st., swime, sw., swimel, st. m. Schwindel.
swîm- u. swimel-achtich, swimelich, schwindlig.
swimelen, sw. v. schwindeln, betäubt sein.
swimelse, swime(l)nisse, swimelinge = swiminge.
swimen, sw. v. m. Dat. d. Pers. schwindlig sein, betäubt werden.
swime-slach, Schlag, der Betäubung bewirkt.
swim(e)-slagen, sw. v. taumeln, hin u. her schwanken.
swiminge, Schwindel, Betäubung.
swîn, n. Schwein.
swîn(e)-ât, Schweinefutter; -bede, Abgabe für die Eichelmast der Schweine; -bêre, Eber; -botel = swînknuppel? -drank, Spülicht, Treber als S.-futter; -drift, S.-trift, Treiben der Schweine in die Mast; -driver, S.-treiber (in der Stadt); -eckeren-mast, Eichelmast; -egel, S.-igel, ericius; -herde, S.-hirte; -hor, S.-kot; -jacht, -jeger, Jagd, Jäger auf Wildschweine; -klover, S.-schlachter; -knuppel, Knüttel zum Treiben der S.; -korne, S.-schrot; -kove, S.-stall; -lûs, sya (Finne?); -maget, Magd zur Fütterung der S.; -mân, November; -mast, Eichelmast, auch = swinebede; -meister = swînherde; -parle, (Perle) spöttisch = swinehor; -penninge = swinebede; -schar, s. schar; -schot = swinekove; -schult = swinebede; -snider = suboter; -spêt, Eberspiess; -stal = swinekove; -steke (Pl., zur Jagd)? -steker = swineklover; -troch, S.-trog; -vlêsch, S.-fleisch.
swinde, adj. u. adv. 1. ungestüm, heftig, stark, gross, vehemens; geschwind, schnell. 2. von Personen: heftig, aufbrausend; rasch begreifend, listig.
swindich = swinde.
swindicheit, Klugheit, List; Schwindelei, Betrug.
swinen, langsam, träge sein; l. sumen?
swinen, vom Schweine, schweinern.
swines- in Zss., Schweins-, z. B. -hovet etc.
swinge f. u. swinge(l)-bret, Bleuel oder Brett, um den Flachs weich zu klopfen.
swinge-blok, Schwingblock, Gestell zur Befestigung des zu schwingenden Flachses.
swingen, st. v. schwingen, schwingend schütteln oder werfen; spec. Korn, Flachs, Hanf schwingen; intrs. sich schwingen, fliegen.
swinich = swinen.
swirren (?), st. v. herumschwärmen.
swît = swinde.
swo aus so wo, wie auch, wie immer; obwohl, wenn auch.
swolgen, ersticken, schlachten dass das Vieh im Blut erstickt.
swommel-stede, natatorium.
swommen, sw. v. schwimmen.
swommer, Schwimmer.
swôn, st. m., swone, sw. m.? Schwan.
swone, f. = sone, Sühne.
swone-brêf, Sühne-, Friedensurkunde.
swonen, sw. v. sühnen, pacificare.
swo(p)pe = swepe.
swor aus so wor, s. swar.
sworen, ein Geschworner, Jurat, Mitglied irgend einer weltlichen oder geistl. Behörde, einer Corporation.
sworen-kost, Mahlzeit der Geschwornen.
sworen-schap, 1. Verschwörung. 2. das Amt e. Geschwornen. 3. d. Last oder Verpflichtung Geschworner zu sein.
swormen, sw. v. mit, lärmen, toben? hin und her werfen?
swul, m. u. swuls, swulst, m. Geschwulst.
swummen, sw. v. = swommen.
swunge, f. das Schwingen.