Fußnoten

[A] Ich habe im Jahre 1880 in der berliner Fischerei-Ausstellung einen derartigen Schmuck gesehen, welcher von Nichtkennern wegen der Größe und eigenthümlichen Form der gefaßten sogenannten Perlen als besonders werthvoll angestaunt wurde.

[B] Kanaker oder Kanaka ist die polynesische Bezeichnung für „Mann“.

[C] Der Vater des Königs ist ein Mann von etwa 45 Jahren und hat auf die Königswürde verzichtet, sobald sein Sohn erwachsen war. Genügender Grund für diese Abdankung war, daß die Mutter seines Sohnes, also seine eigene Frau, edleres Blut hat wie seine Mutter hatte.

[D] Die Bezeichnung „Bismarck-Archipel“ ist erst nach der Zeit, wo die hier geschilderte Reise stattfand, eingeführt worden; da der Name aber officiell angenommen, so wähle ich denselben für diese Ueberschrift. Die Namen der in diesem Kapitel genannten Inseln sind seitdem auch verändert, und zwar: Neu-Irland = Neu-Mecklenburg; Duke of York-Gruppe = Neu-Lauenburg; Neu-Britannien = Neu-Pommern.

[E] Gegen Mr. Brown ist, wie ich später erfahren habe, die Anklage nicht erhoben worden, vielmehr hat er, wenn auch spät, von competenter Stelle eine Anerkennung für sein braves und richtiges Auftreten erhalten.

[F] Derartige Lieder werden von jungen Mädchen zusammengestellt, irgendeiner alten oder neu erfundenen Melodie angepaßt und bilden einen Haupttheil der geschichtlichen Ueberlieferungen.


4.
Erklärung einiger seemännischer Ausdrücke.

Achterraus, hinter dem Schiff.

Ansteuern, nahe an eine in der Nähe der Curslinie liegende Küste oder Insel heranfahren, um das Land, namentlich geographisch genau bestimmte Punkte desselben, wie Leuchtthürme, vorspringende Caps, Berggipfel, zu Gesicht zu bekommen und danach festzustellen, ob der nach den Rechnungen auf der Karte festgelegte Ort des Schiffes auch richtig ist. Oder, mit Hülfe von Lothungen und der Karte den Ort des Schiffes bestimmen. Derartige Vorsichtsmaßregeln sind namentlich bei Nacht unumgänglich nothwendig; aber auch bei Tage, wenn Regen und nebeliges Wetter eine Fernsicht nicht gestatten und wenn während der letzten Tage oder auch nur während der letzten 24 Stunden bewölkter Himmel die Vornahme astronomischer Beobachtungen unmöglich gemacht hat und man dadurch verhindert wurde, die Wirkung der Meeresströmung auf den Curs des Schiffes festzustellen.

Aufentern, auf den Strickleitern in die Takelage gehen (vom englischen to enter).

Aufkreuzen, das Schiff durch Segeln nach der einen und der andern Seite gegen die Richtung des Windes fortbewegen. Man rechnet, daß ein kreuzendes Schiff drei Seemeilen durch das Wasser zurücklegen muß, um eine Seemeile in der Windrichtung, d. h. gegen den Wind, zu gewinnen.

Ausmachen, erkennen. Das Land oder ein Schiff ist ausgemacht, sobald man zwischen Wolken oder aus nebeliger Luft heraus die richtigen Contouren des Landes oder die Formen des Schiffes sicher festgestellt hat.

Back, der vordere mit einem besondern leichten Deck versehene Theil des Schiffes.

Beidrehen, das Schiff mit kleinen Segeln so zum Winde, d. h. in einen möglichst spitzen Winkel zur Windrichtung, legen, daß es sich nur wenig von der Stelle fortbewegt, aber doch steuerfähig bleibt.

Besteck, das Resultat der Ortsbestimmung eines Schiffes durch alle vorhandenen Hülfsmittel. Da die astronomischen Berechnungen erst zur Mittagszeit, wenn die Sonne durch den Meridian des Beobachters geht, ihren Abschluß finden können, so wird diese Zeit auch für die Festlegung des Orts des Schiffes in der Karte benutzt. Daher versteht man, wenn dem Wort „Besteck“ keine nähere Bezeichnung beigefügt ist, unter diesem gewöhnlich das Mittagsbesteck.

Bramstänge, der oberste Theil des aus drei Theilen hergestellten Mastes. Der mittlere heißt „Stänge“, der unterste „Untermast“.

Dampfpinasse, ein kleines, zwischen 8 und 10 m langes Dampfboot, welches die Kriegsschiffe mit sich führen.

Dollbord, der oberste Theil der Beplankung eines Bootes, in welchem sich viereckige Ausschnitte zur Aufnahme der Ruder, oder Löcher zum Einstecken der Rudergabeln (Dollen) befinden.

Dünung, die Wellenbewegung, welche sich auch nach dem Absterben des Windes noch, als eine Folge des Beharrungsvermögens, auf dem Meere erhält.

Fallreep, der auf jeder Seite des Schiffes, gewöhnlich in der Mitte liegende Ausschnitt in der Schiffswand, durch welchen man das Schiff von außen betritt oder von innen verläßt.

Gaffel, dasjenige Segelholz, welches, an der Hinterseite der Untermasten befestigt, dazu dient, den obern Theil solcher Segel zu halten, welche an dem Mast selbst befestigt sind. An der hintersten Gaffel führen die in Fahrt befindlichen Schiffe gewöhnlich ihre Nationalflagge.

Geien, das Zusammenziehen der Segel durch Taue, sodaß sie dem Winde keine Fläche mehr darbieten.

Heck, der hinterste Theil des über Wasser befindlichen Schiffskörpers, im Gegensatz zu der Back.

Heranscheeren, ein Schiff aus seiner bisherigen Cursrichtung heraus vorübergehend an einen bestimmten Platz oder Gegenstand bringen. (Von dem englischen to sheer übernommen.)

Hineinholen in einen Hafen, in eine kleine Bucht, ein Dock u. s. w. bedeutet, mit großer Vorsicht, wenn nöthig mit Hülfe von Tauen, ein Schiff an eine bestimmte Stelle leiten.

Jolle, ein kleines, etwa 5 m langes, aber verhältnißmäßig breites und tiefes Arbeitsboot, welches gewöhnlich von 4 bis 6 Matrosen gerudert wird.

Kette durchholen, das allmähliche Anspannen der Ankerkette, wenn infolge von Strömung oder Wind das Schiff in Bewegung kommt, bis die Kette straff gespannt ist.

Knoten ist die Bezeichnung für die Geschwindigkeit eines Schiffes in einem gegebenen Augenblick, und die durch das Schiff in einer Stunde zurückgelegte Seemeilenzahl entspricht dieser Knotenzahl, wenn die Fahrt des Schiffes eine gleichmäßige war. In diesem Falle legt dann das Schiff in einer Stunde ebenso viele Seemeilen zurück, als bei dem Fahrtmessen (Loggen) in dem Zeitraum von 14 Sekunden Knotenlängen von der Meßleine ausgelaufen waren. So wird man von einem Segelschiff, bei welchem die Geschwindigkeit fast nie eine ganz gleichmäßige ist, weil die Stärke des Windes sich häufig ändert und auch die häufige Aenderung der Windrichtung von Einfluß auf die Schiffsgeschwindigkeit ist, nie sagen können, daß es x Seemeilen läuft, sondern nur: es hat beim letzten Loggen x Knoten gemacht. Aber auch die Geschwindigkeit der Dampfschiffe ist Störungen durch Wind und Seegang, durch kleine Unregelmäßigkeiten in dem Gang der Maschine unterworfen, sodaß auch bei diesen die Bezeichnung der Geschwindigkeit durch Knoten die richtigere ist, zumal man bei dieser Bezeichnung stets weiß, daß die Angabe sich immer nur auf die in einer Stunde zurückgelegte Strecke oder, wenn es sich um die höchste Leistungsfähigkeit eines Schiffes handelt, auf diejenige Seemeilenzahl bezieht, welche das Schiff in einer Stunde zurücklegen kann. Aber auch in dem Falle, daß sich derartige Störungen nicht geltend machen, kann man doch nicht mit Sicherheit die Geschwindigkeit eines Schiffes durch ein bestimmtes Längenmaß ausdrücken, weil man hierbei nicht die Meeresströmungen mit in Ansatz bringen kann, denn ein Schiff kann sehr wohl in einer Stunde 16 Seemeilen durch das Wasser, dabei aber bei dem Vorhandensein von z. B. 2 Knoten Gegenstrom nur 14 Seemeilen über den Grund gemacht haben; die Bezeichnung durch Knoten wird also auch hier immer die richtigere sein.

Kutter, 7 bis 9 m lange Boote, welche von 10 bis 12 Matrosen gerudert werden und die laufende Verbindung zwischen den zu Anker liegenden Schiffen und dem Lande unterhalten, auch als Offiziersboote benutzt werden. Bei einer Ausschiffung des Landungscorps nehmen die Kutter die Vorhut auf und landen demgemäß auch als die ersten Boote. Auf See dienen sie als Rettungsboote.

Lee, vom Schiffe aus gerechnet diejenige Seite, nach welcher der Wind hinweht.

Leichterprähme, offene Fahrzeuge, um die Lasten eines Schiffes an Land zu bringen oder umgekehrt. Sie erleichtern das Schiff.

Lothgänger, Matrosen, welche das Handloth bedienen. Zu diesem Dienst sind besonders gewandte und zuverlässige Leute erforderlich.

Luv, vom Schiffe aus gerechnet diejenige Seite, von welcher der Wind herkommt.

Marssegel, die mittelsten und wichtigsten Segel eines jeden Mastes. Die untersten Segel werden „Untersegel“ genannt, darüber stehen die „Marssegel“, über diesen die „Bram-“ und darüber die „Oberbramsegel“.

Presenning oder auch Persenning, ein besonders starkes, zuweilen auch getheertes oder geöltes Stück Segeltuch, das ebensowohl als Unterlage, wie auch zum Bedecken solcher Gegenstände oder Schiffstheile, welche geschont werden sollen, benutzt wird.

Reefen, Verkleinern der Segel durch Einbinden eines Theiles derselben.

Reling oder Schanzkleidung, der obere, über dem Oberdeck des Schiffes liegende und als Brustwehr dienende Theil der Schiffswand.

Schlingern, die seitlichen Bewegungen eines von den Wellen bewegten Schiffes.

Spanten, die rechtwinkelig zum Kiel stehenden Haupthölzer eines Schiffes oder Bootes, auf welcher die wagerecht liegenden Planken befestigt werden.

Stänge, s. Bramstänge.

Steven, die vorn und hinten den Kiel nach oben verlängernden Hölzer oder Eisenschienen. Daher Vor- und Hinter-Steven.

Sturmsegel, besonders starke und für den Zweck geformte kleinere Segel.

Untermast, s. Bramstänge.

Vorbramsaling, das Stück Holz, welches den Fuß der Bramstänge (s. Bramstänge) mit der Stänge verbindet. Dasselbe hat seitliche Arme, um einigen Tauen den erforderlichen Halt zu geben, und diese Arme dienen dem Ausguckposten als Sitz.

Wanten (abgeleitet von Wand, Wände), die große Zahl starker Taue, welche den Untermasten seitliche Stütze geben und die Hauptlast des Segeldruckes zu tragen haben. Die einzelnen Taue sind unter sich durch Quertaue, welche als Strickleitern dienen, verbunden, sodaß das Ganze als eine durchbrochene Wand erscheint, welche auf einem großen Kriegsschiff an jedem Mast und an jeder Seite eine Fläche von bis zu 60 qm einnimmt.

Zum Winde legen, s. Beidrehen.

Zurrung, feste und straffe Verbindung eines losen Gegenstandes durch Tauwerk mit einem festen Theil des Schiffes.


5.
Aussprache polynesischer Namen.

Amakada sprichAmakáhda.
Apamama"Apamáhma.
Apia"Apía.
Apolima"Apolíma.
Atoll"Atóll.
Bora-Bora"Bórra-bórra oder Bólla-bólla.
Cakobau"Thákobau (engl. th).
Dug-Dug"Dúgdug.
Ebon"Ebónn.
Eimeo"Eiméo.
Faipule"Faipúhle.
Falealili"Fah léa-líli.
Falifa"Fah lifà.
Fatu-hiva"Fatu-híva.
Fidji"Fidschì.
Fotuna"Fotúhna.
Funafuti"Funafútti.
Gu"Ngù (E'ngù).
Hanavava"Hanawáwa.
Huheine"Juhéine.
Jaluit"Dschalúit (it kurz).
Kabua"Kabúa.
Kanaka"Kanáka.
Kanu"Kanú.
Kawa"Káwa.
Lauto"Láuto.
Lava-lava"Láva-láva (kurz).
Lebon"Lebónn.
Levuka"Lewúka.
Loau"Lo-áu.
Loautele"Loáu-téhle.
Lolle"Lóllé.
Lufi-lufi"Lúfi-lúfi.
Makada"Makkadà.
Malietoa"Ma-líe-tóa.
Manono"Ma nóno.
Manua"Ma núa.
Maori"Ma óri.
Matupi"Matupí.
Meoko"Meóko.
Morea"Moréa.
Muarlin"Muarlíhn.
Mulinu'u"Mulinù.
Mulitalo"Mulitállo.
Nuka-hiva"Nuka-híva.
Nukualofa"Núkua-lófa.
Ohinemutu"O híne-mútú.
Omoa"O móa.
Oponu"O ponù.
Otea-Vanua"O téa-vanúa.
Owharre"O warre.
Palolo"Pa lólo.
Pago-Pago"Pángo-Pángo.
Papeete"Pápe-éte.
Papetoaï"Pápe-toaï.
Pareo"Páreo.
Paumotu"Paumótù.
Pomare"Pómaré.
Raiatea"Raiatéa.
Roto-kakahi"Róto-kakahí.
" -mahana"" -mahánna.
" -rua"" -rúa.
Safune"Safúhne.
Saluafata"Salúa-fátta.
Samoa"Sa móa (das ganze [=Sa] Móa).
Sangapolutele"Sanga pólu-téhle.
Savai'i"Sa váíj.
Savo"Sávo (kurz).
Soma-Soma"Sómma-Sómma.
Tabu"Tabú.
Tahaa"Taháa.
Tahiti"Táhiti (Táiiti).
Taimua"Taimúa.
Talolo"Ta lólo.
Taloo"Ta lú.
Tapa"Tá pá.
Tapituwea"Tapituwéa.
Tarawera"Tarawéra.
Taritari"Tárritárri.
Tauranga"Tauránga.
Taviuni"Taviúni.
Tikitapu"Tikitápu.
Toëtele"Toë téhle.
Tonga"Tónga.
Tongatabu"Tongatabú.
Topulu"Topúlù.
Torragud"Tórragud.
Tui-Kakao"Túi-Kakáo.
Tutuila"Tutúila.
Upolu"Upolù.
Urakukua"Urakukúa.
Vaitele"Vai-téhle.
Vaitupu"Vaitúpú.
Waihiria"Waihiría.
Wairoa"Wairóa.
Whakarewarewa"Wakka-réwa-réwa.

6.
Namen- und Sachregister.

[A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I] [J] [K] [L]
[M] [N] [O] [P] [Q] [R] [S] [T] [U] [V] [W] [Z]

Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.

Samoa- oder Schiffer-Inseln.
F. A. Brockhaus' Geogr.-artist. Anstalt, Leipzig.

Uebersichtskarte der Fahrten der „Ariadne“ in der Südsee.
F. A. Brockhaus' Geogr.-artist. Anstalt, Leipzig.