B. 129. Die Säule. 1517.

Herr Dr. Nagler hat auf pag. 203 seiner Monogrammisten eine Nachweisung der in Deutschland vorhandenen vollständigen Exemplare dieses schönen in allen 4 Blättern von gleichem alten Druck höchst seltenen Kunstwerks gegeben. Ausser den angeführten ist noch ein vollständiger Abdruck in der Privat-Sammlung des verstorbenen Königs von Sachsen und in der Sammlung des Museums zu Braunschweig auch einer, dem indeß ein Blatt der Mittelstücke fehlt, auf der Festung zu Coburg. —

Bei den alten Drucken, welche nicht aufgelegt waren, habe ich im Papier das Wasserzeichen des stehenden Hundes, Nr. 35, gefunden, bei dem dritten Blatte von oben hat das Exemplar in Braunschweig einen sehr sichtbaren Sprung des Holzstocks, daher die Abdrücke, auch der Mittelstücke, aus verschiedenen Perioden herrühren werden. Einen Beweis hiervon liefert noch der Abdruck in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet zu München, unter welchem mit beweglichen Lettern gedruckt steht:

Gedrückt durch Hans Guldenmund brieffmaler zu Nürnberg.

Dieses Exemplar ist daher entschieden erst nach Dürer’s Tode abgezogen, das Papier desselben hat auch das spätere Wasserzeichen einer Lilie mit 15 Linien Entfernung der Drathstriche. Die oberen und unteren Blätter dieses Werkes sind weniger selten und man findet sie zu sehr verschiedenen Zeiten abgedruckt. Ich habe bei den spätem Abdrücken derselben in den Papieren das Wasserzeichen der Schlange, Nr. 47, ein Römisches R in einem geschweiften Schilde, das Wappen von Schrobenhausen, Nr. 15, den Reichsadler und das Wappen von Augsburg gefunden.