B. 167 und 168. Die Wappen des Lorenz Staiber.

Unter den obigen Nummern beschreibt Bartsch zwei verschiedene Abdrücke desselben Holzstocks, welcher späterhin durch Hinzufügung einer Krone und zweier Fähnlein an dem Löwen über dem Helme abgeändert wurde. Heller führt davon pag. 739 unter Nr. 1946 richtiger drei verschiedene Abdrucks-Gattungen an, wovon die dritte, ausser dem Wegfall der oberen Inschrift, an kleinen Fehlstellen im Grunde und einem feinen links am Kopfe des Löwen sichtbaren Sprunge kenntlich ist. Das Papier derselben hat das Wasserzeichen des Nürnberger Wappens und einen Abstand der Drathstriche von 11½ Linien.

Von diesem Wappen giebt es übrigens einen älteren Holzschnitt, von dem ich den einzigen mir bisher vorgekommenen Abdruck besitze. Derselbe übertrifft den späteren bedeutend in Charakter und Schwung der Zeichnung, dabei ist der Schnitt der horizontalen Linien des Grundes wie bei dem Behaim’schen Wappen, B. 159, nicht ganz regelmäßig, daher ich auch diesen für einen eigenhändigen Schnitt Dürer’s halten zu dürfen glaube.

Der wesentliche Unterschied in der Darstellung des Wappens besteht darin: daß das abgetheilte Schild mit dem Leoparden und dem Hunde, an der linken Seite ausgeschweift und noch nicht, wie auf dem späteren Holzstock, mit der Ordenskette umgeben ist, welche dem Staiber von dem Könige von England als ein Gnadengeschenk verliehen wurde und derjenigen gleicht, welche noch jetzt die Großkreuze des Bath-Ordens in England tragen[64]. Dieser Holzstock ist daher früher geschnitten als jene Verleihung stattgefunden hatte. —

Die fragliche Kette ist zwar links oben neben dem Büffelhorn abgebildet, aber augenscheinlich durch eine spätere Hinzufügung.

Der Abdruck hat weder Ueberschrift noch Unterschrift, doch scheint das in der Höhe nur 11¾ Zoll, in der Breite 8½ Zoll messende Papier beschnitten. Das Wasserzeichen desselben ist die hohe Krone mit der etwas eckigen Form des Bügels, Nr. 36, wie solche in der letzteren Lebenszeit Dürer’s vorkommt.

Die Entfernung der Drathrippen beträgt 12½ Linien.