B. 54. Christus im Oelgarten.
Es scheint ein Versuch für die kleine Passion zu sein, welcher unsern Meister nicht befriedigt hat und durch den Holzschnitt B. 26 so schön ersetzt ist. Die hier ausgeführte Idee, unsern Heiland im Gebet auf dem Erdboden ausgestreckt so darzustellen, daß er wie im Vorgefühl seines Leidens mit seinem Körper und den ausgebreiteten Armen die Form des Kreuzes beschreibt, ist späterhin von Dürer in einer ausserordentlich schönen Federzeichnung vom Jahr 1521, welche sich in der Sammlung des Städel’schen Instituts in Frankfurt a.M. befindet, auf das glücklichste zur Lösung gekommen.[37]
Der Holzschnitt ist in ganz scharfen reinen Abdrücken sehr selten, gewöhnlich ist er roh im Druck. Die alten haben ein festes Papier mit Entfernung der Drathstriche von 13¼ Linien.