Nachschrift.
Wenn im Jahre 1910 der Komet von 1835 wieder erscheint, wird er uns vielleicht nur um fünfundsiebzig Jahre älter finden. Was will das heißen? Aber wen oder was wird sein ehrwürdiger Kollege auf der Erde vorfinden, wenn er ihr im Jahre 4876 wiederum einen Besuch abstatten wird? Vielleicht wird dann auch Frankreichs glänzende Hauptstadt dahingeschwunden sein, wie es heute die großen Städte sind, die der Komet bei seiner letzten Annäherung an die Erde sah: Troja, Ninive, Theben und hundert andere, deren Namen mit ihren Ruinen nicht auf uns gekommen sind. Möglich, daß tiefste Einsamkeit dort lagert, wo einst Frankreich war, und daß sich Trauerweiden über dem Flusse schaukeln, der einst die Seine hieß. Wird der Komet Frankreich mit Paris, England mit London, Italien mit Rom nochmals zu sehen bekommen? Dieser Komet mit seiner langen Umlaufszeit, der bis jetzt weder dieselbe Stadt noch dasselbe Volk zum zweitenmal geschaut hat! Wenn in etwa fünfzigtausend Jahren wir – oder irgendwelche andere – diese Erzählung fortsetzen wollten, wird dann auch immer von neuen Dingen, die das Frühere verdrängt haben, berichtet werden müssen und wird die Geschichte der Erde jemals eine andere sein als die Geschichte von Umwälzungen und Neueinrichtungen, die nicht von Dauer sind?
Die Kometen besitzen zwar nicht die Gabe der Weissagung. Da jedoch der Verfasser dieser Schrift das Glück hat, einige Kometen zu seinen Freunden zu zählen, und da er in dem heißen Sommer des Jahres 1811 noch zu klein war, um sich selbst an den großen und stolzen Kometen jenes Jahres wenden zu können, so erlaubte er sich erst ganz vor kurzem einen blondgeschweiften Boten an den erhabenen Reisenden mit der Bitte zu schicken, daß er ihm doch ganz im Vertrauen sagen lassen möchte, wie er die Erde bei seinem nächsten Besuche zu finden hoffe. Und der Autor hat das große Vergnügen, diese wahrhafte Geschichte mit einem angenehmen Bescheid abschließen zu können. Der große Komet hat sich zwar nicht ganz deutlich ausgedrückt – man muß das zugestehen – aber es ist dies auch wieder ein Beweis für die hohe Stellung, die er einnimmt, und ein Zeichen für seine große Klugheit. Er hat dem kleinen Kometen also gesagt, er solle mit einem freudigen Gesicht zu dem sonderbaren Astronomen, der ihn ausgesandt, zurückkehren. »Denn«, fügte er hinzu – und das sind seine eigenen Worte –, »sage ihm, mein lieber Kleiner, daß die Menschheit, die sich selbst schon so alt vorkommt, sich noch in ihrer frühen Kindheit befindet. Sie hat noch ihre Kinderkrankheiten durchzumachen. Aber nur nicht die Hoffnung verlieren! Ich möchte sogar meinen Schweif wetten, daß es keine hunderttausend Jahre mehr dauern wird, bis die Menschheit nicht nur zur Reife der Vernunft gelangt sein wird, sondern auch unentgeltlichen und obligatorischen Unterricht, allgemeines Stimmrecht, unabhängige republikanische Staatsverfassung, Befreiung der Geister von jedem Druck, und schließlich Abschaffung der stehenden Heere und endgültige Beseitigung der gegenseitigen Abschlachtungen errungen haben wird.«
Das waren seine letzten Worte, die letzten Worte jenes wandernden Gestirnes, das es wohl versteht, von seinem erhabenen Standpunkte aus die Geschichte des irdischen Planeten und seiner menschlichen Bewohner zu beurteilen. Man kann daraus entnehmen, daß wir schließlich in dem ungeheuren Weltall zwar nur ein winziges Körnchen sind, daß wir aber dennoch, wenn wir nur unsere Fähigkeiten richtig anzuwenden verstehen, uns einen Wert erringen können, der uns über die Materie erhebt: Geistige Wesen zu werden, das muß, wie ja auch der Komet meinte, das Endziel aller unserer Mühen sein.
Ende.
Flammarion, Komet und Erde.
Inhalt.
| Seite | |
| Einleitung | [3] |
| Erstes Kapitel. Erste Begegnung des Kometen mit der Erde | [5] |
| Zweites Kapitel. Umwälzungen auf der Erde | [19] |
| Drittes Kapitel. Morgenröte der Erde | [35] |
| Viertes Kapitel. Die vorpariserischen Pariser | [50] |
| Fünftes Kapitel. Im Orient | [62] |
| Sechstes Kapitel. Von der Sintflut bis zum Jahre 1811 | [74] |
| Nachschrift | [91] |
Naturwissenschaftliche Werke aus
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Bücher der Naturwissenschaft
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2. Band. Geschichte der Naturwissenschaften. Von Prof. Dr. Siegm. Günther. I. Teil. 2. Aufl. Mit dem Bildnis des Verf., 2 farbigen u. 4 schwarzen Tafeln. Nr. 5069/70.
3. Band. Geschichte der Naturwissenschaften. Von Prof. Dr. Siegm. Günther. II. Teil. 2. Auflage. Mit 2 farbigen und 8 schwarzen Tafeln. Nr. 5071–74. Beide Teile zusammen in einem Leinenband M. 1.50. In Leder- oder Halbpergamentband M. 3.–.
4. Band. Strahlungserscheinungen, Ionen, Elektronen und Radioaktivität. Von Dr. G. Bugge. 3. Aufl. Mit 4 Tafeln und 20 Zeichnungen im Text. Nr. 5151/52. In Leinen 80 Pf. In Leder- oder Halbpergamentband M. 1.80.
5. Band. Licht und Farbe. Von Prof. Dr. Rob. Geigel. 2. Aufl. Mit 1 Porträt, 4 bunten Tafeln u. 75 Zeichnungen im Text. Nr. 5188–90. In Leinen M. 1.–. In Leder- oder Halbpergamentband M. 2.–.
6. Band. Der Sternenhimmel. Von Prof. Dr. J. B. Messerschmitt. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, 9 schwarzen Tafeln und 24 Zeichnungen im Text. 2. Auflage. Nr. 5228–30. In Leinen M. 1.–. In Leder- od. Hlbpgtbd. M. 2.–.
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19. Band. Der Wirbeltierkörper. Eine vergleichende Anatomie von Dr. Fr. Hempelmann. II. Teil. Mit 2 bunten und 2 einfarbigen Tafeln und 71 Abbildungen im Text und einem Gesamtregister für Der Wirbeltierkörper I u. II. Nr. 5611–13. Mit Teil I zus. in einem Leinenband M. 1.50. In einem Leder- oder Halbpergamentband M. 2.70.
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21. Band. Die Welt der Kolloide. Von Dr. Heinr. Leiser. Mit 7 Tafeln und 15 Abbildungen im Text. Nr. 5651/52. In Leinen 80 Pf. In Leder- oder Halbpergamentband M. 1.80.
22. Band. Der Säugetierorganismus und seine Leistungen. Von Prof. Dr. Ernst Th. v. Brücke. I. Teil. Mit 4 bunten und 3 einfarbigen Tafeln und 21 Zeichnungen im Text. Nr. 5678–80.
23. Band. Der Säugetierorganismus und seine Leistungen. Von Prof. Dr. Ernst Th. v. Brücke. II. Teil. Mit 3 Tafeln und 28 Zeichnungen im Text und einem Gesamtregister für Der Säugetierorganismus und seine Leistungen I und II. Nr. 5681–83. Mit Teil I zus. in einem Leinenbd. M. 1.75. In einem Leder- od. Hlbpgtbd. M. 3.–.
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[bis zum] Jahre 3343 wird er sich von der Sonne entfernen