Das Genesungsfest.
Mehrere Monate gehörten dazu, bis Frau v. Falkensee sich völlig erholte. Unterdessen war die glückliche Veränderung mit Tellheims vorgegangen, und durch die Töchter veranlaßt, traten die Mütter ebenfalls in ein freundschaftliches Verhältnis zu einander. Frau Tellheim war es auch werth, die Freundin einer so vorzüglichen Frau, wie die Baronin war, zu werden, diese und jene schmerzte es nur, daß der Genuß des persönlichen Umgangs bald für sie verloren ging, weil die Verhältnisse der Ersteren, wie schon gesagt wurde, dieselbe wieder in ihre Vaterstadt riefen.
Doch ehe dies geschah, bald nach der Genesung beider Frauen feierten sie noch ein schönes Fest, welches sie Wollmanns thätiger Theilnahme hauptsächlich zu verdanken hatten. Er war nicht nur Arzt und Menschenfreund, wie wir ihn schon kennen lernten, sondern er besaß für alles Gute und Schöne ein reges Gefühl, und dieser Sinn sprach sich bei allen seinen, mehr oder minder wichtigen Handlungen aus. In einer glücklichen Ehe lebend, gehörte er und seine würdige Gattin zu Falkensee's Hausfreunden, und Frau Tellheim durfte jetzt im Glück, wie ehedem im Unglück auf die Fortdauer seiner freundschaftlichen Gesinnungen rechnen. Seine Freude über ihre ihm gelungene Herstellung, so wie über die der Majorin war innig und aufrichtig, und sie drängte ihn, auch öffentlich dieselbe an den Tag zu legen. Bei einem seiner lezten ärztlichen Besuche, welche er bei Frau v. Falkensee abstattete, nahm er seinen kleinen Liebling – Emma – bei Seite, und theilte ihr seinen Plan mit: durch ihre und der Geschwister Mitwirkung ein Genesungsfest zu bewerkstelligen, dessen Feier, in einem, von den Kindern gegebenen, und von ihm verfertigten kleinen Schauspiel bestehen solle. Hoch erfreut vernahm die Kleine diesen Plan, und versprach mit Hand und Mund des freundlichen Wollmanns Forderungen zu befriedigen. Herr v. Falkensee wurde natürlich auch mit in den Rath gezogen, und ertheilte der Idee seines Freundes vollen Beifall. Wollmann bot seine Wohnung zur Ausführung ihres Unternehmens an, und er und seine Gattin sorgten unermüdet thätig für alle Erfordernisse dazu. An dem dazu bestimmten Abend versammelte sich bei dem Arzte die ganze Gesellschaft. Er hatte ausser Tellheims und Falkensee's noch einige Freunde mit ihren Familien eingeladen, unter denen sich auch Sinthals und Krause befanden, da er bei seinem Plan auf die Anwesenheit Thekla's und Malwinens, so wie auf die, einiger Söhne seiner Bekannten rechnete. Doch wurden diese mit ihren Rollen, welche unbedeutend waren, erst bei ihrem Erscheinen bekannt gemacht. – Als Alles gehörig vorbereitet war, und die jungen Leute sich schon länger entfernt hatten, führte der Hauswirth die Väter und Mütter in einen geräumigen Saal, welcher sehr zweckmäßig in ein Schauspielhaus umgewandelt worden war. Man nahm Plaz, und darauf rauschte der Vorhang in die Höhe; und Emma stand da in wunderlieblicher, mädchenhafter Schüchternheit, einfach, aber geschmackvoll gekleidet, und nachdem sie sich die gehörige Faßung errungen hatte, sprach sie mit vielem Ausdruck und ohne Anstoß folgende Strophen:
Ihr lieben Herrn und Damen!
Vernehmt, was Euch hieher berief: –
Der Schreckenszeit entronnen
Wo Angst und Gram das Herz ergriff
Empfinden wir nun Wonne
Daß die Gefahr entschwunden ist.
Und was aus tiefer Seele
In Freudenströmen überfließt,
Das bitten wir zu theilen
Mit uns, die wir alleine nicht
Im Stande sind zu tragen
Des Glückes Sonne strahlend Licht.
Drum hört geneigt, und tadelt strenge nicht
Was ungekünstelt Kindesliebe spricht.
Mit einer anständigen Verbeugung endigte sie, und der Vorhang sank. »War dies Emma oder Bertha?« So ging ein Flüstern durch die Versammlung der Zuschauer und selbst Herr und Frau v. Falkensee waren ihrer Sache nicht gewiß. »Dem sey, wie ihm wolle,« ließ sich wieder eine leise Stimme vernehmen – »Emma oder Bertha – gleich viel! Die Kleine lößte unbestreitbar ihre Aufgabe recht gut.« »Ja, ja!« bestättigten mehrere; und Jedermann harrte mit gespannter Erwartung des weitern Erfolgs. Da wurde abermals der Vorhang aufgezogen und es erschien Franz, welcher mit einem tiefen Bückling dem Publikum verkündigte daß –
die Mädchengesandtschaft
Ein Schauspiel in 3 Aufzügen gegeben würde.
(Bis zum Anfang des Stücks, und in den Zwischenräumen unterhielt – ebenfalls auf Wollmanns Veranstaltung – eine hübsche Musik die Versammlung, doch immer waren die Blicke nach dem Vorhang gerichtet, mit dem geheimen Wunsch, daß er sich öffne, und die kleinen Schauspieler sich zeigen möchten.) Endlich erscholl die Klingel und der erste Aufzug begann:
Franz erscheint im Feströckchen, und besieht sich mit Wohlgefallen im Spiegel, mustert jedes Stück seiner Kleidung, bürstet sie sorgfältig und reibt das braune Lockenhaar. Dabei hält er folgendes Selbstgespräch:
»Gewiß, es ist nicht zu läugnen – Franz ist ein bildschöner Junge, und der Anzug paßt und steht ihm allerliebst! Aber es verlohnt sich auch der Mühe sich zu putzen. Ein Abgesandter zu seyn – das ist keine kleine Ehre! und wem gilt die Aufwartung? – Einem weltberühmten Manne! Wie muß es ihm schmeicheln, daß selbst die Jugend seine Verdienste anerkennt! Gut ist es übrigens, daß meine Mitschüler mich gewählt haben, ich werde ihnen als Redner keine Schande zuziehen – Allons Franz! wiederhole deine Aufgabe.« –
Er übt sich vor dem Spiegel in Reverenzen, räuspert sich einige male und beginnt: »Angestaunter, preiswürdiger, hochverehrter Meister aller Meister in der Tonkunst!« –
(Bertha war schon länger, Franz unbemerkt, ins Zimmer geschlichen, und hatte ihn belauscht; jetzt konnte sie das Lachen nicht mehr zurückhalten, und Franz erschrack, daß seiner Hand der Hut entfiel, und er ein lautes:
»Ach!« hervorsties.)
Bertha: »Aber sag mir nur einmal Brüderchen, was in aller Welt soll dies bedeuten? Was hast Du denn vor, und wie eitel geberdet sich das Herrchen?«
Franz, zürnend: »Verlaß mich du unnüzes Ding! Gerade jezt kommst du mir in die Quere, und erschreckst mich, daß ich zittere.«
Bertha, schmeichelnd: »Sey nicht böse Franz! ich that dies nicht mit Absicht, aber schon eine ernstere Person als ich hätte deine Grimassen und steifen Krazfüsse nicht ohne Lachen mit ansehen können, und nun erst die lachlustige Bertha! – nein, um keinen Preis wäre es mir möglich gewesen. Doch erkläre mir nur, warum Du Dich so stattlich aufgepuzt hast und Dich aufbläst wie ein Truthähnchen. Wer ist denn der Glückliche dem Du deinen Besuch abstatten, und so hochtrabend ansprechen willst?«
Franz: »Ei was verstehst Du davon, was sich schickt, und was sich nicht schickt. Wenn ich als Abgesandter einem berühmten Virtuos aufwarte, dann kann ich nicht im Alltagsjäckchen hinlaufen, und ohne Wahl im Ausdruck mich gegen ihn aussprechen. Dazu muß man vorbereitet seyn, und den Anstand beobachten.«
Bertha: »Freilich, wann Du erwachsen wärst, ließ sich dies hören, aber ein Knabe, und ein Abgesandter, wie reimt sich wohl das? und wer sendet dich denn?«
Franz: »Meine ganze ansehnliche Schule, die gestern mit mir dem Conzert beiwohnte, das der große Violinspieler Marko im Gasthaus zur goldnen Rose gab. Wir Alle waren entzückt über das Spiel des unvergleichlichen Meister, und beschlossen nun, daß eine Gesandschaft von uns zu jenem sich heute begeben, und ihm unser Wohlgefallen versichern solle. Mich – (er wirft sich in die Brust) erkohr einstimmige Wahl zum Redner, und eben wollte ich meine Aufgabe wiederholen, als Du mich störtest.«
Bertha: (rückt Franz vertraulich näher; legte die Hand auf seinen Arm und raunt ihm halb laut ins Ohr:)
»Du gehst auf Stelzen Fränzchen! Gieb Acht daß Du nicht purzelst. Höre, ich bin nur ein einfältiges Mädchen, aber das sehe ich wohl ein: daß ihr Knaben eingebildete Herrchen, und euer Einfall eine Thorheit ist. Der Künstler bedarf Eures Lobs nicht, und kann Euch unfreundlich abweisen. Ich bitte dich Brüderchen, nimm nicht Theil an der Sache, Du erndest keine Ehre davon.«
Franz: »O über die wohlweise Fräulein Schwester! ich muß dich bitten, deine Rathschläge für dich zu behalten. – Aha! da kommen sie ja, mich abzuholen.«
(Er eilt zum Zimmer hinaus, und in der geöffneten Thüre werden mehrere gepuzte Knaben sichtbar, die jenen in ihrer Mitte fortführen.)
2ter Auftritt.
(Bertha wirft sich auf einen Sessel, legt die gefaltenen Hände in den Schoos, und blickt lange noch dem entschwundenen Bruder nach. Endlich spricht sie:)
»Da geht er hin, um sich lächerlich zu machen, der kleine Thor! Nun, wem nicht zu rathen ist, dem ist nicht zu helfen. Indessen würde er mich dennoch herzlich dauern, wenn er von seinem Beginnen Aerger und Verdruß haben sollte. Er ist ja mein Bruder, und alles was ihn betrift, Freude und Leid fühlt Schwesterchen Bertha lebhaft mit ihm. Doch – (springt von ihrem Sitz auf) doch warum gräme ich mich um ungewisse Dinge? Herr Marko kann ja auch artiger seyn als ich denke. Nein ich will mich in meiner fröhlichen Laune nicht stören lassen. Ist doch mein Mütterchen wieder gesund und heiter, daher soll und kann mich nichts verstimmen.«
(Sie reibt sich vergnügt die Hände, und hüpft singend gegen die Thüre.)
3ter Auftritt.
(Lidy tritt herein und sagt:)
»Die Stimme der lustigen Bertha hört man im Hause weit und breit ertönen – sprich was macht Dich denn so überfroh?«
Bertha: »Und Du kannst noch fragen, Du Lidy die Du eine gleiche Erfahrung gemacht hast! die Genesung der theuern Mutter ist es, die mich durch und durch entzückt, daß ich wie ein fröhliches Vögelein eine Sangesweise um die andere anstimme.«
Lidy: »Ja, ja, du hast Recht liebe Bertha. Wir Alle haben Ursache mit frohem Muthe Gott zu danken; denn wie ich höre wollen unsere lieben Mütter nächsten Sonntag den ersten Ausgang in die Kirche unternehmen; da kam mir der Gedanke: wir sollten, ehe dies geschieht, ihre Wiederherstellung durch ein kindliches Fest vereint feiern. Wie meinst Du Bertha?«
Bertha: (Fällt ihr mit stürmischer Freude um den Hals, und ruft:) »o laß Dich herzen und küssen für diesen goldnen Einfall. Ja, ja! das wollen wir. Hast Du auch schon mit Emma gesprochen, und was sagt diese dazu?«
Lidy: »Ich suchte sie, aber fand sie nicht. Komm Bertha wir wollen beide nach ihr gehen, und unsern Plan und Wunsch ihr mittheilen.«
(Sie gehen ab, und der Vorhang fällt.)
2ter Aufzug.
1ster Auftritt.
(Franz sizt an einem Tisch; den Kopf auf beide Hände gestüzt und seufzt einigemale laut auf. Dann spricht er in abgebrochenen Sätzen in sich hinein:)
»Der undankbare Mensch! – der stolze Künstler! – Hätte ich mich doch nicht überreden lassen, mit zu gehen! – Bertha hatte Recht! – O wie schäme ich mich vor ihr!« –
2ter Auftritt.
Emma und Franz.
(Emma nähert sich besorgt dem Bruder, zieht ihm die eine Hand vom Gesichte weg, und sieht ihm theilnehmend ins thränende Auge. Dann sagt sie:)
»Mein Gott! Brüderchen was fehlt Dir denn, warum bist Du so verstimmt?«
Franz ärgerlich: »laß mich Emma, Du kannst mir doch nicht helfen.«
Emma: »Nein, nein, Du darfst mich nicht so schnöde abweisen. Eine gute Schwester hat immer das Recht nach dem Kummer des Brüderleins zu fragen, und dieser ist verpflichtet, hübsch ordentlich darauf zu antworten. Also sprich Fränzchen, was quält und betrübt Dich?«
(Franz durch Emma's sanftes Zureden erweicht, bricht in Thränen aus, und erwiedert:)
»Die Schande schmerzt mich, die Schande abgewiesen worden zu sehn, wo ich es nicht erwartete.«
Emma: »Ei so erzähle doch nur, ich weiß ja nicht, woran ich bin.«
Franz: »Bertha hat Dir also nicht mitgetheilt, daß ich mit noch einigen Freunden abgesendet wurde, Herrn Marko für sein gestriges herrliches Conzert in unser aller Namen Dank und Lob zu bringen, und ich war erwählt die Anrede an ihn zu halten; allein denke Dir nur: als wir hinkamen, und er durch seinen Diener unser Vorhaben vernahm, ließ er uns wissen: wir möchten gleich wieder umkehren, Knaben-Lob nähme er für Tadel. Nun urtheile Schwesterchen ob ich nicht über diese Erfahrung mich halb zu Tode grämen soll.«
Emma: »Ei das lasse wohl bleiben Du Närrchen, und – im Vertrauen gesagt, wärst du weniger eingebildet gewesen, so hätte dir dies nicht begegnen können: Doch es ist vorbei und so schlage Dir es aus dem Sinne, hörst Du?«
Franz: »Ach wie kann ich dies? es ist schwer zu verschmerzen.«
Emma: »Nicht doch Franz! ich will Dir gleich etwas mittheilen, über das Du als guter Sohn Dich aufrichtig freuen, und Marko, deine Rede und Kameraden ja alles Unangenehme leicht vergessen wirst.«
Franz: »Du machst mich neugierig, sprich, was ists.«
Emma: »Schwester Bertha, Lidy und ich, wir haben beschloßen, unserer lieben Mutter Genesung zu feiern. Wie? das sollst Du gleich hernach erfahren, denn ich werde jenen sagen: daß sie Dich, als unsern guten Bruder auch Antheil nehmen lassen müssen. Komm nur, komm!« –
(Beide gehen ab; der Vorhang fällt.)
3ter Aufzug.
(Im Hintergrund sieht man einen Kreis weißgekleideter Mädchen, unter ihnen Emma, Bertha, und Lidy. Sie sind eifrig beschäftigt Blumengewinde zu flechten. Franz ist ihnen dazu behülflich, indem er aus mehreren Körbchen taugliche Blumen heraus sucht, und sie jenen hinreicht. Weiter vorne, in der Mitte der Bühne, steht ein kleiner, mit Blumen bekränzter Altar.)
(Emma und Bertha erscheinen nun, eine fertige große Guirlande tragend, in dem Vordergrund und Erstere spricht:)
»Wo Freundschaft und Liebe sich vereinigt, muß jeder schöne Plan gelingen. Und so hat auch dieses Gewinde seine Entstehung erhalten. Unsere Freundinnen haben wacker geholfen, aber alle sind ja auch der guten Mutter Dank für ihre Freundlichkeit und Aeusserungen der Freude über ihre Genesung schuldig; und wir? – O könnte jedes Blättchen sprechen, dennoch würden die Gefühle nicht erschöpfend geschildert werden können, die für die Theure unser Inneres beleben.« (Mit diesen Worten kommen Emma, Bertha und Franz von der Bühne herab, nähern sich der Mutter, umschlingen sie mit der Guirlande, und rufen mit einer, von frohen Rührungsthränen erstickten Stimme:)
Heil der Genesenen!
(Eine lange heiße Umarmung folgt darauf, in welcher nur einzelne zärtliche Worte den mütterlichen und kindlichen Lippen entschlüpfen. Dann kehren die Geschwister auf die Bühne zurück und nun folgt Lidy begleitet von Emma und den andern Mädchen, und umschlingt mit Hülfe ersterer ihre Mutter, mit dem zweiten Blumengewinde, und ihr Ausruf:
»Heil der Geretteten!«
veranlaßt eine heftige Bewegung in der Seele jener, welche sich beim innigen Kusse der Tochter, in strömenden Thränen ausspricht. Dann zieht sich Lidy mit ihren Begleitern auf die Bühne zurück, alle Kinder bilden auf derselben einen Halbzirkel, und Franz, welcher vortritt, spricht folgende Verse:
»Vorhin, als Abgesandten einer kleinen Schaar,
Ward eine herbe Täuschung mir zu Theil;
Da nahm mich tröstend auf das Schwesternpaar,
Und bald war die erhaltene Wunde heil.
Denn nun auch beigesellt mit voller Ehre,
Der weiblichen Gesandtschaft kleinem Kreis,
Hab ich zu fürchten nichts, was feindlich störe,
Die reine Lust – der Liebe schönen Preis.
Wer aber sandte uns, um zu erscheinen
Im feierlichen Zuge bei den Theuern?
Wer hieß uns fröhlich uns vereinen,
Um das Genesungsfest beglückt zu feiern?
Die Dankbarkeit ist es, die Kindesliebe!
Und heilig war uns allen ihr Gebot:
Nach überstandner Angst und Noth,
Euch vielgeliebte Mütter zu begrüßen.
Ach wie ganz anders war mir da zu Muth!
Ich stund vor meines Lebens höchstem Gut
Und statt, wie dort gar schnöde abgewiesen
Erwarteten uns hier der Freuden viel;
Denn die melodischen, die süßen Töne,
Die aus der Seele treuer Mutter fließen,
Sie übertreffen jedes Künstlers Spiel.
Und an dem liebereichen Herzen ruhend,
Das stets mit Wärme für uns schlägt,
Und sanfte Rührung jezt bewegt,
Gewährte uns ein süßer Kuß
Den schönsten, lohnendsten Genuß.
Habt Dank! für diesen Augenblick,
Der uns beseligte mit stiller Wonne.
Habt Dank! daß eure Liebe unser Glück
Erhöht und mehrt, so oft die Morgensonne
Uns winkt mir ihrem Strahlenlicht.
Und nun o Schwestern – Freundinnen! – noch eine Pflicht
Bleibt zu erfüllen uns: Ja kniet mit mir
Dort an dem heiligen Altare nieder!
Das Opfer unsers Dankes bringen wir
Dem guten Gott, daß er die Theuern wieder
Aufs Neu uns schenkte. Unser frommes Lallen
Vernimmt der Ewige mit Wohlgefallen.«
(Die Kinder umgeben knieend den Altar, und der Vorhang fällt.)