Venusmärchen.
Geschichten aus einer andern Welt.
Von
Edna Fern.
Zürich 1899.
Verlags-Magazin J. Schabelitz.
Alle Rechte vorbehalten.
Druck von J. Schabelitz in Zürich.
| Was ich als Kind einst von der alten Muhme |
| In märchengrauer Dämmerstund' erlauscht, |
| Was sonnenhell mir Wind und Wald gerauscht, |
| Was mir geduftet hat die stille Blume, |
| Das wuchs in mir zu einem Heiligtume. – |
| Da kam das Leben, wichtig aufgebauscht, |
| Und hätt' vernünftig thuend gern vertauscht |
| Das Märchen mir – zu ernstem Wissens-Ruhme. |
| Doch lächelnd ging das Flüchtige vor mir her |
| Und zeigte mir den Weg aus Tages Enge |
| Und hob empor mich aus der Welt Gedränge – |
| Der Märchen-Weisheit ewige Wiederkehr, |
| Die lehrt' es mich. – Nun nimmt es seinen Lauf |
| Mild siegend weiter: Nehmt es bei euch auf! – |