Brandywine, Germantown und Redbank, September und Oktober 1777.

Im Sommer 1777 wandte Sir William Howe, anstatt mit Burgoyne gemeinschaftlich zu operieren, seine ganze Aufmerksamkeit auf die Wegnahme von Philadelphia. Er ging einige Meilen von New-Brunswick aus vor, aber es misslang ihm, Washington zu einem entscheidenden Schlag zu verleiten, und so zog er sich nach Amboy zurück. Sodann wiederholte Howe seine Angriffsbewegung, indem er hoffte, dass Washington seine günstige Stellung verlassen haben würde. Er war insofern vom Glücke begünstigt, als die rechte Kolonne ein kleines Gefecht mit einer vorgeschobenen Abteilung Amerikaner unter Stirling hatte, diese vertrieb und ihr 3 Kanonen und 80 Gefangene abnahm. Hierauf kehrte die britische Armee nach Amboy zurück und ging nach Staten-Island über. Hier wurde sie eingeschifft, und am 23. Juli war Sandy Hook geräumt. Diese Truppenmacht bestand aus ungefähr 18000 Mann, von denen weniger als ein viertel Deutsche waren. Die aus 234 Segelschiffen bestehende Flotte langte am 30. Juli bei Cap May an, aber die Fregatten, die zum rekognoszieren vorgeschickt worden waren, meldeten, dass der Delaware stark verteidigt würde, Sir William beschloss, sich Philadelphia durch die Chesa- peake Bay zu nähern. Am 22. August erreichte die Flotte die Mündung des Elk-Flusses, und am 25. und 26. wurden die Truppen in guter Ordnung und ohne feindliche Gegenwehr gelandet.

SCHLACHT VON BRANDYWINE.
Am 11. September 1777.

Am 3. September hatten die Jäger, welche die Avantgarde bildeten, ein heisses Gefecht mit der amerikanischen Arrieregarde, wobei erstere ungefähr 20 Tote und Verwundete verloren. Zwischen 30 und 40 Amerikaner wurden auf dem Gefechtsfelde beerdigt. Von dieser Zeit an waren die Jäger beständig vorn, sie schliefen gewissermassen auf ihren Waffen.

Am 11. September hatte Washingtons Armee auf dem linken Ufer des Brandywine-Flusses Stellung genommen. Das Gros stand bei Chads Furt, während General Sullivan auf dem rechten Flügel die Übergänge weiter oberhalb besetzen sollte. Bei Tagesanbruch traten die Briten von Kennets square, 7 Meilen von Chads Furt, ihren Vormarsch an. Die rechte Kolonne unter General Knyphausen, marschierte gerade auf die amerikanische Front los, in deren Nähe sie ungefähr 10 Uhr morgens anlangte. Hier blieb Knyphausen den grössten Teil des Tages über stehen und unterhielt eine Kanonade, ohne einen ernstlichen Angriff auf den Feind zu machen.

Die zweite Kolonne unter Howe und Cornwallis machte eine weite Umgehung nach links und fand nur geringen Widerstand, bis sie die Gabelung des Brandywine erreicht und glücklich passiert hatte, was eine kleine Abteilung hätte verhindern können. Die Amerikaner hatten aber diese Stelle übersehen. Washington, der durch widersprechende Befehle getäuscht worden war, hatte es nicht gewagt, den Fluss zu überschreiten und Knyphausens Division anzugreifen.

Auf die Nachricht, dass Howe den Brandywine überschritten hätte, ging Sullivan ihm eilig entgegen. Er hatte aber keine Zeit, seine Division ganz zu formieren. Es scheint auch, dass er bei den Anordnungen Fehler gemacht hat. Ungefähr um 1/2 4 Uhr stiessen die hessischen Jäger, die den äussersten linken Flügel bildeten, auf die amerikanische Avantgarde, welche sie auf das Gros zurückdrängten. Ungefähr um diese Zeit wurde der Kampf ein allgemeiner. Sullivans Division wurde zurückgetrieben. Lafayette, der als Freiwilliger diente, erhielt eine Wunde ins Bein. Washington zog Greenes Division und noch zwei andere Brigaden vor, um Sullivans Rückzug zu decken.

Sobald Knyphausen die Kanonen von Cornwallis donnern hörte, überschritt er den Brandywine bei Chads Furt und griff die amerikanischen Verschanzungen an. Diese wurden eine Zeit lang von Wayne verteidigt, aber die Briten waren ihm schon im Rücken, so dass er spät am Nachmittag seine Stellung verlassen und nach Chester hin abziehen musste.

An diesem Tage waren hessische Truppen in beiden Kolonnen der britischen Armee. Die Jäger waren bei der Avantgarde der Division Cornwallis und hatten 40 Mann tot und verwundet. Die Kapitäns Ewald und Wreden erhielten den hessischen Orden »pour la vertu militaire« für ihr Verhalten bei dieser Gelegenheit. Dies war eine grosse Auszeichnung für sie, weil sie die ersten Offiziere vom Rang eines Hauptmanns waren, die mit diesem Orden dekoriert wurden. Der Gesamtverlust der britischen Armee in der Schlacht am Brandywine betrug 622 und der der Amerikaner ungefähr 1000 Mann. Unter den 10 oder 15 Kanonen, die den Amerikanern weggenommen wurden, waren zwei, welche in Trenton mit Ralls Brigade zusammen genommen worden waren.

Man nahm an, dass die Amerikaner sich eiligst zurückzogen; der Herbsttag neigte sich zu Ende. Zwei Bataillone britischer Grenadiere wurden vorgeschickt, um ein kleines Dorf auf einem Berge jenseits Dilworth zu besetzen. Die Bataillone gingen, ermüdet durch die Anstrengungen des Tages und übermütig gemacht durch ihren Sieg, etwas unvorsichtig vor. Die Offiziere hatten nicht den Säbel gezogen. Kapitän Ewald, der die Tête der Kolonne von Cornwallis den ganzen Tag über kommandiert hatte, hatte seine Leute ruhen lassen und war, da er selbst nichts besonderes zu thun gehabt hatte, mit den Grenadieren zusammen vorgeritten, um das Terrain zu rekognoszieren. Plötzlich, 50 Schritt von dem Dorfe entfernt, wurden sie von heftigem Musketenfeuer empfangen. General Macwell hatte sich mit der amerikanischen Arriere-Garde in das Dorf hineingeworfen, um Washingtons Rückzug zu decken. Zu gleicher Zeit beobachtete man, dass eine amerikanische Abteilung um den Berg herumkam, um die Engländer in der linken Flanke zu fassen. Ewald galoppierte zurück, um Unterstützungen heranzuziehen, und brachte zwei englische Regimenter unter General Agnew heran, welche sofort die Amerikaner angriffen und die Grenadiere retteten, die schon beinahe umringt waren. Die Nacht machte dem Gefecht ein Ende. Der englische Verlust in dieser kleinen Affaire war schwer; beinahe die Hälfte der beiden Bataillone und der grösste Teil ihrer Offiziere fielen, laut Bericht von Ewald.

Nachdem die britische Armee bei Head of Elk ausgeschifft war, hatte die englische Flotte die Chesapeake Bay verlassen. Inzwischen waren 7 englische Fregatten und 14 Transportschiffe mit Proviant von New-York im Delaware angelangt und nach Wilmington hinaufgegangen. Zwei Tage nach der Schlacht am Brandywine besetzte Cornwallis diesen Ort, welcher die Basis für die Verpflegung der Armee von nun ab bildete.

Die Engländer gingen weiter vor, ohne auf ernstlichen Widerstand zu stossen, obschon beständig Plänkeleien stattfanden und eine Abteilung unter General Wayne überrascht und geschlagen wurde. Am Morgen des 26. September 1777 rückte Lord Cornwallis an der Spitze von 2 englischen und 2 hessischen Grenadier-Bataillonen in Philadelphia ein und schickte sich an, die Stadt zur Verteidigung einzurichten. Die Haupt-Armee lagerte bei Germantown. Die Hessen bildeten hier den linken Flügel, mit den Jägern vorn an der Strasse nach Lancaster.

Am 3. Oktober 1777 um Mittag erhielt Kapitain Ewald den Besuch eines Mannes (»der keineswegs ein Tory war,« sagt er), dessen Besitztum er bei einer früheren Gelegenheit vor der Plünderung bewahrt hatte. Beim Weggehen sagte der Amerikaner zu ihm: »Mein Freund, seien Sie auf Ihrer Hut diese Nacht und morgen.« Ewald verstand den Wink und berichtete diese Bemerkung seinem Oberst, der es an das Hauptquartier weitermeldete. Die Generale nahmen keine Notiz davon, doch wir werden aus dem folgenden Bericht sehen, dass die Jäger auf einen Angriff vorbereitet waren.

Auszug aus dem »Journal«, geführt bei dem Hochlöblichen Hessischen Feld-Jäger-Korps: »Oktober 4. Die vielen Detachements, welche der General Howe nach Philadelphia und Jersey geschickt, um Mud Island zu belagern und die Stadt zu besetzen, mochten den General Washington bewogen haben, besonders da er eine Verstärkung aus Virginien erhalten, die Königliche Armee zu attaquieren. In dieser Absicht war er aus seinem Lager an der Skibback-Creek aufgebrochen, und gegen 2 Uhr diesen Morgen erhielten wir die Nachricht von dessen Anmarsch. Der Oberstlieutenant von Wurmb rückte mit dem Jäger-Korps sogleich aus, liess den Vorfall an den General Knyphausen melden und besetzte die Brücke bei Van Doerens Haus, so über den Visihigging (Wissahickon) führet. Wir hörten bald darauf das Feuern am rechten Flügel und gegen 1/2-4 Uhr wurde das Jäger-Korps von einem Korps von 4000 Mann mit 4 Sechspfündern attaquiert. Das Korps musste auch wirklich die Brücke verlassen, setzte sich aber auf die gegenüberliegende Höhe und defendierte solche mit dem Büchsenfeuer gegen die wiederholten Versuche des Feindes sie zu forcieren. Die 4 feindlichen Kanonen spielten beständig auf die Jägers, ohne dass unsere Dreipfünder den Feind erreichen konnten. Das Feuer wurde inzwischen allgemein und sehr heftig auf dem rechten Flügel, bis gegen 9 Uhr der General-Lieutenant von Knyphausen sagen liess, dass der feindliche linke Flügel geschlagen sei. Hierauf attaquierte der Oberstlieutenant von Wurmb die Brücke aufs Neue und vertrieb den Feind sowohl von da, als auch der gegenüberliegenden Höhe unter einem heftigen Feuer. Da die Attaque durch ein langes Defilee geschehen musste, so hatte man feindlicherseits Zeit, sich zu retirieren; wir fanden daher auch nur 20 Tote — und da die Jägers auch ohnehin schon sehr fatiguiert und nicht unterstützt wurden, auch nur in 300 Mann bestanden, so geschah keine weitere Verfolgung.

»Im Centro der Armee war der Feind auf die leichte Infanterie gefallen und hatte solche zurückgeschlagen. Der Oberstlieutenant Musgrave warf sich aber mit dem 40. Regiment in ein steinern Haus, welches vom Feind angegriffen wurde, und wo er sich bei aufhielt, sonst hätte er vielleicht geschwinder und noch ehe einmal die Armee alle im Gewehr gewesen, solche attaquieren können. So aber attaquierte die Armee ihn, schlug ihn aus der Stadt heraus und in die Flucht. Er retirierte sich darauf in sein voriges Lager an der Skibback-Creek mit Zurücklassung von 300 Toten, 600 blessierten und 400 Gefangenen. Der unsrige Verlust ist gleichwohlen 400 Tote und Blessierte, unter ersteren befand sich der General Agnew. Lord Cornwallis, welcher das Feuer zu Philadelphia gehört hatte, setzte sogleich von da 3 Grenadier-Bataillons in Marsch. Er für seine Person kam noch zeitig genug, um am letzten Teil der Aktion Anteil zu nehmen, die Bataillons kamen aber zu spät.«

Es war nunmehr für Sir William Howe von der grössten Wichtigkeit seinen Kriegs- und Transportschiffen Eingang auf dem Delaware zwischen Wilmington und Philadelphia zu verschaffen. Auf diese war er in grossem Maasse angewiesen wegen seiner Lebensmittel und zu seiner Verbindung. Der Fluss war etwa 10 Meilen unterhalb Philadelphia durch spanische Reiter gesperrt, welche gedeckt wurden von Fort Mercer bei Redbank auf dem New-Jersey-Ufer und von Fort Mifflin auf einer Insel in der Nähe des gegenüberliegenden Ufers von Pennsylvanien. Zwischen den Forts waren Hindernisse in den Kanal versenkt und diese wurden wieder von Galeeren beschützt. Einige Boote mit Lebensmitteln waren glücklich durch alle diese Hindernisse hindurchgeschlüpft; die freie Schiffahrt auf dem Flusse war für die Briten sehr wesentlich.

Oberst Karl Emil Kurt von Donop war einer der vorzüglichsten hessischen Obersten und war persönlicher Adjutant des Landgrafen gewesen, dessen Günstling er war. Er hatte im vorhergehenden Jahre ein selbständiges Kommando von einiger Wichtigkeit in Bordentown gehabt und hatte nun den Wunsch ausgedrückt wieder detachiert zu werden. Sir William Howe willfahrte ihm. Er wurde abgesandt um Fort Mercer zu nehmen. Donop brach auf am 21. Oktober 1777 mit drei Bataillone Grenadieren, 1 Regiment Infanterie, 4 Kompanien Jägern und 12 berittenen Jägern, alles Hessen, 8 Feldgeschützen, die zu den Regimentern gehörten und 2 englischen Haubitzen. Er soll noch mehr Artillerie verlangt und daraufhin zur Antwort erhalten haben, wenn er sich nicht getraute das Fort anzugreifen, so würden es die Engländer nehmen. »Sagen Sie Ihrem General,« erwiderte er dem Offizier, der diese Botschaft überbrachte, »dass Deutsche sich nicht scheuen, dem Tod ins Auge zu schauen.« Darauf erklärte der Oberst denen, die um ihn waren: »Entweder wird das Fort bald Fort Donop heissen oder ich werde gefallen sein.« Er brach mit seinem Detachement auf und brachte die Nacht in Haddonfield zu. Ungefähr um Mittag des 22. Oktober langte er in Redbank an und ritt vor um das Terrain zu rekognoszieren. Das Fort war ein fünfseitiges Erdwerk mit Graben und Verhau. Es war zuerst von den Amerikanern in zu grossem Massstabe angelegt worden, aber ein Monsieur du Plessis de Mauduit, ein junger französischer Offizier, der von Washington dem General Christoph Greene zur Verteidigung des Forts beigegeben war, hatte die Ausdehnung des Werkes vermindert, sodass es in seiner veränderten Form ein etwas unregelmässiges Fünfeck bildete. Auf drei Seiten des Forts fand der Angreifer gedeckte Annäherung durch die Waldungen bis auf 400 Yards. Auf der Südseite war der Delaware. Die Besatzung bestand aus 300 Mann mit 14 Kanonen.

Nach Ankunft vor dem Fort sandte Donop einen Adjutanten, um die Besatzung zur Uebergabe aufzufordern. »Der König von England gebietet seinen aufrührerischen Unterthanen die Waffen niederzulegen«, lautete die Aufforderung »und sie werden gewarnt, dass, wenn sie solange zögern bis es zum Kampf kommen wird, kein Pardon gegeben werden wird.« Der Adjutant berichtete, dass er nur wenig Leute in dem Fort gesehen habe.

Oberst von Donop stellte sein kleines Korps in Schlachtordnung auf. Seine rechte Flanke nahm Anlehnung an den Fluss, an welchem er seine 8 Dreipfünder und 2 Haubitzen plaziert hatte. Diese wurden von einem Bataillon Grenadieren und von Jägern gedeckt, welche Flanke und Rücken gegen Truppen decken sollten, welche etwa von den Schiffen im Delaware ausgeschifft werden möchten. Die hessische Angriffslinie nahm den grösseren Teil des ganzen Weges um das Fort herum auf der Landseite ein; der Angriff wurde gleichzeitig von Norden und Süden gemacht. An der Tête eines jeden Bataillons befand sich ein Offizier, der die Sappeure kommandierte und 100 Mann mit Faschinen, die eilig in den Wäldern gemacht worden waren.

Ungefähr um 4 Uhr war alles bereit. Donop forderte darauf seine Offiziere mit einigen Worten auf, sich tapfer zu verhalten. Sie stiegen alle ab und zogen ihre Säbel, nahmen ihre Plätze in der Front ihrer Bataillone ein, und der Angriff begann. Die Hessen gingen im Laufschritt vor, überstiegen die alten nicht mehr gebrauchten Linien mit ihrem Schlachtruf, erreichen den Verhau, wurden aber durch Wolfsgruben und einen Graben überrascht, zu dessen Füllung sie nicht genug Faschinen hatten. Drei amerikanische Galeeren, die im Flusse lagen, unterhielten ein lebhaftes Feuer auf die hessische rechte Flanke. Einige der Hessen erklommen den Wall des Hauptforts. Sie wurden sofort zurückgeworfen. Donop wurde, von einer Musketenkugel in die Hüfte getroffen, tötlich verwundet. 22 Offiziere waren tot oder verwundet, darunter die Kommandeure sämtlicher Bataillone. Die Hessen machten Kehrt und zogen sich zurück, indem sie viele Verwundete liegen liessen. Oberstlieutenant von Linsingen sammelte die Trümmer der Brigade und brachte sie am nächsten Tage unbelästigt nach Philadelphia. Zwei englische Schiffe, welche versucht hatten, sich an dem Kampfe zu beteiligen, waren auf den Grund gelaufen. Eins davon flog am nächsten Tag durch das Feuer der amerikanischen Galeren und schwimmenden Batterien in die Luft; das andere war in Brand gesteckt und verlassen worden.

Die Hessen waren zurückgegangen, die Nacht war hereingebrochen, und ein Teil der Besatzung kam aus dem Fort heraus, um den Verhau wiederherzustellen und für die Verwundeten zu sorgen. Mehrere hessische Grenadiere wurden dicht hinter der Brustwehr vorgefunden, wohin sie sich verkrochen hatten und wo die Kugeln über ihre Köpfe hinweggingen. Die armen Kerls konnten ohne Unterstützung nichts machen und fürchteten sich, wegzulaufen. Sie wurden in das Fort aufgenommen. Unter denen, die heraus kamen, um den Verhau wieder in Stand zu setzen, war auch Kapitain du Plessis. Diesen rief Donop mit den Worten an: »Wer Du auch sein magst, trage mich von hier weg.« Du Plessis liess den Oberst in das Fort tragen. Als er hineingebracht wurde, riefen einige Soldaten laut, die entweder nicht wussten, dass seine Wunde tötlich war, oder noch aufgeregt von der Schlacht und eingedenk der Drohungen, mit denen sie noch vor wenigen Stunden begrüsst worden waren: »Wohlan, ist es ausgemacht, dass kein Quartier gegeben werden soll?« »Ich bin in Eurer Hand,« antwortete der Oberst, »Ihr könnt Euch rächen.« Du Plessis hatte keine Schwierigkeit, die Soldaten zu beschwichtigen, und schenkte dann seine ganze Aufmerksamkeit dem verwundeten Manne. »Mein Herr,« sagte der Letztere, »Sie scheinen ein Fremder zu sein; wer sind Sie?« »Ein französischer Offizier,« antwortete du Plessis. »Dann bin ich zufrieden,« sagte Donop auf Französisch, »ich sterbe in den Armen der Ehre.«

Der hessische Oberst lebte noch drei Tage nach dem Angriff und unterhielt sich viel mit du Plessis. Er bat den Letzteren, ihm zu sagen, wenn der Tod nahe sein würde. Du Plessis willfahrte seiner Bitte. »Das ist ein frühes Ende für eine schöne Laufbahn,« sagte Donop, »aber ich sterbe als das Opfer meines Ehrgeizes und der Habsucht meines Monarchen.«[4]

[4] Eelking bestreitet die Richtigkeit des letzten Teils der Worte des sterbenden Donop.

Die Zahl der bei Redbank gefallenen, verwundeten und gefangen genommenen Hessen betrug 379, einschliesslich 22 Offiziere. Die Amerikaner hatten 37 Tote und Verwundete.

Diese brillante Verteidigung gewährte jedoch nicht andauernd dem Sieger die Gewalt über den Fluss. Am 9. November eröffneten die britischen Batterien das Feuer auf Fort Mifflin. Das Bombardement dauerte 6 Tage und Nächte. Mehr als 12000 Schüsse sollen dabei gefallen sein. Am 15. kam auch noch die englische Flotte, um sich an dem Kampf zu beteiligen. Ein Kriegsschiff mit 16 Vierundzwanzig-Pfündern und ein grosser Indiaman mit 3 Kanonen von demselben Kaliber wurden so nahe an das Fort herangebracht, dass man von ihrem Takelwerk Handgranaten hineinschleudern konnte. 5 grosse Schiffe hatten auf der andern Seite Aufstellung genommen. Die Landbatterien hatten 30 Geschütze. Die Blockhäuser des Forts, die gute Dienste geleistet hatten, waren in Stücke zerschossen worden. Eine Menge Kanonen waren zum Schweigen gebracht. In der Nacht vom 15. zog sich die Besatzung nach Fort Mercer zurück. Cornwallis wurde abgesandt, um es einzuschliessen, so dass Washington nicht im Stande war, es zu verstärken. Das Fort wurde am 20. November verlassen, die Baracken angezündet und die Magazine in die Luft gesprengt. Die amerikanischen Schiffe auf dem Flusse wurden ebenfalls verbrannt. Cornwallis vervollständigte die Zerstörung des Forts, dessen Wälle rasiert wurden.


[Kapitel XVII.]