Anhang.
1) Das Museum, um dessen Gründung und Hebung sich namentlich die Herren Grey, Fairbridge und der frühere österreichische Consul, Herr Adler, hohe Verdienste erworben haben, steht mit seiner Hauptfaçade dem Tafelberge zugewendet. Es enthält theils inländische, theils auch eingetauschte oder geschenkte ethnographische und naturwissenschaftliche Gegenstände, ferner eine kleine Gemäldesammlung und eine bedeutende Bibliothek. Aus der Vorhalle, in der dem Besucher der ausgestopfte Balg eines aus der südlichen Polarzone herrührenden See-Elephanten und Gemälde von den Victoriafällen des Zambesi besonders in die Augen fallen, tritt man zur rechten in die Bibliothek, zur Linken in den großen Saal ein, der zwei Gallerien aufweist, und die ethnographischen und zoologischen Sammlungen enthält. Die ersteren sind ziemlich bedeutend, von den letzteren namentlich die Sammlung afrikanischer Mamalia, Aves, Crustaceen und Lepidoptera nennenswerth. Das Museum steht unter der Leitung eines Kurators, R. Trimen, welcher sich nicht nur um das Museum große Verdienste, sondern auch als Erforscher der südafrikanischen Lepidoptera einen Weltnamen in diesem Fache erworben hat. Auch der sich anschließende botanische Garten ist in jeder Beziehung nennenswerth, wenn er auch vielleicht nicht so viel zur Pflanzencultur beiträgt als wie jener in Grahamstown, der unter den sogenannten botanischen Gärten Süd-Afrika's, deren es mehrere gibt, wohl der bedeutendste ist. Diese Gärten sind wie in Europa theils vom Staate, theils von den Städten, in deren Nähe sie errichtet sind, theils durch freiwillige Beiträge unterhalten und sollen Erholungsorte vorstellen, wobei jedoch auch besondere Rücksicht auf Pflanzen- und Baumcultur genommen wird, so daß aus ihnen die für öffentliche Anlagen und neu zu errichtende botanische Gärten nöthigen Setzlinge bezogen werden und sie auch im Stande sind, den Bedarf an Pflanzen, Sträuchern und Bäumen für Privatgärtner und Farmer zu decken. In diesen Gärten werden jedoch auch exotische Gewächse mit vorzüglichem Erfolge cultivirt und gedeihen namentlich australische Baumarten, ferner Gewächse aus Mauritius, Madagaskar und Süd-Amerika. Vor Allem scheinen namentlich die australischen Eucalyptus-Arten sehr gut fortkommen zu wollen.
2) Port Elizabeth ist der bedeutendste Hafenplatz in der Cap-Colonie, dann folgt Capstadt, East London, Port Alfred etc., und ist der Handel in demselben meist in den Händen englischer und deutscher Kaufleute. Bei meiner Ankunft im Jahre 1872 wurden aus Port Elizabeth in der ersten Jahreshälfte 280.000 Centner Schafwolle im Werthe von 2,500.000 £ St., Diamanten im Werthe von über 1,000.000 £ St., Elfenbein und Straußenfedern im Werthe von über 100.000 £ St., Felle und Häute im Werthe von über 300.000 £ St., ferner:
| im zweiten Quartale des Jahres | |||
|---|---|---|---|
| 1878 | 1879 | ||
| Aloë | 9.150 | 3.625 | Pfund |
| Mehl | — | 5.000 | " |
| Hafer | 4.500 | 120 | " |
| Straußenfedern | 15.403 | 15.347 | " |
| Eingesalzene Fische | 1.000 | — | " |
| Angorahaar | 79.555 | 268.690 | " |
| Rindshäute | 17.476 | 14.172 | Stück |
| Rindshorn | 23.519 | 34.208 | " |
| Pferde | — | 188 | " |
| Elfenbein | 30.771 | 12.258 | " |
| Schaffelle | 250.922 | 203.741 | " |
| Ziegenfelle | 147.798 | 89.680 | " |
| Branntwein | — | 15 | Gallonen |
| Castantia-Wein | — | 76 | " |
| Wolle | 57.753.42 | 66.036.66 | Centner |
| im Werthe von | 524.730 | 509.538 | £ St. ausgeführt. |
Die Zoll-Einnahmen dieses Hafenamtes betrugen im Oktober 1879 39.915 £. St.; gewiß eine sehr beträchtliche Summe, wenn man bedenkt, daß Port Elizabeth kaum 20.000 Einwohner besitzen dürfte.
3) Bezüglich ihrer Lage gilt Grahamstown oder die Stadt der »Settlers« als die schönste Stadt der Cap-Colonie. Malerisch breitet sie sich an den Ufern des Oberlaufes des Kowieflüßchens am Abfalle der ersten Stufe des südafrikanischen Hochplateaus aus. Grahamstown ist der Sitz eines katholischen und englischen (Hochkirche) Bischofs und besitzt mehrere Bildungsanstalten. Es ist mit Port Elizabeth durch die Bahn verbunden und soll nun auch mit seinem Hafen Port Alfred durch einen Schienenstrang in engere Beziehung treten, welcher der Stadt große Vortheile bieten würde. Unter den Sehenswürdigkeiten steht der Cathedralthurm obenan (an der Kirche selbst wird gebaut), es ist der schönste in Süd-Afrika und mit den größten Glocken versehen; um die Förderung des Baues hat sich der dem Dome vorstehende Rev. Dean Williams hoch verdient gemacht. Sehenswerth sind ferner: ein Gebäudecomplex des früheren Militärkommando's für Süd-Afrika mit einem Paradeplatz und dem sich anschließenden botanischen Garten, ferner am entgegengesetzten Stadtende die Irrenanstalt und das im provisorischen Stadthause in der Bathurststraße untergebrachte Museum. Es wird von der Stadt und durch Beiträge von Privaten unterhalten und besitzt viele Versteinerungen, meist von Dr. Atherstone für dasselbe erworben, ferner eine reichhaltige ornithologische Sammlung und ein bedeutendes Herbarium. Im Allgemeinen sind alle naturwissenschaftlichen Fächer, auch das ethnographische, ziemlich gut vertreten. Im Hofraum werden einige lebende Thiere gehalten.
4 u. 5) Cradock gehört zu den bedeutenderen Städten der Colonie und wird in allernächster Zeit durch die Bahn mit Port Elizabeth verbunden sein. Die Stadt besitzt eine Merkwürdigkeit, die holländische Kirche, die mehr einem Rathhause als einer Kirche ähnelt und mit einem Kostenaufwande von 30.000 £ St. erbaut wurde.
Von großer Bedeutung für Cradock ist die Gilfillanbrücke, eine Eisenconstruction auf drei Pfeilern ruhend. Sie wurde im Jahre 1874 von dem tückischen Fish-River hinweggespült und ist seitdem um sechs Fuß höher angelegt worden. Nahe an der Stadt, theilweise auf ihrem Gebiet wie auf der nahen Farm des Herrn von Rensburg finden sich warme, schwefelhaltige Quellen, der Boden ihrer nächsten Umgebung zeigt tiefe Lagen von Asche. Zwei Wollwäschereien sind hier angelegt. Der District Cradock ist einer der bedeutendsten in der Colonie und namentlich durch seine Zucht von Angoraziegen und Straußen ausgezeichnet. Er ist einer der Gebirgs-Districte und stellenweise ungewöhnlich reich an fossilen Ueberresten des Dicyuodon. In Cradock selbst wohnte der um die Geologie des Districtes so hochverdiente Dr. Grey, leider hat ihn der Tod zu früh, bevor er noch seine Forschungen beenden konnte, der Wissenschaft entrissen.
6) Colesberg, auf der Hauptstraße von Port Elizabeth nach den Diamantenfeldern gelegen, hat in den letzten Jahren bedeutend gewonnen. Auf meiner Hinreise hielt ich mich hier nur zwei Stunden, auf der Heimreise dagegen fünf Tage auf.
7) Jagersfontein hat in den allerletzten Jahren, namentlich durch die Rührigkeit der Kaufleute in Fauresmith bedeutend gewonnen.
8) Der Wunsch und die Absicht, Thiere, welche in der Regel in der Gefangenschaft schwer zu erhalten sind, vor meinen Augen gedeihen zu sehen, bewog mich zur Anlage eines kleinen Thiergartens, in welchem ich unter anderen Thieren Proteles Lalandii, das Erdferkel, Schuppenthiere, Rohrrüßler etc. hielt. Nach dem Erstgenannten fahndete ich mehrere Jahre vergebens, bis ich endlich zwei Thiere von einem Elfenbeinhändler erstand und sie in einer etwa sieben Meter großen aus Faßdauben errichteten Umzäunung verwahrte. Am nächsten Morgen fand ich nur mehr ein Thier, das andere, obgleich noch ganz jung, hatte sich nachtsüber den Weg nach Außen aufzuscharren gewußt und war, wie die angestellten Nachforschungen erwiesen, von Hunden zerrissen worden. Das Ueberlebende wollte lange Zeit durchaus keine Nahrung zu sich nehmen. Das kleine Gebiß dieses merkwürdigen Raubtieres weist es auf Termiten an und so blieb mir nichts übrig, als ihm mit Gewalt die Nahrung,—zerhacktes, in Milch eingeweichtes Fleisch—hinzubringen. Nach einigen Tagen, nachdem ich den Boden des geräumigen Zwingers mit Steinen pflastern ließ, fraß es diese Nahrung aus meiner Hohlhand, ließ ich sie jedoch in einer Tasse in oder an seinem Baue, so rührte es dieselbe nicht an. So ging es durch volle vier Monate, dreimal des Tages hatte ich das Thier eigenhändig zu füttern. Allmälig wurde das Thier in mancher Hinsicht zahmer, es fauchte nur mehr zuweilen, wobei es seine Mähne hoch aufzurichten pflegte. Da sich während meines vierten Aufenthaltes in den Diamantenfeldern die Zahl meiner Patienten von Woche zu Woche steigerte, sah ich mich gezwungen, die Behandlung der meisten meiner Thiere und auch die Fütterung des Proteles einem meiner schwarzen Diener zu übergeben. Ich gab mich der Hoffnung hin, das Thier werde durch den Hunger genöthigt werden, selbst die Nahrung aufzusuchen, hatte mich jedoch getäuscht, es ließ dieselbe drei Tage gänzlich unberührt und biß mich, als ich ihm am vierten Tage mit Gewalt einige kleine Stückchen Fleisch in den Schlund einführte. Zwei Tage später war das Thier verhungert.
9) Die Salzpfanne (Salzsee) an der Hallwaterfarm besitzt zwei Buchten, eine nach Norden und eine nach Westen, am Südufer erhebt sich ein aus dem nie fehlenden schäligen Kalk bestehender Hügel, sonst sind ihre Ufer flach und sehr steinig, das Gestein meist Grünstein in Form von Blöcken mit mandelartigen, rosarothen Chalcedoneinschlüssen. Bis auf die Mitte ausgetrocknet, war sie an der tiefsten Stelle höchstens zwei Fuß tief, so daß die Bodenfläche sehr eben erschien, doch konnte man deutlich wahrnehmen, daß dieser kleine Salzsee in früheren Perioden einen höheren Wasserstand besaß als gegenwärtig. An den Buchten münden kleine, nur nach heutigen, in der nächsten Umgebung niedergefallenen Regengüssen fließende Bäche. Es scheint mir, daß dieser, wie die meisten übrigen Salzseen, tief in das Terrain eingebettet war, da sie nur in abflußlosen Landstrichen vorkommen. Das in den Bachbetten nach der Pfanne strömende Wasser, das bisweilen selbst kleine Felsenplatten mitreißt, laugt den salzhaltigen Boden aus, und da das Wasser sehr schnell verdunstet, concentrirt sich der Salzgehalt während der Trockenheit in den übrigbleibenden Lachen und macht den Inhalt derselben ungenießbar. Die nächste Umgebung der Savanne ist bebuscht, namentlich dicht nach Norden und Nordwest, in welcher Richtung sich ein Kameeldornwald anschließt. Wir forschten nach den Stellen, d.h. nach den Ruinen, die man uns als Reste von Monopotapa bezeichnet hatte, allein wir fanden von denselben auch nicht die geringsten Anzeichen, dagegen in einigen Gruben gesimsartig geformte Schieferplatten. Dieselben trugen keinerlei Spur menschlicher Arbeit an sich, es sind Schieferlagen, welche meist in horizontaler Lage aufeinander geschichtet sind und auf welche in dieser Lage eine Strömung zu verschiedenen Perioden mit einer verschiedenen Stärke einwirkte. Da wo die Schieferplatten der Quere nach gespalten waren, drang das Wasser ein und erzeugte die rundlichen Scheiben, die als Fragmente von Säulen angesehen wurden. Die meisten Schieferplatten haben in der Mitte eine härtere Struktur, man möchte sagen, daß sie schalig sind, und daher rührt auch die an manchen beobachtete Linsenform. In geognostischer Beziehung von großem Interesse ist der Ort vorläufig, so lange nicht Nachgrabungen zu einem entsprechenden Resultate führen, für den Archäologen von keiner Bedeutung. Ich glaube, daß Nachgrabungen, die ich an dieser Stelle zu veranstalten hoffe, uns neue Aufschlüsse über die Geologie Südfrika's bieten werden. Vorläufig ist der Traum von der glänzenden Vergangenheit zerstoben und nur die prosaische Wirklichkeit geblieben, daß die Pfanne gutes Salz liefert. In letzterer Zeit machten die durch das Glück der Zulu's in den ersten Kämpfen aufgestachelten und kühner gewordenen Koranna's die Gegend so unsicher, und betrugen sich den Gerichtsbeamten gegenüber so unverschämt, daß bewaffnete Mannschaft gegen sie abgesendet werden mußte, um die Diebe zu fassen. Leider wurden diese von den Koranna's mit den Waffen in der Hand empfangen, wobei ein Weißer das Leben verlor, bevor den beraubten Farmern und dem verhöhnten Gesetze Genugthuung verschafft werden konnte.
10) Die Carotiden waren unverletzt, dagegen die äußeren Kehlkopfarterien schwer verletzt. Ich verband vorerst die Arterien und nähte sodann den durchschnittenen Adamsapfel zusammen. Der Zustand des Verwundeten war ein sehr bedenklicher und Piämie zu fürchten. Ich gab kleine Dosen von Chinin, 1/10 Gramm in flüssiger Form jede drei Stunden, ferner Tinctura Aconiti Napellus einen Tropfen alle vier Stunden mit Wasser, sowie dreimal des Tages die in meiner südafrikanischen Praxis als ausgezeichnet befundene Tinctura ferri sesquichlorati in zweitropfigen Dosen.
Als ich am dritten Morgen zu meinem Kranken kam, hörte ich schon beim Eintreten in's Zimmer einen starken Luftstrom durch die Kehlkopfwunde mit dem eigenthümlichen Geräusch entweichen. Der Kranke war während der Nacht wieder in Hallucinationen verfallen und hatte sich den Kehlkopf, sowie den rechten Flügel der äußeren Wunde aufgerissen. Ich entfernte mit Hilfe der Pincette und der Scheere die zerrissenen Kehlkopftheile, wodurch eine klaffende Oeffnung in der vorderen Wand des Adamsapfels entstand, ätzte mit Lapis die umliegenden mir als schlecht erscheinenden Fleischstellen, wusch die Wunde aus und applicirte eine schwache Höllensteinlösung. Schon am nächsten Tage nahm das Fieber ab und der Kranke besserte sich von diesem Augenblicke an, ohne ein einziges Mal eine Verschlechterung seines Zustandes zu erfahren. Sechs Wochen später war die vordere Kehlkopfwand bis auf eine bohnengroße Oeffnung geschlossen und nach acht Wochen vom Tage der Behandlung an, war die Wunde geschlossen bis auf eine erbsengroße Vertiefung, eine vollkommen seichte Narbe zurücklassend. Die Stimme des Kranken war weniger laut, doch auch nicht heiser zu nennen.
11) Nachdem Gassibone sein Gebiet der Transvaal-Republik angeboten und diese es auch angenommen, fürchtete sich Mankuruana, daß er ein Unterthan dieses Staates werden müsse, und bot sein nördlich vom Hart-River bis gegen den unteren Molapo sich erstreckendes Gebiet, mit Ausnahmne einer kleinen Strecke bei Taung, der englischen Regierung an, die es nicht annahm. Ich erlaubte mir, als dies geschah, die Colonial-Regierung auf Mankuruana's Charakter aufmerksam zu machen, hauptsächlich darauf, daß man seiner Erklärung von »Loyalität und Freundschaft« nur wenig glauben schenken dürfe. Die Folge betätigte meine Ansicht: sowie der Transvaal-Staat englisch geworden war, änderte er sein Spiel, erst in allerletzter Zeit zeigte er sich abermals freundlicher und englisch gesinnt, dies jedoch nur, nachdem sich seiner Vasallen, Mora von Kuruman zu Ungerechtigkeiten den Weißen gegenüber hinreißen ließ und dafür gezüchtigt wurde.
12) Als in der Mitte der Fünfziger Jahre die Freistaatboers in einem Kampfe mit dem im Südosten wohnenden Basutokönig Moschesch begriffen waren, benützten einige südlich vom Vaal wohnende Koranna's mit ihrem Häuptling Kousop (Kusop) die durch diesen Krieg hervorgerufene Entblößung der nordwestlichen Freistaatfarmen von der männlichen Bevölkerung, die zu dem Kriege abcommandirt war, um hinterlistiger Weise die ihnen zunächstgelegenen Niederlassungen der Weißen zu überfallen, und nachdenm sie die Frauen und Kinder getödtet, mit den gesammten Heerden in ihre Heimat zu flüchten, und da sie sich nach dieser ruchlosen That im Freistaate nicht sicher fühlten, ihre Niederlassung zu verlassen und über den Vaalfluß zu setzen. Kusop begab sich zu Gassibone, dem Vater des von mir besuchten Chefs der Batlapinen, und nachdem er ihm von seiner Beute Geschenke abgegeben, erhielt er von diesem die Erlaubniß—da Gassibone als der Paramont Chef das eigentliche Oberhaupt der Batlapinen anerkannt war—sich in seinem Gebiete niederzulassen. Als die Batlapinen die schönen Heerden sahen, die Kusop geraubt, waren sie, als ihnen die Söhne des alten Gassibone, Pohu'tsive und Bojong, den Befehl ertheilten, sofort bereit, sich zu einem Raubzuge nach dem Freistaate zu rüsten, an welchen sich auch ein benachbarter Chef der Bamairen »Motlabane« betheiligte und auf welchem auch die Transvaalfarmen im Osten überfallen wurden. Da der Krieg mit Moschesch noch nicht beendet war und der Überfall nach der Ostseite plötzlich geschah, fanden die wilden Horden weder im Freistaate noch im Transvaalgebiete erheblichen Widerstand und kehrten mit zahlloser Beute beladen in ihre zwischen dem unteren Hart- und dem mittleren Vaal-River gelegenen Wohnsitze zurück. So wie sich jedoch die Nachricht von diesen Ueberfällen im Freistaate und dem Transvaalgebiete verbreitete, rüsteten sich alle jene der Farmer, die nur abkommen konnten, gegen Kusop, er wurde im Kampfe getödtet und ihm ein Theil der geraubten Heerden nebst seinen eigenen abgenommen. Die übrig gebliebenen seiner Leute flüchteten sich gegen Mamusa, oder folgten den Farmern, um in deren Dienste zu treten. Pohu'tsive, der die Vergeltung seiner räuberischen That an seines Vaters Kraal fürchtete, dachte, daß es besser wäre, die holländischen Farmer, bevor sie noch ihre Farmen erreichen konnten, anzugreifen, zu vernichten und ihnen die Heerden abzujagen. Sein Plan ging dahin, die Truppe der Weißen zu umzingeln. Doch die Angreifer wurden zurückschlagen, zerstreut, ihre Reihen nach allen Seiten durchbrochen, und der Führer getödtet, bevor er seines Vaters Kraal erreichen konnte. Ohne den Angriff Gassibone's des Vaters abzuwarten, griffen nun die Farmer, die außerdem durch Zuzug verstärkt worden waren, ihn, sowie seinen Bundesgenossen Motlabane an und schlugen beide, der erstere wurde später enthauptet. Die so zerstreuten Koranna's, Batlapinen und Bamairen flüchteten nach Taung, und da es manchen noch glückte, mit den gestohlenen Heerden zu entkonmmen, so folgten die Krieger in ihren Spuren bis nach Taung. Mahura, der König der östlichen Batlapinen, hatte jene Raubzüge der übrigen südlichen Batlapinen nicht gebilligt, allein er zeigte sich nicht willig, die zu ihm geflohenen Stammesgenossen mit ihrem geraubten Gute auszuliefern. Darum setzte er sich zur Wehre, nahm den Kampf auf und stellte sich den Farmern entgegen. Er wurde geschlagen und seine Leute flüchteten sich in die felsigen Höhlen über der Stadt, nach der holländischen Version sie zu vertheidigen trachtend, nach der eigenen nun von den unten campirenden Boers, wo sie sich blicken ließen, niedergeschossen zu werden. Der Sieg über Taung führte zu einem Frieden, den die Söhne Mahura's im Namen ihres Vaters mit † unterzeichneten, die Friedensbedingungen waren überspannte und grausame, da doch Mahura's Batlapinen sich keiner Räubereien gegen die Boers schuldig gemacht hatten. Die Strafe lautete auf Auslieferung einiger der Freibeuter und die Zahlung von 8000 Stück Rindvieh, 390 Pferden und 500 Musketen, eine Kontribution, welche die vereinigten Batlapinenstämme zu jener Zeit nicht aufbringen konnten.
13) Mankuruana's Batlapinenreich stellt gleich den übrigen nördlich liegenden Betschuanareichen ein Parallelogramm dar, dessen lange Seiten von West bei Nord nach Ost bei Süd und von West nach Ost laufen. Die östliche Grenze dieser Reiche wird theilweise vom Hart-River, theilweise vom Marico-District der Transvaal-Republik, dem unteren Maricolaufe, sowie von dem centralen Limpopo gebildet, die westliche erstreckt sich tief in das Kalabari-Bushveldt bis nach Groß-Namaqualand. Die regierenden Stämme der Betschuana's, die Batlapinen, Barolongen, Banquaketsen und Bakwena's, sowie einige ihnen verwandte Stämme, denen gestattet wurde, im Lande zu wohnen, die Bamairen, Botlaro's, Baharutse, Makhosi, Manupi, Batloka und Bakhatla wohnen in dem östlichen Theile des Gebietes, in Gegenden die wasserreich sind, während die wasserarmen, theilweise centralen, theilweise westlichen Striche von ihren Dienern, den Makalahari's, den Barwa's und Masarwa's, bewohnt werden. Die Makalahari, auch Bakalahari genannt, können, wenn sie dem Könige langjährige gute Dienste erwiesen, sowie wenn sie ihren Herren durch glückliche Jagden viel Nutzen brachten, von diesen frei erklärt werden, es wird ihnen dann gestattet, in der Residenz des Königs oder eines Unterchefs zu wohnen und sie werden als Batlapinen oder Barolongen etc. betrachtet und behandelt. Rev. Mackenzie, der seit 20 Jahren Gelegenheit hatte, das Verhältniß zwischen beiden Stämmen, den Dienern und Herren, zu beobachten, bemerkte, daß die Diener auch Bakhalahatsane oder Bathu-hela (»Menschen«, oder »gleich anderen Menschen«) von den letzteren genannt werden. Unter den Betschuana-Reichen ist das Mankuruan's das kleinste, und bisher das am wenigsten ergiebige gewesen, doch wenn der Stamm durch die gegenwärtigen, von Seite der Regierung in Griqualand-West ergriffenen Maßregeln arbeitsamer geworden, wird er durch Ackerbau und Viehzucht leicht emporkommen können, wobei ihm die Nähe der Diamantenfelder besonders zu Gute kommt.
14) In den Diamantenfeldern war die Ansicht allgemein verbreitet, daß die in denselben arbeitenden Schwarzen ihren Chefs Diamanten von den Feldern in die Heimat mitzubringen verpflichtet wurden. Ich glaube nicht, daß dies regelmäßig geschieht und von allen Eingebornen-Chefs gefordert wird, doch von manchen Häuptlingen, wie von Secoccuni und anderen geschah es ganz sicher; daß jedoch viele Betschuana's ihre Makalahari- und Barwadiener nach den Diamantenfeldern zur Arbeit senden, ohne daß deren Häuptlinge von diesen Diebstählen wissen, ist ebenso gewiß. Die Haupturheber der zahllosen an den Diggers von Seite ihrer farbigen Diener begangenen Diebstähle sind jedoch weniger die unwissenden Eingebornen, sondern jene Bande von verkommenen Weißen und Halfcasts, welche eine wahre Plage der Diamantenfelder sind, und trotzdem viele von ihnen von dem Arme der Gerechtigkeit erreicht wurden, ihr Unwesen noch lange forttrieben. Die Behörde hält sich natürlich in erster Linie an den factischen Verbrecher, sie trachtet aber auch den Anstifter zu eruiren. In dem Falle in dem ein Weißer oder Halfcast der Schuldige war, wird der Dieb dies sofort eingestehen, dagegen wohl nie, wenn der Dieb von seinen Angehörigen, von seinen gleichfarbigen Herren daheim, nach dem Diamanten-District »zur Arbeit« gesendet wurde. Die Meisten erdulden ihre Strafe, ihre Lasches und ihr bis dreijähriges Gefängniß, ohne etwas zu verrathen, daheim hätten sie im entgegengesetzten Falle die Rache ihrer Herren zu fürchten.
15) Die ethnographischen Verhältnisse auf dem Gebiete zwischen dem Konana-, Hart- und Vaal-River lassen erkennen, daß sich das Koranna-Element vom Süden nach Norden ausgebreitet hat. Ich glaube, daß die Hottentotten, die längs der Westküste nach dem Süden zogen und den westlichen Theil der Cap-Colonie bevölkerten, sich theilten, d.h. durch Streitigkeiten und Kriege unter sich verfielen und theils gezwungen theils freiwillig jene Gebiete verließen, wobei ein Theil im Thale des Oranje-Rivers nach aufwärts zog (das folgen der Flüsse ist ein Charakteristicum in der Verbreitung des Hottentotten-Stammes) und sich endlich in den fruchtbaren Gefilden an der Vereinigung des gelben und schwarzen Gariep (Oranje- und Vaal-Rivers) niederließ. Die veränderte Lebensweise, Einwirkung des Klima's, sowie deren theilweise Vermischung mit den Buschmännern im Süden und Osten, mit den Barwa's im Norden, vielleicht auch mit den Stämmen im Westen erzeugte jene Veränderungen, welche diesen am Oranje-River angesiedelten Stamm charakterisiren, ihn von den eigentlichen Hottentotten schieden und zum Griqua stempelten. (Ich glaube, daß der Linguist leicht den Namen Griqua wie Koranna aus der Hottentottensprache herleiten könnte, was gewiß von Wichtigkeit sein würde.) Diese Griqua haben durch diese Veränderung ihres ursprünglichen Elementes nicht gewonnen, physisch und psychisch stehen sie unter ihren Stammvätern ebenso wie die Koranna's wieder unter den Griqua's, die ich als eine Abzweigung der letzteren halte, welche ähnlich wie jene der Griqua's von den Hottentotten vor sich gegangen sein mußte. Die Koranna's zogen den Vaal aufwärts, bis sie gegen das jetzige Bloemhof von dem Betschuana-Elemente, den Bamairen, Barolongen, Batlapinen etc. zum Stillstand gebracht wurden. Diese sie zwischen den Hart- und Vaal-River drängende Barriere durchbrachen sie zwischen Christiana und dem Hart-River, da, wo zwischen den verschiedenen Stämmen der Batlapinen ein von allen beanspruchtes, von keinem aber in Besitz genommenes Land lag und setzten sich am Mamusahügel fest. Von Mamusa gingen sie auf das obere Mokarathal (rechter Nebenfluß des Hart-Rivers) über und von da sogar noch nördlicher in das Thal und Gebiet des Konanaspruit, der nach Norden nach dem Maretsane fließt. Hier mußten sie die Obergewalt der Barolongen anerkennen und mischten sich theilweise mit diesem Betschuanastamme diese Abkömmlinge fand ich physisch und intellektuell höherstehend als die Koranna's und Griqua's.
16) Die theilweise Verschmelzung des Koranna-Elementes mit dem der Barolongen in Konana hatte theilweise zur Folge, daß die Wohnungen im Style der Betschuana's aufgeführt, reinliche Gehöfte darstellten. Ein ziemlich großer Theil der Bevölkerung hatte sich schon an den Gebrauch europäischer Kleidung gewöhnt. Dagegen konnte man jedoch auch deutlich beobachten, daß Frechheit eine der Untugenden ihrer Bewohner war und diese war dadurch begründet, daß viele derselben längere Zeit in den River-Diggings als Diener und zwar in der ärgsten Zeit, unmittelbar nachdem die Diamantenfelder aufgefunden wurden, gearbeitet hatten. Daß sie nicht auch den Branntweingebrauch hierher verschleppt, war in dem Verbote von Seite des Herrschers dieser Landstriche, des Königs Montsua, begründet. Auf meiner Fahrt von Konana nach Molema's Town traf ich drei Eingeborne, welche gemeinschaftlich einen Hinterlader ihr Eigenthum nannten. Darüber erstaunt, wurde ich belehrt, daß dies hier zu Lande häufig vorkomme: die Miteigenthümer gehen dann gemeinschaftlich auf die Jagd und einen Tag benützt ihn der Eine, am nächsten der Zweite u.s.w. Die Beute wird ohne Rücksicht auf die Leistungen der einzelnen Jäger zu gleichen Theilen vertheilt. Schießen sie zwei oder blos ein Zebra, so theilen sich zwei in das Fleisch, der Dritte nimmt das Fell. Doch häufiger geschieht es, daß jeder der Eigenthümer tourweise mit seinen Dienern während einiger Wochen der Jagd obliegt.
17) Aus den Fellen der beiden letzteren werden Carossen verfertigt und dem Könige verehrt oder an die in Moschaneng wohnenden Händler verkauft, d.h. gegen Waaren ausgetauscht, um von diesen wieder nach Süden gesendet und hier als Bett- oder Sophadecken, oder als Zimmerschmuck feilgeboten zu werden. Für eine Caracal-Carosse von zehn Fellen, welche in Süd-Afrika als Roikat-Karossen bekannt sind, erhält der Eingeborne Waaren im Werthe von 3 £. St., in Moschaneng z.B. folgende Gegenstände: 1. Zwei Wolldecken und eine Hose; 2. einen Rock, eine Banmwolldecke, sechs farbige Tücher, oder 3. zehn Pfund Schießpulver. Beim Wiederverkaufe begehrt der Trader 4 £. St. in barem Gelde, in der Colonie 4-10 £. St., oder 5 £. St. in Waaren. Eine aus vier Leopardenfellen gearbeitete Carosse wurde mit einer Muskete, zwei Sack Schießpulver, 10-15 Pfund Blei, einer Dose Zündhütchen und einem kleinen Geschenk als Zugabe bezahlt, und in Moschaneng für 9 £. St. in der Colonie für 10-13 £. St. in Barem feilgeboten. Gegenwärtig, wo durch das Waffen-Einfuhrsverbot die Gewehre entfallen, würde der Kaufpreis einen Anzug, zwei Wolldecken, ein Paar Stiefel und ein großes Frauentuch, oder mit der Zugabe eines Schafes zu der Carosse, einen Pflug betragen. Eine Carosse aus Silberschakalfellen (Canis mesomelas), gewöhnlich aus 14 Fellen gearbeitet, hat in Moschaneng einen Werth von 4-10 £ St., eine aus 30 Klippdachsfellen, einen solchen von 3-10 £. St., eine Carosse aus den Fellen der gewöhnlichen bläulich-grauen Wildkatze 3-10 £. St., eine aus 16 Proteles-Lalandiifellen 4 £. St., eine aus 6 Tharifellen 8 £. St. und eine aus 32 Genettafellen einen Werth von 4-10 £. St. Die schönsten Carossen (für das Auge) sind die Silberschakal-Decken, die schönsten Felle liefern die Batlapinenländer und der südlich vom Molapo liegende Theil der von den Barolongen bewohnten Striche.
18) Während meines Aufenthaltes in Moschaneng hatte ich Eingeborne und Weisse in folgenden Krankheitsfällen zu behandeln:
| Person | Krankheit | Ursache | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Montsua, König der Barolongen | Chron. Rheumatismus mit Ablagerungen inden Kniegelenken | Verkülung d. Nässe | |
| Seine älteste Frau | Marasmus | ||
| Eine zweite Frau | Pneumonie beid. Lungen | Verkülung d. Nässe | |
| Eine dritte Frau | Herzvergrößerung, Aortenstenose. | " | Rheumatismus vorhergehend |
| Des Königs Bruder | Lumbago | " | |
| König Chatsitsive | Ischias | " | |
| Prediger Jan Leschumo | Coprostasie | --- | |
| Seine Frau | Herzvergrößerung, Isufficienz der Aorta | Verkühlung d. Nässe | Rheumatismus vorhergehend |
| Sein Sohn | Tuberculosis beid. Lungen | --- | selten |
| Pit, ein Barolonge | Ischias (seit 17 Jahren) | eine alte Wunde | |
| Eine Barolongin einer Pneumonie | Reconvalescent nach | Verkühlung d. Nässe | |
| Jan, ein Barolonge | Abscesse am linken Fussrücken, Cariöse Knochen | Verwundung durch einen eingetriebenen Dorn | |
| Ein Weißer Händler Kanja | 4 tägiges Intermittens, Leberverhärtung, Hydrothorax Hydropericardium | Fieber | häufig unter den Weißen |
19) Zu den unwirschesten Gesellen der afrikanischen Katzenwelt gehört unstreitig der Caracal (Caracal melanotis) von den Boers det Roikat genannt. Dicht bebuschte Felsenpartien, dichtbelaubte, hohe Bäume an schwer zugänglichen Flußufern sind seine Lieblings-Aufenthaltsorte, an denen er zusammengekauert, anscheinend schlummernd, doch die Umgebung ringsum wohlbeachtend, den Tag zubringt. Kleines Wild wird von dem Caracal mit Tatzenhieben erschlagen oder betäubt. Seine Muskelkraft ist bedeutend größer als man bei der Größe des Thieres vermuthen würde. Ob seines röthlichen Felles weiß er sich leichter dem Auge des Menschen zu entziehen als der Thari und gelingt es selten, ihn zu erlegen. Sein Fell wird zu sehr gesuchten Carossen verarbeitet, doch da es zu lange währt, bis ein Betschuana so viele Felle erwirbt, um eine ordentliche Carosse verfertigen zu können, kommen nur kleine, acht bis zehn Felle enthaltende Roikat-Carossen in den Handel. Ich brachte einen Caracal nach Europa mit, er befindet sich gegenwärtig in dem Zoologischen Garten zu London. Er hatte an dem Fish-River-Rand, einen dicht bebuschten sich zum Fish-River neigenden Abhang zwischen Grahamstown und Cradock seine Heimat und war ein Geschenk des Rev. Dean Williams von Grahamstown.
20) Ich möchte unter den Ruinen von Mosilili's Stadt namentlich die gewölbten Innenbauten hervorheben und dabei schon auf den Unterschied zwischen den Bauarten der Barolongen und Batlapinen hinweisen. Die Wände der Häuptlingswohnung und der übrigen Hütten waren 3-5 Fuß hoch, die Wanddicke an der Basis 5, oben 4-4¾ Zoll. Sie bestanden aus einer Innenlage und einer Umhüllung, welche die erstere deckte. Die letztere bestand aus einem aus Thon und Sand gearbeiteten Cement und der Innenbau aus einer Reihe von in die Erde eingetriebenen und nur an und nebeneinander befestigten Stäben, Ruthen, Schilfrohr, doch auch trockenem Zuckerrohr und Kafirkornstengeln, auf welche der Cement aufgetragen wurde. Die Bauten waren so elastisch, daß wir eine ganze Rundwand durchschütteln konnten, ohne daß Sprünge entstanden oder die Mauer vielleicht eingestürzt wäre. An einigen Hütten fand ich, daß man den Cement auf die innere Holzlage dünn aufgetragen hatte, dann ihn trocknen ließ und eine zweite Lage anbrachte und so weiter. Wir konnten sechs deutlich unterscheidbare Lagen wahrnehmen, wobei die Basis der Mauer 12 Zoll, die obere Kante 6 Zoll breit war. An manchen der Gehöftsmauern fanden wir kleine aus größeren Steinen oder Dornenästen aufgeführte zwei bis vier Fuß hohe Umzäunungen, welche als Ställe dienten. Der Boden in dem Höfchen war festgestampft, oder wir fanden ihn mit Cement, oder auch mit Rinder-Ererementen überdeckt, in einigen wenigen mit ungebrannten, in dem des Königs mit gebrannten Ziegelsteinen gepflastert. In vielen Gehöften war dies mit Steinplatten geschehen und in manchen eine Cementlage auf die Steinplatten aufgetragen worden. In einem Höfchen beobachtete ich ein erhöhtes, mit Topfscherben ausgelegtes Trottoir. Neben der inneren Mauer lief in einem andern Gehöfte eine um drei bis vier Zoll erhöhte, cementirte Stufe, welche wohl den hier Versammelten als Sitz zu dienen hatte. Der Durchmesser der Häuschen war 6-12 Fuß. Bei den meisten war das Dach durch die Verwitterung der Aeste (Pfähle), bei manchen durch Feuer zerstört. Ich fand nur zwei gedeckt und in dem einen ein Betschuanaskelett. Es mochte wohl ein alter Mann gewesen sein, den man mitzunehmen nicht werth gefunden und der hier Hungers gestorben war, oder ein Wanderer, der in der Hütte ein Nachtlager gesucht und von einer Schlange gebissen, hier verschmachten mußte. Dem Schädel nach schien es mir ein Banquaketse zu sein; ich räumte ihm eine Stelle unter meinen anatomischen Präparaten ein. Topfscherben, Ueberreste von hölzernen Stampfblöcken, Schüsseln, Löffeln waren überall zu sehen, auch jene glatten Steine, zwischen denen der Rauchtabak zu Schnupftabak zerstäubt wird. Was mir besonders auffiel, war der verschiedenfach geformte Eingang in diese Häuschen, einmal viereckig, dann oben spitzig zulaufend oder abgerundet, oder aber unten eng und oben breiter, gewöhnlich 1¼-1½ Fuß breit und 1¾-3 Fuß hoch. Die Räume der Wohnung des Häuptlings waren die umfangreichsten, doch das auffälligste in der Ruinenstadt waren die kegelförmigen, aus zwei bis drei Absätzen bestehenden den Schmelzöfen nicht unähnlichen, gedeckten, aus eisenhaltigem Thon ausgeführten und in die obbeschriebenen gewöhnlichen Wohnungen eingebauten Kammern. Diese Kammern waren noch einmal so hoch, als die sie ringförmig (concentrisch) umgebende Mauer des Häuschens, allein das Dach des letzteren deckte auch den inneren Bau, indem seine Spitze auf der Kuppe des letzteren aufruhte. Ich fand diese Innenbauten auch bei den Bakwena's, ohne mich jedoch vergewissert zu haben, ob sie Pilani dorthin übertragen hat, was ich jedoch bezweifeln möchte, schöner und geräumiger auch bei den am zentralen Zambesi wohnenden Marutse im Gebrauch.