Die Übergangstalente.
Hans Hopfen, geb. am 3. Jan. 1835 in München, einer der besten Vertreter des humoristischen Romans, zeichnet sich durch eine gesunde Sinnlichkeit aus, die namentlich in seinen Gedichten und Balladen zum Ausdruck kommt. Echt volkstümliche, humorverklärte Figuren schuf er in seinen Romanen »Der alte Praktikant«, »Mein Onkel Don Juan«, »Die Heirat des Herrn von Waldenberg«, sowie in der Novellensammlung »Kleine Leute« und den »Geschichten« und »Neuen Geschichten des Herrn Majors«, während er sich in einigen Romanen (»Verdorben zu Paris«, »Glänzendes Elend« u. a.) als Dekadent giebt.
Wilhelmine von Hillern, geb. am 11. März 1836 in München als Tochter der bekannten Birch-Pfeiffer, entlehnte den Stoff ihrer realistisch gefärbten Romane dem bayrischen Volksleben. Ihr bekanntester Roman: »Die Geyer-Wally« erlebte mehrere Auflagen und fand auch als Drama freundliche Aufnahme.
Karl von Heigel, geb. am 25. März 1835 zu München, wandte sich der Unterhaltungslitteratur zu und schrieb Novellen, Romane und Dramen. Seine spätere Produktion (»Der Weg zum Himmel«, »Roman einer Stadt«, »Der Herr Stationschef« u. a.) steht unter dem Einfluß des Realismus.
Karl Frenzel, geb. am 6. Dez. 1827 in Berlin, weiteren Kreisen bekannt als Kritiker der Nationalzeitung, verdient seinen Platz in der Litteratur durch seine Romane, Novellen und wissenschaftlichen Schriften, die Gelehrsamkeit mit seiner Lebensbeobachtung verbinden, und deren Stoffe meist der Zeit des Rococos, dem 18. Jahrhundert, entnommen sind (»Melusine«, »Papst Ganganelli«, »Im goldenen Zeitalter«, »Renaissance und Rokoko«, »Des Lebens Ueberdruß«, »Dunst«, »Schönheit«, »Wahrheit«, »Frauenrecht«).
Adolf Stern, geb. am 14. Juni 1835 in Leipzig, lebt jetzt als Professor für Litteraturgeschichte am Polytechnikum in Dresden. St. ist Epiker und Novellist (»Jerusalem«, »Gutenberg«, »Aus dem 18. Jahrhundert«, »Die letzten Humanisten«) und wiederholt als feinsinniger Litterarhistoriker hervorgetreten.
Ferdinand von Saar, geb. am 30. Sept. 1833 in Wien, ist keine scharf ausgeprägte Dichternatur. Seine Erfolge verdankt er den »Gedichten« und den Novellensammlungen (»Novellen aus Österreich«, »Herbstreigen« u. a.), die ihm den Namen eines Walter Scott der Novelle eingetragen haben. Seine Dramen (»Heinrich IV.«, »Die beiden De Witt«, »Eine Wohlthat«) konnten sich nicht auf der Bühne behaupten.
Heinrich von Reder, geb. am 19. März 1824 in Mellrichstadt, begann seine litterarische Laufbahn mit »Soldatenliedern von zwei deutschen Offizieren«. Seine Hauptwerke, die »Federzeichnungen« und das »Lyrische Skizzenbuch«, tragen realistisches Gepräge.