Anno 1471.
Zu wissen, das die erberen weisen Endres Tucher und Wilhelm Löffelholz in namen und von bevelhens wegen der fursichtigen, erberen und weisen bürgermeisters und ratz der stat zu Nüremberg den beschaiden Ulrichen Reussen, Johann und Petern von [Ol] seinen aidem, Cunczen Hollinger und Cunczen Meyer, burgern und maisteren plattner hantwercks zu Nüremberg, zu bollierung des plattharnasches in der Hadermüll, ausserhalb der stat Nüremberg an der Begnicz gelegen, zwai reder in dem wasser und darob new zugericht und gepaut und zwen gemech iren bollierknechten, darinne hausheblich zu wonen mit slossen, offen, gleser und aller notdurft auch zugericht und gemacht zehen jar, die nechsten nach datum dieser zettel volgende, verlihen haben in nachvolgender gestalt, nemlich, das sie solliche reder allein zu bollierung des plattharnasches und sust zu keinen anderen sachen unerlaubt eins rats geprauchen und kein ir bollierknecht in den gemelten zweien gemechen hausheblich wonen lassen, sie seien denn bürger und wollen daselbs bürgerliche verpflicht, wie ander einwoner und bürger in der stat Nüremberg zu thun pflegen, halten, und auch die gemelten reder und gemech die benanten zeit unwüstlich geprauchen. und was fürohin an den selben rederen im wasser und darob oder sust und an den gemechen an slossen, vensteren, öfen und dergleich dingen zu pawen notdürftig wirdet, auf ir selbs costen ane eins ratz schaden pawen und machen, außgenomen die tachung, die sol in ein rat decken und pesseren lassen, und dieselben zehen jar eins ieden jars der stat zinsmaister davon zwenundfunfczig guldein reinisch landswerung, nemlich zu ieder quattemper dreitzehen guldein, zu zinse geben und richten und mit dem ersten zins antretten zu der quattemper sant Lucien tag [13 Dec.] schirist koment; und umb solliche zinse sie alle gemeinlich und unverscheidenlich hinder einander verpflicht und verhaft sein sollen. beschehe auch, das ein rat nach außgang der nechsten funf jaren des willens wurd, uff sollichen zweien rederen lenger nit bollieren zu lassen, sunder die bollierung doselbs abzuthun, wenne inen denn die darnach von ratz wegen aufgesagt wirdet, sollen sie der darnach indert jarsfrist ane widerred und mit beczalung außstendigs zins, sovil sich des nucz auf dieselben zeit ergangen hett und noch unbezalt außstünd, absteen. auch was [208b] sie in der zeit oder jaren darinnen gemacht und gepaut oder gebessert hetten, darinnen lassen und nichtz darvon außprechen noch nemen dann allein iren hausrat, werckzeug, pollierscheiben und die eisenstangen, daran dieselben scheiben lauffen, alles ungeverlich. und des zu urkund sind diser zettel zwen gleich lauttend begriffen und der stat zinsmeister ainer und den obgeschriben meisteren des plattnerhantwerg die ander außainander geschnitten geben am ertag nach sant Johanns tag zu sunwenden [25 Juni] anno domini etc. 70 primo.
Am ertag nach sant Lorenczen tag im 71 jar [13 Aug.] waren pürgermeister Hanns Lemlein und Heimrat Zyngel, in der frag wart auf den tag in einem erberen ratt verlossen und mir als der stat paumeister befolhen, das ich dann dem Koller und andern pauleutten gesagt hab; das sie sich als pauleut in den pewen mit mauren einer auf den anderen zulegen, auch zwischen nachpaweren mewer mit einander zu furen von dicke und hoche derselben mewer und anderen sachen die pewe antreffent, dorzu sie dann hie also gefordert werden, das sie sich des geleichen zu Wert auch sullen halten und dorumb entscheit geben, wie man das hie in der stat helt und pfligt zu halten etc. item desgeleichen hab ich Narcius Haller und einem seiner mitratzfreunt von Wert auch gesagt, das ein erber ratt hie das also daussen als hinnen in der stat mit den pewen [wol] haben gehalten. das sie das ferrer anderen iren freunden von Wert zu wissen thun; des sie dann willig waren und ein gut gefallen doran hetten.
Am sampztag noch sant Dionisien tag im 71 jar [12 Oct.] waren bürgermeister her Hanns Koler und Gabriel Nüczel, in der frag wart auf den tag in einem erbern ratt verlassen und mir als der stat paumeister befolhen, künftiglich zu dem newen rat in acht zu haben, wen die steinprecher am Reuchelperg ob der stat amptbuch gehorsam thun, das [209a] man dann keinen vertig noch zulossen soll, oder ir keinem sust im jar gerechtikeit am Reuhelperg geb, der nit hinter der stat beerbt sei [oder] den iren heuslichen siczt etc.
In dem 71 jar am mitwoch nach Simonis und Jude [30 Oct.] sante ich von [befelhnus] eins erberen rats den hernach geschriben fewermeistern ir iedem noch 25 newer liderer eimer, die ich hett machen lossen, der einer kost 4½ pfenning alt, zu 25 alten lideren eimern, die ir ieder derselben fewermeister vor hett, also ob fewer auskem, do got lang vor sei, das dan ieder fewermeister, so er des gewar wurd, mit 25 eimern zu dem fewer kem oder die eimer dohin schicket; und die andern 25 eimer solt ir ieder doheim behalten, ob mer dann ein fewer außkem, das ir ieder dann pei im in seinem haus noch 25 liderer eimer west zu hollen, mit denselben er des paß zu dem andern fewer komen mocht etc. so sein das die fewermeister: Peter Horstorffer, Heymrat Zyngel, Ulerich Grunther, Anthoni Ebner, Nickloss Grolant, Paulus Rietter.