VORWORT.

Die handschrift A, welche der ausgabe des baumeisterbuches zu grunde liegt, gehört in die bibliothek der familie Merkel zu Nürnberg, aus welcher wir sie durch gütige vermittelung des herrn prof. dr Hegel in Erlangen zur benutzung erhielten. Es ist ein starker folioband von 229 blättern, deren erstes und letztes von pergament die übrigen von starkem papiere sind, das kein waßerzeichen trägt. Der vordere deckel fehlt, der hintere besteht aus holz mit leder überzogen und reich mit messing beschlagen. Auf dem ersten pergamentblatte ist in verblaßter schrift zu lesen: Daz Buch ist der Stat zu Nuremberg, woraus, sowie aus der sorgfältigen und schönen schrift des codex nicht undeutlich hervorgeht, daß wir in demselben ein officielles, für den rath angefertigtes exemplar, vielleicht sogar jenes vor uns haben, welches Endres Tucher selbst dem rathe geschenkt hat (vgl. die einleitung s. 14).

Die ersten 27 blätter sind nicht foliiert; im abdrucke wurden sie mit römischen ziffern bezeichnet. Das erste papierblatt ist unbeschrieben, auf der kehrseite des zweiten beginnt mit einer schönen blaurothweißen initiale die vorrede: 1461. Nachdem vnd herr Hanns Coler u. s. w. Die folgenden 16 blätter enthalten ein ausführliches register zu dem buche, welches nicht mit abgedruckt wurde; bl. xviib-xxia sind leer, dann folgt der kalender bis xxvib, worauf nach einem leeren blatte das eigentliche baumeisterbuch beginnt und mit ihm auch die foliierung der blätter von der hand des abschreibers. Sie ist, wie aus dem register hervorgeht, so eingerichtet, daß je zwei eben aufgeschlagene seiten des buches als ein blatt genommen werden; 1b und 2a bilden also blatt 2 u. s. w. Die einzelnen abschnitte haben rothe überschriften und blauweißrothe initialen; die initialen der absätze, zwischen denen je ein raum von drei zeilen gelaßen ist, sind roth gemalt. Am ende jeden abschnittes ist ein größerer raum offenbar für etwaige nachträge leer geblieben. Die schrift, welche ganz jenen charakter trägt, den wir in officiellen aufzeichnungen des 15 jh. finden, ist äußerst sorgfältig und nur selten durch eine correctur entstellt. Mit dem nachtrage beginnt 201b die zweite hand, deren schrift ebenfalls sorgfältig, aber mehr verzogen und spitzig ist, wie die der ersten. Das ganze schließt 220b: die mit den sleypffen wasser zu füren. Die letzte seite sowie das darauf folgende pergamentblatt ist leer. Auf der innenseite des hinteren deckels steht von einer hand aus dem ende des 16 Jh.: »Ludwig Pfintzing Weyermaister Fol. 181« (s. 268, 13); es ist die gleiche hand, von der auch manche randbemerkungen im codex herrühren, die meist kurze inhaltsangaben von einzelnen absätzen enthalten.

Die codd. B und C, welche ich, wie weiter unten gezeigt werden soll, für abschriften von A halte, befinden sich auf dem k. archive in Nürnberg. Der cod. B besteht aus 229 blättern in fol. und trägt die nr 305; der einband ist von holz. Nach drei leeren blättern beginnt der text auf der kehrseite des 4 bl.: Nachdem vnd herr Hanns Coler u. s. w. Die hand, welche diesen und auch den cod. C geschrieben, läßt sich leicht erkennen; es sind die nämlichen, wenn auch etwas kleineren züge wie im nachtrage zu A und in den hin und wieder angebrachten correcturen dieser handschrift. Die einrichtung von B stimmt ganz mit A überein, nur sind die einzelnen absätze, die auf je zwei seiten stehen, numeriert, weshalb auch im kalender auf diese randziffern und nicht wie in A auf die anfangsbuchstaben der absätze verwiesen wird (s. 19 anm.). Auf bl. 114a steht die überschrift: »Von der rören im schysgraben«, sonst ist die seite leer. Nach dem abschnitte »von dem tagwerck seyl« hat bl. 182b eine hand des 16 jh. folgendes hinzugefügt: »Item 51200 schuch ist ein ganczer morgen oder ein tagwerg. Item 25600 schuch ist ein halber morgen oder tagwerg. Item 12800 schuch ist ein firtell ains morgenns. Item 3200 schueh ist ein sechtzehennthayll einß morgen.« Auf das leere 189 bl. folgt der nachtrag ganz wie in A, der 209a schließt. Auf den noch übrigen blättern hat der codex weitere nachträge und zwar:

209b von der gleichen hand: »Ratslag der wassergreffen etlicher gepew vnd gebrechen halb an und in dem wasser der Pegnitz in und bey der stat anno 1482 in herrn Niclas Grolands frage fer. 4 post Mauricy 1482.« Als »wassergraven« werden aufgeführt: Ulerich Schilt, Cuntz Hofman, Hanns Mülner, Ulerich Fischer, alle von Amberg. Auf diesen »ratslag«, der bis 210b reicht, folgen von derselben hand noch zwei: »Ein Ratslag aller wasser Reder untterhalb der weydenmüll im 89 jar gesehen und in einem erberen Ratt erkant dem folg zu thun u. s. w. der Ratslag solt geschriben worden sein nach dem Ratslag der hernach volgt vom mülberck, wann der Ratslag ist vil jünger (211a–213a).« »1488 jar. Ein ratschlag alß mülberckß halben hye im 88 jar geschehen, und der Ratschlag solt ee sten dann der Ratslag der vor stet der wasserreder halben« (214b–218a). Das ursprünglich leere 219 bl. hat ein späterer benutzt, um einige bestimmungen über die mühlen von Nürnberg aufzuschreiben vom jahre 1537 und 1633. Auf bl. 220a steht wieder von der ersten hand eine urkunde über die verleihung der Mang auf der Schütt »dem ersamen Hanns Heer von Kempten, anno 1489«, und auf dem folgenden blatte von eben derselben hand zwei verträge: Seitz Pfintzing, der stadt baumeister, bestellt vorläufig auf ein jar den Endres Guldein zu einem deckermeister, anno 1489; eben derselbe bestellt 1490 den Ulrich Yberer auf drei jare zu einem säger der stadt. Auf bl. 222b steht von einer hand des 16 jh. eine urkunde vom jahre 1492 über die schlichtung des streites wegen der Weidenmül zwischen Hanns Imhoff und Contz Prewß. Dann noch fünf leere blätter.

Der cod. C hat die nr 404, im ganzen 272 bl., deren erstes und letztes von pergament; der einband ist von leder mit messingbeschlägen. Auf dem ersten blatte steht: »Michel Beheim pawmeister 1502« und zwar von der nämlichen hand, von der auch im cod. manche randbemerkungen geschrieben sind. Die schriftzüge sind etwas größer wie in B, doch unverkennbar von derselben hand; auch die einrichtung trifft mit B überein mit ausnahme des nachtrages, dessen einzelne abschnitte der schreiber jenen stellen des baumeisterbuches angefügt hat, wohin sie gehören, weshalb in C auch die einleitenden worte zum nachtrage fehlen. Aus versehen sind auch im abdrucke s. 199–201 einige absätze dort stehen geblieben, wo sie der cod. C hat, während sie in A später, wenn auch nicht im nachtrage folgen. Auf bl. 252 steht die urkunde über die verleihung der Mang vom j. 1489 wie in B; dann folgen noch 18 leere blätter. B und C haben stierkopfpapier.

Diese zwei codices sind abschriften von A und zwar von der nämlichen hand, die in A den nachtrag geschrieben; B hat die einrichtung von A mit ausnahme der verweisungen im kalender noch vollständig beibehalten, C suchte aus den zwei theilen des baumeisterbuches ein ganzes zu machen, wie oben gezeigt wurde. Die gleiche hand erkennen wir auch in den correcturen von A, die vielleicht eben bei der abschriftnahme angebracht worden sind; aber den deutlichsten beweis für die ursprünglichkeit von A und die identität des schreibers von B und C bietet die sprache selbst. Mit ausnahme einzelner abweichungen in der orthographie geben nämlich BC den text von A, soweit ihn die erste hand geschrieben, getreu wieder und ebenso die eigenthümlichen formen und laute, die wir im nachtrage finden, wo z. b. für kurzes und langes a fast immer o, lun lunen statt lon lonen steht u. s. w.

Ein vierter codex, der hier in betracht kommt, wurde erst nachträglich, nachdem der druck nahezu vollendet war, in der Nürnberger stadtbibliothek aufgefunden: »cod. chart. S. XV (erste hälfte) fol. oblong. Schwarz 450«. Er zählt 49 beschriebene blätter und bietet seinem inhalte nach ganze abschnitte aus dem baumeisterbuche dar, oft wörtlich mit diesem übereinstimmend, zum größeren theile aber in kürzerer faßung. Es liegt die vermuthung nahe, daß Endres Tucher diese aufzeichnungen bei der ausarbeitung seines baumeisterbuches benutzt habe. Ich will eine nähere beschreibung der auch der sprache nach interessanten handschrift hier geben und jenes, worin sie vom baumeisterbuche abweicht oder was sie mehr bietet als dieses, hier nachtragen.

Auf den ersten zwei blättern, deren obere hälfte zum theile fehlt, steht das register, dann auf bl. 2a: »Item die hernach gesriben artickell alß vor alter herkwmen ist, daß pwchell außweiß vnd hernach gesriben stet.« Von den deutschen herren heißt es: »Item eß. sullen die tewczen heren den vischpach nemen pei dem inern spitell turen und durch die mawr leiten wber den grawen jn iren hoff vnd wider ein die stat laiten awf ir kost, daß die stat keinerlei hilf oder stewr daran tonn.« Und weiter: »Item eß ist zu sulden kumen XXXVo (von späterer hand in XXXVIo corrigiert), daß die czbw truchen uber den graben schaden heten genumen, daß sie (nämlich die deutschen herren) keinerlei daran machen wolten, do ließ in der paumeister den pach vorseczen wol auf XIII tag, daß sie keinlerlei (sic) daran machen wolten; do kunten sie vor gesmack nit im hoff weleiben und musten daran arbeiten« (vgl. baumeisterb. 227, 20–28). Bl. 3a: Die pruckell uber Fischpach. 6a: Vom Fischpach. 8a: Vom schön prunen. Bei diesem abschnitte hat der Schwarzische cod. folgendes im baumeisterbuche nicht enthaltene: »Item eß ist zu sulden kumen, daß man der geheuß mit dem wasser i vorloß und sein nicht gewinden kunt, wan eß ging vnter sich ein daß lant, wan eß ist an vil enten an dem Mark vil alcz gemewrß von gebelben, vnd merk, wie duß daß waßer suchen solt. Item zum ersten prich [an] czweien enten auf pei XX suchen von einander vnd slach daß wasser ab vnd mach II spunt durch die roren, die einß fingerß oder czweier dick sei vnd laß dir ein ror machen alß weit alß der spunt ist vnd secz darauf 1 stock mit 1 ror vnd stek in paid vnd stok (sic) formachß gena vnd mach darob ein spunt, daß du mit der hent hin ein mugst greufen vnd nim hodern vnd formachß rein oberhalb rorß vnd webarß wol vnd hert vnd spunt zw vnd loß daß wasser wider an; get eß im ror vber sich so ist der schad ober halb, get eß aber nit, so ist er vnter halb musterß. Item wer aber sach, daß man eß nicht gefinden mocht, so mocht man wol furpaß mustern alß vor, man mocht eß auch mit roren stoken mustern pei VIII such hoch alß rorn, aber du must ie daß waser vor seczen, daß es nit ober halb stok mug. vnd pint eiß (einß?) reb seilß an hader, loß daß drum herauß gen, daß dir die hadern daß waser nit nem. Item dardurch man die spunt macht daß ist darumb, ob etbaß sich in ein roren vorsleimet, so nim gespalten raif vnd sneid kerben an den orten vnd pincz gebiß zu hauffen, daß stark sei vnd pincz so lank an einander alß du von eim spunt zum andern gehawen magst; vnd ain ort deß raifß pint ein starken hadern gebiß vnd czewch von eim spunt zum andern, damit fegst du die rorn. Item wer aber sach, daß an der geheuß eim etbaß pruchß gesech, eß wer am Mark oder czwischen dem prunen vnd den fleißpenken, daß man den kasten nit geren ler liß sten, so mocht mon wol daß ander geheuß lossen gen ein kasten vnd ein czafpen (sic) im abloß machen auf poden vnd dardurch ein loch, daß daß waser unten herauß ging vnd nit ein die einfell deß vorloren waserß. Item ob ein pruch an dem prunen gesech auserhalb der stat oder ein der Pegnicz an roren legen oder an andern grosen scheden, so must man daß waser ab slahen eim kasten, darinen der slegell ist, denselben slegell must man czihen im garten. Item eß wer noch noturftig, daß man den vorgesriben fluß ein dem garten vber 8 gar ein fart raumet vnd albegen xx such lank ein stein vom andern aufhub ob dem tollen, daß man dester paß geraumen mocht. Item eß ist zu sulden kumen, daß daß waser ein gengen forczuckt hat und wider gangen ist; daß ist deß suld, daß etbaß von froschen vnd andern vnflot fur geleckt hat. Item ob sach wer, daß man die roren abslug im kasten eim garten, darein sie gefast sint eim kasten, vnd man daß wasser wider an bolt lossen ein die stat zu gen, so merk, daß du den abloß ofnest im kasten an der eich vnd daß wasser ein weil herauß lossen gen vnd denn wider forslahen, so der wint herwider herauß ist kumen; wann solt eß einß genß gen vom kasten im graben piß in schon prunen, so zuriß der wint die roren, wann eß get sust nit mit folen waser in dreien tagen, eß hab sich der weir for erfult im garten vnd sich daß wasser gesamet. Item ob daß gesech, daß ein pruch an roren gesech czwischen der eich und der stat maur hintern wiltpat, darein daß en in die maur gehawen ist, so gen ausen roren am sibel turn gen die roren durch turn, da ist ein spunt vnd ein czafp (sic), den slach auf vnd laß daß waßer gen vnd ofen den spunt vnd vorsecz mit hader, daß kein waser herein mug, vnd vorsich dich, daß dir daß waser kein hadern hin einczich« (11a–15b). Zu baumeisterb. 166, 16 ff. ist auch folgendes zu vergleichen: »Item die zwen paum gen albarcz durch den weir, der hoch pfoll zu einem zeichen geseczt [ist] newen den roren, vnd gen durch daß tam pei dem Gleißhamer oder Tullnaw genant piß zu der Snodin garten pei dem pruckell, daß der Hadermül zu gehort, da gegen deß Langen wisen vber ligen sie durch die Pegnitz zwen pfel daruber geslagen zu eim zeichen darein gehaut mit eim kreucz« (9a).

Ferner enthält unser cod. 18a: Von deß feurß wegen. 23a: Von den feur laitern. 27b: Von leuchten in der stat. 31b: Von Reuchelperg. 34a: Von pflaster haufen stein, pflastermeister. (Da heißt es: »Item eß geit ein iclicher hauf, der nach der stangen wol geseczt ist, 2½ ruten noch eim newen pflaster«; vgl. baumeisterb. 87, 5 ff. Ferner: »Item eß ist vor alter herkumen, welcher ein pflaster von newen machen wil, so hat man im geben von einer ruten 60 dn. und allen czeug czu der hent czechen, und die ruten mesen 13 such in die firung; eß sol die pflaster ruten haben 13 stat such.« Vgl. baumeisterb. 48, 26 ff.) 34b: Von der wechung (weichung) vor der stat und hinnen. Vom grabe (sic) an der furet. 35a: Von dem tagberkseill. 36a; Von deß wegß wegen zu Ton. 36b: Von weg, steg. 37b: Vom purkheren auf der feste. 38b: Vom heiltum. 39b: Von keten an zu legen zum heiltum. 41a: Vom heimlichen gemach im loch. Den werckleut trinckgelt. 44a: Rorenheintz. Schutmeister. Von pferden an der arbeit. 44b: Von dem lon. (Die arbeitslöhne stimmen mit denen im baumeisterbuche überein.) 45b: Stoschel (stössel) am pflaster. Vom decker. Vom dachknecht. 46a: Vom morterrürer. Vom taglone. 46b: Vom pagelt (sic). 47a: Von der arbeit zu gen.

Daß dieser cod. bedeutend älter als das baumeisterbuch ist, geht unter anderm auch daraus hervor, daß des Ammans weier und weierhaus noch immer des Starken weier und weierhaus genannt wird (vgl. baumeisterb. 219, 15).

Einigemale wurde diese hs. auch in dem am schluße gegebenen wortverzeichnisse benutzt und dort mit S bezeichnet.

Ich habe noch einiges zu sagen über die behandlung des textes. Grundsatz war, änderungen der schreibweise nur da vorzunehmen, wo die handschrift schwankte und in denselben worten bald die einfache, bald die mit consonanten überladene schreibung darbot, wie kunftig und kunfftig, klafter und klaffter, knopf und knopff, auf und auff, helfen und helffen u. s. w., in welchen fällen der einfachen Schreibung natürlich der vorzug gegeben wurde. Für ck hat die hs. öfter in den nämlichen worten gk; ersteres wurde durchgeführt. Die verbindung dt blieb stehen, wo sie durch den ausfall eines vocals entstanden ist, obwohl der cod. auch in solchen fällen einfaches t zeigt: bint 236, 33; gewent 248, 31 u. s. w. Th, das namentlich im anlaute neben t öfters erscheint, wurde beibehalten, ebenso die schwankung zwischen anlautendem s und sch vor l, m, n, w. Bei ß, welches die hs. auslautend durch ein langes und kurzes s, inlautend durch zwei lange s wieder giebt, muste (weil ich, eine mittheilung des herrn prof. von Keller misverstehend, der meinung war, daß die druckerei keine langen s mehr gebrauche) eigenmächtig verfahren werden: auslautend wurde ß gesetzt, inlautend ss beibehalten mit ausnahme der wenigen fälle, in denen die hs. selbst ß schreibt (bei der zweiten hand ist diese schreibung regel); entsprach ß (d. h. langes und kurzes s) der hs. früherem s oder ss, wurde es auch durch diese wieder gegeben und die gemination nach einfachen vocalen beibehalten: grass, glass. Bei den vocalen wurde nur mit y eine änderung vorgenommen, welches von dem schreiber höchst willkürlich gebraucht wird, namentlich in den diphthongen; nur die præpos. bei zeigt mit ausnahme eines einzigen falles (194, 34) immer y, doch wurde auch hier ei durchgeführt. Manchmal steht y für ie: dienen und dynen, smieren und smyren, in welchen fällen es in ie aufgelöst wurde. Eine auflösung fand auch statt bei anlautendem v und inlautendem w, wenn sie für u stehen, sowie bei inlautendem u, wenn es für v steht, doch wurde w in den diphthongen beibehalten, die auf früheres ûw, ouw, iuw zurückgehen: pawen, frawen, trewe u. s. w. Alle übrigen schwankungen blieben stehen; über die der vocale giebt das wortverzeichnis aufschluß, in welchem die wichtigsten lautverhältnisse zusammengestellt wurden.

Das wortverzeichnis selbst wird vieles zu wünschen übrig laßen, da mir auch die nöthigen hilfsmittel nicht zu gebote waren. Manches wort, das eine aufnahme verdient hätte, wird mir entgangen sein, sowie vielleicht umgekehrt manches im verzeichnisse steht, das beßer weggeblieben wäre; in beiden fällen bitte ich um nachsicht, da bei einem wortverzeichnisse, welches sich auf das wesentlichste beschränken soll, die gränzen von auf- und nichtaufnahme der worte schwer zu ziehen sind. Auch die von mir einem worte gegebene bedeutung wird oft nicht stichhaltig sein, namentlich bei den technischen ausdrücken, die im volke zum theile nicht mehr leben und über die auch meine hilfsmittel schwiegen; doch darf ich versichern, daß ich es an mühe und umfrage nicht fehlen ließ, die rechte bedeutung dieser technischen ausdrücke zu ergründen.

Für einzelne mittheilungen bin ich dem herrn prof. Weinhold in Kiel, den herren dr Frommann und baurath Solger von hier zu dank verpflichtet; vor allem aber habe ich herrn prof. von Keller, der auch die revision der bogen aufs genaueste besorgte, für freundliche hilfe und rathschläge meinen besondern dank auszusprechen.

Das sach- und ortsregister hat dr v. Weech angefertigt.

Nürnberg, 24 december 1861.

M. LEXER.