Morgens acht Uhr.

Kein Schlaf. Nur die Gedanken wie flatternde Fledermäuse. Rastlos. Planlos. Ich möchte schreien vor Zorn. Daß dies geschehen konnte. Mir! Ich muß mich zwingen, klar zu überdenken – sonst komme ich zu keinem Ende.

Gestern Abend zehn Uhr schlich ich fort. Unbemerkt. Die Nacht war trüb. Er kam mir auf dem steilen Weg entgegen. Er trug mich weiter, immer weiter in den Wald.

Ich bat, flehte.

Vergeblich. Die Lippen fest in meine Locken gedrückt, schritt er fort. Bis zu einer Schlucht. Unten stürzte das Wasser. Er breitete meinen Mantel auf das Moos und legte mich behutsam nieder. Sein Haupt ruht an meiner Brust.

Dumpfes Wasserrauschen, Nachtdämmer und eine Leidenschaft, die sich wie alle Sonnen des Weltalls über mich ergießt. Ich fühle die Erregung meiner Nerven, das Fiebern meiner Pulse, fühle, wie mein Atem zu fliegen beginnt, fühle es in Zorn und Angst, und dennoch unfähig, mich zu beherrschen, unfähig, mich zu regen. C'est plus fort que moi. Und er! Er fühlt das Beben meines Körpers, das Nachgeben meiner Glieder, meine Schwäche ist seine Kraft – die Perlen meiner zerrissenen Korallenkette rieseln mir kalt über den Nacken –