Ueber die geologische Beschaffenheit der Philippinen

von J. Roth.

Mit Ausnahme von Java — Dank zunächst den Untersuchungen Junghuhn’s — ist die Kenntniss der geologischen Beschaffenheit der ostasiatischen Inselwelt eine geringe. Sie beschränkt sich auf einzelne Angaben und vereinzelte Punkte. In diesem Betracht ist daher jeder neue Beitrag willkommen zu heissen. Die von Herrn Dr. Jagor 1859 und 1860 auf einer Reise durch die Philippinen gesammelten und mir zur Untersuchung mitgetheilten Gesteine gestatten Einiges schärfer anzugeben als es bisher geschehen konnte. Die geologische Literatur über die Philippinen ist nicht überreich. Ausser einzelnen Angaben von A. von Chamisso[12], E. Hofmann[13], Meyen[14], Sainz de Baranda[15], Chevalier[16], Dana[17] sind zunächst zu nennen die Aufzählung der Vulkane durch L. von Buch in seinem Werke über die Canarischen Inseln, die Berichte von Hochstetter’s[18] bei Gelegenheit der Novara-Reise, der Aufsatz von Richthofen’s über das Vorkommen der Nummulitenformation[19], die Aufsätze von C. Semper[20] und dessen 6 Skizzen: die Philippinen und ihre Bewohner. Würzburg 1869. Im Folgenden habe ich versucht, Alles zusammenzustellen, was sich aus den bisherigen Beobachtungen ergiebt.

Als einem Stück des grossen Vulkangürtels des stillen Meeres hat sich schon früh die Aufmerksamkeit den Vulkanen der Philippinen zugewandt, dem Verbindungsgliede der Reihe Kurilen-Japan-Formosa und der Reihe, welche über Mindanao und die Sangirinseln in die Molucken fortsetzend dort einen Zweig westlich nach Java hinsendet, einen anderen nach Osten, die seit L. von Buch sogenannte westaustralische, bis nach Neuseeland sich erstreckende Reihe. Viel geringer ist die Kenntniss der auf den Philippinen vorhandenen neptunischen Ablagerungen, und auch hier werden nur wenige Beiträge dazu geliefert.

Es ergiebt sich als Resultat des bisher Bekannten, dass in den Philippinen auf einen Grundstock krystallinischer Schiefer junge, z. Th. sicher tertiäre (eocäne) und reichlich noch jüngere Ablagerungen folgen, gehobene Küstenbänke und Korallenriffe mit den noch heut im stillen Ocean lebenden Mollusken. Die gehobenen Korallenriffe schliessen sich den lebenden vollständig an und reichen zu beträchtlichen Höhen, nach Dana’s Angabe bei Punta S. Diego, S. von Manila, bis zu 600 Fuss Meereshöhe. Dass die Hebung noch jetzt fortdauert, ist zwar nicht durch genaue Messungen sicher gestellt, erscheint aber höchst wahrscheinlich. Nach von Richthofen ist ein Theil der vulkanischen Gesteine jünger als der Nummulitenkalk, welcher mit den »Trachyten« grobe Breccien bildet und von ihnen eingeschlossen wird. In und auf den vulkanischen Gebilden liegen jüngere Sedimente, deren Bildung ebenso wie die vulkanische Thätigkeit bis jetzt fortdauert. Die letztere äussert sich in heftigen und häufigen Erdbeben. Im grossen Ganzen eine gute Parallele zu dem Bau der Insel Java.

Von älteren Formationen liegen von den durch Herrn Dr. Jagor bereisten Inseln Luzon, Samar und Leyte keine Gesteine vor. Nach Semper scheinen im Norden Luzon’s und in Cebu vorkommende Petrefakten ein etwas höheres Alter anzudeuten. Aeltere Eruptivgesteine, von denen A. von Humboldt[21] Granit im nördlichen Theile von Luzon erwähnt, wurden von Herrn Dr. Jagor beobachtet, aber nur in Geschieben. Diese Eruptivgesteine durchbrechen wohl die krystallinischen Schiefer[22].

Wie überall, wo die vulkanische Thätigkeit noch heut in grösserem Maassstabe auftritt, wo also Ausbrüche von Lava aus den Feuerbergen stattfinden, sieht man daneben auch auf den Philippinen erloschene Vulkane, entweder ganz unthätig oder in dem Zwischenzustande der Solfatara verharrend. Man darf annehmen, was sich aus den Gesteinsproben und den Angaben nicht ausmachen lässt, dass es an modernen Eruptivgesteinen nicht gefehlt hat, an Auftreten von Trachyten — diesen Ausdruck im weitesten Sinne genommen — und Doleriten in der Weise der alten Eruptivgesteine, also ohne vulkanisches Gerüst, wofür namentlich einzelstehende Kegelberge zu sprechen scheinen. Bei manchen der erloschenen Vulkane ist es schwer Sicherheit zu gewinnen über die Zeit und die Grösse der Ausbrüche, ja über die Thatsache, ob in historischen Zeiten Eruptionen stattfanden.

Abgesehen von Mindanao[23] und Negros, auf welcher Insel Semper den nach seiner Schätzung mindestens 5000 Fuss hohen, im Nordtheil der Insel befindlichen Vulkan (Malespina der hydrogeographischen Karte der Philippinen) stark rauchen sah, sind nur auf Luzon, den nördlich von Luzon gelegenen Babuyanes-Inseln und auf der kleinen Insel Camiguin (zwischen Mindanao und Siquijor) thätige Vulkane bekannt. Auf Camiguin fand nach einem Briefe aus Manila (Spenersche Zeitung 1871. No. 167) am 1. Mai 1871 ein vulkanischer Ausbruch statt. Seit Monaten hätten auf Bojol, Cebu und Camiguin wiederholte Erdbeben stattgefunden, Camiguin war von dem grössten Theil seiner Bewohner verlassen worden. Am 1. Mai um 5 Uhr Abends spaltete sich unter Donnergetöse und heftigen Stössen ein über dem Dorf Catarman gelegener Berg. Rauch, Asche, Erde und Steine wurden ausgeworfen; der Krater hatte bei einer Länge von etwa 1500 Fuss eine Breite von 150 und eine Tiefe von 27 Fuss. Um 7 Uhr Abends erfolgte ein zweiter Ausbruch. Von einem Lavastrom ist nicht die Rede. Noch im Juli 1871 war der Krater thätig.

Auf der Insel Babuyan Claro liegt »ein wie es scheint in beständiger Eruption begriffener Vulkan«[24] und auf der südöstlichsten Insel der Babuyanes, auf Camiguin, ein im Solfatarazustand befindlicher. Auf den östlich von Camiguin gelegenen Didicaklippen, die nach Semper wohl nichts Anderes sind als Ueberbleibsel des Kraterrandes eines früheren Vulkans, hat sich 1856 ein im October 1860 mindestens 700 Fuss hoher Vulkan gebildet. Nachdem zwischen zwei Klippen Rauch aufgestiegen war, hat sich zwischen ihnen, deren obere Hälfte eingestürzt war, eine kleine Insel gebildet, welche sich durch Aufschüttung vergrösserte. Begleitet von heftigen Erdbeben fand dort 1857 ein starker Ausbruch statt.

Don Claudio Montero hat auf der Nordspitze von Luzon nahe unter dem Cabo Engaño (Provinz Cagayan) einen 2489 p. Fuss hohen Vulkan aufgefunden, den Monte Cagua[25]. Semper sah ihn im October 1860 von Aparri aus rauchen. In weitem Abstande von diesen vier auf engen Raum zusammengedrängten Vulkanen, getrennt von einander durch weite Strecken, aber durch eine Reihe erloschener Vulkane verbunden, liegen die übrigen drei noch thätigen Vulkane Luzon’s: der Taal, der Albay oder Mayon und auf der äussersten Südspitze der Insel der Bulusan, an dessen Fuss nach von Hochstetter heisse Quellen entspringen. Herr Dr. Jagor sah ihn rauchen, leider sind die dort gesammelten Gesteinsproben verloren gegangen.

Viel zahlreicher sind die erloschenen Vulkane. Nach Semper finden sie sich auf allen Inseln der Philippinen mit Ausnahme von Cebu und Bojol, welche nach ihm aus gehobenen Korallenriffen und neptunischen Schichten gebildet scheinen. Auch auf Panay sah Dana nichts an vulkanische Berge Erinnerndes. Die Angaben lassen jedoch oft Zweifel, ob man erloschene Vulkane oder ungeöffnete Dome vor sich hat. An der Ostseite der Insel Leyte ist ein erloschener Vulkan, der Dagami, sicher gekannt, an dessen Ostfuss eine Solfatara sich findet; auf Samar kennt man keinen, eine ganze Reihe dagegen auf Luzon. Mit der Südspitze der Insel beginnend den M. Pocdol bei Bacon, zwischen dem Bulusan und dem Albay gelegen; nordwestlich vom Albay den Mazaraga, von welchem nördlich der Malinao oder Buhi und der Yriga auftreten. Ihnen folgt im Norden der mächtige Ysarog. In der Provinz Camarines norte sind der Labo und der Pic von Colasi zu nennen; südlich der Laguna de Bay der Majayjay, der Sosoncambing und der Malarayat, der von diesen südlich gelegene Tanabon (wohl Monte Tombol bei von Hochstetter), endlich der Maquiling[26], durch grosse Solfataren ausgezeichnet. An seinem Fusse treten die heissen Schwefelquellen von los Baños, der Kesselsee Dagatan, der Schlammvulkan von Nataños, der Krater von Maicap u. s. w. auf. Zwischen ihm und dem Majayjay liegt das vulkanische Gebiet von San Pablo mit zahlreichen kleinen Kraterseen. Nordöstlich vom Majayjay finden sich zwischen Lucban und Mauban Dolerite und Tuffe. Die Doleritlaven der Insel Talim in der Laguna de Bay und die der Halbinsel Jalajala, die Obsidianströme der Halbinsel und Bucht von Binangonan deuten dort einen grossen vulkanischen Mittelpunkt an. Die Bay von Manila wird westlich durch die Kette des Pico Butilao und die Sierra de Mariveles, letztere mit Doleritlaven begrenzt; auf der Insel Corregidor sah von Kotzebue[27] einen alten Krater. Die Umgebung von Manila zeigt mächtige Tuffmassen, welche auch als niedriger Damm die Laguna di Bombon vom Meer trennen.

Ob die bei S. Mateo und die östlich zwischen Antipolo und Bosoboso mit dem Kalk zusammenkommenden, bei von Richthofen als Trachyt bezeichneten Gesteine, ebenso die von ihm bei Zamboanga mit Kalk zusammen gesehenen einfach eruptiv sind oder Laven angehören, ist nicht zu ermitteln. Aus der kaum 90 Fuss hoch über dem Meere erhabenen Ebene von Pampanga, NW. von Manila, steigt steil und schroff der 3150 Fuss hohe »trachytische« Doppelkegel des Monte Arayat auf, an dessen Fuss heisse Quellen hervortreten. Im Norden der centralen Ebene von Luzon zwischen dem M. Arayat und S. Tomás steigen, isolirt von allen Bergketten, vier kleine vulkanische Berge auf, darunter der M. Cujaput. Gehören diese Berge, der Arayat, der M. Data bei Mancayan (NW. Luzon), der Subig in der Kette von Zambales zu den erloschenen Vulkanen? Am 4. Januar 1641, dem Tage des Ausbruches des Sanguir[28] (ob am Südcap von Mindanao oder auf der südlich gelegenen Sanguirinsel?) entstand nach spanischen Berichten zugleich ein Vulkan auf der Insel Sulu[29] (Jolo) und ein Vulkan Aringay oder Monte Santo Tomás am Golf von Lingayen. Wenn dort wirklich ein Vulkan sich bildete, so ist er jetzt erloschen. Nach Claudio Montero’s Messung ist er 6948 Fuss hoch.

Ein Versuch, die Vulkane, die thätigen wie die erloschenen, auf ein oder mehrere Spaltensysteme zurückzuführen, scheitert an der mangelnden Kenntniss, nicht nur von Luzon, sondern namentlich der übrigen Inseln. Dass die Nord-Südrichtung vorwiegend erscheint, folgt aus der topographischen Configuration der gesammten Inselkette.

Von den thätigen Vulkanen Luzon’s ist der kaum 840 Fuss hohe Taal, der demnach zu den niedrigsten[30] thätigen Vulkanen gehört, ausgezeichnet durch seine Lage auf einer aus Schlacken gebildeten Insel in der sehr tiefen Laguna die Bombon und durch einen Kratersee, aus welchem der Ausbruchskegel mit einem zweiten Krater sich erhebt. A. von Chamisso[31] fand den Vulkan 1818 schwach thätig, E. Hofmann 1825, Wilkes[32] 1842 sahen ihn in voller Thätigkeit. Delamarche[33], der ihn am 25. October 1842 unthätig fand, hat eine genaue Beschreibung des Berges gegeben. Semper, der den Taal am 30. April 1859 bestieg, sah den Krater beständig rauchen. Der Kraterboden, auf dem zahlreiche kleine Erhöhungen hervortraten, war mit Thon und Gypskrystallen bedeckt, überall brach heisser saurer Wasserdampf hervor; Alaun, Schwefel und ähnliche Bildungen waren reichlich vorhanden, kleine Bäche kochenden Wassers traten an einzelnen Stellen aus. Den Krater fand Semper mit kochendem milchweissem Wasser erfüllt, es entstiegen ihm schweflige Dämpfe. Demnach befand sich der Taal in dem Solfatarazustand. Am Nordwestende der Insel liegt ein ganz erloschener, aus Tuff bestehender regelmässiger Kegelberg mit Krater, der Binintiang grande, am Südende liegt der kleine Binintiang. Das Gestein des Berges zeigt nach L. von Buch[34] in dunkelbrauner, feinsplittriger Grundmasse kleine Feldspäthe. Ob es zu den Sanidintrachyten oder zu den Gesteinen mit triklinen Feldspathen gehört, lässt sich nach den vorliegenden, stark zersetzten Gesteinsproben nicht bestimmen, wahrscheinlich ist es Dolerit. Der Hauptausbruch des Berges 1754 (der letzte Ausbruch hatte 1716 stattgefunden) war ein heftiger Aschenausbruch, dem später viele kleine Eruptionen gefolgt sind. Lavaströme scheint der Berg seit langer Zeit nicht gegeben zu haben.

Im Gegensatz dazu liefert der 7000 Fuss hohe Albay oder Mayon nicht nur Aschenausbrüche und die sie begleitenden zerstörenden Schlammströme, sondern auch Ströme von Lava. Seine Hauptausbrüche fallen in die Jahre 1766, 1800 und 1814. Er warf 1857 viel Asche aus, 1858 war der Krater voll Dampf, Herr Dr. Jagor fand ihn 1859 erfüllt mit heissen schwefligsauren Dämpfen.

Wie überall mit thätigen und erloschenen Vulkanen stehen auch hier mit ihnen Tuffe in Verbindung. Weiter unten ist ihr Vorkommen genauer erwähnt. Von ihrer grossen Verbreitung um Manila war schon die Rede. Diese graugrünen Tuffe, fest genug um als Baustein zu dienen, bilden am Flussufer des Pasig nach der Laguna de Bay hin an manchen Stellen 40 bis 60 Fuss mächtige Ablagerungen. Es sind nach G. Rose (Meyen Reise II. 202) Bimsteinconglomerate, die in rauher, grauer, leicht ritzbarer Grundmasse eckige, bräunlich-graue Bimsteinstücke umschliessen. Sie fuhren nach Dana Blattabdrücke und verkieselte Hölzer, meist Palmen und zwar lebende Arten. In der Nähe der thätigen Vulkane treten lose vulkanische Sande auf, in der Umgebung der erloschenen sind sie verkittet zu mehr oder minder festen Massen, hie und da auch umgelagert und mit der Unterlage gemengt oder am Meeresstrande durch Kalk, den Muschelschalen entnommen, cementirt. Das Korn wechselt in hohem Maasse, ebenso die Zahl und die Grösse der eingeschlossenen Gesteinstrümmer. Wo sie und die Tuffe durch Verwitterung oder Fumarolenwirkung gelitten haben, werden aus ihnen Thone ausgewaschen, die, im nächsten Verband stehend, bisweilen mächtige Ablagerungen bilden.

Unter den sehr zahlreichen vulkanischen Gesteinen, die vom südlichen Luzon, Samar und Leyte vorliegen, und in den zu ihnen gehörigen Tuffen sind, mit sehr geringen Ausnahmen, nur zwei und noch dazu einander sehr nahe stehende Gesteinstypen vertreten: beide mit triklinem Feldspath, einer mit Hornblende, einer mit Augit, Hornblendeandesit und Augitandesit oder Dolerit. Die Analyse der Feldspäthe wird zeigen, ob man in manchen Gesteinen, wie man nach dem Habitus und der Aehnlichkeit mit Aetnalaven schliessen darf, Labrador oder einen kieselsäurereicheren Feldspath vor sich hat. In den Amphibolandesiten ist noch Magneteisen und meist Olivin vorhanden, bisweilen tritt noch sparsamer grüner Augit dazu. Diese Gesteine finden sich in der Berggruppe des Labo, Colasi, Ysarog, auf der Insel S. Miguel, am Dagami und Danaan auf Leyte und zwar meist mit sehr ähnlichem, porphyrischem Habitus. Zu den Doleriten gehören die Laven des Albay, Yriga, Mazaraga, Malinao und der ganzen Umgebung der Laguna de Bay. Neben dem Augit treten in ihnen Olivin und Magneteisen, seltener noch dunkle Glimmerblättchen auf. In den entsprechenden Tuffen und Sanden kehren die Mineralien der Gesteine wieder. Wenn auch einzelne Bimsteinstücke in jenen sich finden, so gehören doch grössere Ablagerungen rein aus Bimstein bestehend zu den Ausnahmen. Ebenso ist Mandelsteinbildung und Auftreten von Zeolithen sehr sparsam vorhanden. Glasige Gesteine kommen kaum vor; v. Hochstetter sah an der in die Laguna de Bay hineinragenden Halbinsel Binangonan säulig zerklüftete Obsidianströme. Ob überhaupt in dem genannten Gebiet ächte Sanidintrachyte auftreten, erscheint zweifelhaft. Ueber das relative Alter der beiden Andesite lässt sich ebensowenig eine Vermuthung aussprechen als über die chronologische Folge der einzelnen vulkanischen Berge.

Auch hier ergiebt sich eine gute Parallele mit Java, in so fern die Andesite dort reichlich, wenn nicht ausschliesslich, vertreten sind. Es liegen jedoch von Luzon, Samar und Leyte dichte basaltische Gesteine, die in Java so häufig sind, nur von einer Stelle vor, und zwar, wie die Uebergänge beweisen, von Amphibolandesit.

Als höchst bezeichnend ist ferner hervorzuheben, dass bei der häufigen Fumarolenthätigkeit nur Einwirkungen von Schwefelwasserstoff, resp. schwefliger Säure und Sublimation von Schwefel beobachtet sind; daneben die diesen Agentien entsprechende Bildung von Gyps, Alaun, Alunogen, Bianchetto; je nach der Stärke und der Dauer der Einwirkung die vollständige Entfernung der Thonerde oder ihre Umwandlung in schwefelsaure Salze. Die reiche Gypsbildung erklärt sich aus dem Kalkgehalt der Hornblende, des Augites und des Feldspathes. Ebenso wenig fehlt die Bildung basischschwefelsaurer Eisenoxyde, und die Röthung des Rückstandes durch Eisenoxyde, endlich die durch Bunsen’s schöne Versuche erläuterte Bildung von Schwefelkies, dessen Verwitterung die Zerstörung der Gebirsgsarten unterstützt. Dagegen mangelt jede Spur salzsaurer Fumarolen. Wenn auch der Absatz leicht löslicher Chlorverbindungen nicht zu erwarten war, so erscheint doch keine Spur von sublimirtem und zu Eisenglanz zersetztem Chloreisen. Auch Bildung von Palagonit ist nirgend beobachtet, wozu die (freilich oft grobkörnigen) Tuffe Gelegenheit zu bieten scheinen. Zahlreich dagegen sind Absätze von Kieselsinter, Opal und Hyalith aus der letzten Phase der vulkanischen Thätigkeit, aus Kohlensäure und Alkalibikarbonat enthaltenden Quellen, ähnlich wie in Island, Madeira, Neuseeland, Californien, Nevada, Montana-Wyoming u. s. w., Absätze, die ihre Erläuterung in den Arbeiten Bunsen’s über Island finden. Auf denselben Ursprung müssen auch die Jaspisvorkommen der vulkanischen Gegenden zurückgeführt werden. Geisirähnliche Erscheinungen wurden nicht beobachtet.

Der Antheil der vulkanischen Bildungen an dem Aufbau der Philippinen darf jedoch nicht zu hoch angeschlagen werden, räumlich sind sie untergeordnet gegenüber den krystallinischen Schiefern und den Sedimenten. Gneiss, Glimmerschiefer, Hornblendeschiefer, Hornblendegneiss, Talk- und Chloritschiefer, Serpentin sind von den ersteren beobachtet. Im nördlichen Theil von Luzon sind sie verbreitet. Meyen beobachtete in S. Mateo und bei Balate (N. von S. Mateo) feinkörnigen Hornblendeschiefer, auf dem der Kalk von S. Mateo aufliegt. Die von Semper erwähnten Goldwäschen im Flussthal des Agno grande im Land der Ygoroten deuten ebenfalls auf krystallinische Schiefer, ähnlich wie die Eisenerze bei Angat (Provinz Bulacan); nach Chevalier giebt es Serpentin in der Provinz Bataan (W. der Bai von Manila). Die Nordostküste der Provinz Camarines norte zwischen Paracali, Mambulao und Lungos wird von Gneissen und den dazu gehörigen Hornblendeschiefern, Talkschiefern und Serpentinen gebildet, welche bis nach Indang und Labo fortsetzen, wahrscheinlich auch die jenseits der Bai von S. Miguel gelegenen Sierra de Caramuan zusammensetzen. An der Südküste derselben Provinz bei Pasacao treten Hornblendegneisse und Hornblendeschiefer auf. Im Nordwesttheile der Insel Samar, ferner bei Loquilocun, bei Basey und auf der Insel Leyte bei Tanauan (Ostküste) sind sie ebenfalls beobachtet.

Nach Sainz de Baranda tritt Serpentin auf in Mindanao bei Camahat, Provinz Caraga und bei Pigtao, Provinz Misamis. Am Westende bei la Caldera (NW. von Zamboanga) sah Dana Geschiebe von Hornblende und Talkschiefer, auf der Insel Lubang (SW. von Manila) Talk- und Chloritschiefer, die nach der Insel Mindoro fortsetzen und dort in Serpentin übergehen. In S. José, Westküste von Panay, sah Dana Geschiebe von Talkschiefer und Quarz. Nach Meyen (l. c. 245) ist Talkschiefer auf Cebu besonders häufig.

Nach ihrer Zertrümmerung und Verwitterung gaben die krystallinischen Schiefer das Material zu sedimentären Absätzen, welche, mehr oder minder sandig und thonig, und petrographisch zwischen Thonlagern und Sandsteinen schwankend, die Mineralien der ursprünglichen Gesteine, zunächst Quarz, Feldspath, Glimmer, Magneteisen erkennen lassen.

Die Angaben über das Vorkommen älterer Eruptivgesteine auf den Philippinen erscheinen wenig genau. In Nordluzon wird Granit und Porphyr angegeben. In Pual (Sual der Karte, 16° 10′ N. B. am Golf von Lingayen) wechsellagern nach Callery[35] Euphotid, Serpentin und Petrosilex. Itier[36] fand bei Angat (Provinz Bulacan) Geschiebe von Diorit, Mandelsteinen, Spiliten, Epidot und Porphyren.

Unter den Sedimenten treten neben Kalken Sandsteine und Thonschichten hervor, deren Ursprung, wie erwähnt, z. Th. auf krystallinische Schiefer, z. Th. auf vulkanische Tuffe zurückzuführen ist. Die von Semper beobachtete schnelle Umwandlung der gehobenen, weithin sich erstreckenden Korallenbänke in sehr harten, dichten Korallenkalk lehrt, dass die dichten spröden Kalke wenigstens nicht überall, wie von Richthofen annimmt, diese Umwandlung den »Trachyten« verdanken. In manchen der dichten Kalke lassen sich noch Spuren der Korallen auffinden, obwohl in Folge der Umwandlung die Erhaltung der organischen Reste in den Kalken eine sehr schlechte ist. Bei Binangonan (N. der Laguna de Bay) fand von Richthofen in den dort gebrochenen Kalken neben undeutlichen Austern zahlreiche Nummuliten[37]. Im Kalk von S. Mateo suchte Meyen vergeblich nach Versteinerungen. Zwischen beiden Punkten sah von Richthofen den Kalk zwischen Antipolo und Bosoboso einen allseitig schroff ansteigenden, zerklüfteten, oben verebneten Berg bilden. Wahrscheinlich bestehen aus demselben Kalke die schroffen Gipfel der Sierra de Zambales (NW. der Pampanga, NW. Manila). Callery (l. c.) sah 4 Lieues von Sual ein zwei Lieues breites Band von Grobkalk und Travertin horizontal auf dem Euphotid lagern. Er fand im Grobkalk die decapoden Kruster Portunus leucodon Desmarest und Noptacus Latreillei. Im Thal von Benguet und in der Provinz Batangas (Nordluzon), an der Nord- und Ostküste von Luzon, an der Ostküste von Camiguin (Babuyanes) fand Semper Korallenkalk.

An der Westseite der grossen Cordillere in Nordluzon sammelte Semper in etwa 800 Fuss Meereshöhe mitten im Lande mürbe Sandsteine mit marinen Muscheln (Conus sp.), im Oberlauf des Agno (Nordluzon) in etwa 400 Fuss Meereshöhe Korallen in einem porphyrischen Gestein, dessen Hauptbestandtheile granitische und trachytische Rollsteine waren[38]. An der Südspitze des westlichen Theils von Mindanao bei Zamboanga fand v. Richthofen in den Kalken Massen von Austernschalen. Daneben kommen dort unreine Sandsteine mit Pflanzenabdrücken, blaue Kalkmergel und dunkle weiche Schiefer vor. Auch an manchen anderen Punkten enthalten Thone und Sandsteine Blattabdrücke; die Sandsteine führen bisweilen Braunkohle: bei Mauban ist sie kiesig und kommt auch in der Gegend von Aringay nach D. José de Santos (Citat bei Semper) vor. Auch in Caramuan soll Kohle sich finden. In Samar wurde bei Loquilocun angeschwemmte Braunkohle gefunden; auf Cebu findet sich im Gebiet von Naga im Gebirge Alpaco (Revista minera 1863. 17. 244) Braunkohle; ebenso nach von Richthofen auf Mindanao östlich von Zamboanga im Seno de Sibugey, nach Sainz de Baranda auf der Insel Siargao (Nordostende von Mindanao). Die Sedimente sind also nur z. Th. marinen Ursprungs. Als Vergleich für die Sedimente möchte die durch von Hochstetter (Novara-Reise. Geol. Theil. Bd. II.) aufgestellte Gliederung in Java heranzuziehen sein.

Von den auf den Philippinen vorkommenden Erzen gehören die Eisenerze den krystallinischen Schiefern an: das Magneteisen am Fuss der Sierra de Bacacay (S. von Paracali) und die Eisenerze in der Nähe von Angat-Kupang, Provinz Bulacan. Ueber das reiche Vorkommen von Kupfererzen in Nordluzon ist nichts Genaueres bekannt. Sehr beträchtliche Lagerstätten von Kupfererzen liegen dort bei Mancayan im Distrikt Lepanto zwischen Cagayan und Ylocos. Nach Zerrenner (Berg- und Hüttenm. Zeit. 28. 105 und 113. 1869) kommt dort auf Quarzgängen in Trachytporphyr Kupferkies mit Enargit vor. In Spanischen Schriften wird das Gestein als Trapp bezeichnet. Auf der Insel Lubang (SW. von Manila) enthalten nach Dana die Talk- und Chloritschiefer Kupferkies. Quarzgänge, die in den krystallinischen Schiefern, zumeist in Talkschiefer und Serpentin auftreten, führen neben Schwefelkies, Bleiglanz und Kupferkies gediegen Gold und Chrombleispath. So wenigstens ist das Vorkommen bei Mambulao und Paracali (Provinz Camarines norte, Luzon). Das Vorkommen entspricht also ganz dem uralischen von Beresowsk.

Goldhaltige Sande, reich an Magneteisen, aus krystallinischen Schiefern werden an vielen Orten gewaschen. Nach Sainz de Baranda[39] kommt Gold ausser auf Luzon auch in Mindanao, Sibuyan, Panay, Dinagat vor; Quecksilber angeblich in Leyte; Kupfer (cobre nativo en polvo finisimo y pirita de cobre) auf Mindanao. Er giebt ferner schöne Krystalle von Rutil auf der Insel Bigat an, wohl ein Beweis für das Vorkommen krystallinischer Schiefer.

Nach dieser allgemeinen Uebersicht ist in dem Folgenden die specielle Beschreibung der von Herrn Dr. Jagor gesammelten Gesteine gegeben.

I. Luzon.

Provinz Bulacan.

Das Ufer des Rio Quingoa bei Angat (N. von Bulacan) bilden feste, gelbgraue, conglomeratische Tuffe mit grösseren grauweissen Bimsteinstücken, kleineren dunklen Schlacken- und Lavastückchen, einzelnen triklinen Feldspathen, Augiten und Magneteisen. Sie sind bisweilen fest genug um als Bausteine zu dienen und werden bei Tubagan und Buenavista (zwischen Balinag und Angat) gebrochen. An einzelnen Stellen wird das Gestein etwas dunkler durch Zunahme der Schlacken- und Lavastücke.

Der Bach Banavon zeigt N. von Angat nach Kupang hin viele Gerölle eines Kalkes mit Korallenresten und eines sehr verwitterten, plutonischen, Quarzbänder führenden Gesteins[40] .. In der Nähe kommen Eisenerze vor.

An den Uferbänken des Rio Quingoa bei Calumpit (W. von Angat) lässt sich auf lange Strecken hin ein Thonabsatz mit Cyrena verfolgen.

Provinz Bataan.

Die grossen Blöcke, welche an der Küste von Mariveles südlich vom Dorf liegen, sind Doleritlaven, äusserst ähnlich den jüngsten Laven des Aetna und der Insel Stromboli. In etwas poröser, feinkörniger, bläulichgrauer Grundmasse sind trikline Feldspathe, Augit, Magneteisen und Olivin ausgeschieden. Vorzugsweise sind die Augite von bedeutender Grösse. Ein Quarzkorn wurde als Einschluss beobachtet.

Man darf wohl annehmen, dass die ganze Gebirgskette, zu welcher der Pico Butilao, die Sierra de Mariveles, die Insel Corregidor und der südlich gelegene Pico de Loro gehören, aus demselben Gesteine besteht.

Nach Chevalier (l. c. 222) findet sich bei Mariveles eine Bank faserigen, röthlichen Aragonites über den Laven.

Provinz Laguna.

Das Südende der Halbinsel Jalajala, welche in die Laguna de Bay hineinragt, wird von festen gelbgrauen Tuffen gebildet, welche graue Bimstein- und Lavastücke einschliessen. Die grösseren Lavastücke enthalten in matter, feinkörniger, von Parallelrissen durchzogener Grundmasse trikline Feldspathe und wenige grüne, durch Verwitterung braun gewordene Augite. Magneteisen ist nur sparsam vorhanden, Olivin auch unter dem Mikroskop nicht zu finden. Diese Tuffe streichen h. 12 und fallen 20° W.

Der Westabhang des in Nordsüdrichtung durch die Halbinsel fortlaufenden Bergrückens wird von ähnlichen Tuffen und durch Schwefelwasserstoff zersetzten Doleriten gebildet, ähnlich denen der nahen Insel Talim. In den Tuffen kommen an beiden Punkten bis ¾ Zoll grosse, mandel- bis kugelförmige, concentrisch schalige Gebilde vor, welche ganz aus denselben hellgelbgrauen Tuffen bestehen und keinen festen Kern zeigen. Die auf der Höhe des Joches frischen, dunkelblaugrauen, Feldspath, Augit und Magneteisen führenden Dolerite sind weiter abwärts an vielen Punkten durch Schwefelwasserstoff zersetzt und bisweilen mit rothen, durch Eisenoxyd gefärbten Bändern durchzogen. Schliesslich werden sie vollständig gebleicht und in eine thonige Masse umgeändert, aus welcher Natronkarbonat reichlich Kieselsäure löset. In den ersten Stadien der Zersetzung lassen sich bisweilen noch einzelne kleine frische Feldspäthe und grössere grüne Augite erkennen oder man sieht einen unzersetzten Augitkern in weicher gelber Hülle; endlich sind die Augite vollständig in eine gelbe, weiche Masse umgewandelt. In den gebleichten und zersetzten Gesteinen findet sich Schwefelkies in feinen Pünktchen, oder in den Spalten dünne, bisweilen faserige Gypslagen, deren Bildung aus dem Kalkgehalt der Augite und des Feldspathes sich erklärt. Die aus diesen zersetzten Gesteinen ablaufenden Gewässer setzen reichlich Vitriolocker (basisch schwefelsaures wasserhaltiges Eisenoxyd) ab, und das Wasser des Baches schmeckt adstringirend. Aus diesen Gesteinen hat spätere Einwirkung von Alkalibikarbonat enthaltenden Lösungen Eisenkiesel geliefert, welche aus einem Gemenge von gelben und blutrothem Quarz bestehen, aber auch noch etwas Opal führen. Ebenso kommen grosse Blöcke grauweissen dichten Quarzes mit Schwefelkiespartien vor, deren Drusen Quarzkrystalle enthalten. Weiter abwärts findet sich rothbrauner Jaspis mit Drusen und Adern, welche mit Quarzkrystallen erfüllt sind.

Man sieht ¼ Meile ONO. von der Hacienda auf dem Tuff grobes vulkanisches Geröll 3–4 Fuss mächtig lagern, darüber folgt 5 Fuss Dammerde. Das ist die Formation der Strandebene, zwischen der Hügelkette und der Laguna. Endlich sieht man auf der Westseite der Südspitze der Halbinsel Muschelbänke, und zwar 15 Fuss über das jetzige Niveau der Laguna gehoben. Von den Arten, welche alle den lebenden angehören, und von Dr. von Martens bestimmt wurden, ist neben Tapes virgineus L. Phil. Cerithium moniliferum Kien. sehr häufig. Am Strande der Insel Talim erhebt sich eine 20 Fuss hohe Tuffbank, auf dem Plateau wurden nur Tuffe gesehen. Am Strande liegen grosse vulkanische Blöcke gereihet. Diese Dolerite enthalten in dichter blaugrauer Grundmasse triklinen glasigen Feldspath, grünen Augit und Magneteisen. Das keineswegs frische Gestein führt zahlreiche grosse rundliche Hohlräume, welche theilweise mit Eisenoxydhydrat (aus ausgelaugtem Eisenkarbonat entstanden) erfüllt sind. Spuren von Schwefelkies, den auch G. Rose in den Gesteinen von Talim beobachtete, deuten auf Einwirkung von Schwefelwasserstoff hin und erklären den Absatz von Eisenverbindungen; von Hochstetter beobachtete auf der nur durch einen schmalen Canal von der Insel Talim getrennten Halbinsel von Binangonan säulenförmig zerklüftete Obsidianströme.

Der Dolerit, welcher ¼ Meile südlich von los Baños (Südufer der Laguna) als Geröll im Bach Malauin vorkommt, also weiter oben ansteht, enthält in feinkörniger, dunkelblaugrauer, mit feinen Parallelrissen durchzogener Grundmasse glasigen triklinen Feldspath, grünen Augit, einige dunkle z. Th. sechsseitige Glimmerblättchen, etwas Magneteisen und Olivin. Die Längsaxe der 3–4 Millimeter langen Feldspathe ist meist nach derselben Richtung orientirt. Der zugehörige, graugelbe, wenig feste, feinkörnige Tuff, welcher die Uferbank des Baches Malauin bildet, enthält neben erbsengrossen, rundlichen, grauen Bimsteinstücken sparsam rundum krystallisirte grüne Augite, zahlreiche Augittrümmer, triklinen Feldspath, Olivin, Glimmer und Magneteisen.

Die frischen Dolerite des Schlammvulkans Nataños, 2½ Leguas S. von Los Baños, sind von derselben Beschaffenheit wie die von dort erwähnten, nur etwas dunkler gefärbt, wohl eine Wirkung des etwas grösseren Gehaltes an Magneteisen. Wie die z. Th. vollständig gebleichten Gesteine bezeugen, wurde die Zersetzung durch Schwefelwasserstoff bewirkt. An manchen Stellen ist das Gestein in eine bröckliche, thonige, gelbgraue oder auch durch Eisenoxyd braun gefärbte Masse umgewandelt, in deren Hohlräumen und Klüften Opal sich findet. Auf dem Gestein hat das Wasser rindenförmigen Sinter abgesetzt, dessen Oberfläche wellig ist. Die blaugrauen Lagen des zunächst aus löslicher, wasserhaltiger Kieselsäure und geringen Mengen basisch schwefelsauren Eisenoxydes bestehenden Sinters wechsellagern mit eisenreicheren rothgelben Lagen. Die blaugraue Farbe rührt von feinem eingemengtem Gesteinsstaub her, wie man sich durch Behandlung mit Säure und Alkali überzeugt. Der Sinter ist demnach ähnlich zusammengesetzt wie der von Bickell untersuchte Kieseltuff von Island; eine weitere Bestätigung für die an beiden Orten ähnlich vor sich gehenden Prozesse. Das eben erwähnte gelbgraue zersetzte Gestein giebt an Wasser Gyps, das rothbraune Gestein an Salzsäure eine reichliche Menge Schwefelsäure ab, das Eisen ist also als basisch schwefelsaure Verbindung vorhanden.

Nördlich vom Schlammsee von Nataños bildet graublauer, etwas rissiger Dolerit die Ufer des Baches Malauin. Die Risse sind mit gelbbraunem, kurzfaserigem Bimstein ausgekleidet. In der feinkörnigen Grundmasse ist glasiger trikliner Feldspath, grüner Augit, etwas Olivin und Magneteisen ausgeschieden.

Den Rand des kleinen Kesselsees Dagatan bei los Baños bildet ein lockerer, grauer, grobkörniger Tuff, der neben kleinen Doleritstücken Feldspath und Augit führt. Grosse, lose, wahrscheinlich vom Berge Maquiling herabgerollte Doleritblöcke, zusammengesetzt wie die von Nataños, sind durch Schwefelwasserstoff gebleicht und enthalten Hyalith in den Klüften.

Von C. Semper am Maquiling gesammelte Handstücke zeigen, dass dort Schwefelwasserstofffumarolen und nach ihnen alkalische Bikarbonate enthaltende, Kieselsäure lösende und absetzende Quellen in grossem Maassstabe thätig sind. Dafür legen gebleichte, z. Th. mit Eisen durchzogene, und bis zu Bianchetto zersetzte Tuffe und Gesteine, Bildung von Gyps, z. Th. in schönen Krystallen, atlasglänzender faseriger Alunogen und Alaun, Absätze von Kieselsinter und weissem Opal sicheres Zeugniss ab.

Südlich von los Baños bei Calauan liegt ein Eruptionskrater, dessen Wände mehrere hundert Fuss hoch sind, (Llanura de Imuc) mit einer Kaffeepflanzung des Herrn Scott. Vom Südwestrand und vom Boden des Kraters liegen Rapilli vor: bis zollgrosse, unregelmässig begrenzte Bruchstücke schlackiger Doleritlava, welche triklinen Feldspath, Augit und Magneteisen erkennen lassen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen Doleritlavaströme von der gewöhnlichen mineralogischen Beschaffenheit und ohne Glimmer bilden neben der Hacienda eine 100 Fuss hohe Felswand, in welcher neben compakteren rissigen auch poröse Laven vorkommen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen, zwei Fuss mächtigen Tuffe mit Blattabdrücken von lebenden tropischen Pflanzen, deren Arten sich jedoch nicht sicher bestimmen lassen, liegen horizontal ausgebreitet in der Ebene von Calauan. Sie werden von 3 Fuss Dammerde bedeckt und ruhen auf einer über 5 Fuss mächtigen Thonschicht.

Der obere Rand des zur Hälfte von einem See eingenommenen, 100 Fuss tiefen Kraters Mar de Tigui (neben der Strasse von Calauan nach dem südlich gelegenen San Pablo) wird von Lapilli gebildet, die den oben beschriebenen gleichen. Das Plateau, in welchem der Krater aufgebrochen ist, besteht aus einem feinkörnigen, gelbbraunen Tuff, in dem einige stark verwitterte Gesteinsstücke zu erkennen sind.

Die Tuffe, welche den Krater Maïcap, eine Legua SO. von Calauan, und den Krater Palacpacan bilden, sind grobkörniger, enthalten zahlreiche Doleritstücke, z. Th. bimsteinartig aufgebläht und lassen einzelne glasige trikline Feldspathe und grüne Augite erkennen. Beide Krater enthalten Seen.

Weiter östlich am Wasserfall Butucan am Abhang des Vulkans Banajao bei dem Dorf Majayjay tritt zwischen zwei mächtige Tuffmassen eingeschaltet eine schwache Bank eines dem Piperno ähnlichen Gesteins auf. Unregelmässig begrenzte Streifen schwarzen Obsidians, dessen dünne Splitter gelbbraun durchsichtig sind, durchziehen ein feinkörniges, gelbgraues Gestein, in dem man einzelne Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, trikline Feldspathe, etwas dunklen Glimmer und grünen Augit erkennt. Man darf wohl annehmen, dass dieses Gestein durch Eindringen einer feurigflüssigen Masse in die Tuffe entstand.

Provinz Tayabas.

An der neuen Strasse, welche am rechten Ufer des Flusses Mapon von Lucban nach Mauban führt, stehen, bevor sie den Fluss erreicht, in grosse prismatische Blöcke abgesondert feinkörnige, compakte, dunkelblaugraue Dolerite an. Ihre Grundmasse enthält ausgeschieden zahlreiche kleine trikline Feldspathe, etwas Augit und reichlich Olivin. Das Gestein wirkt stark auf die Magnetnadel. Weiter am Weg finden sich stark verwitterte, wenig feste, graue bis gelbgraue, sehr feinerdige, thonige Tuffe, welche, ausser undeutlichen Resten, Blattabdrücke und nach der Bestimmung des Herrn Dr. von Martens Melania asperata Lam. var. M. dactylus Lea enthalten. Diese Melania stimmt am meisten mit lebenden Exemplaren aus Samar (Loquilocun) überein. Sie kommt auch auf Luzon, Mindanao, Guimares, Leyte vor. Diese Tuffe wechsellagern mit Kalkgeröllen, welche an einigen Stellen durch grobkrystallinischen Kalkspath zu grobem Kalkconglomerat verkittet sind. Hie und da sieht man in dem feinkörnigen gelblichgrauen Kalk undeutliche organische Reste. Inmitten der verwitterten Tuffe und der Kalkgeröllbänke kommt ein lockeres hellfarbiges Gestein vor, dessen Kalkbindemittel abgerundete erbsen- bis nussgrosse Kalkstücke und die Mineralien des vulkanischen Gesteins verkittet. Unter den oben angeführten verwitterten Tuffen liegen etwas gröbere und festere, grünlichgraue Tuffe mit Kalkbindemittel, in denen Feldspath, Augit, Olivin, z. Th. in verwittertem Zustande, zu erkennen sind. Dieselben Tuffe liegen weiter östlich auch über den verwitterten Tuffen.

Provinz Camarines norte.

An der Nordostküste der Provinz wird der Landstrich zwischen Paracali und Mambulao von Gneissen und Hornblendeschiefern gebildet, in denen Quarzgänge mit reicher Erzführung auftreten. Der Berg ¼ Legua N. von Mambulao und der Berg NNO. von Mambulao, durch den Bach vom Berg Dinaan getrennt, bestehen aus Gneiss, in welchem die weissen, aus feinkörnigem Quarz und Feldspath gemischten Lagen mit einzelnen weissen Orthoklasen und triklinen Feldspathen durch schwache, nicht continuirliche und wechselnd breite Lagen von tombakbraunem Glimmer gesondert werden. Das Gestein soll goldhaltig sein.

Der Berg ½ Legua NW. von Paracali, der Berg Dinaan und der Strich zwischen Paracali und Mambulao werden von Hornblendeschiefer gebildet. Das frische Gestein des Berges Dinaan ist dunkel gefärbt durch die überwiegende, ziemlich grobkörnige Hornblende, in welcher schmale, nicht zusammenhängende Lagen meist kleinkrystallinischen, weissen, triklinen Feldspathes weisse unterbrochne Streifen bilden. Ausserdem tritt noch etwas Schwefelkies und brauner Glimmer auf. Aus dem Pulver zieht der Magnetstab kein Magneteisen aus. Das verwitterte Gestein, dessen Streichen zwischen Paracali und Mambulao als ostwestlich, dessen Fallen als 40° nach Süd bestimmt wurde, ist graugrün, weich, reichlich mit Magneteisen durchzogen, und bald als serpentinhaltiger Talkschiefer, bald als talkhaltiger Serpentinschiefer umgebildet. Den Ursprung aus Hornblende verräth der Kalküberzug der Klüfte. Gelblichgrüne, weiche, scharf begrenzte Partien scheinen verwitterte Feldspäthe zu sein.

In diesen Serpentingesteinen vorzugsweise (ob im Gneiss ebenfalls steht nicht fest) treten Quarzgänge auf, z. Th. mit schönen Quarzdrusen, meist mit Schwefelkies, oft mit Kupferkies und Bleiglanz und den Verwitterungsprodukten dieser Mineralien (wie Brauneisen, manganhaltiges und mit Salzsäure und Chlor entwickelndes Eisenoxyd, Kupferindig u. s. w.), in denen Gold dendritisch vorkommt. Aus den zelligen verwitterten und dann eisenschüssig gewordenen Quarzgängen wird das Gold durch Waschen gewonnen.

Von denselben Mineralien begleitete und durchaus ähnliche Quarzgänge (z. B. am Berge Dinaan) führen Chrombleispath[41]. Dieser ist nicht selten mit einem zeisiggrünen, amorphen, pulverigen Ueberzuge von Vauquelinit versehen. Das Vorkommen entspricht also dem Uralischen.

Bisweilen nimmt der Gehalt an Kupferkies so sehr zu, dass das Kupfer den Betrieb der Gruben bedingt; an anderen Stellen überwiegt der Bleiglanz.

Am Strande zwischen Paracali und Mambulao bildet sich aus zertrümmerten Muschelschalen, Korallentrümmern, einzelnen Quarzen ein Conglomerat.

Oestlich von Paracali bei Lungos steht weisser, specksteinartiger Talkschiefer an, dessen früheren Eisen- und Kupfergehalt, wohl in Form von Kiesen, braune und grüne Färbungen einiger Partien beweisen. Die Indier waschen daraus Gold. Bei Lungos treten goldführende Quarze auf, ebenso wird aus dem magneteisenreichen Sande des Strandes Gold gewaschen.

Nach den in der Visita Colasi im Bach Colasi gesammelten Geschieben besteht der grosse Berg Colasi (nicht der kleine Pic von Colasi) aus Amphibolandesiten. In grauer, feinkörniger, fast dichter Grundmasse liegen neben triklinen Feldspathen grosse, braune, sparsame Hornblenden und etwas Magneteisen. Die Gesteine sind sehr wenig frisch, stärker verwitterte nehmen einen röthlichen Schein an. Aus denselben Gesteinen besteht der Hügel, welcher die südlich, etwa auf dem Drittel des Weges nach Cabusáo gelegene Visita Barceloneta trägt. Sie gehören demnach mit den Gesteinen des NW. liegenden Labo in dieselbe Gruppe.

Die Grenze der an der Nordwestküste beobachteten krystallinischen Schiefer mit den Tuffen des südlich weiter landeinwärts gelegenen Vulkanes Labo wird etwa zwischen Indan und Labo zu suchen sein. Der Labofluss führt dort neben zertrümmerten krystallinischen Schiefern die Mineralien des vulkanischen Gesteins: glasigen triklinen Feldspath, Hornblende und kleine Geschiebe von Amphibolandesit. Im Fluss selbst stehen feste, rothbraune Tuffe an mit meist zersetzten, gebleichten Amphibolandesitstückchen, aber auch mit rundlichen Quarzgeschieben und einzelnen rundum auskrystallisirten Hornblenden. Der Tuff macht nicht den Eindruck eines umgelagerten, auf sekundärer Lagerstätte befindlichen Gesteins.

An dem zweiten Aestuar zwischen der Barre von Daët und Colasi, gleich hinter dem Rio Fungbo, treten Felsen an’s Meer, die bis dahin flache, mit zertrümmerten Muscheln bedeckte Küste steigt an. Es sind vulkanische, gelbgraue, lockere Tuffe gemengt mit Muscheltrümmern.

Geschiebe des Flusses Labo, in Pueblo Labo gesammelt, geben Auskunft über die Zusammensetzung des 1½ Tagereisen südlich liegenden Berges Labo.

Es sind zunächst Amphibolandesite. In weissgrauer, etwas bimsteinig aufgeblähter, den Ausscheidungen etwa das Gleichgewicht haltender Grundmasse liegen rundliche oder doch schlecht begrenzte glasige trikline Feldspäthe, deren Längsaxe bis 6 Millimeter erreicht, in etwas grösserer Menge als die etwas kleineren dunkelbraunen Hornblenden. Ausserdem sind einzelne grössere Blättchen tombakbrauner Glimmer vorhanden, Augit, Titanit und Olivin scheinen nicht aufzutreten. In einigen Handstücken tritt die Hornblende fast ganz zurück, die blaugraue dichte Grundmasse wird stark überwiegend und sieht z. Th. wie durch Fumarolenwirkung zersetzt aus. In noch anderen Handstücken liegen in gelbbrauner, schaumiger, reichlicher Grundmasse grössere, glasige, trikline Feldspäthe neben kleineren sparsamen braunen Hornblenden und einzelnen grossen tombakbraunen Glimmerblättchen, die z. Th. eine Veränderung der Farbe durch erhöhte Temperatur erlitten haben. Endlich finden sich vereinzelt ganz dichte, schwärzlichgraue Gesteine, in denen man mit der Loupe kaum noch die Gemengtheile unterscheiden kann. Vermöge der Uebergänge lassen sich diese Gesteine als dichte Amphibolandesite auffassen.

Das Vorkommen dichter weissgrauer, röthlicher und graublauer Quarzmassen mit einzelnen Quarzkörnern deutet hin auf Absatz heisser Kieselquellen.

Das ½ Legua SSW. vom Pueblo Labo im Bach am Hügel Dalas vorkommende Gestein ist durch die Verwitterung des darin reichlich vorhandenen Schwefelkieses ziemlich unkenntlich geworden. Man darf es wohl für Gneiss nehmen; für quarz- und feldspathhaltigen Hornblendeschiefer die ebenfalls durch verwitterte Schwefelkiese zersetzte, behufs der Goldgewinnung am Berge Dalas geförderten Gesteine. Der daselbst geförderte Sand enthält neben Schwefelkies nicht wenig Bleiglanz und Blende. Aus einer andern jetzt verlassenen Grube Lugas wurde zum Zweck der Gold- und Bleigewinnung ein blaugrauer Thon gefördert, der neben Schwefelkies verwitterte Kupferkiese enthält. Festere Gesteinsstücke eben daher sind reich an Bleiglanz.

Provinz Camarines sur.

Die Umgebung des Vulkans Ysarog ist ausgezeichnet durch das Auftreten von Amphibolandesiten. Es sind hellfarbige, mit nur sehr wenig Grundmasse ausgebildete, feldspathreiche, etwas poröse Gesteine mit grösseren oder kleineren, ziemlich unregelmässig begrenzten, dunkelbraunen Hornblenden, etwas Magneteisen und wenig Olivin. An manchen Punkten wie z. B. an dem Hügel, auf dem die Kirche von Maguiring steht, findet sich neben der Hornblende sparsam grüner Augit vor. Die Uferwände des Flusses Goa am Fuss des Ysarog werden von sehr lockeren, bimsteinartig aufgeblähten, einzelne Augite führenden, röthlichgrauen Amphibolandesiten gebildet, die leicht zu einem röthlichweissen Sande zerfallen. Dieser Sand füllt die Zwischenräume zwischen den grösseren Gesteinsstücken aus; dasselbe Gestein kommt auch am Fuss des Ysarog bei Raï-Raï und Uacloy vor. Aus den sehr zersetzten, lockeren, porösen, gelblichen Gesteinen bei der Visita Uacloy tritt eine heisse Quelle hervor, welche eisenhaltigen, bräunlichweissen Kalksinter absetzt. Die Schluchten zwischen Maguiring und Raï-Raï, welche die hügelige Ebene zerschneiden, enthalten dieselben lockeren zersetzten Gesteine, die jedoch nicht das Ansehen von Tuffen haben. Aus dem Fluss von Uacloy liegen graue, feste, wenig poröse Amphibolandesite vor, welche neben brauner Hornblende etwas grünen Augit führen, deren Zersetzung oder Verwitterung jene lockeren Gesteinsmassen geliefert haben wird. Von der halben Höhe des Ysarog bis zum Gipfel herrscht dasselbe hellgrüne, schwach poröse Gestein, das neben brauner Hornblende untergeordnet grünen Augit und etwas Olivin erkennen lässt. Es erscheint nicht wahrscheinlich, wenn auch möglich, dass die Analyse der Feldspathe aus den Gesteinen des Ysarog neben dem herrschenden glasigen triklinen Feldspathe Sanidin nachweisen würde. Mit diesem Nachweis würde die Einordnung des Gesteins unter die Amphibolandesite fraglich werden und eine Näherung an die Trachyte gegeben sein.

Die gewaltige Bergmasse des Ysarog nimmt den ganzen Raum zwischen der Bai von S. Miguel und dem Meerbusen von Lagonoy in einer Breite von 18 Seemeilen ein oder hat nach v. Hochstetter den Isthmus erst gebildet, indem sie die Insel, welche einst die wahrscheinlich aus krystallinischen Schiefern bestehende Sierra di Caramuan[42] bildete, mit Südcamarines verband.

Weiter südlich vom Ysarog folgt der am See von Buhi gelegene erloschene Vulkan von Yriga. Der isolirte Hügel westlich von Yriga an der Strasse nach Nabua besteht aus blaugrauem, etwas porösem Dolerit, in dessen feinkörniger Grundmasse neben kleinen, triklinen, glasigen Feldspathen reichlich gelblicher Olivin, ausserdem grüner Augit und Magneteisen ausgeschieden ist. Der Augit kommt in den Rapilli in losen rundum ausgebildeten Krystallen vor, welche durch die grade Endfläche (ähnlich wie die Krystalle vom Bufaure und vom Forstberg) ausgezeichnet sind. Manche dieser Krystalle sind in der Richtung der Hauptaxe so stark verkürzt, dass die Krystalle fast als Tafeln erscheinen, in denen die Säulenflächen deutlich, aber klein ausgebildet sind. Die bald compakten, bald porösen Doleritlaven des Vulkans Yriga sind z. Th. ärmer an Olivin, die Feldspäthe erreichen jedoch grössere Dimensionen. An einigen dieser Laven ist die Oberfläche stellenweise geschmolzen, so dass man auf Wirkungen des Blitzes geführt wird. Die etwas schlackigen Laven von der Visita Tambong am See Buhi zeichnen sich durch reichliche und grosse Olivine aus. Rothe Doleritschlacken mit triklinen Feldspäthen und grünen Augiten bilden eine Wand von 250 Fuss unter dem Gipfel des Yriga, den ziemlich frische, compakte, graubraune, an Olivin reiche Dolerite zusammensetzen. Die Blöcke auf dem westlichen höchsten Zacken des Kraterrandes sind grobkörniger und poröser.

Aus denselben Doleriten, meist mit grossen Augiten und kleineren triklinen Feldspäthen bei wechselndem Gehalt an Olivin, bestehen die vielen kleinen etwa 50 Fuss hohen Hügel zwischen Yriga und Buhi. Am Wege zwischen diesen beiden Orten tritt weisser Bimsteintuff auf, welcher sparsam unregelmässig begrenzte, dunkle Glimmerblättchen enthält. Der Feldspath scheint Sanidin zu sein und somit das Gestein dem Trachyt anzugehören. Die Hügel nächst Buhi bestehen aus grobgeschichteten Rapilli, die gegen den Ysarog einfallen, sich also auf ein anderes Eruptionscentrum beziehen. In dem am Ostfuss des Yriga liegenden See von Buhi wird die Felsinsel von einem hellgrauen, porösen, feinkörnigen Gestein gebildet, in dessen überwiegender Grundmasse neben brauner Hornblende grüner Augit, Olivin, Magneteisen und trikliner Feldspath sichtbar ist. Die im grossen Ganzen nach Einer und derselben Richtung langgestreckten Poren des Gesteins, das von den übrigen des Yriga abweicht, sind oft mit dünnen Tafeln triklinen Feldspathes ausgekleidet. Dünnschliffe zeigen die Grundmasse überwiegend aus dem Feldspath zusammengesetzt, daneben Hornblende, Augit, Olivin und Magneteisen.

In Folge des Hornblendegehaltes findet sich im Sande des Strandes des Buhisees Hornblende neben Augit.

Der Bergrücken zwischen Buhi und Tibi d. h. der Abhang des erloschenen Vulkans Malinao oder Buhi besteht aus Dolerit, welcher am Joch frisch, weiter abwärts nach Südwest hin sehr stark durch Schwefelwasserstoff zersetzt auftritt. Sie werden nach Buhi hin von vulkanischen, z. Th. zersetzten Sanden bedeckt. Der frische, nicht sehr feste, hellgraue, etwas poröse, feinkörnige Dolerit zeigt triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen. In den ziemlich groben vulkanischen Sanden findet sich ausserdem noch braune Hornblende, die in dem Dolerit nicht zu sehen ist. Einzelne Augite des Sandes sind rundum auskrystallisirt. Die durch Schwefelwasserstoff zersetzten Dolerite haben durch das ausgeschiedene Eisenoxyd einen röthlichweissen Schein erhalten. Die Grundmasse und die Feldspathe sind viel stärker angegriffen als die Augite, welche ihre grüne Farbe noch bewahrt haben. Von Olivin ist in ihnen nichts mehr zu sehen.

An der Südwestküste der Provinz sind westlich von Pasacao bei Calbajan die krystallinischen Schiefer wieder beobachtet. Sie treten hier als sehr grobkörnige, nicht schiefrige Gesteine auf, welche aus vorherrschender, schwarzer, sehr schön spaltbarer Hornblende, weisslichgrauem, nicht sehr deutlich spaltbarem, triklinem Feldspath, etwas Magneteisen und Schwefelkies bestehen. Der Feldspath zersetzt sich mit kochender Salzsäure behandelt vollständig, gehört also den basischen an, gelatinirt jedoch nicht.

Neben diesem grobkörnigen Hornblendegneiss kommt feinkörniger, ebenso zusammengesetzter, ebenfalls nicht schiefriger Hornblendegneiss vor. Andere verwitterte Gesteine eben daher, im Niveau der Ebbe und Flut wunderbar zerfressen, bestehen aus dichtem Feldspath mit etwas Quarz; die Spalten sind mit Kalkspath erfüllt. Darauf legt sich ein junges Conglomerat mit Kalkbindemittel, das von zertrümmerten Conchylien herrührt. Man erkennt darin weisse rundliche Quarze, Hornblendeschiefer, Kalkstückchen und einzelne braune Glimmerblättchen.

Oestlich des Höhenzuges, welcher an der Südwestseite der Provinz hinzieht, tritt (N. von Pasacao) am Ufer des Flusses Libmanan zwischen Libmanan und Naga ein gelblichweisses, lockeres Gestein auf. Nach Abschlämmung des reichlichen Thones bleiben gelblichbraune Glimmerblättchen, etwas Magneteisen, sparsam grüner Augit, etwas mehr braune Hornblende und durchsichtige Quarzsplitter zurück. In der Umgebung von Libmanan stehen mürbe, gelblichgraue vulkanische Tuffe an, in denen Hornblende und Feldspath hervortritt. Diese Beschaffenheit weiset auf den Ysarog als Ursprungsort hin.

SW. von Libmanan bietet der aus grauweissem, kleinkrystallinischem Kalkstein bestehende Berg Iamtik viele Tropfsteinhöhlen dar. Die Uferbänke des Flusses Bicol bei Visita Sibucat bestehen aus mürben, gelbbraunen, vulkanischen Tuffen mit Geschieben an Amphibolandesit, unter denen wiederum das eben angeführte mürbe, gelblichgraue Gestein liegt. Es ist hier viel thonreicher als zwischen Naga und Libmanan, der Rückstand nach Abschlämmung des Thones ist daher viel geringer und besteht aus Hornblende, Glimmer, Magneteisen, etwas grünem Augit und Quarzsplittern. Weiter oben stehen am Rio Bicol Thone mit Muschelresten an. Der ziemlich feste, fein poröse, gelbweisse, rundliche Massen von weissem feinkörnigem Kalkspath führende Kalkstein, der am Kalkofen Palsong (zwischen Naga und Batu) gesammelte Kalkstein steht SSW. an und enthält undeutliche Versteinerungen, von denen sich manche mit Wahrscheinlichkeit auf Abdrücke der Korallenzweige der noch im indischen Ocean lebenden Gattung Seriatopora beziehen lassen.

Ein angeblich von Montecillo bei Libon (S. vom See von Batu) herrührender, gelblichgrauer, feinerdiger, bituminöser Kalkstein führt ktenoide Fischschuppen. Er wird auf dem Rio Quinali als Baustein verführt.

Provinz Albay.

Die durch die schwache Solfatara von Igabo (NO. vom Gipfel des oben angeführten erloschenen Vulkans Buhi oder Malinao gelegen und etwa 250 Fuss im Durchmesser haltend) zersetzten, völlig abgerundeten und schalig gewordenen Steine, welche den ganzen Boden der Solfatara bedecken, bestehen, wie die frischen Kerne der Steine zeigen, aus einem hellgrauen Dolerit. Er führt neben überwiegendem triklinem Feldspath grünen Augit, sparsam Olivin und dunkeln Glimmer. Schliesslich wird das Gestein zu einem weissen, mit Eisenoxyd durchzogenen oder rothen Kaolin zersetzt, in welchem Schwefel und Gyps sich findet.

Der bei Tibi liegende Kieselbrunnen Naglĕgbĕng liefert sehr schöne Kieselsinter, z. Th. mit Blattabdrücken. In dem lockeren porösen Gestein kommen einzelne Anhäufungen von Hyalith vor. Nach einer gefälligen Analyse von Herrn Professor Rammelsberg enthält das Wasser in 100000 Theilen 7,5 Kieselsäure, 25,4 Kalk mit Spuren von Eisen, 0,2 Magnesia, eine reichliche Menge von Chloriden, aber keine Sulphate. Das Wasser hatte eine geringe Menge (0,02) Kieselsäure (ohne organische Formen) in der Flasche abgesetzt. Manche der Kieselsinterabsätze bilden schalige Röhren, deren rundliche Enden der Oberfläche das Aussehen eines Erbsensteines geben. Man darf ihre Bildung wohl von aufsteigenden Gasblasen ableiten. Wo sie schliesslich mit gelblichweissem Hyalith erfüllt werden, geben sie dem Absatz eine gewisse Aehnlichkeit mit Korallenbildungen, die freilich verschwindet, wenn die ganze Bildung in Hyalith umgesetzt ist. Bei stärkerem Erhitzen sieht man in der scheinbar homogenen Hyalithmasse die ursprünglichen Röhren wieder hervortreten, indem ihre Färbung eine etwas andere ist als die der Füllmasse.

Von den Doleriten des Mazaraga S. von Malinao und N. vom Vulkan Albay liegen von der halben Höhe entnommen compakte, bräunlichgraue, feinkörnige, feldspathreiche, an Olivin und Augit arme Gesteine vor. Die etwas porösen, sonst ähnlich beschaffenen Dolerite des Gipfels sind gebleicht und zersetzt durch saure Fumarolen. Die Rapilli eines grossen Barranco weisen grössere trikline Feldspathe, z. Th. rundum krystallisirte Augite, aber kaum Olivin auf.

Insel S. Miguel.

Die östlich von Malinao und Tabaco gelegene Insel S. Miguel zeigt an der Südküste einen sehr schmalen, mit vulkanischem Sand bedeckten Küstenstreifen. Der Sand besteht entweder vorzugsweise aus Magneteisen mit wenig Augit und Olivin oder aus Feldspath, grünem, z. Th. rundum auskrystallisirtem Augit, etwas Olivin und Magneteisen, dessen Oktaeder bisweilen deutliche Granatoederflächen zeigen. Um den ganzen Strand bilden grosse Blöcke von frischem, compaktem, hellgrauem Amphibolandesit, weiter NW. von blaugrauem compaktem Dolerit einen Saum. Der Andesit zeigt in feinkörniger Grundmasse neben zahlreichen, grossen, braunen Hornblenden glasige trikline Feldspathe, einzelne Augite und Magneteisen. Das Gestein gleicht ganz dem des Ysarog. Der Dolerit enthält in der feinkörnigen Grundmasse vorzugsweise triklinen Feldspath neben grünem Augit und etwas Magneteisen.

Hinter dem Küstenstreifen erheben sich Bänke eines wenig festen, grüngelben, sandigen, etwas thonigen, tuffähnlichen Gesteins mit Kalkcement. Ausser bimsteinartigen grauweissen Partien sieht man Feldspath, gelbe und dunkle Glimmerblättchen, etwas Magneteisen. Im Rückstand nach Behandlung mit Säure erkennt man etwas Augit und Stückchen eines grauen dichten, feldspathführenden Gesteins. Eingelagert in diese Bänke sind bläulichgraue, ziemlich homogene und feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen. Sie werden in Tabaco als Fliesen benutzt, die oberste, weisse, 2 Fuss mächtige, einzelne gelbe Glimmerschuppen und Bimsteinfragmente führende Bank als Baustein. Nach oben geht diese Bank in einen gelbe Glimmerschuppen, Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, glasigen Feldspath und weisse Bimsteinfragmente führenden, wenig festen, weissen Tuff über, der auch weiter nordwestlich mit faustgrossen Geschieben ansteht. Alle diese wechsellagernden Thon- und Tuffbänke streichen h. 4 und fallen nach Nord.

Weiter südöstlich stehen ältere, gelblichgraue, feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen an.

Die Mitte der Insel besteht aus eisenschüssigem Sand und aus Kies. An der Nordküste liegen Sande, vulkanische Blöcke und thonige Bänke ähnlich wie an der Südküste.

Ueber den Ursprungsort der vulkanischen Gesteine von S. Miguel lässt sich vorläufig nichts Genaueres angeben.

Der östlich vom Mazaraga gelegene, noch thätige Vulkan Albay oder Mayon hat hell- bis dunkelgraue, compakte bis poröse Doleritlaven geliefert, welche in der feinkörnigen Grundmasse hellgrauen triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen zeigen. Sie sind z. Th. den Doleriten von Mariveles und also auch denen des Aetna zum Verwechseln ähnlich. Durch grösseren Gehalt an Feldspath wird das Gestein bisweilen heller, ebenso sinkt die Menge des Olivins bisweilen auf ein Minimum. Die Laven des Gipfels sind durch die mächtigen Fumarolen — heisse Wasserdämpfe und Schwefelwasserstoff — stark zersetzt; Gyps findet sich daher dort in reichlicher Menge. Eine Varietät von faseriger bimsteinähnlicher Struktur gemengt mit zersetzten Silikaten analysirte de la Trobe, Rammelsberg Handb. d. Mineralchemie 263. Das untere Ende eines nahe am Gipfel beginnenden Lavastroms, liegt etwa am obersten Viertel des Berges. Es hat sich hier etwas aufgestauet und beim Erkalten in concentrisch schalige Bänke von etwa 1 Fuss Stärke abgesondert. Die Kluftflächen stehen senkrecht auf dem unterliegenden Gestein und gehen, Bogen bildend, allmählich in 20–30° Neigung gegen den Horizont über. Der grobe vulkanische Sand vom Südabhang zeigt nur Bruchstücke von Feldspath, Augit, Olivin, Magneteisen, keine rundum ausgebildeten Krystalle; daneben finden sich kleine Schlackenstücke und in geringer Menge Scherbchen braunen vulkanischen Glases. Am Südfuss des Vulkans bei Camalig treten durch Schwefelwasserstoff gebleichte und mit Gyps erfüllte Gesteine auf.

Der isolirte Hügel zwischen Legaspi, Daraga und Albay besteht aus dunkelem, etwas schlackigem Dolerit von der gewöhnlichen Zusammensetzung. Unter den Lapilli von der Oberfläche des Hügels finden sich häufig lose, rundum auskrystallisirte Augite in der gewöhnlichen Form. Diese, die gewöhnlichen Augitzwillinge und mit Flächen versehene Olivine kommen, mit triklinem Feldspath verbunden, in einzelnen festeren helleren Gesteinsstücken vor, aus denen die losen Krystalle wahrscheinlich durch Verwitterung hervorgehen. In einem Wasserriss des Hügels stehen rothe schlackige Dolerite an mit kleinen verwitterten Feldspathen und grossen grünen Augiten.

Auf der schmalen Landzunge zwischen dem Meerbusen am Albay und von Sorsogon liegt der wahrscheinlich vulkanische Berg Pocdol, der etwa die Mitte zwischen den thätigen Vulkanen Albay und Bulusan einnimmt. Um Bacon, östlich von Pocdol, liegt vulkanischer Schutt und Thon, letzterer Zersetzungsprodukt durch vulkanische Gase. Die gypsführenden Thone aus dem grossen Bergrücken zwischen Bacon und dem südöstlichen gelegenen Gubat lassen schliessen, dass dort doleritische Tuffe durch Fumarolenthätigkeit zersetzt wurden. Vor dem thätigen, wenigstens dampfenden Vulkan Bulusan wurden an 100 Fuss hohe Bimsteintuffe beobachtet.

II. Samar.

Im Rio Catarman (Nordküste der Insel[43]) stehen zwischen Catarman und Cobo-Cobo Bänke eines ziemlich festen, eisenschüssigen hellbraunen, kalkfreien Thones an mit Resten verkohlter Pflanzen und zahlreichen Bohrlöchern, welche nach Dr. von Martens von der noch oft in den Bohrlöchern vorhandenen Modiola striatula Hanley herrühren. Nach dem Abschlämmen hinterlassen die Thone wechselnde Mengen eines Rückstandes, der aus Quarz, zum Theil in eisenschüssigen, rundlichen Körnern und eckigen Splittern, etwas Magneteisen, weissem, braunem und grünem Glimmer, und aus Feldspath besteht. Einzelne eisenhaltige, braune, fast rein sandige Lagen von ziemlich grobem Korn zeigen dieselbe Zusammensetzung. Aehnliche, aber grünliche, sandige Schichten stehen weiter oberhalb im Rio Catarman an. Nach Behandlung mit Salzsäure sieht man im Rückstand neben etwas Magneteisen reichlich weissen Quarz, hie und da mit etwas dunkelem Glimmer, ferner Feldspath, weisse und dunkle Glimmerblättchen. An der weiter südlichen Salta Sangley kommen blaugraue Thone mit sandigen, grünlichen Lagen vor, welche die eben angeführten Mineralien enthalten. Aus dem weiter südlich und nahe der Salta Sangley entspringenden Fluss, der von Visita Tragbukan nach Calbayog führt, liegen, dem Ursprung des Flusses entnommen, gerundete mürbe Geschiebe eines ganz verwitterten Gesteins vor. Man erkennt in ihnen weissen und etwas dunkeln Glimmer und erhält nach Abschlämmen des Thones einen Rückstand mit zum Theil eisenschüssigem Quarz, Feldspath und etwas Magneteisen. Darnach rühren diese Geschiebe wohl von Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer her.

Weiter flussabwärts unterhalb der Visita Tragbukan stehen wieder grüne und braune, eisenschüssige, wenig feste Sandsteine von grobem Korn und der angeführten Beschaffenheit an, welche Bänke wie die oben genannten von verwittertem Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer herzuleiten sind. In allen diesen Thon- und Sandsteinlagen ist kein grösseres Gesteinsbruchstück zu finden, das weitere Auskunft gäbe.

Noch weiter unten folgen braune, feinerdige, feste, kalkhaltige Thonbänke mit undeutlichen Versteinerungen. Der Rückstand nach Behandlung mit Säure zeigt nur einige Glimmerblättchen und Quarzkörner.

Weiter südöstlich an der Küste treten bei Catbalogan und auf der nahen Insel Majava vulkanische Tuffe auf. Die letzteren sind ziemlich fest, wenig thonig, grobkörnig und grünlich grau. Sie enthalten neben den zahlreichen Augitbruchstücken einige rundum auskrystallisirte Augite, reichlich Magneteisen, weissen Feldspath und sparsam kleine Gesteinsstücke, welche ident sind mit einzelnen vorliegenden grösseren Gesteinstrümmern. Das graue, dichte und compakte Gestein enthält in Feldspathgrundmasse zahlreiche grüne Augite und Magneteisen ausgeschieden. Nach Behandlung mit kochender Salzsäure wird die Grundmasse weiss und ist stark angegriffen. Dieses Verhalten und die sehr sparsamen, kleinen, triklinen Feldspathe des Gesteins zeigen, dass man einen porphyrisch ausgebildeten Dolerit oder Pyroxenandesit vor sich hat. Ein denselben Conglomeratblöcken entnommenes gerundetes Geschiebe führt in dichter brauner Grundmasse grünen Augit. Die zahlreichen rundlichen Hohlräume sind mit Strahlzeolith und Opal erfüllt, die Tuffe streichen h. 2,5 und fallen 80° N.

Bei Catbalogan stehen graue und braune, etwas thonige, zum Theil sehr feinsandige Bänke an. Das Pulver gibt an den Magnetstab Magneteisen ab. Sie enthalten sparsam triklinen Feldspath, Augit und Bimstein ähnliche Trümmer, bisweilen auch Bruchstücke eines ganz dunkeln, dichten Gesteins, in welchem einzelne trikline Feldspathe zu erkennen sind. Im Anschluss an das Vorkommen von Majava darf man diese Bildungen wohl betrachten als aus doleritischen Gesteinen entstanden.

Diese Bänke werden von z. Th. mürbem gelblichgrauem, feinkörnigem Kalkstein überlagert. Er hinterlässt nach Behandlung mit Salzsäure einen aus vielen thonigen Partikeln, etwas Feldspath, Augit und Magneteisen und kleinen, grauen Gesteinstheilchen bestehenden Rückstand; z. Th. sind die Kalke, welche h. 5–5½ streichen und 35° N. einfallen, dicht, fest, weisslichgrau. Die unteren Schichten sind aus vulkanischen Tuffen und Kalk gemengt.

Hart am Meeresstrande bei dem am Ostende der Bucht gelegenen Paranas sieht man harte Muschelbreccie, durch Kalk verkittete Muscheltrümmer, in grossen zertrümmerten Schollen auf weicheren Bänken derselben Art liegen. Aus letzteren lässt sich unter den vielen Bruchstücken nach Dr. von Martens die im indischen Ocean lebende Plicatula depressa Lam. erkennen. Die unter diesen horizontal ausgebreiteten Schichten liegenden gelblichgrauen Thone fallen landeinwärts. Von ihren ziemlich wohlerhaltenen Muscheln und Pteropoden lässt sich nach Herrn Dr. von Martens ein Theil bestimmen als den noch im indischen Ocean lebenden Gattungen Yoldia, Pleurotoma, Cuvieria, Creseis, Dentalium angehörig. Die Pleurotoma-Art stimmt mit keiner lebenden überein. Mit lebenden Arten stimmen überein: Venus (Hemitapes) hiantina Lam.; Venus squamosa L.; Arca (Scapharca) Cecillei Phil.; Arca inaequivalvis Brug. var.[44]; Arca chalcanthum Rv.?; Corbula crassa Rv.; Natica unifasciata Lam. var. lurida Phil.

Im Walde zwischen Paranas und dem nach NO. landeinwärts gelegenen Loquilocun stehen Felsen an aus einem festen, graulichweissen, mit Kalkspathadern durchzogenen, breccienartigen Kalkstein, in dem undeutliche organische Reste, wohl von Korallen, zu erkennen sind. Im Loquilocunfluss, der seinen Lauf nach NO. an die Ostküste der Insel richtet, stehen unterhalb der Visita Loquilocun in grossen ungeschichteten Massen stark verwitterte, mürbere, bräunlichgelbe Kalke an. Die bei der sechsten Stromschnelle unterhalb Loquilocun angeschwemmte, schwefelkiesreiche, mit Gyps durchzogene Kohle gleicht den Hölzern der Braunkohle. Sie lässt die Holzstruktur mit blossem Auge erkennen und giebt ein braunes Pulver.

Aus einer grossen Anschwemmung von Kies und Geröllen gegenüber der Stromschnelle unterhalb Loquilocun, wo zum ersten Mal die Kähne entleert und das Gepäck über Land getragen werden muss, liegen vor: ein stark verändertes, mit Epidot durchzogenes, körniges, rothgraues Gestein, in dem neben Quarz und triklinem Feldspath ziemlich viel Magneteisenpunkte zu sehen sind; es macht nicht den Eindruck eines Eruptivgesteins und möchte der feldspathigen Reihe der Hornblendeschiefer angehören; ein blaugraues, porphyrisches Gestein, dessen glasige, nicht doppelbrechende Grundmasse mit kleinen Sphärulithen erfüllt ist und sparsam kleine Quarzkörner und Magneteisen neben grösseren mattweissen Feldspathen enthält. Nur an einem der Krystalle liess sich mit Sicherheit trikline Streifung erkennen. Ist wohl das Gestein ein jungeruptives, so bleibt doch die weitere Bezeichnung zweifelhaft; immerhin ist das Auftreten von Quarz in der glasigen Grundmasse von Interesse. Als Einschlüsse kann man die Quarzkörner nicht auffassen. Ferner milchweisser Achat, der einer Mandelsteinerfüllung angehört hat, wie die Oberfläche nachweiset; rothbrauner Jaspis mit feinen Quarzadern durchzogen.

Geschiebe aus dem Baseyflusse (Südküste der Insel) an der Grotte Sogoton gesammelt bestehen aus einem alten Eruptivgestein. Es führt in feinkörniger, dunkelgraugrüner Grundmasse mattweisse trikline Feldspathe, sparsam Magneteisen und einige undeutliche grünliche Krystalle, die man für Augit halten darf. Nach diesem Bestande und dem Verhalten des Gesteins und der Feldspathe gegen kochende Salzsäure wird man das Gestein den Oligoklasaugitporphyren zuzählen. Das neben demselben vorkommende, rothbraune, eisenschüssige, mit Säuren brausende, mürbe Gestein mit einem durch Säure ganz zersetzbaren Feldspath mag ein Tuff eines ähnlichen Porphyrs sein. Im Bett des Flusses Sogoton N. von Basey finden sich Gerölle von Talk- und Chloritgesteinen.

Die Grotte Sogoton wird von Kalkfelsen gebildet, in denen man Spuren von Zweischalern und Echinitenstacheln erkennt. Vor der Grotte liegen 20 Fuss hoch über dem Fluss am rechten Ufer Bänke mit marinen Muscheln. Es sind noch lebende Arten; nach Herrn Dr. von Martens Venus (Hemitapes) hiantina Lam., Arca (Scapharca) Cecillei Phil., Arca uropygmelana Bory; Placuna placenta L. Die Schalen haften z. Th. kaum an der Zunge, die Ablagerung muss also sehr recent sein. An einer der kleinen Inseln bei Nipa-Nipa (Basey) finden sich in den 60 Fuss hoch über dem Meer liegenden, gehobenen Muschelbänken nach Herrn Dr. von Martens die noch lebenden Arten: Chama sulfurea Rv., Pinna cf. nigrina Lam. Ostrea denticulata Born; O. Cornucopiae Chemn.; O. rosacea Desh. Am Strand westlich von Basey steht ein lockeres Aggregat von Muscheltrümmern mit einzelnen gerundeten, kleinen Geschieben an.

III. Leyte.

Von der Ostküste der Nordspitze der Insel liegen aus der Gegend von Dagami und Tanauan Gesteine vor. Am Joch des Berges Dagami steht frischer Amphibolandesit an. Die fast compakte, feinkörnige, graulichweisse Grundmasse, welche sich durch Verwitterung bräunlichgrau färbt, enthält zahlreiche, grosse braune Hornblendesäulen, kleinere trikline glasige Feldspathe, etwas Magneteisen; die in dünnen Splittern grünlich durchscheinende Hornblende schliesst oft Feldspath ein. Das Gestein gleicht dem vom Ysarog vollständig. Daran schliesst sich nördlich ein Rapilliberg und weiter unten vulkanischer Sand. Am Ostfuss des Dagami liegt eine Solfatara, aus welcher ein Bach mit 50° R. hervortritt. Den Rand des Baches umsäumen röthliche Kieselsinterkrusten, deren Oberfläche ästige Fortsätze trägt: ähnliche, mit braunem basisch schwefelsaurem Eisenoxyd überzogene Absätze finden sich am Rande des Kieselsprudels Nol. In den einerseits bis zu Bianchetto, andererseits zu Thon zersetzten Gesteinen der Solfatara fehlt es nicht an Ueberzügen von basisch schwefelsaurem Eisen und an Ablagerungen von Schwefelkrystallen. Die weniger zersetzten Gesteine zeigen noch Ueberzüge von Gyps. Neben den fast intakten Hornblenden zeigt sich die Grundmasse viel stärker angegriffen als Magneteisen und Feldspath.

Die Solfatara am Berg Danaan zeigt dieselben Erscheinungen: einen Kieselsprudel, Schwefelabsätze und Alaunbildung in den gebleichten und zersetzten Amphibolandesiten. Am Meer bei Tanauan südlich vom Pueblo stehen jenseits des Aestuars graugrüne quarzige Chloritschiefer an, in welchen Epidotadern auftreten.