Fußnoten

[1]Die oft zitierten jüdischen Vereine haben keinen wirtschaftlichen, sondern einen humanitären Charakter.
[2]Verlag R. Löwit, Wien 1915.
[3]Der letzte Nobelpreis für Chemie fiel nach Deutschland. Sein Träger wurde eine allgemein anerkannte chemische Autorität; der Nachfolger Bayers in München, der Vorstand des dortigen staatlichen Laboratoriums, Geh. Rat Professor Willstätter.
[4]Den „kleinen“ Mann haben ähnliche Entwicklungstendenzen in den meisten Fällen an die Wand gedrückt. Großbäckereien, Großschlächtereien, Wäschereien, Restaurationsbetriebe im großen, mit und ohne Filialen sind ähnliche Erscheinungen wie das Warenhaus, welche die selbständigen Handwerker und Kleinbetriebe in ihrer Existenz bedrohen.
[5]Das erklärt er heute, nachdem die Rassenverhetzung den Juden das Leben auf Schritt und Tritt verekelt hat, nachdem seine voreilige Behauptung gegen die Juden die christliche Nächstenliebe bedingungslos aus Hunderttausenden zu Gunsten des Hasses gegen alle Anhänger des mosaischen Glaubens getilgt hat.
[6]So hat der auf dem Felde der Ehre gefallene jugendliche Komponist, Kriegsfreiwilliger Walter Asch, wie eine Münchener Zeitung meldet, in allzu großer Bescheidenheit als seinen letzten Willen hinterlassen, daß seine Werke nicht gedruckt werden dürfen.
[7]Witting (Witkowski).
[8]z. B. Cassel.
[9]So sind z. B. die Nachkommen der bekannten jüdischen Gelddynastien Gumpert und Heine aus Hamburg mit dem deutschen und internationalen Hochadel verschwägert, ebenso wie die als Rennstallbesitzer geschätzten v. Oppenheimer aus Köln, v. Weinberg aus Frankfurt, die Bernstein-Becker aus Königsberg, v. Hirsch-Gereuth aus München. Ursprünglich jüdisch waren folgende nobilitierte Familien: v. Ukro, v. Oppenfeld, v. Renard, v. Moßner, v. Schwanenfeld, v. Halle, v. Löwenthal u. a.
[10]In Bayern gibt es jetzt aktive jüdische Majore und Oberstabsärzte, erstere etwa fünf, von letzteren, soviel bekannt wurde, sieben. In Österreich haben sich Juden als Generale ausgezeichnet; aktive Offiziere gibt es einige Hundert. Nach Bloch's „Österreichische Israel. Wochenschrift“ haben sehr viele während des jetzigen Krieges ein glänzendes Avancement erfahren. Eine soeben erschienene Broschüre Ludwig Geiger's „Deutsche Juden und der Krieg“, die mir bei der Korrektur vorliegt, bringt genauere Zahlen über die Beteiligung der deutschen Juden an den Kriegen des XIX. Jahrhunderts. Hardenberg anerkannte danach schon am 4. 1. 1815: „Die jungen Männer jüdischen Glaubens sind die Waffengefährten ihrer Mitbürger gewesen, und wir haben unter ihnen Beispiele des wahren Heldenmutes und der rühmlichen Verachtung der Todesgefahr aufzuweisen, sowie die Einwohner Berlins, namentlich auch die Frauen, in Opfern jeder Art sich den Christen angeschlossen haben.“ Eine Denkschrift der Regierung Preußens vom Jahre 1847 ermittelte das Verhalten der Juden als Soldaten und stellte fest, daß die Juden in den Freiheitskriegen wie im Frieden den übrigen Truppen nicht nachstanden.
[11]Die „Leipziger Neuesten Nachrichten“ konstatierten, daß die in Deutschland lebenden Juden, gleichviel welcher Staatsangehörigkeit, in großer Zahl freiwillig zu den Fahnen eilten.
[12]Überall ist die Tapferkeit der Juden anerkannt worden. Prinz Fuad, der Flügeladjutant des türkischen Sultans, hat dem offiziellen ungarischen Pressevertreter folgende Erklärung abgegeben (in der deutschen Presse im Jüd. Echo, München, Nr. 27, 1915, wiedergegeben): „Die jüdische Legion, welche auf den Dardanellen operiert, verrichtet wahre Wunder. Der Kommandant der Legion, ein türkischer Jude, bekam den Hauptmannstitel und eine Auszeichnung. In den übrigen Militärteilen kämpfen die Juden mit andern zusammen ausgezeichnet. Die türkischen Militärbehörden machen daher keinen Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Soldaten. Das Gleiche kann hinsichtlich der jüdischen Zivilbevölkerung gesagt werden, welche im jetzigen schweren Moment opferwillig dem Lande hilft, soviel sie nur vermag. Die jüdischen Bestrebungen in Palästina sind gut bekannt; niemand zweifelt an dem Patriotismus der türkischen Juden“. Und Gustav Hervé sagt über die viel geschmähten russischen Juden — welche ein eignes Regiment gebildet hatten und in den erbitterten Frühjahrskämpfen bei Arras fielen — bei Gelegenheit der Veröffentlichung von Briefen gefallener Juden der jüdischen Fremdenlegion: „Held Litwak — du, dessen herrlicher Brief, geschrieben am Tag deines ruhmvollen Todes bei Carency an der Seite von 2000 Mitjuden, ich unlängst abgedruckt habe, vergib diesen armen Sergeanten, die euch monatelang als schmutzige Judenbuben und ähnlich beschimpft haben — euch, die ohne dazu verpflichtet zu sein, in einem Augenblick edler Begeisterung euer Blut großmütig an Frankreich dahingegeben habt, das in euren Augen das Sinnbild aller Freiheit und sittlichen Größe war.“ . . . Und das beste Zeichen, wie sehr die Juden freiwillig für die Freiheit zu kämpfen wissen, daß gerade die Anführer der polnischen Legionisten fast durchwegs Juden sind: Nach dem Jüd. Echo (Nr. 31, 1914, München) ist der Vorsitzende des Polnischen Nationalen Hauptkomités und der Legionen ein Jude namens Mosche Scherer und ebenso eine ganze Anzahl von Führern der Legion.
[13]Der bekannte Genosse Davidsohn „nur“ zweimal verwundet, nunmehr Offizierstellvertreter.
[14]Dagegen unterstreichen z. B. die deutsch völkischen Blätter hämisch, daß Haase, welcher den verunglückten Aufruf veranlaßte, Jude sei, was man zu Kriegsbeginn, als er noch in minder unsympathischem Fahrwasser segelte, sorgsam unterließ, bei ihm zu erwähnen. Eine typische Todesanzeige für einen aktiven jüdischen Offizier mag hier folgen: Gestern Abend um ½9 Uhr verschied in der Medizinischen Klinik des Bürgerspitals zu Straßburg Herr Major Max Hollerbaum Kommandeur des B. Landsturm-Infanterie-Bataillons Passau II Ritter d. Eisernen Kreuzes, d. K. B. Militär-Verdienstordens usw. Das Bataillon steht in tiefer Trauer an der Bahre seines ersten Kommandeurs. Durch und durch Soldat, ein vornehmer, ritterlicher, zuverlässiger Charakter, durch Willenskraft und warmherziges Wohlwollen gleichmäßig ausgezeichnet, war er uns allen vorbildlich auch durch den Heroismus, den er im Kampfe gegen ein langwieriges, schweres Leiden bis zuletzt bewahrt hat. Es war ihm nicht vergönnt, wie an dem Kriege um die Gründung des Reichs so an dem um seine Behauptung bis zum ehrenvollen Abschluß teilzunehmen. Aber er hat Treue bis zum Tode gehalten, und sein Gedächtnis wird in hohen Ehren bleiben. Am 27. September 1915. Für das Landsturm-Infanterie-Bataillon Passau II I. V.: Hauptmann Freiherr von Pechmann. Anschließend mag noch bemerkt werden, daß Major Hollerbaum nicht der einzige aktive jüdische Offizier in der bayerischen Armee war. Es gab und gibt noch eine Anzahl solcher. Nachstehend seien nur einige namentlich genannt: Der alte bayerische Kürassiergeneral Carl Ritter v. Obermayer, Major Isidor Marx (Vater) und Major Maximilian Marx (Sohn), die Majore Orfenau, Friedmann, Henle u. a. Außerdem gab und gibt es viele jüdische aktive Sanitätsoffiziere, Militärbeamte und auch untere Chargen.

I. V.: Hauptmann Freiherr von Pechmann.

[15]Otto v. Gottberg, die offiziöse Feder unseres Kriegsministeriums, schreibt in einem Artikel „D. K. R. A.“ über Rathenau: „Er kam ohne Ruf und Amt, ein Deutscher in Sorge um das Vaterland. Wie wenige ein Kenner unserer Wirtschaft, fühlte Dr. Walter Rathenau, daß Deutschland einen längeren Krieg siegreich nur dann überstehen könne, wenn der Staat ohne Säumen zu organisiertem Sammeln, Sparen und Mehren der für die Kriegführung nötigen Stoffe schritt. Der Kriegsminister sah den Mann, den er gesucht hatte. Sankt Bureaukratius schlug wohl unter Protest die Hände über dem Kopf zusammen, als der General den Zivilisten, Doktor und Ingenieur mit höflicher Geste beim Kragen nahm und im Allerheiligsten der Heeresverwaltung in einen Stuhl setzte mit dem Auftrag, die Kriegs-Rohstoff-Abteilung ins Leben zu rufen.“ Die Art, wie Rathenau die Aufgabe in achtmonatlichem Wirken löste, sichert ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte des Wirtschaftskrieges. [pg 35]
[16]Die Abkunft Barzilais' ist übrigens nicht sicher auf Juden zurückzuführen.
[17]Dafür hat Ernst Cassel Millionen gespendet, die er dem Kaiser übermittelte; der einzige Engländer, der sich die Freundschaft der beiden Länder etwas kosten ließ und sich ernsthaft darum bemühte.
[18]Verlag Stilke, Berlin 1915.
[19]Verlag Ullstein, Berlin.
[20]Verlag Reinhardt, München.
[21]Verlag Marquardt, Groß-Lichterfelde.
[22]Verlag Louis Lamm, Berlin C.
[23]Eine wirkliche Masseneinwanderung östlicher Juden in Deutschland wird schon aus ökonomischen Gründen schwer durchführbar sein. Dieselbe wäre auch vom jüdisch-nationalen Standpunkt nur eine Notstandsaktion, die übrigens wegen der vielen Widerstände, die nach jeder Hinsicht zu überwinden wären, keineswegs einzutreten braucht.
[24]Wir könnten z. B. von daher unsere Baumwolle beziehen und so vom Auslande unabhängig werden.
[25]Ein soeben von Alfons Paquet erschienener Artikel (in Heft 40 Jahrg. 1915 des März) „Juden im Osten“ kommt zu denselben Resultaten. Paquet schreibt: „Das türkische Volk kümmert sich wenig um den Glauben anderer. Es erkennt in den Juden die Orientalen, es weiß, daß jene, die aus dem Westen kommen, zugleich Europäer sind, Träger eines praktischen Könnens, das dem neuen türkischen Staatswesen Nutzen zu bringen vermag. Und das eigentliche Palästina? Hat es nicht in den Jahren, die dem Versuch der Wiederbesiedelung gewidmet waren, bewiesen, daß es wirklich das Land ist, wo einmal der Wanderer sein Haupt hinlegen kann unter den Sternen die den Erzvätern leuchteten, um auszuruhen und böse Spuren aus seinen Zügen wischen?“ Sie brauchen eines zuerst: eine Zukunft, ein grünes Banner. In dem von Menschen erfüllten Europa werden sie das wichtigste für ihre Zukunft: — den Boden — nie erhalten, eher werden sie die Träger irgend eines unbestimmten Unheils sein. In allen Erdteilen, außer Vorderasien, fehlen die Möglichkeiten einer Ansiedelung, die den Juden erlaubt, nach ihrer höchst eigentümlichen Art zu leben und von dem geistigen Gut, nach dem sie hungern, satt zu werden. Aber in dem einen kleinen Lande, das schon begonnen hat, zu einem neuen Dasein zu erwachen, ist Raum und Tragkraft genug, sie aufzunehmen. Josua und Kaleb sind von ihrer Kundschafterreise zurückgekehrt mit schweren Trauben. Es kommt jetzt darauf an die Fähigkeiten des Volkes, die bisher auf die Wüstenreise verwendet wurden, zu wecken und neu zu gebrauchen. Schulen nach dem Vorbild der deutschen Volksschulen, vielleicht mit einer Hochschule an der Spitze, werden dazu helfen können. Einst werden dann diese Knaben die Mannschaft eines neuen morgenländischen Wesens bilden, gleichviel, ob sie Ingenieure oder Kaufleute, Handwerker, Ackerbauer oder Gelehrte werden, gleichviel sogar, wie viele von ihnen in Europa bleiben und wie viele wirklich im Morgenland wohnen. Sie können in einer neuen Heimat ein neues Volk sein — nicht im Sinne jenes Nationalismus, der in Europa die Völker zerreißt und schlägt, sondern in dem innerlich freien, nach außen duldsamen Sinne der morgenländischen Weisen. „Der türkische Baum muß sehr grün werden und auswachsen.“ „Wer in seinem Schatten wohnen will, muß aber zuvor sein Gärtner sein.“ — — — So denkt ein bekannter Orientkenner über die Judenfrage und das Problem der Türkei.
[26]Die 2 1/3 Millionen Juden der Vereinigten Staaten sind deshalb durchweg deutschfreundlich. Alle Bestrebungen der Deutschamerikaner haben an ihnen eine rege Stütze gefunden. Vergessen wir nicht, daß die Stimmung in Newyork, der größten Stadt Amerikas, für das ganze Land bedeutsam ist, daß sich die dortigen 1,2 Millionen Juden konstant für die Deutschen verwandten, weil sie von ihnen eine Erlösung der russischen Juden erwarten. — Eine offene Erklärung der deutschen Regierung an die amerikanischen Juden würde eine namenlose Begeisterung erwecken und die Kabinette des Dreiverbandes in nicht geringe Unannehmlichkeiten wegen der Haltung Rußlands versetzen. Es wäre die beste Antwort gegenüber all den Enunziationen betreffs der unerlösten Völker in Österreich und Deutschland. Außerdem würde Deutschland dadurch erhebliche Geldmittel für seine künftigen Anleihen erwarten können.
[27]Spottet über die „Leder- und Stiefeljuden“, aber es tat Deutschland gut, daß die unternehmenden Kaufleute, die sonst ins Ausland exportierten, für Millionen Vorräte liegen hatten, die nun Heereszwecken dienen konnten.

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