FUSSNOTEN:
[1] Nach dem jüdischen Gesetz hatten alle Juden zu Beginn der Geschlechtsreife zu heiraten. Jede Inhibierung der Konzeption war streng verpönt. Frühe Heirat und reicher Kindersegen galten als besonders gottgefällig.
[2] Weiteres Material in dieser Frage habe ich auch in dem Buche »Der Untergang der deutschen Juden« (Reinhard, München) und besonders im »sterilen Berlin« (Berlin 1913, Marquardt) niedergelegt.
[3] Von hier ab ist der jüdische Nachwuchs berechnet aus
- den Kindern der jüdischen Ehen,
- den Kindern von unehelichen jüdischen Müttern,
- der Hälfte aller Geburten aus Mischehen.
[4] Infolge der Taufbewegung ist diese Ziffer zu gering. Es würden hierher eigentlich auch die gestorbenen getauften Juden gehören, da diese ja in der Spalte der geborenen Juden figurierten. Darnach wäre die Summe der verstorbenen Juden um etwa 200 größer.
[5] In ausführlichen Berechnungen in der Mediz. Reform (Nr. I v. 1913), sowie in dem Buche »Das sterile Berlin« und in einer demnächst erscheinenden Arbeit im Archiv zur soz. Hygiene habe ich nachgewiesen, daß je nach der Kindersterblichkeit und dem Bevölkerungsaufbau die Geburtenziffer 20–30 ‰ betragen muß, um die Art zu erhalten. Eine Geburtenziffer unter 20 ‰ ist bei normaler Besetzung der Altersklassen unterfrüchtig. Zum Vergleiche einige Geburtenziffern des Jahres 1910:
In Rumänien 39,8 ‰, in Deutschland 29,8 ‰, in Frankreich 19,7 ‰.
Für Großberlin beträgt die Geburtenziffer der Juden sogar nur noch 12 ‰.
[6] Durch Interpolation. Diese Ziffern liegen nicht vor.
[7] Davon von jüdischen Müttern 88. Der biologische jüdische Nachwuchs dieses Jahres ist die Ziffer, die die Geburten aller jüdischen Mütter, sei es aus jüdischen Ehen, Mischehen oder unehelichen, wiedergibt.
[8] Siehe [Tabelle III]. Die Zahlen betreffen nur den jüdischen Teil der Eheschließenden, bzw. bei den Kindern wurde nur die Hälfte der Kinder aus Mischehen den Juden zugezählt.
[9] Als Fruchtbarkeitsziffer ist hier die Zahl der Geburten verstanden, die auf 1000 gebärfähige Frauen (15–50 Jahre alt) kommt.
[10] Eine solche Tabelle läßt allerdings nicht die momentane Fruchtbarkeit hervortreten, welche die eben geschlossenen Ehen anstreben, denn wenn z. B. Ehen, die vor 10 Jahren geschlossen wurden, noch mehr Kinder wünschten als die eben geschlossenen, so drücken jene der Tabelle ihren Siegel auf. Wir werden also, da die vor 10 Jahren geschlossenen Ehen zu unserer Zeit ihre Mehrgeburten haben werden, die Fruchtbarkeit einer früheren Periode antreffen.
[11] Nach den Veröffentlichungen des Statistischen Amtes Berlin gab es 1905 sogar 41 % kinderlose Mischehen. Die Zahl der später legitimierten ursprünglich unehelich Geborenen wurde berücksichtigt.
[12] Siehe Gruber u. Rüdin, Fortpflanzung, Vererbung, Rassenhygiene, Lehmanns Verlag, S. 164 und Theilhaber, Das sterile Berlin.
[13] Darunter: Achtgeborene 9, Neuntgeborene 7, Zehntgeborene 2, Elftgeborene 3, Zwölftgeborene 2, Dreizehntgeborene 1, Vierzehntgeborene 1, Fünfzehntgeborene 1.
[14] Von den 54 Akademikern, die 1910 heirateten, waren 22 Ärzte, 13 Juristen, 6 Ingenieure, 2 Apotheker, 2 Rabbiner, 5 versch.
[15] Siehe Prinzing, Handbuch d. mediz. Statistik 1906.
[16] Die Zahl der 1910 in Berlin gestorbenen Juden von 0-30 Jahren war 246 = 19% der geborenen. In Berlin hatte die allgemeine Bevölkerung eine Sterblichkeit der Altersklassen
| 0–15 Jahre von 10,310 = 23,3 aller Geburten | = 29,4 der Geborenen. | |
| 16–30 Jahre von 2,803 = 6,1 |
[17] Auch die Verseuchung der jüdischen Großstadtjugend mit Geschlechtskrankheiten ist notorisch. Die sogenannten höher stehenden Berufe, die die Juden anstreben, gewähren erst spät ein standesgemäßes Einkommen, so daß tatsächlich ein großer Teil der jüdischen jungen Leute, auch wenn er will, nicht früher heiraten kann. Die Folge ist die Ausbreitung der Syphilis und der Gonorrhöe unter den Juden, zweier Krankheiten, die bei ihnen früher selten zu treffen waren.
[18] Es starben nämlich 1905–09 auf je hundert Geborene berechnet bis zum 15. Lebensjahr ca. 16 % der Geborenen. 1910 waren es nur 13,5 %, Gestorbene Juden in Altersklassen 15–29 gab es 1910 5,5 %. Da, wie wir später sehen werden, die Fruchtbarkeit bei den Juden und Jüdinnen durchschnittlich in das Ende der 20er, hauptsächlich aber zu Beginn der 30er Jahre zu setzen ist, so können wir statistisch sagen, daß die vor dem 30. Lebensjahr sterbenden Personen durchschnittlich an der Vermehrung nicht mehr teilgenommen haben. Wir erhalten also für die neueste Zeit das Ergebnis, daß von je 100 geborenen Juden 19–20 zu früh sterben. Bei der allgemeinen Bevölkerung von Berlin waren es 1905 33 % der Geborenen, die bis zum 30. Jahre starben. In das Verhältnis gesetzt zu den 59 Geburten, die wir als das Geburtenminimum pro 1000 gebärfähige Frauen berechnet haben, müssen wir also bei der jüdischen Bevölkerung entsprechend 12–14, bei der allgemeinen Bevölkerung etwa 20 Geburten hinzuzählen, um diejenige Geburtenziffer zu bekommen, die imstande ist, die Bevölkerung zu ersetzen.
Theoretisches Beispiel der Methode.
Um 1000 gebärfähige Frauen nebst 1000 entsprechenden Männern zu ersetzen, bedürfte es eigentlich nur 59 Geburten pro Jahr. Da aber nach dem Stand der Sterblichkeit ein Teil der Geborenen nicht mehr in das gebärfähige Alter gelangt, so müssen wir diese Geburten um die Mortalitätsziffer bereichern. Wir nehmen an, daß noch 21 Geburten pro Jahr mehr sein müssen, damit wirklich 59 das 30. Lebensjahr erreichen.
Wenn also diese 1000 gebärfähigen Frauen pro Jahr 80 Geburten haben, so werden davon in einem späteren Zeitraum wieder je 1000 gebärfähige und zeugungstüchtige Männer und Frauen gewährleistet. Oder mathematisch ausgedrückt 1000 gebärfähige Frauen zwischen 15–50 Jahren müssen Geburten haben:
| 1000 × 2 | (wegen der Männer) |
| geteilt: 35 (wegen der 35 Jahre, siehe 15–50 Jahre) | |
| + x. |
x ist der Sterblichkeitsquotient derer, die vor dem zeugungsfähigen Alter sterben. Eine Bevölkerung, die pro Jahr z. B. 100 als Fruchtbarkeitsziffer aufweist, hat bei einem Adäquatfruchtbarkeitswert von 80 einen Geburtenüberschuß von 20! Der Adäquatwert des Fruchtbarkeitswertes der allgemeinen Berliner Bevölkerung von 1905 war 80, 1900 wegen der größeren Kindersterblichkeit ca. 85.
Wie unsere Tabelle zeigt, hat unsere allgemeine Berliner Bevölkerung 1900 ungefähr ihre Lebenserhaltung. Adäquatwert und wirkliche Fruchtbarkeit waren gleich, 1905 war die Fruchtbarkeit schon zu gering! Die Berechnungen über den Status der Berliner Bevölkerung in exakter Form sollen in einer gesonderten Arbeit behandelt werden.
[19] Eine Artistin.
[20] Eine Verwandte.
[21] Einschl. 4 geschiedene Frauen.
[22] Einschl. 4 Schauspieler und Schauspielerinnen.
[23] Eine Krankenschwester.
[24] Siehe diesbezüglich die Behandlung dieses Themas in »Die Neue Generation« 1912, Augustheft: Das Eheproblem bei den Juden, worin die Ursachen der Ehelosigkeit, Spätehe usw. ausführlich abgehandelt ist.
[25] Es kamen aber auf die heiratsfähigen Jahre durchschnittlich 1000 in Berlin geborene Juden.
[26] Die Steuersumme der übrigen Bevölkerung sank sogar.
Anmerkungen zur Transkription:
Da Tabellen an Absatzanfänge bzw. -enden verschoben und Seitennummerierungen beibehalten wurden, ergeben sich hier teilweise Verschiebungen. Folgende Fehler wurden korrigiert:
[S. 72] Tabelle IV: "Es treffen Geburten auf ge-geschl. Ehen" Überflüssiges ge- entfernt;
[S. 77] "Zweitgeborene in 30,5" Prozentzeichen nach 30,5 hinzugefügt;
[S. 91] "sonders als die Anpassung" sonders korrigiert zu sondern.
Alles andere, auch Fehler bei den Werten in Tabellen bzw. uneinheitliche Formatierung, wurde aus dem Original übernommen.