Der Urlaub
Der Bureaudiener Säbelbein möchte gern acht Tage Urlaub haben. Er geht also zu seinem Chef hinein und bittet darum.
„Ah, das geht nicht!“ sagt der Chef. „Sie müssen um den Urlaub schriftlich einkommen!“
„Ich kann sulchene Gesuch nicht machen!“ meint Säbelbein.
Der Chef, ein sehr freundlicher Herr sagt: „Also, so setzen S' Ihnen daher, ich werd' Ihnen das Gesuch diktieren!“
Und er diktiert's dem Säbelbein. Eine halbe Stunde lang. „So,“ sagt er dann. „Jetzt schreiben Sie 's sauber ab, picken S' einen Stempel d'rauf und bringen Sie 's mir dann herein!“
Säbelbein tut, wie befohlen. Der Chef nimmt das Gesuch, liest aufmerksam das selbstdiktierte Urlaubsgesuch durch und sagt dann: „Das ist alles recht schön, lieber Säbelbein, aber ich kann Ihnen den Urlaub nicht geben ... es ist zu viel zu tun im Geschäfte!“
Ein Berliner Kaufmann, der in Konkurs geraten war, hat seine Gläubiger mit 25 Prozent abgefunden; während der kritischen Zeit hatte er sich nicht blicken lassen, und es hieß, er sei infolge des Geschäftszusammenbruchs schwerkrank. Das war es auch gewesen, was seine Gläubiger bewogen, mit ihm einen so billigen Vergleich zu schließen.
Bald nach Aufhebung des Konkurses ist der Mann wieder obenauf.
Eines Tages begegnet ihm ein früherer Gläubiger.
„Nu, Herr Schnupftuch,“ fragt er etwas ironisch, „wie geht's nach der Krankheit?“
„Wie soll's gehn? Sie sehn doch ...“
„Ja, ja,“ meint der andere, „Sie sehen wirklich schon um 75 Prozent besser aus ...“