Großartig
Kommis: „Der Lehrling Fritz ist nirgends zu finden.“
Chef: „Na, lassen Sie nur, bei der Inventur werden wir ihn schon finden.“
Die englische Bureauzeit
Ich bin auf England nicht sehr gut zu sprechen,
Doch sprech ich's trotzdem unumwunden aus,
Daß manche Dinge in die Augen stechen
Dem Deutschen, drin uns England weit voraus.
So ist zum Beispiel — jeder Mensch hat Schwächen —
Ein englisch Beefsteak ein solenner Schmaus;
Die schönste, beste aber ihrer Sitten
Ist die Bureauzeit in dem Land der Briten.
Um 8 Uhr morgens, den Kaffee im Magen,
Begibt sich pünktlich ins Bureau der Mann
Und pflegt der — Arbeit, wollen wir mal sagen,
Bis 11. Es folgt die Frühstückspause dann.
Hurrah! Soeben hat es 3 geschlagen!
Er klappt die Bücher zu, so schnell er kann,
Und eilt zum Weibchen oder heim zur Mutter
Und labt sich dort am wohlverdienten Futter.
Dann ist er frei! Dann kann er unternehmen,
Was ihm behagt! Dann ist er Herr, statt Knecht.
Er kann spazieren geh'n und zu sich nehmen
Den Sauerstoff, der im Bureau so schlecht;
Kann lesen, schreiben, schwelgen in Problemen,
Wenn er nicht lieber mit Kollegen zecht.
Er kann das Schläfchen halten, das bewußte,
Das früher im Bureau er pflegen mußte.
Er ist ein Mensch, und nicht mehr wie am Morgen
Laut seinem Vorgesetzten ein Kameel.
Frei ist er, frei und ledig aller Sorgen,
Kein Tadelwort erschreckt ihn, kein Befehl.
Der Arbeit kommt's zu gut am nächsten Morgen,
Wenn er, statt mürrisch, heiter und fidel;
Ach: schön ist Arbeit unter kluger Lenkung,
Das heißt — mit weiser, nötiger Beschränkung!
Karlchen.
Ausrede
Buchhalter: „Als Sie mich vor drei Monaten engagierten, sprachen Sie von einer Lebensstellung, und heute machen Sie Pleite!“ — Prinzipal: „Kann ich dafür, daß Sie so lange leben?“