Im Wäschegeschäft

Einer Dame sind bei Bestellung eines größeren Wäschepostens ein halbes Dutzend Beinkleider zuviel geliefert und berechnet worden. Sie trägt dieselben zurück und ersucht um Richtigstellung der Rechnung. Darauf der Prinzipal:

„Ja, bitte, das ist ein Irrtum gewesen! Entschuldigen Sie vielmals!“ Und zum Buchhalter sagt er: „Ziehen Sie mal der Dame die Beinkleider ab!

Wetterbericht im Börsenstil

Seit einigen Tagen tritt das Gerücht auf, dass die bekannte Weltfirma Sommer u. Co. in Liquidation getreten sei. Zahlreiche Gläubigergruppen haben bereits vor Wochen Protestversammlungen veranstaltet, um gegen die besonders in den letzten Monaten zutage getretenen Mißstände Stellung zu nehmen. Ihre eingegangenen Verpflichtungen hat die Firma im letzten Geschäftsjahr zum Teil gar nicht, zum Teil nur sehr mangelhaft erfüllt. Es steht zu befürchten, daß der Zusammenbruch der Weltfirma den Konkurs zahlreicher anderer Firmen zur Folge haben wird ... Zu den am meisten geschädigten „Geschäftsfreunden“ gehören vor allem zahlreiche Gastwirte und Biergartenbesitzer. Sonnenschein war stets sehr knapp am Lager und wurde trotz reger Nachfrage gar nicht oder nur in sehr kleinen Quanten geliefert. Auch den Landleuten gegenüber hat die Firma die Lieferungsverträge nicht innegehalten. Es wurde in den letzten Monaten überhaupt nur noch mit „Wechseln“ gearbeitet, die natürlich immer unbeliebter wurden. Bei dem Konkursverwalter Aug. September laufen täglich zahlreiche Forderungen auch aus den Kreisen der Gewerbetreibenden und der sog. kleinen Leute ein; besonders aber in Sportkreisen und unter der Lebewelt der Badeorte hört man mannigfache Klagen über das unlautere Geschäftsgebaren der früher so angesehenen Firma. Als letzter Termin zur Anmeldung von Forderungen war der 23. d. Mts. festgesetzt. Mit diesem Tage übernahm, wie jetzt bekannt wird, die bekannte und gut fundierte Firma Herbst u. Co. den Betrieb mit sämtlichen Warenvorräten. Hoffentlich gelingt es dieser, das verloren gegangene Vertrauen unter der Bevölkerung wieder zu gewinnen.

Nach dem Leben

Ein neuengagierter Reisender wird von seiner Firma auf die Tour geschickt, kommt aber ohne Aufträge zurück.

Der Chef der Firma ist sehr ungehalten und läßt den Reisenden in sein Privatkontor bitten.

„Ja, wie ist es bloß möglich, daß Sie nix verkaufen?“ fährt er ihn an, „gewiß machen Sie die Sache nicht energisch genug. Wir wollen gleich mal eine Probe machen. Also denken Sie, ich bin der Kunde, dem Sie Offerte machen sollen, und fangen Sie mal an!“

Der Reisende geht hinaus, klopft an, tritt mit einer Verbeugung ein: „Ich komme von der Firma Troddelkopp & Co. und wollte mir gestatten, Ihnen Offerte in Lebertranpillen zu machen.“

„Bedaure,“ sagt der Chef, „brauche nix!“

„Dann entschuldigen Sie bitte, vielleicht ein andermal! Empfehle mich gehorsamst!“ Der Reisende geht hinaus.

„Falsch,“ schreit der Chef, „sehen Sie, ich hab's ja gesagt, daß Sie nicht können energisch genug auftreten! Nun wollen wir mal die Sache umgekehrt machen. Setzen Sie sich mal her und spielen Sie den Kunden und ich werde den Reisenden machen!“

Gesagt, getan. Der Reisende setzt sich hin und der Chef geht hinaus, klopft an und tritt ein:

„Verzeihung, wenn ich störe, ich wollte mir gestatten, Ihnen von der bekannten Firma Troddelkopp & Co. die berühmten Lebertranpastillen zu offerieren!“

„Was,“ brüllt der Reisende los, „von diesem Schwindler wollen Sie mich beschummeln helfen! Raus!!!“

Packt den Chef beim Kragen und befördert ihn unter einem kräftigen Fußtritt aus dem Lokal.

„Sehen Sie,“ sagt er dann, als der Chef, seine Kehrseite reibend, wieder ins Bureau kommt, „den Reisenden haben Sie ganz nett gespielt, aber den Kunden habe ich energischer und lebensgetreuer gemacht!“