Kunstbegeisterung

Herr Löwengrub hält in seinem Hause viel auf Bildung. Bei einer großen Gesellschaft erwartet er ungeduldig, daß einer seiner Gäste einen Toast hält. Gegen Ende der Tafel erhebt sich endlich Kommerzienrat Baruch, um einige Zeilen zu verlesen, die er „sich aufgesetzt“ hat. Löwengrub klemmt sich seinen Zwicker auf die Nase und flüstert seiner Nachbarin glückstrahlend zu:

Endlich e' bissche Literatur!“

Der Dichter

Isidor Rapunzeles ist verlobt und der Geburtstag seiner Braut steht bevor. Um einen guten Eindruck zu machen, beschließt er, ihr ein Gedicht zu verehren; aber leider ist er besser auf dem Kontorbock als auf dem Pegasus zuhause. Er geht also zu einem Gelegenheitsdichter und bestellt ein Geburtstagsgedicht. Schließlich fragt er: „Herr Dichterleben, was wird kosten das Gedicht?“ — „Zwanzig Mark!“ — „Gott der Gerechte, is das teuer! — Na, weil's is for de Rebekka — hier sind zwanzig Mark! Aber hören Se, Herr Dichterleben, machen Se's recht schön, 's is das erste Mal, daß ich dichte!“