14. Ibilaos.
Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.
Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).
Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57; Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).
Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.
Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).