Kunst und Staat

(Aus den nachgelassenen Schriften Waldmüllers)

Wenn die schönen Künste die edelsten Genüsse bieten, das Leben verschönern, dem Staate, wo sie heimisch sind und gepflegt werden, Wohlstand, Ruhm und Ehre geben, die Sitten veredeln, moralisch tief wirken, zu allen Großtaten, zum Patriotismus anfeuern, dann sollte kein Staat säumen, jene nötigen Kapitalien daranzuwenden, die solche Zinsen tragen. Er wird allen anderen Staaten vorangehen und mächtig sein. Die Kunst ist reich, sie spendet nach Jahrhunderten noch ihre Gaben der Nachkommenschaft. Mozart der Unvergleichliche, Originelle, immer noch Neue (denn wahre, echte Kunst altert nicht, sie ist kein Flitter, kein Tand) dient uns zu einem eben erlebten Beispiele. Wie auch nach ihm andere Meister in anderer Kunstrichtung Beifall ernten, er bleibt unvergessen, er verschafft durch seine ausgezeichneten Werke, durch die Aufführung derselben, jene Begeisterung für das Wahre in der Tonkunst, nämlich Wahrheit in der Idee, richtige Charakteristik, ohne erst durch Effekthascherei zu gefallen. Die Ausführung nur einiger seiner Werke verschafft Armen, Dürftigen augenblicklich Abhilfe, wenn ihnen der reiche Ertrag dieser Aufführung zugewendet wird. Er aber, der große Meister, hat für seine genialen Leistungen nicht im entferntesten solchen Lohn in seinem sorgenvollen Leben erhalten. Ehret die Toten, aber noch mehr die Lebendigen, erspart euch eine Beschämung für alle künftigen Zeiten! Man sieht ja deutlich, daß der österreichische Staat wie jeder andere, zu allen Zeiten Talente besessen hat und besitzt; er ist von der Natur nicht stiefmütterlich bedacht – aber wie viele, die nicht zufällig ans Licht gelangten, sind untergegangen, weil man der Kunst den Rücken gewendet hat.

Mütterliche Ermahnung
Phot. J. Löwy, Wien

Die Wiedergenesene
Phot. F. Bruckmann, München


In gleicher Ausstattung und zum gleichen Preise wie dieses Bändchen sind im Delphin-Verlag München erschienen:

Spitzweg, Reime und Bilder

Mit 24 Bildern 60 Pfennig. 37. bis 56. Tausend

Münchener Neueste Nachrichten: „Ein gelbes Büchlein hält man in den Händen, auf dessen Einband Emil Preetorius Spitzwegs liebvertrautes Bild gezeichnet, zu dessen Eingang Hermann Uhde-Bernays des Malers Leben geschildert. Wie viel doch so ein Büchlein von einem großen Meister erzählen kann.“


Schwind, Briefe und Bilder

Herausgegeben von Georg Jakob Wolf

Mit 26 Bildern 60 Pfennig. 20. Tausend

Wie im malerischen Werk Schwinds Romantik und Realismus sich zu einem schönen Bündnis vereinen und das treuherzig deutsche Wesen des großen Fabulierers bewirken, so stehen diese beiden Elemente auch in den Briefen des Künstlers nebeneinander; Phantasie und Gegenständlichkeit, Schwärmerei und Alltag vertragen sich auch hier, weil eine starke eigenartige und ursprüngliche Persönlichkeit hinter ihnen steht. In den Bildern wie in den Briefen blinken die funkelnden Tautropfen der Märchenseeligkeit und des erdenfrohen Humors; eine feine Minnesängerstimmung tritt hinzu und bekundet sich in einem graziösen Pagentum gelegentlich Schwinds Briefen an Frauen.


Im gleichen Verlag sind noch folgende Spitzweg-Ausgaben erschienen:

Spitzweg

Der Altmeister Münchener Kunst

von Hermann Uhde-Bernays

Billige Ausgabe mit 155 Bildern

Ein stattlicher Quartband von 168 Seiten

11. bis 20. Tausend

In biegsamem Pappband M. 4.—, in hübschem Geschenkband M. 5.50

„Es war ein guter Einfall, das große Spitzwegwerk in einer wohlfeilen Ausgabe breiteren Massen zugänglich zu machen. Es gibt kein reizvolleres Bilderbuch für erwachsene Deutsche als diese Sammlung Spitzwegscher Idyllen. In über hundert Abbildungen erhält der Leser hier eine Vorstellung des Poeten Spitzweg, der mit Pinsel und Blei dichtete. Auch der Zeichner Spitzweg ist repräsentativ vertreten. Dies alles gibt, mit Uhde-Bernays’ bescheiden zurücktretendem Text, das liebenswürdigste Buch dieses Jahres. Es ist ein Buch voll tiefem, ungestörtem Frieden – eben deshalb ist es uns jetzt besonders wert.“ (Vossische Zeitung.)


Carl Spitzweg

Des Meisters Leben und Werk

Seine Bedeutung in der Geschichte der Münchener Kunst
von Hermann Uhde-Bernays

Zweite vermehrte Auflage

Mit 200 meist ganzseitigen Abbildungen

In Biedermaierpappband 14 Mark, in Halblederband (nach Entwurf von Prof. Tiemann) 18 Mark, in biegsamem Ganzlederband 18 Mark.

Die große Ausgabe des Spitzwegbuches bietet gegenüber der kleinen Ausgabe nicht nur eine wesentliche Erweiterung des biographischen Teils, sondern sie enthält außerdem die köstlichen Briefe Spitzwegs, die in ihrer humoristischen Diktion wie Wiederholungen seiner Gemälde anmuten, ferner seine Gedichte und endlich ein von Spitzweg selbst angefertigtes Verzeichnis seiner Werke. Statt 155, wie die kleine, enthält die große Ausgabe ca. 200 meist ganzseitige Abbildungen. Darunter 8 Gravüren, 4 farbige Tafeln und zahlreiche Zeichnungen aus Studienmappen und Skizzenbüchern und die besten seiner Beiträge für die Fliegenden Blätter. Dem Freunde und Verehrer Carl Spitzwegs sei die große Ausgabe warm empfohlen.

Delphin-Verlag München


Zu Christianens 100. Todestag ist erschienen

Christiane von Goethe

Ein Beitrag zur Psychologie Goethes von Etta Federn

Mit 16 Bildertafeln

In Pappband M. 3.50, hübsch gebunden M. 5.—

Dieses Buch, das von Anfang an so viel Anklang gefunden hat, gehört in jedes Haus. Als Geschenkwerk ist es infolge seiner hübschen Ausstattung ganz besonders geeignet.

„.. Es ist ein Gewinn für alle Deutschen, daß endlich eine Frau nach guter deutscher Art sich der Vielverkannten angenommen und uns von dieser menschlich hervorragenden Gestalt eine umfassende, Hirn und Herz befriedigende Lebensschilderung vermittelt hat, darin auch der Geheimrat von Goethe als Gatte und Vater nicht weniger denn als Beamter und Dichter seine gottbestimmte Rolle mit allen Ehren spielt in guten und bösen Tagen.“ (M. G. Conrad in den „Münchener Neuesten Nachrichten“.)


Eben ist erschienen

Hermann Bahr, Expressionismus

Mit 19 Tafeln

Geheftet M. 3.—, in Halbpergament M. 4.50, Vorzugsausgabe (Nr. 1–60) auf Bütten in Ganzpergament M. 16.—

„Gestern fiel das neuerschienene Buch Hermann Bahrs mit obigem Titel in meine Hand. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern es ist mein Genosse an diesem Tage geworden, ein lachender Weggesell, der mir lichte Blicke zeigte, wo einst Dunkel gewesen. Manchen Umweg führte er zwar nach meiner Ansicht, dann aber erkannte ich, daß nur über Umwege der Weg zur Erkenntnis in diesen Dingen genommen werden kann. Nur das Banale trifft das einfache Wort auf den Kopf. Höhen wollen erklommen sein im Zickzack, nicht senkrecht hinauf.

Es steht viel von Goethe in diesem Buch und von Johannes Müller, dem Physiologen, aber nichts, was nicht jeder begreifen könnte, nichts, was nicht auf das Problem zuführte. Und nebenbei fallen Worte von solcher Schärfe der Prägung, Worte, die an den Puls unserer Zeit greifen, daß man wünschte, neben Bahr wandern zu dürfen und seiner täglichen Rede Zeuge zu sein.“

(Dr. Rob. Corwegh in „Leipziger Tagblatt“.)

Delphin-Verlag München