Dritter Auftritt

Lulu. Schön (Beide links vorn)

Lulu

Könntest du dich für heute nachmittag nicht frei machen?

Schön

Was wollte diese Gräfin eigentlich?

Lulu

Ich weiß nicht. Sie will mich malen.

Schön

Das Unglück in Menschengestalt, das einem seine Aufwartung macht.

Lulu

Könntest du dich denn nicht frei machen? Ich würde so gerne mit dir durch die Anlagen fahren.

Schön

Gerade der Tag, an dem ich auf der Börse sein muß. Du weißt, daß ich heute nicht frei bin. Meine ganze Habe treibt auf den Wellen.

Lulu

Lieber wollte ich schon beerdigt sein, als mir mein ganzes Leben so durch meine Habe verbittern lassen.

Schön

Wem das Leben leicht wird, dem fällt das Sterben nicht schwer.

Lulu

Als Kind hatte ich auch immer die entsetzlichste Angst vor dem Tod.

Schön

Deswegen habe ich dich ja geheiratet.

Lulu

(an seinem Hals)

Du bist schlecht gelaunt. Du machst dir zu viel Sorgen. Seit Wochen und Monaten habe ich nichts mehr von dir.

Schön

(ihr Haar streichelnd)

Dein Frohsinn sollte meine alten Tage erheitern.

Lulu

Du hast mich ja gar nicht geheiratet.

Schön

Wen hätte ich denn sonst geheiratet?

Lulu

Ich habe dich geheiratet!

Schön

Was ändert denn das daran?

Lulu

Ich fürchtete immer, es werde vieles ändern.

Schön

Es hat auch viel unter die Füße gestampft.

Lulu

Nur Gottlob eines nicht!

Schön

Darauf wäre ich begierig.

Lulu

Deine Liebe zu mir.

Schön

(zuckt mit dem Gesicht, winkt ihr voranzugehen. Beide nach links vorn ab).

Vierter Auftritt

Gräfin Geschwitz

(öffnet vorsichtig die Mitteltür, wagt sich nach vorn und lauscht; schrickt zusammen, da Stimmen auf der Galerie laut werden)

O Gott, da ist jemand ... (Versteckt sich hinter dem Kaminschirm).