Vierte Szene

Ein HeubodenMelchior liegt auf dem Rücken im frischen Heu. Wendla kommt die Leiter herauf.

Wendla

Hier hast du dich verkrochen? — Alles sucht dich. Der Wagen ist wieder hinaus. Du mußt helfen. Es ist ein Gewitter im Anzug.

Melchior

Weg von mir! — Weg von mir!

Wendla

Was ist dir denn? — Was verbirgst du dein Gesicht?

Melchior

Fort, fort! — Ich werfe dich in die Tenne hinunter.

Wendla

Nun geh′ ich erst recht nicht. — (Kniet neben ihm nieder) Warum kommst du nicht mit auf die Matte hinaus, Melchior? — Hier ist es schwül und düster. Werden wir auch naß bis auf die Haut, was macht uns das!

Melchior

Das Heu duftet so herrlich. — Der Himmel draußen muß schwarz wie ein Bahrtuch sein. — Ich sehe nur noch den leuchtenden Mohn an deiner Brust — und dein Herz hör′ ich schlagen —

Wendla

— — Nicht küssen, Melchior! — Nicht küssen!

Melchior

— dein Herz — hör′ ich schlagen —

Wendla

— Man liebt sich — wenn man küßt — — — — Nicht, nicht! — —

Melchior

O glaub mir, es gibt keine Liebe! — Alles Eigennutz, alles Egoismus! — Ich liebe dich so wenig, wie du mich liebst. —

Wendla

— — Nicht! — — — — — — — Nicht, Melchior! — —

Melchior

— — — Wendla!

Wendla

O Melchior! — — — — — — — — nicht — — nicht — —