16. X. 15.
L., heute schickte mir Kahle wieder eine Arbeit über das ägyptische Schattenspiel, das „Krokodilspiel“, — sehr anregend; ich bin eigentlich sonst zum Lesen ganz unfähig, höchstens so ganz ausgefallene, unvorhergesehene Sachen freuen mich. Alles andere scheint mir so fatal bekannt, voll europäischer Tendenz und unnötig, „ohne Not“. Ich müßte jetzt bald arbeiten können, — das Lesen hat jetzt keinen Sinn für mich. Über das Kriegsende bin ich immer noch guten Mutes; mir scheint ein Waffenstillstand wirklich sehr im Bereich der winterlichen Möglichkeiten. Über meine Abkommandierung hab ich noch nichts weiter gehört; hoffentlich verschiebt sie sich noch eine oder zwei Wochen, schon um des wunderbaren Herbstes willen, — das Reiten ist jetzt zu schön! — die Offensive stumpft sich ja auch ganz ab; ich glaube, wir bekommen hier nicht mehr viel zu thun. Meine einzige Sorge ist Helmut.
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Frz.